„Bonn“: ARD dreht neue Miniserie über Geheimdienstmilieu der Nachkriegszeit

    Neue Historienserie mit 6 Folgen

    Jana Bärenwaldt
    Jana Bärenwaldt – 04.04.2016, 15:59 Uhr

    "Bonn": ARD dreht neue Miniserie über Geheimdienstmilieu der Nachkriegszeit – Neue Historienserie mit 6 Folgen – Bild: ARD

    Obwohl die letzte historische Miniserie der ARD („Die Stadt und die Macht“) kein großer Erfolg war, ist bereits die nächste Eigenproduktion in Arbeit. Die Serie wird „Bonn“ heißen, benannt nach der ehemaligen provisorischen Bundeshauptstadt. Es sollen 6 Folgen a 45 Minuten produziert werden, welche die schwierige Entwicklung einer jungen Demokratie im Nachkriegsdeutschland zeigen werden.

    Die Historienserie setzt im Jahr 1954 an und spielt wie der Titel schon verrät in Bonn. Im Zentrum der Handlung steht die junge Antonia „Toni“ Schmidt, die sich in einen Mitarbeiter des Verfassungsschutzes verliebt und beginnt, selbst im neu gegründeten Inlandsgeheimdienst zu arbeiten. Allerdings währt das Liebesglück nicht lange. Schon bald muss Toni feststellen, dass ihr Geliebter, Wolfgang Berns, nicht nur eine dunkle Vergangenheit hat, sondern noch immer Mitglied einer NS-Geheimorganisation zu sein scheint. Toni beginnt zu recherchieren. Dabei bekommt sie Hilfe von ihrem Vorgesetzten Otto John, dem Präsident des Verfassungsschutzes. Gemeinsam entdecken sie wieder erstarkende alte Kräfte, die sich als Bedrohung für die gerade erst erblühte Demokratie in Deutschland herausstellen könnten. In den Geheimdiensten, offiziellen Ämtern und sogar in Tonis Familie tauchen Gefahrenquellen auf. John, ein ehemaliger Widerstandskämpfer, ist ein strikter Gegner des Einflusses ehemaliger Nationalsozialisten. Er gibt Toni Halt, bis er für einen der größten Spionageskandale der deutschen Geschichte sorgt. Bis heute ist nicht geklärt, ob Otto John im Jahr 1954 freiwillig von der Bundesrepublik in die DDR gegangen ist oder ob er Opfer einer Entführung wurde.

    Die Serie basiert auf wirklichen Personen. Otto John beteiligte sich aktiv am Widerstand gegen den Nationalsozialismus, bis hin zu den Vorbereitungen für das Stauffenberg-Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944. Nachdem er eine Zeit im Ausland verbracht hatte, gelang es ihm 1950 nach Deutschland zurückzukehren – als Präsident des neu gegründeten Bundesamts für Verfassungsschutz in Köln. Damit gehörte Otto John zu den wenigen Personen aus den Reihen der ehemaligen Widerständler, denen es gelang eine hohe Position in der Verwaltung der jungen Bundesrepublik erlangen konnten. Allerdings währte seine Zeit in der neuen Machtstellung nicht lange.

    Produzenten sind Philip Voges („Türkisch für Anfänger“, „Erkan und Stefan – Gegen die Mächte der Finsternis“) und Ilja Haller („Wo ist Fred“) von Chestnut Films. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei Gebhard Henke („Lola rennt“) und Götz Schmedes („Was bleibt“) (WDR). Die Besetzung der Rollen und die Regie stehen noch nicht fest. Die Serie soll voraussichtlich 2017/18 im Hauptabendprogramm des Ersten gezeigt werden

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