„Batwoman“: Öffentliches Nachtreten zwischen Ruby Rose und Produktion

    Vorwürfe von „unsicherem Set“ und „Nötigung“ vs. „Entlassung wegen Beschwerden“

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 21.10.2021, 16:29 Uhr

    Ruby Rose als „Batwoman“ – Bild: The CW
    Ruby Rose als „Batwoman“

    Nach der ersten Staffel von „Batwoman“ sorgte die Nachricht, dass die Hauptdarstellerin Ruby Rose die Serie verlassen habe, für Überraschung. Damals wurde zwar verkündet, Produzenten und Darstellerin hätten sich im Einvernehmen getrennt, aber zügig sickerte durch, dass eher die Produktion die treibende Kraft für den Abschied war. Mit einer Reihe von Anschuldigungen gegen die Produktion hat Ruby Rose nun in einigen Instagram-Storys eine neue Welle an Statements losgetreten.

    In den USA gab es jüngst von der Gewerkschaft International Alliance of Theatrical Stage Employees wegen teils ausbeuterischer, teils unsicherer Arbeitsbedingungen eine Streikandrohung – erst in letzter Stunde konnte ein Streik abgewendet werden. Im Rahmen dessen waren diverse Missstände in der Film- und Fernsehproduktion berichtet worden, darunter überlange Arbeitstage ohne Mittagspausen für viele Handwerker an den Sets sowie andere Arbeitsbedingungen, die die Sicherheit und die Gesundheit gefährden. Rose hat nun für sich in Anspruch genommen, dass dies der Grund für ihre jetzigen Veröffentlichungen sei: Wenn nichts öffentlich gemacht werde, werde sich auch nichts verändern.

    Laut TVLine begann Rose ihre Anschuldigungen mit Tags von „Batwoman“-Showrunnerin Caroline Dries sowie der Executive Producer Greg Berlanti und Sarah Schechter und mit den Worten Ich klage euch an damit das, was mir widerfahren ist, nie wieder einer anderen Person widerfahren wird. Und damit ich mein Leben wieder unter meine Kontrolle bringen kann und die Wahrheit sagen kann. Schande über euch.

    Einerseits berichtet Rose von unsicheren Arbeitsbedingungen bei den Stunts. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass bei einem Unfall, bei dem eine unbeteiligte Mitarbeiterin von oben durch ein Gewicht verletzt wurde, diese querschnittsgelähmt zurückblieb. Daneben kreidet Rose der Produktion einen Stuntman mit Verbrennungen, zwei weitere durch Verletzungen ausgeschiedene Stuntleute und auch eine eigene Verletzung nahe dem Auge an.

    Daneben wirft Rose dem mittlerweile in Ruhestand gegangenen, langjährigen Leiter des „Batwoman“-Produktionsstudios Warner Bros. TV, Peter Roth, vor, er habe sie nur wenige Tage nach einer schwerwiegenden Verletzung zur Arbeit zurück gedrängelt und sie insbesondere mit der Drohung unter Druck gesetzt, die Serie zu beenden, wenn sie nicht wieder zur Arbeit zurückkehre – inklusive der Entlassung aller Beschäftigten. Er habe sie auch von einem Privatdetektiv beschatten lassen, um zu überprüfen, ob sie nach der Verletzung wirklich so sehr angeschlagen sei, wie von ihr angegeben – und als dieser Indizien für den Wahrheitsgehalt ihrer Angaben vorgelegt habe, ihre Verletzung trotzdem heruntergespielt. Rose hatte bereits zuvor angedeutet, nach einer Operation nach nur zehn Tagen und wohl zu früh zur Arbeit zurückgekehrt zu sein.

    Daneben machte Rose ihrem „Batwoman“-Kollegen Dougray Scott (Jacob Kane) schwere Vorwürfe, er habe sich unter anderem am Set grobes, verbales Fehlverhalten gegenüber Frauen erlaubt und auch eine Stuntfrau verletzt.

    Weiterhin stellte Rose klar, dass es nicht ihre Entscheidung gewesen sei, die Serie zu verlassen. In vielen Situationen sei sie von der Produktion zu Aussagen gedrängt worden, die nicht mit ihrer Sicht der Geschehnisse übereinstimmten. Daneben stellte Rose klar, dass sie am Set manchen Kampf für die Arbeitssicherheit ausgetragen habe, dabei aber nie die Stimme erhoben habe (also unangemessen vorgegangen sei). Schließlich stellte Rose klar, dass sie um kein Geld der Welt und auch nicht mit vorgehaltener Waffe zu Gastauftritten bei „Batwoman“ bereit sei – Fans sollten also bitte aufhören, danach zu fragen.

    Dougray Scott widersprach absolut und komplett den Anschuldigungen gegen sich, die er als verleumderisch bezeichnete. Warner Bros. TV hat zwischenzeitlich auch ein eigenes Statement veröffentlicht, das Ruby Rose eine revisionistische Sicht der Abläufe unterstellt: Das Studio selbst habe am Ende der ersten Staffel entschieden, den Vertrag von Ruby Rose nicht zu verlängern, nachdem es mehrere Beschwerden über ihr Verhalten am Set sowie entsprechende Untersuchungen gegeben habe – man habe die Beschwerden und Vorwürfe damals aus Respekt gegenüber allen Beteiligten vertraulich behandelt.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am

      Was bei all den Details leider nicht klar wird ist, warum sie nicht gleich alles an die Öffentlichkeit gebracht hat wenn Leben und Gesundheit der meisten Mitwirkenden in Gefahr waren.
      War es Egoismus damit sie ihre Ruhe hat, oder war eine Verschwiegenheitsklausel in ihrem Vertrag die sie nun gebrochen hat, oder hat sie sich gar bezahlen lassen um die Klappe zu halten, wollte sie die Arbeitsplätze erhalten,... ? Letztlich war ihre frühere Aussage mit dem gütlichen, einvernehmlichen Ausstieg ja eine glatte, dreiste Lüge gegenüber den Fans und der Öffentlichkeit und auch gegenüber anderen geschädigten Mitarbeitern die sich dann so gar nicht mehr trauen etwas zu sagen wenn der einstige Star behauptet "alles schön und gut".
      • (geb. 1956) am

        Es ist schwierig für jeden außenstehenden den Sachverhalt richtig zu deuten.

        Eins sollte uns auf jeden Fall klar sein, in der heutigen Zeit wo versucht wird an allen Ecken und Enden zu sparen, auf Kosten der Sicherheit und der Menschen, ist definitiv der falsche Weg.

        Viele Firmen, darunter sicherlich auch das Film und Fernseh Wesen verhalten sich ihren Mitarbeiter auch gerne mal Ausbeuterisch, wenn es zu ihrem Vorteil ist.
        • (geb. 1994) am

          Sie hatte wirklich Glück damals bei den Unfall. 
          Ob das andere stimmt kann sein aber auch nicht aber bei the CW haben schon einige abklingen dass da und dort Probleme gab.
          Seltsam, dass sie diese Vorwürfe jetzt ausspricht wo der beschuldigte selber ausgestiegen ist


          Spoiler
          Fand sie zwar ganz  ok in Staffel 1 als Batwoman und Kate,aber
          ich könnte gut damit leben wenn Wallis Day als Kate zurück kommen würde.
          Fand Wallis Performance in den paar Folgen wo sie da war großartig!


          Ich glaub solange Alice dabei kann die Serie weitergehen mit Ivy kommt frischer Wind!


          Ich denke Alice wäre am schwersten zu ersetzen...
          • am

            Wir reden Deutsch, Teil 1.
        • (geb. 1983) am

          Immer dieses Mimimi ...

          Daß Dougray Scott gerne mal etwas ausfallend ist, ist normal; als raubeiniger Schotte ist das ein Qualitätsprädikat - was ihn umso sympathischer macht.

          Hingegen ist der/die/das Ruby Rose als Amerikaner/in natürlich von vorne herein bei der kleinsten Kleinigkeit aufgekratzt; das kommt seit dem/der/des Verwandlung zur Person besonderer Klasse nicht gerade überraschend.

          Hach ja, Batwoman und genderfluide Ebenbild; dann hätt' man auch gleich 'ne Schnecke casten können. Michaela Schäfer z.B., groß gewachsen, geil anzuschauen mit & ohne Lederkombi und kann sich einer lesbischen Romanze genauso gut hingeben, bei dem/der/das man(n)/Frau nicht weiß, wie man(n)/Frau er/sie/es ansprechen, anschauen und in Szene setzen soll.

          Was bleibt ist die Überzeugung: solange die Serie überzeugt ist der Krimskrams aus der realen Welt genauso nebensächlich wie das Privatleben der Beteiligen am Set.
          • (geb. 1988) am

            Australien.
            Keine Amerikanerin.
            Schön bist du so gut informiert
        • (geb. 1967) am

          In "The Doorman" hat Sie mir echt gut gefallen!

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