Christopher-Street-Day-Parade am 01.08.2026 in Hamburg, eine Woche nach dem Anschlag in Berlin
Bild: ZDF
Eine Woche nach dem Attentat in Berlin demonstrieren beim CSD in Hamburg 300.000 Menschen für Vielfalt und gleiche Rechte. Viele wollen sich nicht einschüchtern lassen. Zugleich zeigt sich die Bedrohung im Alltag: Manche queeren Paare vermeiden es aus Angst vor Anfeindungen, ihre Liebe öffentlich zu zeigen. Wie Sichtbarkeit Akzeptanz fördern kann, zeigt der Handball-Bundesligaspieler Lucas Krzikalla. Nach Jahren des Versteckens bekannte er sich im Oktober 2022 öffentlich zu seiner Homosexualität. Statt eines Shitstorms erlebte er breite Unterstützung. Die Berliner Dragqueen Barbie Breakout engagiert sich seit Jahrzehnten für queere Rechte.
Sie nimmt einen gesellschaftlichen Backlash wahr: Freiheitsrechte würden zunehmend infrage gestellt, Stereotype gezielt für Kampagnen gegen Minderheiten genutzt. Auch Stephan und Mathias sorgen sich um ihre Zukunft. Das schwule Paar lebt mit seinen Zwillingen in der Nähe von Regensburg und ist seit 2025 verheiratet. Beide berichten von großer Offenheit in ihren Familien und ihrem Umfeld. Zugleich fragen sie sich, ob rechtskonservative Kräfte ihre Rechte wieder einschränken könnten – bis hin zu der Sorge, ihre Kinder zu verlieren. (Text: ZDF)
Deutsche Streaming-PremiereMo. 21.09.2026ZDFmediathekDeutsche TV-PremiereMo. 28.09.2026ZDFinfo
Die Medienwissenschaftlerin Katharina Mosene beschreibt das Internet als Verstärker anti-queerer Debatten.
Bild: ZDF und Björn Lindenblatt
Diese Folge fragt nach den Ursachen von Queerfeindlichkeit. Sie zeigt, wie Transmenschen zur Projektionsfläche von Konflikten um Identität, Familie und Geschlechterrollen werden. Paul Ninus Naujoks erlebt die Folgen dieser Auseinandersetzungen unmittelbar. Die Dokumentation blickt in christliche Milieus, in denen Homosexualität lange als Sünde galt. Zugleich begleitet sie die Pastorinnen Steffi und Ellen Radtke, die innerhalb der Kirche einen geschützten Raum für queere Menschen geschaffen haben. In der von der Frauenrechtlerin Seyran Ateş mitbegründeten Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin sind queere Musliminnen und Muslime ausdrücklich willkommen.
Tugay Saraç bewegte sich nach eigener Aussage lange im Umfeld von Islamisten. Heute lebt er als queerer Muslim und erhält Morddrohungen. Carlos dos Reis floh aus Venezuela. Er berichtet, dass seine Homosexualität selbst in seiner Familie als Krankheit angesehen worden sei und seine Mutter ihn einer Konversionstherapie habe unterziehen wollen. In Deutschland lebt er offen queer und nimmt mit einer Gruppe queerer Migrantinnen und Migranten am CSD in Dresden teil. Dort erlebt er den politischen Konflikt um den Versammlungsstatus der CSD-Parade.
Erst eine erfolgreiche Klage der Veranstalter ermöglicht die Demonstration. Beim CSD in Berlin erleben mehrere Protagonistinnen und Protagonisten den Angriff unmittelbar mit, darunter Carlos dos Reis und Barbie Breakout. Wenige Tage später geht Paul Ninus Naujoks beim CSD in Hamburg erneut auf die Straße: „Jetzt erst recht!“ „Feindbild Queer“ erzählt von Menschen, die sich ihre Sichtbarkeit nicht nehmen lassen wollen. Die beiden Dokumentationen zeigen, wie aus Angst Entschlossenheit entstehen kann, und fragt, ob sich eine offene Gesellschaft einschüchtern lässt oder ihre Freiheit selbstbewusst verteidigt. (Text: ZDF)
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