2025/2026, Folge 15⁠–⁠28

  • Folge 15 (30 Min.)
    Auferstanden von den Toten: Wie KI uns digital unsterblich machen kann Es gibt sie als Podcast, Chatbot und auch schon als Avatar: Menschen, die eigentlich tot sind, mit denen ihre Hinterbliebenen aber trotzdem weiter kommunizieren können. Künstlicher Intelligenz sei Dank. Inzwischen gibt es verschiedene Plattformen, die die Toten zumindest künstlich wieder zum Leben erwecken. Entweder erstellt man noch zu Lebzeiten seinen digitalen Klon für die Nachwelt oder die Angehörigen übernehmen das. Ein paar Fotos hochgeladen, dazu noch Stimmproben, Chatprotokolle und ein Fragebogen beantwortet – und schon kann mit dem verstorbenen Partner, der toten Mutter wieder gechattet werden. Klingt futuristisch, ist aber schon Realität. Eine seltsame noch dazu. Denn welche Auswirkungen hat das auf den Trauerprozess? Wie ist es ethisch zu bewerten, wenn Plattformen, deren vornehmliches Interesse es ist, Geld zu verdienen, diese Avatare anbieten? „NDR Kultur – Das Journal“ diskutiert darüber mit Judith Simon, Professorin der Ethik in der Informationstechnologie an der Universität Hamburg, und dem Medienkulturwissenschaftler Dr. Martin Hennig. Die unbekannte Seite von Astrid Lindgren im Kino: ein Dokumentarfilm über ihre Kriegstagebücher „Schade, dass niemand Adolf Hitler erschießt“, das ist ein Satz der berühmtesten Kinderbuchautorin der Welt. Ein Satz, den wohl niemand von Astrid Lindgren erwartet hätte, der Schöpferin von „Pippi Langstrumpf“. In ihren zwischen 1939 und 1945 entstandenen Kriegstagebüchern schildert Lindgren den Zweiten Weltkrieg aus der Perspektive einer Mutter und Humanistin: die Schrecken von Diktatur und Judenverfolgung, aber auch ihre Hoffnung auf Mitmenschlichkeit. Regisseur Wilfried Hauke hat jetzt einen Dokumentarfilm über Lindgrens Kriegstagebücher gedreht: „Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“. Erstmals sprechen die Tochter, die Enkelin und der Urenkel gemeinsam in einem Film über die legendäre Schriftstellerin, zentrale Stellen der Kriegstagebücher hat Hauke mit einer Schauspielerin nachinszeniert. Die aufwendige und sehr sehenswerte Dokumentation ist eine Koproduktion mit NDR/​Arte und kommt am 22. Januar ins Kino. Neue Oper ja, Dokumentationszentrum nein? Der Unternehmer Kühne, die Stadt Hamburg und ihr Umgang mit dem Holocaust Mit einer neuen Oper will sich Unternehmer Klaus-Michael Kühne in Hamburg ein Denkmal setzen, die Stadt freut sich über das großzügige Geschenk von einem der reichsten Deutschen, einen spektakulären Entwurf gibt es schon. Mit der Aufarbeitung der Rolle des Unternehmens Kühne+Nagel während der Nazizeit läuft es aber nicht ganz so rund. Ein Beispiel: Der Baustart eines geplanten Dokumentationszentrums, das auch ein dunkles Kapitel von Kühnes Geschichte erzählen soll, verzögert sich seit Jahren. Es ist kompliziert, denn auch hier hat sich die Stadt Hamburg von einem anderen privaten Sponsor abhängig gemacht, der aber nicht anfängt zu bauen. Ein Mitbesitzer von Kühne+Nagel war Adolf Maass, er besaß 45 Prozent vom Hamburger Zweig des heute drittgrößten Logistikunternehmens der Welt. 1933 musste er ohne Abfindung gehen, wohl weil er jüdisch war und ein Kühne-Bruder in die NSDAP eintrat. Nur wenige Hundert Meter entfernt von der neuen Oper wurde Adolf Maass 1942 mit seiner Frau Käthe vom Hannoverschen Bahnhof aus ins KZ Theresienstadt deportiert, so wie mehr als 8000 Hamburger Juden, Sinti und Roma. Adolf und Käthe Maass wurden in Auschwitz ermordet. Alfred Kühne dagegen profitierte in der NS-Zeit von der Enteignung und Versteigerung jüdischer Besitztümer. Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne verweigert sich bis heute einer kritischen Auseinandersetzung mit der Rolle seines Vaters in Nazideutschland. War früher alles besser? Ein Buch über „Die Verkrempelung der Welt“ Immer mehr Geräte umgeben uns, sie piepen, fiepen und sollen das Leben mit hochentwickelter Technik einfacher machen. Aber stimmt das wirklich? Oder wird das Leben durch sie nicht oft komplizierter? Der Kommunikationswissenschaftler und Unternehmensgründer Gabriel Yoran nennt solche Produkte „Krempel“. In seinem Buch „Die Verkrempelung der Welt“ analysiert er, warum Dinge trotz technischer Weiterentwicklung schlechter werden können. Am Beispiel von Induktionsherden mit widerspenstigen Touchflächen oder überfrachteten Kaffeevollautomaten zeigt Yoran, dass Fortschritt keineswegs immer nutzerfreundlich ist. Der Kommunikationswissenschaftler und Unternehmensgründer beleuchtet die Ursachen dieser Entwicklung und stellt auch die Frage, welche unserer Bedürfnisse überhaupt notwendig und legitim sind. Denn am Ende sind die Verbraucher Mitverursacher der „Verkrempelung der Welt“. Der „Warhol des Ostens“: Ausstellung von Hans Ticha in der Kunsthalle Rostock Er gilt als „Warhol des Ostens“ und ist dennoch für viele noch ein Unbekannter. Zu Unrecht. Hans Ticha, der im September 2025 seinen 85. Geburtstag gefeiert hat, war in der DDR einer der wichtigsten und vielseitigsten Künstler. Sein Werk besticht durch Vielseitigkeit, Popelemente und Gesellschaftskritik. Er selbst nennt seinen Stil „Agitpop“. In der DDR musste er zeitweise im Verborgenen malen: Bilder, die das gesellschaftliche Leben im SED-Regime kritisch beleuchteten. Diese Arbeiten hat er versteckt, sonst wäre er womöglich sogar ins Gefängnis gekommen, erst nach der Wende konnte er sie öffentlich zeigen. Nun präsentiert die Kunsthalle Rostock eine umfangreiche Retrospektive mit den Werken aus der DDR-Zeit und Bildern, die danach entstanden sind. Die Ausstellung läuft noch bis zum 15. März. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 12.01.2026 NDR
  • Folge 16 (30 Min.)
    Bröckelnde Bauten und klamme Kommunen: Wie gefährdet sind Baudenkmäler im Norden? Dry January: der Hamburger Rapper Disarstar über das Glück des Alkoholverzichts Mini-Kunst mit Maxi-Wirkung: der Erfolg von Katharina Raab aus Hannover auf Social Media Familienroman aus Güstrow: „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ von Alena Schröder ist „NDR Buch des Monats“ (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 19.01.2026 NDR
  • Folge 17 (30 Min.)
    KI-Bilder vom Holocaust: erfundene Vergangenheit und die Folgen Ein abgemagerter KZ-Häftling hinter Stacheldraht. Ein Kind, dramatisch von der Mutter getrennt: KI-Bilder, die sich als „Holocaust-Fotos“ ausgeben, fluten soziale Netzwerke. Gedenkstätten und Archive registrieren seit Monaten eine Zunahme und fordern in einem offenen Brief, Plattformen sollten konsequent gegen diese Verfälschungen vorgehen. „Fake History“, nennt es Pawel Sawicki vom Auschwitz Memorial: Nachdem das Foto der ermordeten Niederländerin Helena Waterman-de Jong entwendet und als KI-Version verfremdet und verbreitet wurde, versucht Sawicki auf die Problematik aufmerksam zu machen. Die Mechanik dahinter ist makaber: maximale Emotionalisierung bringt Likes, Reichweite und, über Monetarisierungs-Programme, Geld. Content-Farmen produzieren den Stoff. Weil es aus Konzentrationslagern nur wenige echte Bilder gibt, wirkt der KI-Überfluss umso mächtiger: Geschichte wird verzerrt, Würde verletzt – und Zweifel werden einfacher. Liebe, Kinder, Trennung? Dokumentarfilm über die Entwicklung von vier Paaren Man verliebt sich, ist im besten Fall auf „Wolke 7“ zu Hause, aus Verliebtheit wird Liebe, man bekommt Kinder und dann? Hält die Liebe? Auch noch in fünf, sieben oder sogar 20 Jahren? Bleibt man zusammen? In guten wie in schlechten Zeiten? Oder scheitert man? Trennt sich schließlich? Der Dokumentarfilm „Wie die Liebe geht“ hat vier Paare über sieben Jahre begleitet und zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich eben die Liebe gehen kann. Am 3. Februar wird der Dokumentarfilm im NDR Fernsehen gesendet, außerdem ist die gleichnamige Serie in der ARD-Mediathek zu sehen. „NDR Kultur – Das Journal“ hat mit den beiden Regisseurinnen gesprochen. Mit Liebe gegen die Unsicherheit in dieser Zeit: das neue Buch von Daniel Schreiber Krieg in der Ukraine, Streit um Grönland, Bröckeln der Demokratie – und dazu der drohende Klimawandel. Die Nachrichten können einem ganz schön zu schaffen machen. Was soll man da tun? Die Antwort von Daniel Schreiber lautet: mehr Liebe. Veränderungen, so Schreiber, geschehen im Kleinen und fangen damit an, wie wir die Menschen in unserem Leben behandeln. In seinem Buch „Liebe! Ein Aufruf“ nähert er sich dem Thema persönlich und gesellschaftlich zugleich. Schreiber, der in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen ist, verbindet autobiografische Erfahrungen mit philosophischen Überlegungen, er holt sich Rat bei den großen Denkern des 20. Jahrhunderts, zum Beispiel bei Martin Luther King. Ein ruhiger, kluger Text über Verbundenheit in unsicheren Zeiten. Auf der Bühne frech, im Leben introvertiert: Comedian Moritz Neumeier tourt durch Norddeutschland Moritz Neumeier ist ein Star unter den Stand-up-Comedians: Wenn er vor 800 Menschen auf der Bühne steht, ist das kein Problem, sagt er. Wohl aber die nächste Gartenparty – da möchte er eigentlich nicht hin und schon gar nicht dort sprechen. Denn Moritz Neumeier ist introvertiert. Erst vor wenigen Jahren hat er diesen Begriff kennengelernt und endlich verstanden, wie er tickt. Dabei ist introvertiert sein nichts Ungewöhnliches. Jeder Zweite gilt als introvertiert. Doch die Lauten dominieren. Stille gelten als uncool, werden als Kinder häufig gemobbt. Dabei sind sehr viele talentierte Menschen introvertiert. Im Februar und im März ist Moritz Neumeier, der in Schleswig-Holstein aufgewachsen ist und in Norddeutschland lebt, auf Tournee. Im Interview spricht er über seine andere, introvertierte Seite. Stars der Hamburger Schule: das neue Album der Band Die Sterne Sie gehören zu den wichtigsten Bands der Hamburger Schule neben Tocotronic und Blumfeld. Und sie haben immer noch etwas zu sagen: Die Sterne mit Sänger Frank Spilker. Die Besetzung der Band hat sich zwar vor einigen Jahren geändert, aber ihr neues Album zeigt, dass der Stil aus klugen deutschen Texten, Indie-Pop und politischem Bewusstsein nichts von seiner Kraft verloren hat. Sänger Frank Spilker und seine Band verbinden persönliche Beobachtungen mit gesellschaftlichen Kommentaren, mal melancholisch, mal ironisch, immer präzise. Musikalisch klingt das neue Werk zugleich vertraut und frisch, die Texte sind gewohnt gesellschaftskritisch, aber nie platt. „NDR Kultur – Das Journal“ trifft Frank Spilker in Hamburg. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 26.01.2026 NDR
  • Folge 18 (30 Min.)
    „Schule gegen Kinder“: das neue Buch von Silke Müller über unser kaputtes Bildungssystem Liest man allein nur einige der Zahlen, schaudert es einen: In den Schulen in Deutschland gibt es einen Investitionsrückstand von 67,8 Milliarden Euro, 25 Prozent der 15-Jährigen liegen unter der Mindestkompetenz beim Lesen, 33 Prozent der Neuntklässler sind es sogar in Mathe und 5218 Schüler*innen kommen auf eine Schulpsycholog*in. Deutschland: Entwicklungsland in Sachen Bildung? Für Silke Müller ist das der Fall. Sie war 16 Jahre lang Schulleiterin, ist die erste Digitalbotschafterin Niedersachsens, ist Bildungsexpertin und Publizistin. In ihrem neuen Buch „Schule gegen Kinder. Wie ein kaputtes Bildungssystem die Zukunft der nächsten Generation gefährdet“ (Droemer) zeigt sie, wie sehr das deutsche Schulsystem bereits in Trümmern liegt und was es braucht, um es wieder aufzubauen. „NDR Kultur – Das Journal“ hat Silke Müller getroffen. Stift halten, Schere benutzen, zuhören: Immer mehr Grundschulkindern fehlen grundsätzliche Fähigkeiten Ende 2025 veröffentlichten mehr als 1000 Grundschullehrer*innen in Hessen einen Brandbrief. Der Inhalt: Die Schüler*innen bringen nicht einmal mehr die grundlegendsten Fähigkeiten mit. Stifte halten, mit der Schere schneiden, sich die Schuhe binden, zuhören – alles nicht mehr selbstverständlich. Dazu kommen Sprachdefizite und Angststörungen. Die Lehrergewerkschaft GEW Hessen übergab diesen Brief an das dortige Kultusministerium. Alles nur ein Problem in Hessen? „NDR Kultur – Das Journal“ hat recherchiert und mit einem Grundschullehrer in Hamburg und der Kultusministerin in Schleswig-Holstein über das Thema gesprochen. „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“: Joachim Meyerhoffs Roman als Film im Kino Der Schauspieler Joachim Meyerhoff ist mit seinen autobiografischen Romanen mittlerweile auch ein Bestsellerautor. Jetzt kommt zum zweiten Mal eine Verfilmung seiner Bücher ins Kino. Der dritte Teil seiner Lebensgeschichte „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“. Es geht um die Erlebnisse des 20-jährigen Joachim an der Schauspielschule in München. Zu dieser Zeit lebt er bei seinen exzentrischen Großeltern, die mit skurrilen Traditionen und Alkohol versuchen, die „Lücke“ zu verdrängen, die einige Todesfälle in der Familie gerissen hat. Erfolgsregisseur Simon Verhoeven bringt diese Tragikomödie mit viel Humor ins Kino. (Kinostart: 29. Januar 2026) Vom Verschwinden des Spielraums: der Soziologe Hartmut Rosa über den Verlust des Handelns Wer ist nicht schon einmal in einer Warteschleife verzweifelt, weil eine KI-generierte Stimme nur Auswahlmöglichkeiten anbot, die nicht zu Problem passten? Unmerklich verändert sich derzeit der Charakter des Handelns. Immer mehr geben Algorithmen und Apps Entscheidungen vor. Auch Kinder spielen nicht mehr frei mit Lego-Bausteinen, sondern bauen nach vorgefertigten Anleitungen Dinge nach. So werden wird man vom Handelnden zum Vollziehenden – mit Folgen. Der Soziologe Hartmut Rosa mit einer Gegenwartsanalyse: „Situation und Konstellation“ (Suhrkamp). Trump auf der Opernbühne: Uraufführung von „Monster’s Paradise“ in Hamburg Es ist die ungewöhnlichste Opern-Uraufführung des Jahres, vielleicht auch die spektakulärste: Die Komponistin Olga Neuwirth hat gemeinsam mit Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek eine Oper geschrieben, in der es um den Niedergang der Menschheit und ganz offensichtlich um Donald Trump geht. Sein Name wird nicht genannt, im Stück heißt er „Der König-Präsident“, aber die Bezüge sind überdeutlich. Die Oper „Monster’s Paradise“ ist allerdings keine tagespolitische Analyse, sondern – so die Ankündigung – eine „Politgroteske“ mit Horrorelementen. Denn auf der Bühne stehen neben dem Präsidenten ein Monster namens Gorgonzilla und zwei Vampirinnen. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 02.02.2026 NDR
  • Folge 19 (30 Min.)
    Warum zahlen Superreiche so wenig Steuern? Der Ökonom Gabriel Zucman fordert eine „Reichensteuer“ Vom eigenen Bruder bespitzelt: der Dokumentarfilm „Spione unter uns“ über DDR-Unrecht Schüler*innen und Social Media: das ungewöhnliche Kunstprojekt „Diktat 3“ Kompromisslose Künstlerin: Paula Modersohn-Becker zum 150. Geburtstag Der Star mit der roten Posaune: Der Musiker Nils Landgren wird 70 (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 09.02.2026 NDR
  • Folge 20 (35 Min.)
    Zenit überschritten: das Ende von Social Media? Weniger Posts, sinkende Interaktion, wachsende Unzufriedenheit, vieles deutet darauf hin, dass soziale Medien an Bedeutung verlieren. Seit rund zwei Jahren steigt die Nutzungsdauer nur noch bei Älteren und stagniert in den meisten Altersgruppen. Ausgerechnet 16- bis 24-Jährige wenden sich ab. Statt Austausch dominieren KI-generierte Inhalte, Werbung und gegenseitige Beobachtung. Immer mehr Staaten fordern mittlerweile Regulierungen: Nach Australien könnte Frankreich bald das zweite Land sein, in dem es eine Altersbeschränkung für Social Media gibt. Haben soziale Medien ihren Höhepunkt überschritten? Und: Wäre ein Ende der Plattformen eher ein Verlust oder eine Entlastung für gesellschaftliche Diskurse? Darüber spricht „NDR Kultur – Das Journal“ mit dem jungen YouTuber Robin Fübbeker, dessen Video über seine Löschung von Instagram knapp eine Million Aufrufe hat, dem Soziologen Armin Nassehi und dem Autor Jonathan Haidt („Generation Angst“), der maßgeblich die Politik der Regulierung von Social Media für Jugendliche angestoßen hat. Zwangsarbeit auf norddeutschen Bauernhöfen: der Roman „Nelka“ von Svenja Leiber Es ist ein großes Unrecht: Während des Zweiten Weltkriegs wurden Millionen Menschen aus besetzten Ländern zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Auch in der Landwirtschaft ersetzten sie fehlende Arbeitskräfte, arbeiteten unter harten Bedingungen und ohne Rechte. Viele litten unter Gewalt, Hunger und schlechter Behandlung. Die Schriftstellerin Svenja Leiber erzählt in ihrem neuen Roman „Nelka“ von einem 16-jährigen Mädchen, das 1941 aus dem damaligen Lemberg nach Schleswig-Holstein verschleppt wird und auf einem Gutshof arbeiten muss und sogar Opfer sexueller Gewalt wird. Jahrzehnte später kehrt sie an den Ort zurück und trifft ihren einstigen Peiniger. „Nelka“ erscheint am 17. Februar und ist das „NDR Buch des Monats“. „Club-Legenden“: Wie die Diskothek HyperDome in Murchin Geschichte schrieb In den 1980er- und 1990er-Jahren prägten Clubs und Diskotheken das Nachtleben in Norddeutschland. NDR Kultur lässt diese Welt in einer Dokumentation wieder aufleben – von der Großraumdisko auf dem Land bis zum Techno-Club in der Stadt. Zur Zeit des Mauerfalls hatte das Dorf Murchin bei Anklam keine 300 Einwohner, aber ein großes Kulturhaus aus DDR-Zeiten. Dort eröffnete 1990 der HyperDome, der sich schnell zu einem der wichtigsten Clubs der Region entwickelte. Mit House und Dance traf er den Nerv der Nachwendezeit. Ex-VIVA-Moderatorin Daisy Dee erinnert sich bei NDR Kultur: „Die Energie war unglaublich – die Leute konnten komplett ausrasten.“ Für eine Aktion rund um den Film sind auch die NDR Zuschauer*innen gefragt: Was ist Ihre schönste Club-Erinnerung? (ndr.de/​clublegenden) Deutsch-türkischer Pop: die aus Hamburg stammende Musikerin Derya Yildirim Sie ist Sängerin und Multiinstrumentalistin, aber ihr wichtigstes Instrument ist die Baglama, eine Laute mit jahrhundertelanger Tradition, untrennbar mit der anatolischen Volksmusik verbunden. Derya Yildirim ist in Hamburg aufgewachsen, hat türkische Wurzeln und verbindet kulturelle Einflüsse selbstverständlich in ihren Stücken. Sie studierte klassische Musik, spielte Klavier und beschäftigte sich intensiv mit Beethoven, Bach und Schubert. Heute steht sie mit ihrer Band Grup Simsek für modernen Anadolu Rock, einem Musikstil, der u.a. türkische Volksmusik mit westlichem Rock verbindet. Aktuell ist die Band mit ihrem neuen Album auf Europa-Tour unterwegs. „NDR Kultur – Das Journal“ trifft Derya Yildirim mit ihrer Baglama in Hannover vor und bei einem Konzert. (Text: NDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 13.02.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mo. 16.02.2026 NDR
  • Folge 21 (30 Min.)
    Wenn KI-Agenten unter sich sind: die neue Plattform Moltbook Nur ein Smiley? Die versteckte Ideologie hinter Emojis Hamburgs erster Techno-Tempel: die Club-Legende UNIT Kunst aus Schnee: die Schweriner Künstlerin Stephanie Lüning Ein Video über Schuld und Polizeigewalt: Schüler interpretieren Siegfried Lenz neu (Text: NDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 20.02.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mo. 23.02.2026 NDR
  • Folge 22 (30 Min.)
    „Eine Hymne an das Leben“: Gisèle Pelicot in Hamburg Ihre Geschichte hat die Welt erschüttert: Gisèle Pelicot wurde von ihrem Ehemann über Jahre mit Medikamenten betäubt und vergewaltigt – und nicht nur das: E bot sie auch vielen weiteren Männern zum Missbrauch an. Als es zum Prozess kam, bestand Gisèle Pelicot darauf, dass der öffentlich geführt wurde. Die Scham müsse die Seite wechseln, sagte sie damals. In Hamburg hat sie jetzt ihre Memoiren vorgestellt, der Titel „Eine Hymne an das Leben“ (Piper). „NDR Kultur – Das Journal“ war bei der Deutschlandpremiere mit dabei. Daran anschließend hat Gisèle Pelicot den beiden Investigativ-Journalistinnen Isabell Beer und Isabel Ströh ein Exklusivinterview gegeben. Sie sind für ihre Recherchen über sexuelle Gewalt und ein Vergewaltiger-Netzwerk auf Telegram für STRG_F mit diversen Preisen ausgezeichnet worden. Ihre Dokumentationen für den NDR zeigen: Der Fall Gisèle Pelicot ist kein Einzelfall. Klassik-Influencer Louis Philippson spielt Konzerte in Hannover und Bremen Aus dem Jugendzimmer ins Rampenlicht: eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Der 22 Jahre alte Louis Philippson – ein Shooting-Star, der das schier Unmögliche geschafft hat: Millionen junge Menschen für Klassik zu begeistern. Denn er kann nicht nur sehr gut Klavier spielen, sondern auch lustigen und kreativen Social-Media-Content machen. Am 3. März spielt er in Hannover, am 12. März gibt er ein Konzert in Bremen. „Kinderschauspieler. Der Preis des Erfolgs“: neue Doku in der ARD-Mediathek Sie waren Stars – und das schon als Kinder. Sie standen vor der Kamera, haben Autogramme gegeben, wurden hofiert und gefeiert. Doch zu welchem Preis? Die NDR Doku „Kinderschauspieler. Der Preis des Erfolgs“ begleitet drei ehemalige Kinderschauspieler*innen und blickt mit ihnen zusammen hinter die Kulissen: Nick Romeo Reimann („Wilde Kerle“, „Vorstadtkrokodile“), Luna Jordan („Fuchs im Bau“, „Dead Girls Dancing“) und Constantin von Jascheroff („Rennschwein Rudi Rüssel“, „Titus der Satansbraten“). Die vielleicht erfolgreichste Zeit ihres Lebens hat bei den ehemaligen Kinderschauspieler*innen auch Narben hinterlassen. Neben Spaß und Erfolg gab es auch Mobbing und Leistungsdruck. Und die Frage: Werde ich an damalige Erfolge anknüpfen können? Jetzt in der ARD- Mediathek. „Gelbe Briefe“: In Hamburg gedrehter Berlinale-Gewinnerfilm kommt ins Kino Die Geschichte über ein türkisches Ehepaar hat den Goldenen Bären der Berlinale bekommen. Im Film geht es um Künstler, die aufgrund staatlicher Willkür und anscheinend regierungskritischer Äußerungen ihre Arbeit verlieren. Regisseur Ilker Çatak („Das Lehrerzimmer“) hat sein Politdrama „Gelbe Briefe“ in Hamburg und in Berlin gedreht, statt in Istanbul und Ankara. Er will so eine universelle Geschichte über Kunst unter politischem Druck erzählen. „Gelbe Briefe“ kommt am 5. März ins Kino. Eine Million Blumen: Ausstellungen von Rebecca Louise Law in Schleswig-Holstein Ein Kunst-Großereignis im Norden: Mit „State of Nature“ zeigt die Künstlerin Rebecca Louise Law gleich an vier Orten in Schleswig-Holstein ihre riesigen Werke aus getrockneten Blüten: Im Freilichtmuseum Molfsee wächst mit „The Field“ ab dem 27. Februar ein monumentales Feld aus Hafer und Blumen von der Decke. Das Jüdische Museum Rendsburg zeigt auch eine Installation. Und auf Schloss Gottorf, im Globushaus und in der Reithalle, wird ab April Kunst aus einer Million getrockneten Blumen zu sehen sein: sinnlich, poetisch und überwältigend! In „Blomentüddelclubs“ haben viele Freiwillige im Vorfeld mitgeholfen, die Pflanzen zu trocknen und aufzufädeln. Club-Legenden: das Subway in Kiel No Mainstream! – lautete das Credo des Clubs Subway in Kiel. Ab 1988 schuf Betreiber Willy Möller einen Gegenpol zu den Großraumdiskotheken. Im versteckten Club im zweiten Untergeschoss traf sich die alternative Szene: Punks, Goths, Grufties, Metalheads und Rockabillys. Das dunkle, mit Bandplakaten tapezierte Subway war für viele auch ein Safe Space – in einer Zeit, in der rechte Skinheads und Straßengangs präsent waren. Die NDR Doku „Clublegenden – Diskotheken, die Geschichte schrieben“ blickt zurück auf die 1980er- und 1990er-Jahre in Norddeutschland und lässt eine verschwundene Welt wieder aufleben – von der Großraumdisko bis zu Musikclubs der Subkultur, von Alternative Rock bis Techno. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 02.03.2026 NDR
  • Folge 23 (30 Min.)
    Auf Augenhöhe mit Orang-Utans: faszinierende NDR Dokumentation Sie sind die nächsten Verwandten der Menschen und ihnen in vielem sehr ähnlich: Orang-Utans, auch „Waldmenschen“ genannt. Die Hamburger Naturfilmer Jens Westphalen und Thoralf Grospitz haben sich im Dschungel von Borneo auf ihre Spuren begeben. Die sanftmütigen Menschenaffen leben auf 90 Meter hohen Bäumen. Dank neuester Drohnentechnik konnten die Filmemacher der Affenmutter Sati und ihrer kleinen Tochter Huyan bis in die Wipfel der Bäume folgen und begegnen ihnen im Kronendach auf „Augenhöhe“. Dabei sind ihnen einzigartige Aufnahmen gelungen von der liebevollen Fürsorge zwischen Mutter und Kind, inklusive inniger Kussszenen und beeindruckende Szenen intelligenten Verhaltens wie der gezielte Gebrauch von Werkzeugen. Doch der Lebensraum der Orang-Utans in Borneo ist bedroht durch Abholzung und immer größere Ölpalmen-Plantagen. Die Naturfilmer besuchen auch ein Waisenhaus für Orang-Utans und zeigen, warum der Schutz der Regenwälder entscheidend ist für ihre Zukunft. Ein berührender Film mit spektakulären Bildern. Die NDR Dokumentation „Orang-Utans – So nah wie nie“ läuft am 23. März 2026 um 20:15 Uhr im Ersten. Immer noch ein Tabuthema? Dokumentarfilm über die Menopause Die Benachteiligung von Frauen in der Gesellschaft betrifft viele Bereiche, auch die Medizin, in der oft noch der männliche Körper Maß aller Dinge ist. Ein Beispiel dafür ist die Menopause, auch Wechseljahre genannt. Viele Frauen leiden unter Hitzewallungen, Schlafstörungen, Gedächtnisproblemen oder anderen körperlichen und emotionalen Belastungen. Doch lange wurde das Thema von der Medizin vernachlässigt und Frauen wurden mit ihren Beschwerden allein gelassen. Die Regisseurin Louise Unmack Kjeldsen begibt sich in einem Dokumentarfilm auf eine persönliche und zugleich wissenschaftliche Reise in das oft tabuisierte Thema, sie spricht mit betroffenen Frauen und Forscher*innen aus aller Welt. „Mein neues altes Ich“ kommt am 12. März 2026 ins Kino. „NDR Kultur – Das Journal“ stellt den Film vor und spricht mit der Regisseurin. Was hat uns Siegfried Lenz noch zu sagen? Ein ungewöhnliches Dokudrama zu seinem 100. Geburtstag Mit Büchern wie „Deutschstunde“, „Der Mann im Strom“ oder „Der Überläufer“ ist Siegfried Lenz einer der wichtigsten und beliebtesten Schriftsteller der Bundesrepublik Deutschland. Seine Themen wie Krieg, Pflicht und Moral oder die Warnung vor einer Klimakatastrophe sind aktueller denn je. Das zeigt ein neues Dokudrama von NDR Kultur zum 100. Geburtstag des Schriftstellers am 17. März. Schauspieler Jonas Nay verkörpert darin „Inspektor Tondi“, eine Figur von Lenz, und trifft auf Menschen, deren Leben mit Themen des Wahlhamburgers verbunden sind: den ehemaligen Soldaten Wolf Gregis, junge Polizist*innen beim Einsatz sowie die Klimaaktivist*innen Lina Eichler und Henning Jeschke. Günter Berg, langjähriger Freund und Verleger, sowie Sabine Rückert führen in Lenz’ Werk ein, sprechen über Pflicht und Gewissen, Schuld und Unschuld. Das Dokudrama „100 Jahre Siegfried Lenz – Was würdest du tun?“ ist in der ARD Mediathek zu sehen und wird am 16. März 2026 um 22:45 Uhr im NDR Fernsehen gesendet. Keine klassische Kulturdoku, sondern ein Film, der Literatur und „echte“ heutige Menschen auf neuartige Weise zusammenbringt. Club-Legenden: Wie das Zeppelin zum Hotspot einer ganzen Generation wurde 1983 eröffnete in Stelle im Landkreis Harburg das Zeppelin, gefeiert als „Norddeutschlands größte Diskothek“. Der riesige Club auf dem Land zog jedes Wochenende Tausende Gäste an, die lange Autofahrten auf sich nahmen, um zwischen Gyros-Teller, Lasershow und Dancefloor zu feiern. Auch Produzent Alex Christensen (U 96) war Teil der Szene: Ende der 1980er-Jahre arbeitete er als DJ im Zeppelin und spielte frühe Versionen seines späteren Welthits „Das Boot“. In der Reihe „Club-Legenden – Diskotheken, die Geschichte schrieben“ blickt NDR Kultur zurück auf diese Zeit, in der diese Großraumdisko auf dem Land zum legendären Ort und Hotspot einer ganzen Generation wurde (ndr.de/​clublegenden). (Text: NDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 06.03.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mo. 09.03.2026 NDR
  • Folge 24 (30 Min.)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 23.03.2026 NDR
  • Folge 25 (30 Min.)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 30.03.2026 NDR
  • Folge 26 (30 Min.)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 13.04.2026 NDR
  • Folge 27 (30 Min.)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 20.04.2026 NDR
  • Folge 28 (30 Min.)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 27.04.2026 NDR

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