• „Aktenzeichen XY …ungelöst“-Moderator Eduard Zimmermann verstorben

    ZDF strahlt Nachruf aus

    Jutta Zniva – 20.09.2009

    "Aktenzeichen XY...ungelöst"-Moderator Eduard Zimmermann verstorben – ZDF strahlt Nachruf aus – Bild: ZDF

    Wie das ZDF mitteilt, ist Eduard Zimmermann, der von 1967 bis 1997 300 Mal die durch ihn gepägte Erfolgssendung „Aktenzeichen XY …ungelöst“ moderierte, am Morgen des 19. September nach langer Krankheit in München verstorben.

    ZDF-Intendant Markus Schächter würdigt den am 4. Februar in München geborenen Eduard Zimmermann, der ab 1964 auch 33 Jahre lang „Vorsicht, Falle!“ moderierte, in einer Pressemeldung als einen Pionier des Realitätsfernsehens in Deutschland:

    „Zimmermann hat die Möglichkeiten des Fernsehens für die Verbrechensbekämpfung früh erkannt und konsequent eingesetzt. Dabei hat er seine Werteorientierung zum Maßstab seiner Arbeit gemacht. Es suchte stets nach der Wahrheit, war ein Verfechter der umsichtigen und sorgfältigen Recherche. Dabei ging es ihm nicht allein um die Bekämpfung der Kriminalität. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Opfer von Verbrechen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt wurden.“

    Das ZDF erinnert heute, 20.9., um 23:30 Uhr in einem Nachruf an das Leben und die Leistungen des verstorbenen Moderators, der im Februar seinen 80. Geburtstag gefeiert hatte (fernsehserien.de berichtete).

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am via tvforen.de


      https://www.fernsehserien.de/news-bilder/news/gen/gross//5732.jpg
      Die Nachricht vom Tode Eduard Zimmermanns (https://www.wunschliste.de/person/5746/Eduard_Zimmermann) hat am Sonntag eine ganze Fernsehgeneration bewegt. Für sie war er nicht einfach nur der "Fahnder der Nation", "Ganoven-Ede", Vorreiter im Kampf für mehr Opferschutz oder ein Mann, der Fernsehgeschichte schrieb. All dies wird in aktuellen Nachrufen zurecht in den Vordergrund gerückt und gewürdigt. Doch für zahlreiche, langjährige Fans der Sendereihe "Aktenzeichen XY...ungelöst" (https://www.wunschliste.de/1187) schmerzt der Verlust vor allem, weil damit ein Stück ihrer Kindheit endgültig zu Ende gegangen ist. "XY" und Zimmermann sind längst Kult.

      Begeisterter "XY"-Zuschauer und "Ede"-Fan wurde man meist als noch sehr junger Zuschauer, kaum 10 Jahre alt, vor allem in den 70er und 80er Jahren. Da durfte man am Freitagabend doch endlich mal länger aufbleiben und konnte, wenn man Glück und nicht allzu strenge Eltern hatte, dabei sein, wenn "Aktenzeichen" auf dem Programm stand. Das Gruseln war vorprogrammiert: alles war echt, vieles war brutal und die fremde Welt, in die man Monat für Monat eintauchte war oft extrem unheimlich. Eduard Zimmermann wurde da zur Konstanten, zur Vaterfigur bei der man zwischen den Filmen wieder durchatmen konnte und von der man detailliert erfuhr, warum man nachts die Terrassentüre auf keinen Fall offen lassen sollte, weshalb das Fahren per Anhalter eine "gefährliche Unsitte" war und dass zahlreiche Fälle geklärt werden konnten.

      Werfen wir gemeinsam einen Blick zurück ins Aufnahmestudio und auf
      Kultmomente aus "Aktenzeichen XY" mit Eduard Zimmermann (https://www.wunschliste.de/index.pl?xy_02).

      23.09.2009 - Ralf Döbele/wunschliste.de
      Bild: ZDF/Screenshot

      https://www.wunschliste.de/news/5732
      • am via tvforen.de

        Dankeschön Ralf für diesen wirklich schönen Rückblick ! !
      • am via tvforen.de

        wunschliste.de schrieb:
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        > Begeisterter "XY"-Zuschauer und
        > "Ede"-Fan wurde man meist als noch sehr junger
        > Zuschauer, kaum 10 Jahre alt, vor allem in den
        > 70er und 80er Jahren. Da durfte man am
        > Freitagabend doch endlich mal länger aufbleiben
        > und konnte, wenn man Glück und nicht allzu
        > strenge Eltern hatte, dabei sein, wenn
        > "Aktenzeichen" auf dem Programm stand. Das Gruseln
        > war vorprogrammiert: alles war echt, vieles war
        > brutal und die fremde Welt, in die man Monat für
        > Monat eintauchte war oft extrem unheimlich.

        Nee! Nicht "man"! Es gibt im Nostalgieforum lange Threads zu Kindheitsängsten vorm Fernseher. Meine Eltern haben seinerzeit unseren TV-Konsum in engen Grenzen gehalten. "XY" etwa kam nicht in die Tüte. Und das war gut so! Ich kann bei besagten Ängsten glücklicherweise nicht mitreden. Und später, als Teenager, fand ich die Sendung keinesfalls begeisternd, hab' sie höchst selten gesehen. Verbrecher gehören bestraft, natürlich. Aber per millionenfach geförderten Denunziantentums?

        In der ersten Sendung anno 1967 hat "Ganoven-Ede" die Zuschauer aufgefordert, die Fahndungsfotos vom Bildschirm abzufotografieren: "Es könnte ja immerhin sein, dass Ihnen der Gesuchte morgen über den Weg läuft!" Man stelle sich die freudigen Begegnungen am nächsten Tag im Kaufhaus, der Straßenbahn oder der Einkaufsstraße vor, wenn die Zuschauer das befolgt hätten.
        Ich war nie begeistert von "XY".
      • am via tvforen.de

        Begeisterter "XY-" oder "Ede-Fan" ist tatsächlich der falsche Ausdruck. Ich war auch kein XY- oder Ede-Fan. Fan wird man doch nur von etwas, das man gerne sieht, etwas, das man mag. Wer war als 10jähriger schon begeistert von der Nachstellung von Morden oder dem schlechten Spiel mancher Darsteller (noch doller war's ja, wenn die echten Kommissare im Studio frei sprechen mußten - bzw. es eben nicht mußten). Und wenn ich danach unters Bett und in den Kleiderschrank guckte, war ich auch nicht begeistert, sondern ziemlich verängstigt.

        Manchmal spielt einem die Nostalgie schon einen Streich, was "Begeisterung" angeht.

        Trotzdem werden solche Aspekte nach vielen Jahren fast bedeutungslos, und man ist bereit, Dinge gut zu finden, die man damals einfach schrecklich fand. Drehscheibe, Blauer Bock, Erkennen Sie die Melodie, Aktenzeichen XY. Und wenn die Gesichter dazu sterben, ist es einfach traurig, und es kommt einem vor, als sei ein Freund gestorben.
      • am via tvforen.de

        Ich war nie ein "Fan" der Sendung, aber mit zunehmendem Alter interessierten mich die Kriminalfälle dann doch, weil sie zum teil actiongeladen inszeniert waren, zum anderen aber auch die Grausamkeit und Gewaltbereitschaft selbst der Einbrecher plötzlich zunahm, so hatte ich jedenfalls das Gefühl.

        Abgestoßen wurde ich als Horrorfan fast immer von Fotos, die Gesichter von leichen zeigten oder rekonstruierte gesichter von bereits verwesten und sekelettierten Toten. Da waren oftmals horrible und furchtbare Gesichter dabei - eines geht mir heute noch nach, die Frau "guckte" so furchtbar, als würde sie den betrachter anklagen und mit Vorwürfen verfolgen zugleich...

        Ganz besonders schlimm, aber zugleich auch irgendwie fesselnd, fand ich die drastische Zunahme und auch sehr "graphische" Darstellung von brutalsten Sexualverbrechen Mitte/Ende der 70er Jahre. Zwei Fälle sind mir besonders im gedächtnis geblieben, weil sie mich ziemlich schockierten - als Teenager glaubt man eben doch noch an das Gute im menschen und ist von der Brutalität so mancher Verbrecher ziemlich schockiert. Da war ein Einbrecher, der eine junge, hübsche Lehrerin nachts aus dem bett holte, sie fesselte und fast die ganze Nacht über vergewaltigte, obwohl sie ihm ihr Geld und alles, was er verlangte, gab. Das war sehr brutal dargestellt. So zeigte man - ohne hier Details nennen zu wollen - meines Erachtens sehr brutal die furchtbare Erniedrigung der Frau. Ein anderer Fall war jener einer 17-Jährigen, die alleine zuhause war, während ihre Mutter glaub ich einkaufen oder arbeiten war. Ein Mann verschafft sich Zutritt zur Wohnung (ich meine, unter einem Vorwand) und misshandelt das Mädchen auf abscheulichste Weise. Schließlich gelingt es ihr, nackt aus der Wohnung zu fliehen und die Straße entlang zu rennen. Das hat mich damals ziemlich mitgenommen... (Geholfen hat damals glaub ich auch keiner...).

        "Kult" war und ist für mich immer der Moment, wenn Peter Nidetzky und Konrad Tönz ihren Auftritt hatten. beide, insbesondere aber Peter Nidetzky, fand ich klasse, vor allem wegen seiner tiefen und angenehmen Stimme. meine Mutter mochte den auch sehr. Und Kult ist natürlich die Titelmusik der Sendung und Eduard Zimmermanns Moderation, die ich auch sehr gut und vor allem unaufdringlich und dennoch eindringlich zugleich empfand.

        Für mich ist XY ein Stück fernsehgeschichte und hat auch schon meine Tochter in ihren bann gezogen. Gemeinsam, verbunden durch den Messenger, verpassen wir so gut wie keine Sendung... So verbindet also XY sogar Vater und Tochter auf Distanz...

        Der Lonewolf Pete
    • am via tvforen.de

      Das ist sehr schade...
      Mit ihm habe ich die Sendung am liebsten gesehen, ich habe auch noch irgendwo ein "XY"-Special von 1997 (moderiert von Frank Elstner + noch im alten, braunen Studio) auf VHS, das eine Woche vor seinem Abschied von "XY" gesendet wurde.

      R.I.P.
      • am via tvforen.de

        Ein WAHRER Held nicht nur meiner Kindheit sondern überhaupt ist nicht merh auf dieser Erde....

        die letzten jahre gehörten wohl nicht zu seinen schönsten, dennoch glaube ich das er insgesammt ein gutes erfühltes leben hatte .....

        was bleibt ist DANKE zu sagen für seine Lebensleistung ! ! !


        Gruß Sir Hilary
      • am via tvforen.de

        Nachtrag: Eduard Zimmermann gründete auch den Opferschutzbund "Weißer Ring"
      • am via tvforen.de

        Sir Hilary schrieb:
        -------------------------------------------------------
        > Nachtrag: Eduard Zimmermann gründete auch den
        > Opferschutzbund "Weißer Ring"


        So traurig der Verlust ja vielleicht auch ist, aber er "gründete" diesen Verein nicht allein (wie es aus diesem Post heraus klingt), sondern war nur an der Gründung beteiligt. Eben neben anderen Persönlichkeiten.
      • am via tvforen.de

        Ja, das stimmt - so eine Organisation gründet man auch nicht allein. Aber niemand eignete sich besser als er, sie bekannt zu machen, die Leute zur Prävention aufzurufen und für die Opfer zu spenden. Insofern hat er sich sehr darum verdient gemacht, und es ist eigentlich nicht wichtig, ob er sie allein gegründet hat oder mit anderen. Sie wird immer mit ihm in Verbindung gebracht werden, zu Recht.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fer_Ring
      • am via tvforen.de

        Paula Tracy schrieb:
        -------------------------------------------------------
        > Insofern hat er sich sehr darum verdient
        > gemacht, und es ist eigentlich nicht wichtig, ob
        > er sie allein gegründet hat oder mit anderen. Sie
        > wird immer mit ihm in Verbindung gebracht werden,
        > zu Recht.

        Eigentlich finde ich es schon wichtig. Immerhin unterschlägst du mit deinem Post all die, die ebenso zu diesem Verein beigetragen haben. Und das ist (auch im Angesicht des Todes Eduard Zimmermanns) unlauter.
      • am via tvforen.de

        Oh, da mißverstehst du mich. Ich wollte keineswegs den Verdienst der Mitgründer schmälern oder als unwichtig abtun.

        Wenn man jedoch das Lebenswerk von Eduard Zimmermann betrachtet und ihn als Gründer der Organisation bezeichnet, ist das ja irgendwie richtig (die Vorsilbe "Mit-" wird unterschlagen, und das würde ich in Anbetracht der Verdienste von ihm nicht als wichtig erachten, weil er erheblichen Anteil daran hatte).
      • am via tvforen.de

        OK. Das kann ich so hinnehmen.

        Es hörte sich halt vorher so an, als wolle man die Gründung des "Weißen Rings" allein Eduard Zimmermann unterstellen. Nur daran hab ich mich gestoßen. Und natürlich unterstütze ich nachträglich sein Engagement, bzw. finde es aufrichtig. Keine Frage.
    • am via tvforen.de

      wunschliste.de schrieb:
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      > Wie das ZDF mitteilt, ist Eduard Zimmermann,der ab 1964 auch 33 Mal
      > "Vorsicht, Falle!" moderierte,
      >
      > 20.09.2009 - Jutta Zniva/wunschliste.de
      > Quelle: Presseportal.de (ots)/ZDF; Bild: ZDF

      33 Jahre lang,nicht 33 mal


      [Anmerkung der Forenmaster]:
      Danke für den Hinweis, wurde korrigiert!
      • am via tvforen.de

        Das tut mir sehr leid. Komisch, er ist etliche Jahre nicht mehr auf dem Bildschirm, aber er ist mir vertrauter als Jauch oder Gottschalk.

        Er hat dafür gesorgt, dass ich an vielen Freitagen mit Angst ins Bett gegangen bin - trotzdem hat man ihm diesen Grusel nie angelastet.
        • am via tvforen.de

          Paula Tracy schrieb:
          -------------------------------------------------------
          > Das tut mir sehr leid. Komisch, er ist etliche Jahre nicht mehr auf dem Bildschirm, aber er ist
          > mir vertrauter als Jauch oder Gottschalk.
          >
          > Er hat dafür gesorgt, dass ich an vielen Freitagen mit Angst ins Bett gegangen bin -
          > trotzdem hat man ihm diesen Grusel nie angelastet.

          Besser kann man es nicht ausdrücken. Dieser Mann war eine Institution, ein großes Stück deutscher Fernsehgeschichte, 30 Jahre lang.

          Persönliche Erinnerungen? Nun, als 9-14-jähriger schlüpfte man Freitags abends ins Bett und fürchtete sich tagelang - dennoch war es keine Frage, sondern eine Pflicht, die Sendung sich auch im nächsten Monat wieder anzusehen.

          Dieser Mann, diese Sendung (mit ihm) war eine Legende. Und ich benutze diese Bezeichnung wahrlich nicht häufig

          R.I.P.
        • am via tvforen.de

          Ich stimme dem zu 100 % zu. Eduard Zimmermann bzw. seine Sendung machten uns wirklich große Angst, trotzdem guckten wir es immer wieder. Besonders gruselig war es, wenn meine Eltern nicht da waren – unvergessliche Kindheitserlebnisse.

          Tschüss Ede, RIP.

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