• Folge 1 (30 Min.)
      Der Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 markierte einen Wendepunkt – auch für die US-Eliteuniversität Harvard. Nur wenige Monate nach dem Amtsantritt von Präsidentin Claudine Gay eskalierte eine Krise, die die Hochschule in den Mittelpunkt einer politischen Schlacht rückte. Eine Stellungnahme propalästinensischer Studierendengruppen und die anschließenden Proteste gegen den Gaza-Krieg wurden von Medien und Politik instrumentalisiert. Das MAGA-Lager nutzte die Gelegenheit, um die These zu verbreiten, das amerikanische Hochschulwesen sei von Antisemitismus durchsetzt. Die Kontroverse gipfelte in Gays Anhörung vor dem Kongress. Ihre Antwort auf die Frage, wie man an der Uni mit Aufrufen zum Völkermord an den Juden umgehe, sorgte international für Empörung. Kurz darauf folgten Plagiatsvorwürfe, und nach nur sechs Monaten trat sie zurück – ein Erfolg für die konservativen Hardliner. Doch die Offensive gegen Harvard hat eine längere Vorgeschichte. Bereits während des Vietnamkriegs wurden Universitäten zu Zentren des Protests, und Politiker wie Richard Nixon erklärten „die Professoren“ zu Staatsfeinden. Donald Trump griff diesen Kampf wieder auf: Nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus setzte er eine Task Force gegen Antisemitismus ein und übte finanziellen Druck auf Harvard aus. Parallel veröffentlichte die konservative Heritage Foundation mit dem „Project Esther“ einen Fahrplan zur Bekämpfung propalästinensischer Aktivisten. Die Festnahme zweier ausländischer Studierender, Mahmoud Khalil und Rümeysa Öztürk, durch die US-Einwanderungsbehörde ICE verschärfte die Angst auf dem Campus. Kritische Stimmen verstummen, während die Regierung gezielt gegen „linke Hochschulen“ vorgeht. Die Botschaft ist klar: Wer sich für Palästina einsetzt, riskiert Repression. Die Freiheit der Wissenschaft steht auf dem Spiel – und mit ihr die Zukunft des politischen Diskurses in den USA. (Text: arte)
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    • Folge 2
      Im Januar 2025, unmittelbar nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus, erklärte Trump den amerikanischen Universitäten den Krieg. Nach ersten Einschüchterungsmaßnahmen setzte der US-Präsident auf eine Waffe, die er besser beherrscht als jeder andere: das Geld. Sein erster Schlag traf nicht Harvard, sondern die Columbia University in New York. Nachdem der Hochschule rund 400 Millionen Dollar an Fördermitteln entzogen worden waren, gab sie den Forderungen der Regierung nach und zahlte am Ende sogar drauf, um eine dauerhafte Finanzierung zurückzuerlangen. Damit war der Harvard University klar, dass es sie als die reichste Universität der Welt als Nächstes treffen würde. Trotz eines Stiftungsvermögens von über 50 Milliarden Dollar sind die Forschungsabteilungen in Harvard stark auf nationale Gelder angewiesen. Die von Elon Musk geleitete Organisation der US-Administration „Department of Government Efficiency“ (DOGE) machte diese Fördermittel zur politischen Waffe. Programme zu Klima, Gender, Race und Diversität verloren ihre Finanzierung – damit trat ein ideologischer Konflikt offen zutage, der schon lange schwelte. Tatsächlich warf ein Teil der amerikanischen Rechten den Universitäten schon lange vor, die künftigen Eliten zu indoktrinieren und ein zu progressives Gesellschaftsbild zu verbreiten. Das MAGA-Lager wollte diese Programme nun systematisch zurückdrängen. Als über acht Milliarden Dollar an Mitteln eingefroren wurden, wollte Harvards neuer Präsident Alan Garber zunächst verhandeln und weckte die Befürchtung, er folge dem Beispiel der Columbia University. Studierende forderten die Hochschulleitung öffentlich zum Widerstand auf. Doch angesichts des finanziellen Drucks wirkte selbst die reichste Universität der Welt verwundbar. Bald fragte man sich auf dem Campus nicht mehr, ob Harvard nachgeben würde, sondern nur noch, wann. (Text: arte)
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    • Folge 3
      Über Wochen hinweg übte die Regierung unter Donald Trump massiv Druck auf die amerikanische Elite-Universität Harvard aus. Es schien fast so, als würde sich die Hochschule fügen, doch am 14. April 2025 kam es anders als erwartet: Die Vorgaben aus dem Weißen Haus – unter anderem zur Einstellung von Dozierenden, zur Aufnahme von Studierenden und sogar zu Lehrinhalten – gingen Universitätspräsident Alan Garber zu weit. Er weigerte sich, sie hinzunehmen. Harvard wurde über Nacht zum Symbol der Widerstandsbewegung gegen Donald Trump. Auf dem Campus war man stolz, erleichtert und sogar ein wenig euphorisch. Doch der Gegenschlag ließ nicht lange auf sich warten: Subventionen in Höhe von mehr als zwei Milliarden Dollar wurden eingefroren, und die Regierung versuchte sogar, das Programm zur Aufnahme ausländischer Studierender – mehr als ein Viertel der Studierendenschaft – auszuhebeln. Einigen Betroffenen drohte der Verlust ihrer Aufenthaltsgenehmigung. Sie nahmen daher das Risiko auf sich und protestierten öffentlich. Harvard ging vor Gericht und Alan Garber wurde für seinen Mut belohnt: Die Justiz blockierte die Maßnahme, die sich gegen ausländische Studierende richtete, und erklärte die Streichung der 2,2 Milliarden Dollar Subventionen für Forschungszwecke für rechtswidrig. Seither wird Garber auf dem Campus als Held gefeiert. Harvard scheint eine der wenigen großen amerikanischen Institutionen zu sein, die dem Präsidenten Paroli geboten haben. Dieser Erfolg verschleiert jedoch eine ambivalente Realität. Hinter den Kulissen verhandelt Harvard weiter und nimmt manche von der Regierung ausgehende Forderungen in Kauf, insbesondere beim Umgang mit Diversitätsfragen. Ist der Widerstand der amerikanischen Universität tragend oder betrifft er nur ein paar wenige Themenfelder? Trotz ihrer juristischen Erfolge geht die Hochschule verändert aus dieser Auseinandersetzung hervor. Dabei stellt sich eine grundlegende Frage: Wer kontrolliert, was man denken und lehren darf? (Text: arte)
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