• Folge 1 (45 Min.)
    Cartoonist Robin Thiesmeyer hat sich mit seiner Kunst abhängig von den Big Techs gemacht. – Bild: ZDF und Timo Höft
    Cartoonist Robin Thiesmeyer hat sich mit seiner Kunst abhängig von den Big Techs gemacht.
    Eine Handvoll US-Tech-Konzerne kontrolliert das Netz, die Märkte und unsere Aufmerksamkeit. Wie konnte Europa in diese digitale Abhängigkeit geraten? Google, Meta & Co.dominieren den digitalen Raum. Ihre Marktmacht setzt Medien, Wirtschaft und Demokratie unter Druck. Die vermeintliche Vielfalt im Netz erweist sich dabei zunehmend als gefährliche Illusion. Mehr als 17 Millionen registrierte Domains gibt es allein in Deutschland. Die Versprechen der Internetpioniere waren einst grenzenlose Vielfalt, Freiheit und demokratischer Diskurs. Doch die Realität im digitalen Raum sieht heute radikal anders aus: Eine Handvoll US-amerikanischer Techgiganten beherrscht die Märkte, während Qualitätsjournalismus ausblutet, die europäische Digitalwirtschaft verkümmert und die Demokratie unter Druck gerät. Der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Martin Andree hat anhand von Millionen Datensätzen das digitale Nutzungsverhalten in Deutschland vermessen und entlarvt die vermeintliche Vielfalt als gefährliche Illusion: Google hält rund 88 Prozent Marktanteil bei Suchmaschinen, YouTube vereint den Großteil der Gratis-Video-Nutzung auf sich, und der Meta-Konzern bündelt fast die gesamte Social-Media-Nutzung. „Der Großteil des tollen Webs, das wir noch so romantisch wahrnehmen, ist tot“, bringt es Bestsellerautor Marc-Uwe Kling auf den Punkt. Der Berliner Cartoonist Robin Thiesmeier erlebt über Nacht das Gefühl existenzieller Ohnmacht, als sein Account mit Zehntausenden Followern von Instagrams Algorithmen ohne Angabe von Gründen gesperrt wird. Hanna Möllers vom Deutschen Journalisten-Verband warnt vor dem Sterben unabhängiger Medien, wenn Reichweiten und Werbeetats monopolisiert werden. Immer wieder geht es um unfaire Methoden der Digitalgiganten und um Menschen, die sich damit nicht abfinden wollen. Der Internetpionier und Idealo-Mitgründer Albrecht von Sonntag berichtet von seinem jahrelangen Rechtsstreit gegen Google wegen Marktmissbrauchs und seinen ersten Erfolgen gegen den „Internetgott“. (Text: 3sat)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 09.12.2026 3sat
  • Folge 2 (40 Min.)
    Wir müssen uns stark machen für ein digital unabhängiges Europa.
    In Gesellschaft, Wirtschaft und Politik wächst der Widerstand gegen die Macht der Techgiganten. Kann Europa seine digitale Souveränität zurückerobern? Die Resignation weicht einer neuen Entschlossenheit: Von München bis Paris entstehen europäische Alternativen zu US-Plattformen und Cloudanbietern. Offene Standards, Regulierung und KI-made in Europe Auch die Politik versucht mit einem neu geschaffenen Ministerium für Digitales und Staatsmodernisierung unter Bundesminister Karsten Wildberger, den Rückstand zu den Big Techs aufzuholen. Für viele Branchenkenner kommt dieser Schritt Jahrzehnte zu spät. Überall in Deutschland und Europa formiert sich Widerstand. Beim Hamburger Zukunftsfestival „2MR“ („Tomorrow“) der Initiative „Save Social – Networks For Democracy gUG“ fordern Wissenschaftler, Medienschaffende, Kulturschaffende wie Marc-Uwe Kling und Politiker wie Hamburgs Kultursenator Dr. Carsten Brosda eine Rückeroberung der digitalen Souveränität durch striktere Regulierung, offene Standards und mutige europäische Alternativen. Wie solche Alternativen aussehen können, zeigt die Stadt München. CDO Laura Dornheim zeigt nicht nur, wie die Verwaltung sich von amerikanischer Software loslöst, sondern auch, wie sie mit ihrem eigenen Rechenzentrum unabhängig von amerikanischen Cloudanbietern geworden ist. Auch Frankreich setzt auf eigene digitale Infrastruktur. Die gesamte französische Verwaltung arbeitet mit einer souveränen französischen Cloud. Gleichzeitig will das Pariser Unternehmen Mistral Europa im Rennen um digitale Souveränität in eine Poleposition bringen. Public Affairs Director Audrey Herblin-Stoop legt offen, wie Mistral Europa im Rennen um digitale Souveränität in eine Poleposition bringen will. Doch digitale Souveränität ist nicht nur eine technische, sondern auch eine politische Frage. Die Erste Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Sabine Verheyen, diskutiert mit Martin Andree darüber, wie man die Techkonzerne nach den gleichen Spielregeln in die Demokratie einbindet wie andere Medien und Unternehmen. Und sie geht der Frage nach, ob eine Regulierung des Algorithmus wieder faire Bedingungen herstellen kann. Der niederländische Journalist Eric Smit kämpft mit seiner Organisation Firewall gegen Big Tech und deckt die Missstände der Großkonzerne auf. Bei Weihbischof Anton Losinger geht es schließlich mit Blick auf die Alpen um die großen Fragen, die die KI für uns Menschen aufwirft. Ein spiritueller Ausblick in die Zukunft. „Die Techkonzerne haben das Betriebssystem unserer Gesellschaft gehackt. Jetzt müssen wir sie mit derselben Entschlossenheit zurückhacken. Wir sind hier noch eine Demokratie – wir sind hier die Chefs“, sagt Martin Andree. (Text: 3sat)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 09.12.2026 3sat

Mehr Spoiler…

Hol dir jetzt die fernsehserien.de App