Cabaret

    USA 1972
    Musik (124 Min.)
    Cabaret vom Feinsten: Sally Bowles (Liza Minnelli) und ihr Bühnenpartner (Joel Grey) in der berühmten Nummer „Money Makes the World Go Round“. – Bild: ZDF und ABC Circle Film (us)
    Cabaret vom Feinsten: Sally Bowles (Liza Minnelli) und ihr Bühnenpartner (Joel Grey) in der berühmten Nummer „Money Makes the World Go Round“.

    Sally, amerikanische Varietésängerin im Berlin der 1930er Jahre, verliebt sich in den bisexuellen englischen Studenten Brian. Max, ein reicher Playboy, verführt beide. Sally wird schwanger.Ein Meisterwerk des Musicalfilms mit brillant choreografierten und vorge- tragenen Cabaret-Nummern. Darsteller und Kamera sind erstklassig. Neben Kameramann Geoffrey Unsworth erhielten die Darsteller Joel Grey und Liza Minnelli für ihre Leistung einen Oscar.Zu Beginn der 1930er Jahre zieht der englische Student Brian Roberts in eine billige Berliner Pension, in der sich neben etlichen anderen Dauergästen auch die unkonventionelle amerikanische Varieté-Sängerin Sally Bowles eingemietet hat. Während die begabte Sally jeden Abend im verruchten Kit-Kat-Klub gemeinsam mit dem Zeremonienmeister furiose Gesangs- und Tanznummern absolviert und dabei von einer großen Hollywoodkarriere träumt, verdient Brian seine Brötchen als Englischlehrer mit Schülern wie dem verarmten Möchtegern-Gigolo Fritz Wendel oder der höheren Tochter Natalia Landauer aus reichem jüdischen Hause. Sally versucht immer verzweifelter, den sexuell unerklärlich zurückhaltenden Brian zu verführen. Fritz und Natalia verlieben sich ohne große Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft, da nicht nur der gesellschaftliche Unterschied, sondern kurz vor der Machtübernahme der Nazis auch Natalias jüdische Herkunft für beide auf unterschiedliche Weise zum Problem wird. Als Sally schließlich eine Affäre mit dem reichen Baron Maximilian von Heune beginnt, ahnt sie nicht im Geringsten, dass ihr reicher Liebhaber keineswegs nur an ihrem Luxuskörper interessiert, sondern auch für Brians Reize empfänglich ist. Es beginnt eine stürmische Dreiecksbeziehung, an deren plötzlichem Ende Sally vor einer folgenschweren Entscheidung steht. Liza Minnellis Durchbruch mit „Cabaret“ war zugleich auch der Höhepunkt ihrer Filmkarriere, die sich später zwar noch mit Filmen wie „Lucky Lady“ (1976) oder „New York, New York“ (1981) fortsetzte, einen vergleichbaren Welterfolg auf der Leinwand jedoch nicht mehr zu bieten hatte. Stattdessen konzentrierte sie sich auf etliche Broadwayproduktionen, Musicalaufnahmen und Fernsehshows (unter anderem erhielt sie einen Emmy für „Liza with a Z“). Diverse größere Operationen sowie Alkohol- und Drogen-Entziehungskuren waren die Schattenseiten ihres Erfolges. Liza Minnellis Oscar für „Cabaret“ machte sie zur einzigen Frau im amerikanischen Show-Geschäft, die als Tochter zweier Oscargewinner – Judy Garland und Vincente Minnelli – selbst auch eine der begehrten Trophäen nach Hause tragen konnte. Drei Golden Globes und acht Oscars (an Minnelli, Joel Grey, Bob Fosse, den Komponisten Ralph Burns, Kameramann Geoffrey Unsworth, Schnitt, Ton und die künstlerische Gestaltung des deutschen Szenenbildner-Teams Rolf Zehetbauer, Hans Jürgen Kiebach, und Herbert Strabel) waren 1973 die stolze Bilanz für „Cabaret“, der auch den Karrieren der nicht Oscar-prämierten Beteiligten Michael York („Mord im Orient-Express“, 1974, „Die drei Musketiere“, 1974 und ihre Fortsetzungen 1975 und 1988), Helmut Griem („Die Moral der Ruth Halbfass“, 1972, „Ludwig“, 1972) und Marisa Berenson („Barry Lyndon“, 1975 „Weißer Jäger, schwarzes Herz“, 1990) beträchtlichen Auftrieb gab. (Text: 3sat)

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