Bericht: Sportlerdrama „Pitch“ könnte wiederbelebt werden

    Disney will „This Is Us“-Schöpfer Dan Fogelman ein unablehnbares Angebot machen

    05.04.2019, 17:34 Uhr – Bernd Krannich

    Bericht: Sportlerdrama "Pitch" könnte wiederbelebt werden – Disney will "This Is Us"-Schöpfer Dan Fogelman ein unablehnbares Angebot machen – Bild: FOX
    Kylie Bunbury spielt in „Pitch“ die erste Frau in der MLB

    Mögest du in interessanten Zeiten leben, lautet ein chinesischer Fluch, der aussagen soll, dass man der verfluchten Person ein Leben in Zeiten von Ungewissheit und Umsturz an den Hals wünscht. Netflix und der Durchbruch der Streaming-Branche machen die aktuelle Epoche im TV-Geschäft definitiv zu interessanten Zeiten. The Hollywood Reporter berichtet, dass Disney eine Wiederbelebung des vor zwei Jahren abgesetzten Sportlerdramas „Pitch“ in Erwägung zieht, um dessen Schöpfer Dan Fogelman zu halten: Fogelman ist aktuell bei Disneys Neuerwerbung 20th Century Fox TV unter einem mehrjährigen Vertrag, der demnächst ausläuft. Er steht auch hinter dem Erfolg „This Is Us“.

    „Pitch“ lief für eine kurze Staffel mit zehn Episoden bei FOX. Im Zentrum steht mit Ginny Baker (Kylie Bunbury, „Twisted“) die erste weibliche Baseball-Spielerin, die in die (männliche) Profiliga MLB berufen wird, und damit den Status quo auf den Kopf stellt. Die Serie war beim weiblichen Publikum und den Kritikern beliebt. Allerdings stellte sich der von FOX erhoffte Synergieeffekt nicht ein, das auch die Fans des beim Sender beheimateten Baseball die Serie eingeschaltet hätten. So blieben die Quoten mager und FOX zog schließlich bei Fogelmans Herzensprojekt den Stecker.

    The Hollywood Reporter berichtet nun in einem längeren Artikel darüber, wie Streaming-Dienste mit neuen Megaangeboten Showrunner-Ausnahmen wie Shonda Rhimes oder Ryan Murphy angeworben haben, davon, dass Disney eben diese Karte ziehen könnte und Fogelman für eine Vertragsverlängerung somit etwas geben, was niemand sonst bieten kann: Eine zweite Chance für diese Serie.

    Offen ist, wie das aussehen würde. Möglich wäre eine Auswertung bei einem Sender mit passendem Zielpublikum (ABC, Freeform) oder auch beim Streamingdienst Disney+. Darstellerin Kylie Bunbury ist aktuell an keine andere Serie langfristig gebunden, der männliche Hauptdarsteller Mark-Paul Goslar hat aktuell die absetzungsgefährdete Serie „The Passage“ bei FOX.

    In dem Bericht geht THR darauf ein, dass früher Showrunner lange auf eine Entlohnung für ihren Erfolg warten mussten, nämlich bis ihre Serien nach Network-Ausstrahlung, Off-Network-Wiederholung und Video-Auswertung endlich in der Syndication (nach frühestens fünf Jahren nach Serienstart) gutes Geld abwarf. Mittlerweile verwerten Anbieter wie Netflix eine Serie auf Jahre komplett selbst (bis auf Kaufvideo). Entsprechend legt Netflix direkt eine große Geldsumme auf den Tisch, um einen Ausnahme-Showrunner anzuwerben und hofft, dass große Namen auch Abonnenten anziehen können.

    Traditionelle Studios tun sich schwer, bei diesem Wirtschaftsmodell mitzuhalten – zumal sie teils über Jahrzehnte nachhaltig gearbeitet haben, während Netflix aktuell unglaubliche Summen zur Investition über Aktien und langfristige Kredite finanziert.

    Fogelman „kommentierte“ die Berichte auf ganz eigene Weise:

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