Staffel 4
Staffel 4 von Genuss mit Beigeschmack startete am 02.04.2026 in der ZDFmediathek und am 05.04.2026 im ZDF.
11. Orangen
Staffel 4, Folge 1 (45 Min.)
Auslöser des Citrus Greening ist ein Bakterium, das von Blattflöhen auf Orangenbäume übertragen wird. Die Blätter infizierter Bäume werden fleckig, die Früchte bleiben mickrig und grün, sind dann nicht mehr für den Verkauf oder die Saftproduktion geeignet.Bild: EnvatoOrangensaft zum Frühstück, Orangen in der Winterzeit: Zitrusfrüchte sind kaum mehr aus unserer Ernährung wegzudenken. Doch eine Krankheit bedroht die Ernte, der Preisdruck steigt. Unter den Säften rangiert O-Saft hierzulande auf Platz eins. Was aber kaum jemand weiß: Das Konzentrat dafür kommt aus Brasilien. Dort gefährdet das sogenannte Citrus Greening, eine um sich greifende Krankheit, die Produktion – mit Folgen für die Arbeitsbedingungen. Auslöser des Citrus Greening ist ein Bakterium, das von Blattflöhen auf Orangenbäume übertragen wird. Die Blätter infizierter Bäume werden fleckig, die Früchte bleiben mickrig und grün, sind dann nicht mehr für den Verkauf oder die Saftproduktion geeignet.Im Jahr 2024 hatte sich die brasilianische Ernte durch die Krankheit halbiert. Der Saft wurde hierzulande deshalb teurer, mit Zuckerwasser gestreckt oder die Flaschen wurden kleiner. Im Zitruszentrum und agrarwissenschaftlichen Institut im brasilianischen Araras untersucht die Biologin Valdenice Novelli täglich Hunderte Proben. „Ungefähr 50 Prozent der Proben tragen das Bakterium in sich. Das ist ein großes Problem. Wenn es keine Lösung gibt, wird die Produktion im Staat São Paulo schrumpfen“, sagt Novelli. Die Orangenindustrie hat bereits darauf regiert und ihre Felder vom Zitrusgürtel im Süden Brasiliens weiter in den Norden verlagert. Hier, wo die Branche noch relativ jung ist, sind die Arbeitsbedingungen deutlich schlechter als im Süden. Marcio Tavares de Moraes, der schwarz für wechselnde Orangenproduzenten arbeitet, erzählt: „Man steht morgens um vier oder fünf Uhr auf und verdient schlecht. Man weiß nie, ob man von einer Schlange gebissen wird oder von einem Baum herunterfällt und sich verletzt.“ Eine Kranken- oder Rentenversicherung gibt es nicht. Seine Söhne, 12 und 14 Jahre alt, unterstützen ihn bei der Ernte. Ohne deren Mithilfe würde das Geld nicht für die Familie reichen. Gemeinsam verdienen sie rund 20 Euro pro Tag. Anders als das Orangensaftkonzentrat kommen die Orangen zum Verzehr meist aus Spanien. Auch hier sind die Arbeitsbedingungen ein Problem. Gewerkschaften berichten von Ausbeutung und mafiösen Strukturen. Spanien hat außerdem mit der Klimakrise zu kämpfen: Extreme Niederschläge oder lang anhaltende Trockenperioden erschweren den Anbau, illegale Brunnen trocknen das Land weiter aus. Ein Umwelt-Projekt versucht, konventionelle Orangen naturverträglicher zu produzieren. Beispielsweise werden Bäume nur nach Bedarf bewässert und Pestizide nur bei Befall eingesetzt. Ein Vorteil für die Umwelt und die Orangenbauern, die weniger Wasser und Pflanzenschutzmittel einkaufen müssen. Das Projekt soll auch dazu dienen, die Lieferketten der Zukunft zu sichern. In der ZDF-Doku „Orangen – Genuss mit Beigeschmack“ führen uns Ronja Bachofer und Yasser Speck zu den wichtigsten Schauplätzen der Orangenindustrie. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 02.04.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere So. 05.04.2026 ZDF 12. Erdbeeren
Staffel 4, Folge 2 (45 Min.)Die Erdbeerernte wird vielerorts von Saisonkräften verrichtet. Die Arbeit ist hart, der Lohn gering. Abgesichert sind die wenigsten von ihnen: Als Starkregen und Überschwemmungen zu Beginn des Jahres die Ernte verzögerten, gab es auf vielen Plantagen keine Arbeit und damit auch kein Geld. Meist sind die Pflückerinnen und Pflücker in einfachen Holzhütten untergebracht – ohne Strom und sanitäre Anlagen.Bild: ZDF und Stefan Spoo, Ghostcat Medienproduktion GmbHSüß, rot, unwiderstehlich – Erdbeeren. Früher eine Frucht, die es nur im Sommer gab, heute nahezu das ganze Jahr verfügbar. Das bleibt nicht ohne Folgen für Mensch und Umwelt. Während heimische Erdbeerbetriebe seit Jahren durch steigende Produktionskosten unter Druck stehen, überschwemmen billig produzierte Erdbeeren den Markt. Reporterin Judith Paland fragt nach, wer am Ende den Preis für unseren Erdbeerhunger zahlt. Spanien ist für Deutschland das mit Abstand wichtigste Lieferland für frische und günstige Erdbeeren. Dort werden vor allem in der Region um Huelva in Andalusien die süßen Früchte angebaut.Im Jahr 2024 exportierte Spanien mehr als 250.000 Tonnen Erdbeeren ins Ausland. Ihr Wert: fast 800 Millionen Euro. Die Erdbeerernte wird vielerorts von Saisonkräften verrichtet. Die Arbeit ist hart, der Lohn gering. Und abgesichert sind die wenigsten von ihnen: Als Starkregen und Überschwemmungen zu Beginn des Jahres die Ernte verzögerten, gab es auf vielen Plantagen keine Arbeit und damit auch kein Geld. Meist sind die Pflückerinnen und Pflücker in einfachen Holzhütten untergebracht – ohne Strom und sanitäre Anlagen. Abfälle landen oft auf wilden Deponien. Genauso wie die aus dem Folienanbau stammenden Kunststoffabfälle, die achtlos in der Natur entsorgt werden. Für die Umwelt ist aber nicht nur der Plastikmüll ein Problem: Es ist auch der Durst der Erdbeeren. Ihr hoher Wasserbedarf wird teilweise durch illegale Brunnen gedeckt, mit der Folge, dass der Grundwasserspiegel im Umfeld des Nationalparks Doñana sinkt. Das sensible Feuchtgebiet ist bereits seit Jahren von Wasserknappheit bedroht. Trotz alledem: Das Geschäft mit der Erdbeere boomt. Gleichzeitig schrumpft in Deutschland die Erdbeeranbaufläche Jahr um Jahr: Allein zwischen 2021 und 2025 um 23 Prozent. Besonders betroffen ist der Freilandanbau. Trotz kurzer Transportwege sind heimische Erdbeeren oft teurer als importierte. Grund sind die hohen Lohnkosten sowie steigende Energie- und Betriebsmittelkosten, was deutsche Erdbeerbauern zunehmend an die wirtschaftlichen Grenzen bringt. Doch nicht nur frische Erdbeeren sind gefragt: Auf Social Media werden gefriergetrocknete Erdbeeren als vermeintlich gesunder Snack gehypt. Unerwähnt bleibt meist: Ihre Herstellung ist energieintensiv und gesund sind sie wegen des hohen Zuckergehaltes auch nicht unbedingt. Dazu kommt: Die Rohware stammt häufig aus Nicht-EU-Ländern, etwa aus der Türkei oder China. Über ihre genaue Herkunft bleiben Konsumentinnen und Konsumenten oft im Unklaren. Die Erdbeere ist längst kein reines Saisonprodukt mehr. Vielmehr ist sie inzwischen eine global gehandelte Ware, deren Anbau und Verarbeitung vielerorts Probleme macht. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere So. 14.06.2026 ZDF
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