„Chez Krömer“ wird eingestellt: Kurt Krömers „Bedarf an Arschlöchern“ ist gedeckt

    Preisgekröntes rbb-Format endet nach sieben Staffeln

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 05.12.2022, 15:13 Uhr

    Kurt Krömer lud sieben Staffeln lang zum Anarcho-Talk – Bild: rbb/Daniel Porsdorf
    Kurt Krömer lud sieben Staffeln lang zum Anarcho-Talk

    Kurt Krömers preisgekrönter Anarcho-Talk „Chez Krömer“ ist vorbei – nicht nur die jüngste Staffel, sondern auch das Format an sich. Ziemlich kurzfristig und plötzlich gibt der rbb heute bekannt, dass die Sendung nach insgesamt 41 Folgen in sieben Staffeln eingestellt wird – und zwar auf Krömers Wunsch hin.

    Es ist für mich an der Zeit für neue künstlerische Abenteuer. Mir war klar, dass ‚Chez Krömer‘ kein Format ist, das ewig laufen wird. Dass es am Ende dann doch 41 Folgen geworden sind, hat mich selbst überrascht. Mein Bedarf an Arschlöchern ist damit gedeckt, erklärt Kurt Krömer. Er danke seinem „Heimatsender“ rbb für das Vertrauen zu einem stets unberechenbaren Format.

    Wie es nun mit Krömer und dem rbb weitergeht, ist offen. Allerdings sei die Beziehung zwischen dem rbb und Kurt Krömer auch abseits der vier Verhörwände geklärt. „Sie sind und bleiben Freunde“, heißt es in der Pressemitteilung. „Chez Krömer“ war auf Anhieb mit dem Start im September 2019 ein Erfolg. 2020 erhielt das Format einen Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung, 2022 folgte eine weitere Auszeichnung, speziell für die Folge, in der er mit Torsten Sträter über Depressionen sprach.

    Das Konzept des Formats bestand darin, dass Krömer eine halbe Stunde lang einen prominenten Gast auf kleinstem Raum zum „Verhör“ bat. Dabei handelte es sich entweder um befreundete Kollegen – oder um Leute, die Krömer verachtet und offen als „Arschlöcher“ bezeichnet. Insbesondere in der letzten, siebten Staffel konfrontierte er sich selbst und die Zuschauer mit Personen, die er offenkundig nicht leiden kann: Unter anderem saßen der geschasste Ex-BILD-Chefredakteur Julian Reichelt und der österreichische Skandalpolitiker Heinz-Christian Strache im Verhörraum.

    Bei der allerletzten Folge mit dem kontroversen Komiker Faisal Kawusi eskalierte die Situation. Erstmals brach Krömer das Gespräch vorzeitig nach 24 Minuten ab, verließ den Raum und ließ Kawusi alleine am Tisch sitzen. Krömer nahm im Nebenzimmer Platz und meinte: Heute ist so der Tag, wo ich glaube, dass ich nach Hause gehe und mal gucke, ob ich das Konzept vielleicht noch mal überdenke. Ich muss mir ja die Scheiße auch anhören.

    Er kam nun offenbar zu dem Schluss, dass es keinen Sinn ergibt, das Format weiter fortzusetzen. Zuletzt war zu beobachten, dass Krömer gar nicht wirklich an einem konstruktiven Gespräch interessiert war, sondern seine Gesprächspartner vor allem beleidigen und seine Verachtung ihnen gegenüber zum Ausdruck bringen wollte.

    Die letzte Folge mit Comedian Faisal Kawusi ist bereits in der ARD Mediathek verfügbar und wird am 6. Dezember um 22:15 Uhr im rbb Fernsehen ausgestrahlt.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am

      Die Sendung mit Kawusi war erschreckend. Nicht Kawusi. Krömer war komplett neben der Spur. Ein Mann, dessen Depressionen hier deutlich zu spüren waren. Kawusi hatte leichtes Spiel ihn auszukontern und mit Digga-Mentalität alles wegzulächeln, was an Schice auf ihn geworfen wurde. Die Recherche von Krömers Team war schwach und nur auf Negatives ausgelegt. Da war nichts journalistisch ausgewogen. Habe mich zwischenzeitlich sogar geekelt, wie man sooo negativ sein kann und dem Gegenüber auch gar nicht zuhören will - respektlos. Stattdessen drückt Krömer in einem vorbereiteten Clip noch seine vollkommen unpassende Selbstverherrlichung aus, als vermeintliches Vorbild für das afgahnische Fernsehen. Rock bottom.
      • am

        Guckst Du hier:
        Herbert Grönemeyer: Autobahn von Bochum nach Berlin | Kurt Krömer - Feelings | 1
        https://youtu.be/DWOxHD4LMJ4
        • am via tvforen.de

          Meiner Meinung nach hat jeder, der sich von Scharfrichter Krömer zu Hackfleisch verarbeiten lässt den Tiefpunkt seiner Karriere erreicht. Immerhin hat Kurti erreicht dass ihm kein seriöses Gesprächsformat mehr angetragen wird und sich niemand, der etwas zu verlieren hat von ihm auf den Grill legen lässt.

          Schaut euch doch mal auf YT die Karl-Dall-Blödeltalks ("Dall-As", "Jux und Dallerei") an, da wurden die Leute wenigstens noch mit Stil verarscht.
          • am via tvforen.de

            tomgilles schrieb:
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            > Meiner Meinung nach hat jeder, der sich von
            > Scharfrichter Krömer zu Hackfleisch verarbeiten
            > lässt den Tiefpunkt seiner Karriere erreicht.
            > Immerhin hat Kurti erreicht dass ihm kein
            > seriöses Gesprächsformat mehr angetragen wird
            > und sich niemand, der etwas zu verlieren hat von
            > ihm auf den Grill legen lässt.
            >
            > Schaut euch doch mal auf YT die
            > Karl-Dall-Blödeltalks ("Dall-As", "Jux und
            > Dallerei") an, da wurden die Leute wenigstens noch

            > mit Stil verarscht.

            Das würde ich so absolut nicht behaupten!!! Dann hätte ja z.B. Marie- Agnes Strack-Zimmermann ein Karriereende! Er hatte auch nicht jeden durch den Wolf gedreht, sondern
            nur "Arschlöcher"! Und wenn Du die Sendung von Anfang an bis zum Schluss gesehen hast wirst Du das auch feststellen! Da waren genügend dabei! Aber auch welche mit denen er harmonisch talkte!
        • am via tvforen.de

          Ich fand Faisal Kawusi auch schon vor seinem dämlichen Spruch nicht besonders gut, doch Krömer war viel zu unsouverän und hat es voll verkackt, schade!
          • am via tvforen.de

            Tupes schrieb:
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            > Ich fand Faisal Kawusi auch schon vor seinem
            > dämlichen Spruch nicht besonders gut, doch
            > Krömer war viel zu unsouverän und hat es voll
            > verkackt, schade!

            Ja, leider war Krömer nicht in Bestform. Man konnte in dieser Sendung sehen, das er von dem Format ausgebrannt war. Sein Entschluss die Sendung einzustellen war daher konsequent.
        • am via tvforen.de

          Ich hatte gedacht, nachdem Olivia Jones zur moralischen Instanz aufgestiegen war, in deren Beichtstuhl man bekennen und bereuen muss, wäre bereits der Tiefpunkt erreicht gewesen, aber nun habe ich gelernt, dass auch alte weiße Männer uns den Weg weisen dürfen, wenn es denn nur der rechte Weg ist (und ihre Redaktion zusammengegoogelt hat, dass man 2002 die Oma nicht angerufen und 1997 jemanden auf dem Schulhof geschubst hat).

          Aber da Herr Krömer bei seinem Auftritt im Staffelfinale deutlich indisponiert wirkte, möchte ich ihm eigentlich nur dazu gratulieren, dass ihm dennoch ein publicitystarker Abgang gelang (den er ganz sicher nicht geplant hatte, bestimmt nicht), und im übrigen gute Besserung wünschen.
          • am via tvforen.de

            Die Sendung wird mir auch fehlen. Genial wie er den widerlichen Julian Reichel abgefertigt hat. Während er für viele Gäste doch eine Grundsympathie hatte und die dann noch mit nach draußen vor die Tür durften, hat er Reichelt total abgekanzelt. Krömer fragte kurz vor Schluss die Regie, wie spät es denn sei ( damit es endlich vorbei ist ) Reichelt meinte dann, ob er mit raus kommen sollte. Krömer vereinte, gin raus, kam kurz zurück und sagte Tschüss....
        • am via tvforen.de

          "Mein Bedarf an Arschlöchern ist damit gedeckt"

          Hm.... wie war das nochmal mit dem In-den-Spiegel-sehen....? :-)
          • am via tvforen.de

            Ich hab's nie gesehen, dachte aber immer das sein eine weitere 08/15-Comedyshow wie man sie aus den Dritten kennt. Das Format klingt durchaus interessant.

            Allerdings habe ich auch den Eindruck, das Ende war bewusst inszeniert von Krömer. Sozusagen ein Showkampf zweier Komiker, ähnlich eines Wrestlingmatches. Allerdings denke ich, dass Komiker-Kollegen ihren Beef nicht öffentlich austragen sollten und man den Humor des anderen - auch wenn man ihn persönlich nicht lustig findet - akzeptieren sollte. Politiker als Gäste kritisch verhören ist was anderes, aber bei Komikern sollte man die Kirche einfach im Dorf lassen.

            Wenn ich an andere Auftritte von Krömer und Kawusi denke muss ich sagen, finde ich Kawusi eindeutig lustiger. Hart aber lustig. Mit Krömers Art konnte ich auch in seinen früheren Sendungen wenig anfangen. Also Team Kawusi, die Krömer-Show wird mir nicht fehlen.
            • am via tvforen.de

              "Er kam nun offenbar zu dem Schluss, dass es keinen Sinn ergibt, das Format weiter fortzusetzen. Zuletzt war zu beobachten, dass Krömer gar nicht wirklich an einem konstruktiven Gespräch interessiert war, sondern seine Gesprächspartner vor allem beleidigen und seine Verachtung ihnen gegenüber zum Ausdruck bringen wollte."

              "Zuletzt" - der war gut!
              • am via tvforen.de

                Ich finde es auch sehr schade und ein Verlust für den RBB. Einwandfrei die Frage an Jens Spahn woher er denn die Gelder für die Immobilien hatte....."vom Hausflohmarkt, spielen Sie Bingo oder Lotto etc"....? Spahn konnte da nur noch stottern....! Schade Kurt!
                • am via tvforen.de

                  Ich war von Anfang an von "Chez Krömer" begeistert. Ein Fan von ihm bin ich sowieso und diese Sendung ist meine Lieblings-TV-"Inkarnation" von ihm. Das Überangebot von "Arschlöchern" hat mich überrascht, noch mehr überrascht hat mich nun warum er ausgerechnet bei Kawusi so genervt war. Als aufgesetzt habe ich das nicht empfunden, wohl aber übertrieben. Ich bin absolut kein Fan von Kawusi und ohne sein "Werk" zur Gänze zu kennen, finde ich einfach grottenschlecht und total unsympathisch. Jedoch ist er doch gegenüber Julian Reichelt oder Strache ein eher kleines Licht und nicht gerade in der öffentlichen Wahrnehmung. Das war die ganze Aufregung nicht wert. Schade, Kurt. Es hätte mich gefreut dich noch mit ein paar coolen Dudes im Verhörraum zu sehen, so bin ich jetzt einfach gespannt, was als nächstes kommt.
                  • am via tvforen.de

                    Habe mir die Sendung mit Faisal Kawusi mal angeschaut.
                    Irgendwie wirkt Krömer aufgesetzt genervt. Auf mich wirkt das alles wie inszeniert und geplant.
                    • am via tvforen.de

                      Ich habe mir die Sendung auch mal nun in der Mediathek angesehen.
                      So Typen wie Kevin Kühnert, Philip Amthor oder dem ehemaligen Bild-Chefredeakteur Julian Reichelt, der wirklich einiges Dreck am Stecken haben, haben es verdient gehabt, dass sie mal von Krömer eins verbal aufs Maul bekommen haben.

                      Aber im Fall von Kawusi, der wirklich mal nicht nachgedacht hatte was er da schreibt bei Instagram, reicht es doch langsam mal mit der Hexenjagd, oder?
                      Jeder von uns hatte mal dunkle Momente, wo man einfach was gesagt oder geschrieben hat, wo man Stunden später sich selbst "eins in die Fresse" hätte hauen können. Wir sind alle nur Menschen.

                      Deswegen fand ich von Krömer, den ich eigentlich sonst ganz gut finde total überzogen die Karriere von Kawusi nur darauf zu reduzieren und ihn regelrecht zu schlachten in der Sendung.
                      Das war wirklich selbstgerecht und nicht kolegial, sich da als Richter und Henker gleichzeitig aufzuspielen.

                      Kauwusi sah auch nicht gut aus optisch. Er hat wohl in den letzten Monaten einiges abgenommen, durch den Stress und Gegegnwind, den er da bekam.
                      Und genau deswegen habe ich kein Instagram, TikTok, Twitter und bei Facebook schreibe ich was.
                    • am via tvforen.de

                      So ein Quatsch. Kawusi ist seit Jahren in der Öffentlichkeit, hat immer ne große Klappe und macht sich seit jeher über andere lustig. Also warum sollte er nicht auch mal zu spüren bekommen, wie es ist... auch mal der zu sein, der auf der anderen Seite steht. Ausserdem weiss man, was einem bei Krömer erwartet. Also hätte er garnicht erst kommen sollen.

                      Und er sieht schlecht aus, weil er abgenommen hat? Ich würde mal sagen, dann war es ne Win/Win Situation, denn seiner Gesundheit tut das bestimmt ganz gut.
                  • am via tvforen.de

                    Wenn man einem Rechtspopulisten wie Strache ständig vorhält ein böser Nazi zu sein und ohne eigenen Kreativbeitrag permanent aus einem "vorgefertigten" Sündenregister vorliest, setzt man sich dem Vorwurf aus mit Plattitüden, Vereinfachungen und anarcho-propagandistischen Parolen Quote machen zu wollen. Banalitäten und Beleidigungen ersetzen kein Hirnschmalz.

                    Vom RBB hätte man sich mehr erwartet.
                    • am via tvforen.de

                      Puuh. Die Sendung mit Kawusi war schon echt schwer anzusehen.
                      Aber Krömer hat wohl selber wirklich die Schnauze voll gehabt. Mit "Arschlöchern" als Gästen ist so eine Sendung zwar schön und gut, aber zwischendurch mal jemand erfreuliches, wäre sicher nicht verkehrt gewesen.
                      Das wird auch Krömer selber überanstrengt haben.
                      Ich glaube, am Ende der Sendung war er einfach brutal ehrlich, keinen Bock, irgendwas erklärendes zu sagen und das wars.
                      Schade, aber verständlich.

                      Snake
                      • (geb. 1973) am

                        Ich bin sehr sehr Traurig, aber man kann die gründe verstehen! Krömer wirkte in der letzten Sendung sehr angeschlagen....alles gute Kurt und bis bald mit was neuem
                        • am

                          Schaut euch auf Instagram oder YouTube einfach an, was KK selbst zum Ende sagt. Das erklärt alles, auch seine erkennbare Unlust an diesem Format in dieser letzten Staffel, teils auch schon früher. Da muss man nicht spekulieren, er geht offen mit den Gründen um.

                          Und ich denke, KK wird weiterhin seriöse Gesprächspartner finden, wenn er wieder mal an einen Talk denkt. Denn dieser selbstbewusste und authentische Abgang flößt auch Respekt ein.

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