Solange es Menschen gibt

    USA 1958 (Imitation of Life)
    Melodram (124 Min.)
    Diva: Lana Turner als Lora Meredith – Bild: SRF
    Diva: Lana Turner als Lora Meredith – Bild: SRF
    Bei einem Ausflug an den Strand von Coney Island verliert die junge Schauspielerin Lora Meredith ihre sechsjährige Tochter Suzie (Terry Burnham / Sandra Dee) aus den Augen. Nach einigem Suchen findet sie die Kleine in der Obhut der Schwarzen Annie Johnson und deren Tochter Sarah Jane (Karen Dicker / Susan Kohner). Da sich die beiden Frauen auf Anhieb mögen und die verwitwete Lora nichts dringender braucht als eine Haushälterin und ein Kindermädchen für ihre Tochter, nimmt sie Annie in ihre Dienste. So wachsen die beiden Mädchen wie Geschwister heran – und Lora arbeitet verbissen an ihrer Karriere. Sie lernt den Talentjäger Allen Loomis kennen, macht durch ihn die Bekanntschaft des Autors David Edwards und ist alsbald ein gefeierter Star.
    Loras Renommee entsprechend können die vier ihre schäbige Stadtwohnung gegen eine prächtige Villa tauschen. Und doch – so richtig glücklich ist keine. Lora vernachlässigt ihre Tochter und hat eine Liaison mit dem Starfotografen Steve Archer . Ihre Tochter Suzie fühlt sich einsam und hängt an Annie. Annies hellhäutige Tochter Sarah Jane gibt sich als Weisse aus und verleugnet ihre Mutter. Sie verlässt ihr Zuhause und beginnt eine Karriere als Showgirl. Annie bricht das Herz. Sie hat nur einen einzigen letzten Wunsch: von ihrer Tochter «Mutter» genannt zu werden.
    «Imitation of Life», eine auf die 1950er-Jahre zugeschnittene Adaption des gleichnamigen Bestsellers von Fannie Hurst aus dem Jahre 1933, ist Douglas Sirks bekanntester und erfolgreichster Film, dies nicht nur weil Sirk mit Lana Turner und John Gavin zwei der populärsten Stars der Fünfziger zusammen auf die Leinwand brachte, sondern auch weil er das ursprüngliche Drama – eine alleinstehende Mutter muss, um sich und ihr Kind durchzubringen, Karriere machen – in die Geschichte einer Frau verwandelt, der die Karriere wichtiger ist als die Familie.
    Rainer Werner Fassbinder, ein grosser Sirk-Verehrer, hat in einem Aufsatz zu «Imitation of Life» geschrieben: «Ein grosser, wahnsinniger Film vom Leben und Tod. Und ein Film von Amerika. Der erste grosse Augenblick: Annie sagt zu Lana Turner, dass Sarah Jane ihre Tochter sei. Annie ist schwarz und Sarah Jane fast weiss. Lana Turner zögert, versteht schon, zögert immer noch und tut dann schnell so, als sei dies die natürlichste Sache der Welt, dass eine Schwarze eine weisse Tochter hat. Aber es ist nichts natürlich – nie, den ganzen Film über nicht. Und doch versucht jeder krampfhaft, seine Gedanken und Wünsche auch für das Seine zu halten. Sarah Jane möchte nicht als Weisse gelten, weil Weiss die schönere Farbe ist als Schwarz, sondern weil es sich weiss besser leben lässt. Lana Turner möchte nicht Theater spielen, weil das schön ist für sie, sondern weil man, wenn man Erfolg hat, einen besseren Platz hat in dieser Welt. Und Annie möchte keine Superbeerdigung, weil sie davon etwas hätte, denn dann ist sie ja tot, sondern weil diese Welt nachträglich noch eine Bedeutung vormachen will, die sie als Lebende nicht haben durfte. Keinem der Protagonisten wird je klar, dass alles – Gedanken, Wünsche und Träume – präzis aus der gesellschaftlichen Realität entstehen oder von ihr manipuliert sind. Ich kenne keinen Film, der diesen Umstand so deutlich und so verzweifelt formulieren würde.» (Rainer Werner Fassbinder in: «Filme befreien den Kopf»). (Text: SRF)
    Originalsprache: Englisch
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    Reviews und Kommentare

    • (geb. 1970) am melden

      Dieser Film berührt mich sehr und ist leider auch heute noch ein Thema.
      Würde ihn gerne wiedersehen.
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