3096 Tage

    D 2013 (3096)
    Spielfilm (111 Min.)
    Wolfgang Priklopil (Thure Linhardt) nimmt Natascha Kampusch (Antonia Campbell-Hughes) mit in den Baumarkt. – Bild: BR/Constantin Film Verleih GmbH/Jürgen Olczyk
    Wolfgang Priklopil (Thure Linhardt) nimmt Natascha Kampusch (Antonia Campbell-Hughes) mit in den Baumarkt. – Bild: BR/Constantin Film Verleih GmbH/Jürgen Olczyk
    Am Morgen des 2. März 1998 wird die zehnjährige Natascha Kampusch (Amelia Pidgeon) auf ihrem Schulweg von einem Mann in einen Lieferwagen gezerrt und in dessen Haus in einem Wiener Vorort verschleppt. Hier hat der arbeitslose Fernmeldetechniker Wolfgang Priklopil (Thure Lindhardt) in monatelanger Arbeit ein unterirdisches Verlies gebaut, in dem sein wehrloses Opfer die nächsten 3096 Tage ihres Lebens verbringen wird. Zunächst steht die minderjährige Natascha noch unter Schock, begreift nicht den Ernst ihrer Situation. Erst nach und nach wird ihr bewusst, in welch auswegloser Lage sie sich befindet: Ihr Entführer, ein eigenbrötlerischer, psychisch labiler, sexuell verklemmter junger Mann, hat sich das Mädchen ausgesucht, um es in seinem Keller als gehorsame Gespielin aufzuziehen. Den Machtwillen zur absoluten Hörigkeit zwingt der Kidnapper seinem Opfer in Form von Überwachung, seelischen Erniedrigungen und körperlicher Gewaltanwendung auf. Die Außenwelt bekommt davon nichts mit: Nachdem sich die umfangreiche polizeiliche Fahndung als ergebnislos erwies und selbst Nataschas Mutter (Trine Dyrholm), die ihre Tochter vorwiegend alleine aufzog, jede Hoffnung aufgegeben hat, glätten sich auch die medialen Wogen. Man geht zur gesellschaftlichen Tagesordnung über. Selbst Wolfgang Priklopils Mutter (Dearbhla Molloy), die ihren zu Sozialkontakten unfähigen Sohn mit vorgekochtem Essen versorgt, ahnt nichts. Je länger der Aufenthalt in ihrem kargen Gefängnis dauert, je älter sie wird, desto mehr begreift Natascha (nun: Antonia Campbell-Hughes), dass sie nur eine Chance zum Überleben hat, wenn sie sich auf das perfide Spiel ihres Entführers einlässt. Sie beginnt, seine Schwächen für sich auszunutzen, und erreicht damit, dass sie nach und nach mehr Freiheiten genießt – auch wenn jeder Versuch der Auflehnung eine unbeherrschte Attacke ihres Peinigers heraufzubeschwören droht. Es entsteht eine bizarre gegenseitige Annäherung, die bei Natascha der Verzweiflung geschuldeter Selbstzweck ist, während Priklopil jetzt auch sexuelle Ansprüche stellt. Doch für das inzwischen volljährige Mädchen gibt es nach wie vor nur einen Gedanken: Flucht! Und eines Tages bietet sich ihr endlich die Gelegenheit. Wüsste man nicht um die Tatsachen, es wäre noch heute kaum zu glauben: Zwischen dem 2. März 1998 und dem 23. August 2006 verbrachte die junge Österreicherin Natascha Kampusch genau 3096 Tage im unterirdischen Gefängnis ihres Kidnappers: die wichtigsten Jahre ihres Heranwachsens. Ein spektakulärer Entführungsfall, der ein weltweites mediales Echo heraufbeschwor. 2010 veröffentlichte Kampusch ihre Autobiografie. Der deutsche Erfolgsproduzent Bernd Eichinger sicherte sich die Filmrechte und begann persönlich mit einer Drehbuchfassung, die er bis zu seinem plötzlichen Tod im Januar 2011 jedoch nicht mehr fertigstellen konnte und von der Autorin Ruth Toma und dem Journalist Peter Reichard vollendet wurde. Unter der behutsamen Regie von Sherry Hormann entstand ein beklemmendes Protokoll des vermeintlichen Tatherganges, das umso verstörender wirkt, weil die beiden internationalen Hauptdarsteller Antonia Campbell-Hughes und Thure Lindhardt das gnadenlose Psychoduell zwischen Täter und Opfer geradezu beängstigend glaubwürdig nachstellen. Auf dem Schulweg wird die zehnjährige Natascha Kampusch von einem Mann in einen Lieferwagen gezerrt. Der arbeitslose Wiener Fernmeldetechniker Wolfgang Priklopil hat die Tat lange geplant und in seinem Haus ein unterirdisches Verlies gebaut, in das er das verzweifelte Mädchen sperrt. Während die Polizei nach Natascha sucht, begreift die, dass ihr Entführer nicht vorhat, sie wieder freizulassen. Über acht Jahre muss das Mädchen in ihrem Gefängnis ausharren und sich auf ihre Art mit der ausweglosen Situation und dem unberechenbaren Kidnapper arrangieren. Bis ihr eines Tages die Flucht gelingt. (Text: One)
    Deutsche TV-Premiere: 13.08.2014
    Originalsprache: Englisch
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