Amazon beantragt Rundfunklizenz für Live-Programm

    Zulassung für Champions-League-Übertragungen und weiteres Sportangebot

    Ralf Döbele
    Ralf Döbele – 19.01.2021, 11:30 Uhr

    UEFA Champions League – Bild: UEFA
    UEFA Champions League

    Ab Sommer 2021 ist die Champions League bei DAZN und bei Amazon Prime zu Hause. Die Streaming-Anbieter sicherten sich bereits im Dezember 2019 die Rechte an den hochkarätigen Turnierspielen. Aktuell läuft nun bei der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) das Zulassungsverfahren für die notwendige Rundfunklizenz, die Amazon für die kommenden Live-Übertragungen braucht. Die Entscheidung über die Zulassung des neuen linearen Kanals Prime Live Sports könnte demnach bereits am 11. Februar 2021 fallen.

    Ich kann bestätigen, dass Amazon bei der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien eine Rundfunklizenz für das Angebot Prime Live Sports in Deutschland beantragt hat, so Amazon-Sprecher Michael Ostermeier in einem Statement gegenüber dem IT-Portal Golem. Dabei geht es um die Live-Übertragung unseres Sportangebots für Prime-Mitglieder ohne Zusatzkosten bei Prime Video, wie die UEFA Champions League ab Herbst 2021.

    Vorgelegt wurde der Lizanzantrag bereits am 24. November 2020 durch die deutsche Tochterfirma Amazon Digital Germany GmbH sowie am 3. Dezember 2020 zur Prüfung bei der Kommis­sion zur Ermitt­lung der Konzen­tra­tion im Medi­enbe­reich (KEK). Die nächste Medienrats-Sitzung der BLM findet nun am 11. Februar statt, wobei dann mit einer Entscheidung gerechnet wird. Letztendlich liegt der Vorteil für Amazon auch darin, dass man durch die entsprechende Zulassung die Übertragung von Fußballspielen und anderer Live-Events damit auf rundfunkrechtlich gesicherte Füße stellen würde.

    Golem hatte zuvor berichtet, dass die Lizenz auch ein eigenes lineares Fernsehprogramm unter dem Namen „Prime Video Live“ umfassen würde und berief sich dabei auf eine Sprecherin der BLM selbst. Davon ist in dem Statement von Amazon nun aber keine Rede mehr. Allerdings zeigt alleine das Beispiel Joyn Primetime mit seinen zahlreichen Deutschlandpremieren, dass ein Streaming-Angebot on Demand und ein linearer Begleitsender längst kein Widerspruch in sich mehr sind.

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