Beliebte US-Schauspielerin Penny Marshall („Laverne & Shirley“) gestorben

    Zweite Karriere als Regisseurin von Filmen wie „Eine Klasse für sich“, „Big“

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 18.12.2018, 21:39 Uhr

    Penny Marshall in ihrem letzten Serienauftritt in „Odd Couple“ zu Ehren ihres verstorbenen Bruders – Bild: CBS
    Penny Marshall in ihrem letzten Serienauftritt in „Odd Couple“ zu Ehren ihres verstorbenen Bruders

    Die amerikanische Schauspielerin und Regisseurin Penny Marshall ist im Alter von 75 Jahren verstorben. Wie Deadline meldet, verstarb sie an den Folgen einer Diabetes-Erkrankung. In den 1970er und 1980er Jahren war die Schauspielerin vor allem in Sitcoms präsent, mit der Serie „Laverne & Shirley“ von ABC wurde sie in den USA bekannt – dort spielte sie die Titelfigur Laverne für zehn Staffeln. Parallel begann Marshall auch, Regie zu führen und inszenierte später unter anderem den Film erfolgreichen Film „Eine Klasse für sich“.

    Penny Marshall wurde in eine Familie der Unterhaltungsindustrie geboren. Ihre Mutter Marjorie unterrichtete Stepptanz, ihr Vater Tony war Filmproduzent und Regisseur. Zudem schlug auch ihr knapp zehn Jahre älterer Bruder Gary Marshall eine Karriere beim Fernsehen ein und entwickelte Serien wie „Männerwirtschaft“ und „Happy Days“ – was auch auf Penny großen Einfluss haben sollte.

    In der Jugend folgte Penny in den Step-Schuhen ihrer Mutter, trat im Alter von drei Jahren erstmalig auf und unterrichtete später in der Tanzschule der Mutter. Nach der Highschool ging sie zum Studium nach New Mexico, das sie aber nach knapp zweieinhalb Jahren abbrach: Sie wurde schwanger und heiratete den Vater ihrer Tochter Tracy. Nach knapp drei Jahren folgte 1966 die Scheidung, woraufhin Penny nach Los Angeles zog, wo ihr Bruder Gary als Autor bei der „Dick van Dyke Show“ fungierte.

    In den folgenden Jahren lebte Penny Marshall als alleinerziehende Mutter und ging verschiedenen Jobs nach. Ihr Bruder bot ihr 1968 erstmalig eine Rolle in einem Film an. Nachdem er 1970 „Männerwirtschaft“ (OT: „The Odd Couple“) entwickelt hatte und bei ABC unterbringen konnte, wurde Penny 1971 in der Rolle von Oscars Sekretärin Myrna Teil des Casts.

    Gary Marshall entwickelte 1975 auch die enorm erfolgreiche Serie „Happy Days“. Auch dort kam seine Schwester zu einer Nebenrolle – als Laverne DeFazio war sie eine Bekanntschaft von Fonz. Schließlich erhielt sie zusammen mit Cindy Williams als Shirley Feeney ihr eigenes Spin-Off „Laverne & Shirley“, das sich vom Start 1976 weg ebenfalls sehr erfolgreich entwickelte und schließlich für zehn Jahre lief.

    In „Laverne & Shirley“ arbeiteten die beiden Protagonisten in einer Bar in Milwaukee. Wie die Mutterserie war die Serienhandlung dabei um 20 Jahre in die Vergangenheit versetzt. Marshalls Laverne war die Tochter italienischer Einwanderer aus Brooklyn und wusste sich entsprechend durchzusetzen. Es kam zu diversen Crossovern mit der Mutterserie sowie mit „Mork vom Ork“, einem weiteren „Happy Days“-Spin-Off.

    „Laverne & Shirley“ stieg mit der Auftaktstaffel auf Rang drei der Nielsen-Rangliste der meistgesehenen US-Serien ein, die Staffeln drei und vier belegten gar Platz eins. Während der Zeit bei der Serie führte Marshall dort vierfach Regie.

    Zwischen 1971 und 1981 war Marshall mit dem Schauspiel-Kollegen Rob Reiner verheiratet – ihre Tochter Tracy wurde von diesem adoptiert und firmiert unter dem Namen Tracy Reiner. Sie machte Penny zur fünffachen Großmutter.

    In ihrer späteren Bildschirmkarriere nach dem Ende von „Laverne & Shirley“ war Penny Marshall mehrfach als sie selbst zu sehen, darunter bei „Bones – Die Knochenjägerin“, „Entourage“ und dem Film „Schnappt Shorty“. Ihre letzte TV-Rolle hatte Marshall in einer besonderen Episode von „Odd Couple“, die das Angedenken ihres 2016 verstorbenen Bruders Gary ehrte.

    Nach dem Ende von „Laverne & Shirley“ wandte sich Penny Marshall ab Mitte der 1980er der Filmregie zu und inszenierte „Jumpin’ Jack Flash“ (1986), „Big“ (1988), „Zeit des Erwachens“ (1990), den Baseball-Film „Eine Klasse für sich“ (1992), „Mr. Bill“ (1994), „Rendezvous mit einem Engel“ (1996), „Unterwegs mit Jungs“ (2001) sowie Episoden der Serien „Immer wieder Jim“ und „Taras Welten“.

    „Big“ war der erste Film einer Regisseurin, der an den Kinokassen die 100-Millionen-Grenze überschreiten konnte.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      traurig.. die Serie hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm , dabei habe ich sie in meiner Zeit in den USA jede Woche gesehen .. die Mädels aus Milwaukee und ihre irren geschichten rund um die Bierbrauerei ... da sieht man wieder, wie alt man selbst geworden ist ... RIP
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        Laverne und Shirley kenne ich nur vom Namen her. Aber Penny Marshall ist mir vor allem durch ihre Rolle in "Hocus Pocus" in Erinnerung, wo sie die etwas schlampige Ehefrau ihres Bruders spielte:


        Und natürlich kenne ich einige der Filme, bei denen sie Regie führte, allen voran "Eine Klasse für sich" mit Tom Hanks, Geena Davis, Madonna, Rosie O'Donell.



        Möge sie in Frieden ruhen!

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