Amazon-Chaos: Neue „Stargate“-Serie kurz vor Produktionsbeginn abbestellt

Serie sollte bisheriges Franchise fortsetzen

Bernd Krannich
Bernd Krannich – 03.06.2026, 11:19 Uhr

Der Original-Cast der Serie „Stargate – Kommando SG-1“ – Bild: MGM
Der Original-Cast der Serie „Stargate – Kommando SG-1“

Bei Prime Video geht es weiter mit kostspieligen Richtungsänderungen: Der Streamingdienst hat eine im vergangenen November bestellte Serie im „Stargate“-Universum kurz vor Produktionsbeginn wieder abbestellt. Wie Deadline meldet, haben Wechsel im Management zu dem Schritt geführt.

Mit der neuen „Stargate“-Serie sollte ein „großes neues Kapitel“ im bekannten Universum aufschlagen werden – es sollte sich also um eine Fortsetzung und kein Reboot oder Neuanfang handeln. Hinter der Serie stand als Hauptverantwortlicher Martin Gero. Der hatte bereits für „Stargate – Kommando SG-1“, „Stargate Universe“ und „Stargate: Atlantis“ die Drehbücher verfasst und sich in jüngerer Vergangenheit mit der von ihm entwickelten Serie „Blindspot“ einen Ruf als Showrunner gemacht. Roland Emmerich und Dean Devlin (Regisseur beziehungsweise Autor des Films „Stargate“ von 1994) hatten Rollen als ausführende Produzenten übernommen.

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Gero hatte bereits einen 20-wöchigen Writers Room für die neue „Stargate“-Serie geleitet, in Großbritannien lief die Vorproduktion zu den Dreharbeiten an. Gero steht unter einem Rahmenvertrag mit Amazon MGM Studios und wird unter diesen weitere Projekte entwickeln.

Deadline fasst zusammen, dass die namenlos gebliebene „Stargate“-Serie seinerzeit eine der ersten Bestellungen des im Oktober zu Amazon MGM Studios gestoßenen neuen Chefs Peter Friedlander war. Neben Gero waren damals der US SVOD TV Development and Series (Nick Pepper) und der Head of Tentpole, Genre and Universe Development (Matt King) die treibenden Kräfte hinter der Entwicklung der Serie als Fortsetzung des Franchises. Im Februar war Brett Fetter als Head of Worldbuilding & Genre Series zwischen Friedlander einerseits sowie Pepper und King andererseits gesetzt worden – Pepper und King verließen das Studio. Die neue Serie passte nun nicht in die von Fetter entworfene Vision seines Unternehmensbereiches.

Neben „James Bond“ ist „Stargate“ sicher eines der Franchises des von Amazon für 8 Milliarden US-Dollar gekauften Film- und Fernsehstudios MGM, die sich für eine langfristige weitere Bearbeitung empfehlen.

Über 30 Jahre „Stargate“

Angefangen hat alles im Jahr 1994 mit dem Sci-Fi-Kinofilm „Stargate“ von Regisseur Roland Emmerich, der gemeinsam mit Dean Devlin auch das Drehbuch verfasste. In den Hauptrollen sind Kurt Russell und James Spader zu sehen.

Die Handlung beginnt in Ägypten, wo der US-amerikanische Ägyptologe Dr. Daniel Jackson als Experte zu einer geheimen militärischen Anlage gebracht wird, um seine Expertise zu einem 1928 auf dem Gizeh-Plateau gefundenen Artefakt abzugeben. Das mit Inschriften als Stargate benannte Objekt scheint offenbar ein von Außerirdischen erbautes Portal zu sein, das Reisen zu einem weiteren, in einer anderen Galaxie gelegenen Sternentor praktisch ohne Zeitverlust ermöglicht. Jackson wird daraufhin mit einem Eliteteam des US-Militärs unter dem Kommando von Colonel Jack O’Neil durch das Sternentor auf eine Erkundungsmission zu den weit entfernten, fremden Planeten geschickt …

Nach dem Erfolg des Kinofilms wurde die Handlung in den nachfolgenden TV-Serien „Stargate SG-1“ (1997⁠–⁠2007), „Stargate Atlantis“ (2004⁠–⁠2008) und „Stargate Universe“ (2009⁠–⁠2011) für den US-Sender SYFY fortgeführt. Darüber hinaus gibt es noch eine Zeichentrickserie namens „Stargate: Infinity“ und zuletzt die zehntteilige Webserie „Stargate Origins“ (2018).

Bereits im Jahr 2014 gab es erste Pläne von MGM in Kooperation mit Warner Bros. Pictures, „Stargate“ neu zu verfilmen mit Roland Emmerich und Dean Devlin in verantwortlicher Position an Bord, doch aus den Plänen wurde schließlich nichts.

Kommentare zu dieser Newsmeldung

  • am

    Ganz grosser Fehler.

    Mit dieser Serie hätten sie wirklich ein grosses Studio werden können.
    • am

      Zur Absetzung.
      Das ist eine riesige Sauerei den Leuten gegenüber, die sich darauf verlassen haben, dass die Serie startet. Damit meine ich nicht den möglichen Zuschauer, sondern die Schauspieler und alle die an dem Projekt mitarbeiten sollten. Da sieht man mal wieder was Menschen zählen.

      Die Serie selbst? Ich weiß nicht, ob ich sie mir angeschaut hätte, denn sie ist erzählt.

      Stargate Atlantis allerdings hat offene Enden. Über den abrupten Schluss war ich ziemlich sauer.

      Nun ja, was solls ... Leben geht weiter.
      • am

        Universe hatte doch auch ein offenes Ende, oder war das doch Atlantis 🤔
    • am

      An die Redaktion: Warum schreibt ihr soviele englische Begriffe, statt deutsche zu nutzen?
      Showrunner? Writers room?

      Wir Deutschen haben eine wunderschöne Sprache, wieso nutzt ihr sie nicht?

      Wäre wirklich schön, wenn Deutsche sich deutsch mitteilen.
      • am

        Dem kann ich nur beipflichten. Es ist eine Schande, was mit der deutschen Sprache veranstaltet wird. Manchmal erwische ich mich sogar schon selber 🙈
      • am

        Mir gehen diese englischen, denglisshen oder Anglizismen auch furchtbar auf die Nerven.

        Es gibt nur noch cast(s), gecastete, gescriptette, score, usw.

        Am "amüsantesten" fand ich jedoch den "Kopf der Zeltstange" (Head of Tentpole)...
    • (geb. 1966) am

      R.I.P. muß man leider dazu sagen
      • am

        Das wird hoffe ich nicht noch schlimmer. Aber in den Zeiten wo schon nach wenigen Folgen der Dukatenscheissen beginnen muss werden die Buchhalter noc voele Serien steinigen.
        • (geb. 1984) am

          Wirklich sehr schade.
          • am

            Das ist sehr Schade, da sich die Pläne sehr gut anhörten und ich mich gefreut hätte (Nach der sehr schlechten Universe und Orgins) wieder eine gute Stargate Serie zu sehen.
            • (geb. 1971) am

              Ob die Serie gut gewesen wäre oder nicht wird niemand beurteilen können. Fakt ist, es hätte mehr als genug "Hater" gegeben, die die Serie runtergemacht hätten. Zur Nichtrealisierung der Serie: Heutzutage geht es wie überall nur ums Geld. Man liesst, neue kreative Köpfe bei Prime haben wieder ganz andere Vorstellungen davon, wie man Geld investieren will. Und Fakt ist - die neue Stargate Serie wäre sehr teuer gekommen. Eine gewisse Größe der Besetzung wobei man auch mindestens 2 größere Schauspieler verpflichten muß , die Special Effects und das ganze Setting wäre sehr teuer gekommen und da überlegt man es sich zweimal, das Geld zu investieren. Man muß es auch aus derer Sicht sehen und verstehen. Ich hätte mich auch sehr über die Serie gefreut, zumal es eine Fortsetzung statt ein kompletter Neustart hätte werden sollen und man mit Martin Gero sicher einen sehr guten Mann dafür hätte. Aber es ist wie es ist...ich hatte vornherein meine Zweifel dieser Realisierung, aufgrund der hohen Produktionskosten, die gekommen werden und SciFi Serien eben kosten. Sobald man versucht, sowas günstiger zu produzieren (z.B. "The Ark") kommen Proteste von vielen Seiten über billig gemachte Special Effects, völlig unbekannten Schauspielern, und was viele sonst darüber aufregt. Nebenbei erwähnt - ich finde "The Ark" sehr gut und freue mich auf die neue Staffel. ;)

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