Am kommenden Montag, den 2. November, strahlt Das Erste um 20:15 Uhr einen fiktionalen Spielfilm aus, für den der vielbeachtete Aufstieg und Fall des Immobilien-Betrügers René Benko als Vorlage diente. „Benko – Size Does Matter“ wurde ursprünglich als Dokudrama angekündigt, doch inzwischen betont die ARD den fiktionalen Charakter. Es werde eine Figur dargestellt, die von dem echten Benko inspiriert sei. Die deutsch-österreichisch-schweizerische Tragikomödie wird am 2. November parallel auch in ORF 1 gezeigt und am 3. November um 20:10 Uhr in SRF zwei.
Der österreichische Schauspieler und Kabarettist Thomas Stipsits („Ein Stinatz-Krimi“) sieht René Benko äußerlich nicht besonders ähnlich. Genau darin liegt der Ansatz des Films: Es geht nicht darum, Benkos Leben zu imitieren, sondern darum, seine Persönlichkeit filmisch zu übersetzen. Aus einer öffentlichen Figur, die häufig verschlossen und schwer greifbar wirkte, wird ein Mensch aus Fleisch und Blut.
Stipsits verleiht dieser von Benko inspirierten Figur Körper, Stimme und Charakter. Er macht sie nahbar, gibt ihr Charme, Witz und Verletzlichkeit. Es entsteht ein Mensch, dem man gerne zuhört, dem man vielleicht sogar folgen möchte – und den man womöglich sympathisch findet. Dadurch soll nachvollziehbar werden, weshalb es Benko gelang, andere Menschen für sich und seine Visionen zu gewinnen.
An seiner Seite spielt Heino Ferch („Spuren des Bösen“) eine besondere Rolle: Er verkörpert Benkos unsichtbaren Schatten, seine innere Stimme. Mal ist er Verführer, mal Gewissen, mal Antreiber. Nur Benko selbst kann ihn sehen. Im Zusammenspiel von Stipsits und Ferch soll eine filmische Figur porträtiert werden, ein „Überflieger“ aus der Finanzwelt mit Dellen, ein Getriebener, ein Verführer und ein Verführter zugleich.
Zwei Journalisten, gespielt von Harald Schrott und Renate Regel, beginnen, hinter die glänzende Fassade zu blicken. In Gesprächen mit Weggefährten, Investoren und Insidern – darunter auch fiktionalisierte Figuren – setzen sie nach und nach das Bild eines Unternehmers und eines Immobilienimperiums zusammen, dessen Dimensionen immer gewaltiger werden, bis das Konstrukt schließlich in sich zusammenbricht. In weiteren Rollen sind unter anderem Patricia Aulitzky und Lisa Wagner zu sehen.
„Benko – Size Does Matter“ von den Drehbuchautoren Hannah Ley und Raymond Ley, der auch Regie führte, wird als Tragikomödie über Vertrauen, Macht und Maßlosigkeit beschrieben. Über große Visionen, blinden Glauben und die Verführungskraft des Erfolgs. Und über die zentrale Frage: Warum glaubten so viele Menschen so lange an René Benko?
Produziert wurde der 90-Minüter von UFA Fiction in Zusammenarbeit mit HolyScreen Media und Cineteam Hannover im Auftrag von NDR, SWR, RBB, ORF und SRF. Gedreht wurde unter anderem in Berlin, Wien und Hamburg.