Amazon Prime beendet auf einen Schlag drei Comedy-Serien

    Das Aus für „One Mississippi“, „I Love Dick“ und „Jean-Claude Van Johnson“

    Bernd Krannich – 18.01.2018, 08:58 Uhr

    „Jean-Claude Van Johnson“

    Wo Licht ist, da ist auch Schatten: Amazon Prime hatte gestern die Verlängerung der Superhelden-Comedy „The Tick“ für eine zweite Staffel verkündet (fernsehserien.de berichtete). Wenige Stunden später gab der Sender bekannt, dass es für drei andere Comedy-Serien nicht weiter gehen wird: „One Mississippi“, „I Love Dick“ und „Jean-Claude Van Johnson“. Die Programmentscheidungen sind in einer Zeit der Unsicherheit beim Streaming-Anbieter gefallen, wo man nach der Entlassung des Programmverantwortlichen Roy Price und seines Kreativteams auf der ausgedehnten Suche nach einer neuen Führung und einer neuen Ausrichtung ist. Zu der passt wohl eine Investition in kleinere Serien nicht. Zuvor war auch schon die letzte Pilot-Season, bestehend aus drei Comedys, komplett eingestampft worden (fernsehserien.de berichtete).

    Man kennt das von amerikanischen TV-Sendern zur Genüge: Nachdem ein Programmverantwortlicher seinen Hut nehmen muss, folgen ihm häufig unmittelbar auch die kleineren Projekte aufs Abstellgleis. Denn neue Manager wollen das Budget in „eigene“ Projekte stecken und nicht gerade die mäßig erfolgreichen Serien eines Vorgängers verteidigen. Dazu kommt, dass bereits unter dem Druck der Neuausrichtung von Amazon Prime und der für Amazon Studios „von Oben“ vorgegebenen Suche nach einem Hit im Phantastik-Genre auch schon der wegen sexueller Übergriffe geschasste Price andere, ähnliche Projekte selbst abgeknapst hatte, etwa „Z“ und „The Last Tycoon“.

    In „One Mississippi“ hat Comedianne Tig Notaro ihr Leben in fiktionaler Form aufgearbeitet: Eine lesbische Frau, die mittlerweile im progressiven Los Angeles lebt, kehrt kurz nach einer Krebserkrankung in ihre Heimat ins eher konservative Mississippi zurück, um ihre Mutter zu beerdigen. Anschließend verbleibt sie dort bei ihrer Familie. Die Comedy-Serie brachte es auf eine Staffel.

    Auch die Starpower von Kevin Bacon konnte „I Love Dick“ nicht über eine einzelne Staffel hinaus retten. Im Zentrum stehen die unglückliche Ehefrau und Filmemacherin Chris (Kathryn Hahn), ihr Mann Sylvere (Griffin Dunne) und ihre gemeinsame Besessenheit mit dem schroffen, aber charismatischen Professor Dick (Bacon) in der akademisch geprägten Gemeinde Marfa in Texas.

    Klein aber durchaus fein bleibt „Jean-Claude Van Johnson“ mit Jean-Claude Van Damme. Der spielt darin eine alternative Version seiner selbst: Ein erfolgreicher Actionfilm-Darsteller, der aber eigentlich ein Geheimagent ist und die Arbeit als Schauspieler nur als Cover nutzt. Eine zufällige Begegnung mit seiner ehemaligen Führungsagentin – und gleichzeitig großer Liebe – Vanessa (Kat Foster) führt dazu, dass JC aus dem Ruhestand zurück kommt und eine Mission annimmt, die sein Leben verändert. Die erste und nun einzige Staffel kommt auf gerade einmal sechs Folgen, erzählt aber eine in sich geschlossene Geschichte.

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