bisher 182 Folgen, Folge 139⁠–⁠161

  • Folge 139 (30 Min.)
    Die MDR-Reihe „exactly“ zeigt Menschen, die offen über ihre Erlebnisse sprechen, und fragt: Wie hat Bitcoin unser Leben bisher beeinflusst und wie interagieren wir in Zukunft verantwortungsbewusst und kritisch mit der neuen Technologie? [ …] Bitcoin – ein virtuelles Bezahlsystem ohne Banken, ohne staatliche Kontrolle. Es ist ein digitaler Token, der von einem Computernetzwerk generiert wird. Innerhalb der letzten fünf Jahre sorgte die Wertsteigerung von 10.000 auf über 60.000 Euro pro Bitcoin für einen regelrechten Hype und weckte bei vielen Menschen die Vorstellung, jeder könnte reich werden, wenn er nur früh genug investiere. Eine dieser Früheinsteigerinnen ist Kathrin W. Mit Bitcoin wollte sie sich ein gutes Leben aufbauen. Als sie online eine Anzeige fand, die ihr hohe Gewinne mit neuer Technologie versprach, war sie dabei. Am Ende verlor sie 600.000 Euro. Anlagebetrüger nutzen die Unerfahrenheit ihrer Opfer und ermutigen diese durch Anzeigen oder Werbung, in Kryptowährungen zu investieren. Auch Peter W. hat bei einer vermeintlichen Geldanlage mehrere Tausend Euro verloren. Gutgläubig investierte er, nachdem er bei Facebook eine Anzeige las. Doch vermeintliche Gewinne werden nicht ausgezahlt: „Ich habe überhaupt nicht an Betrug gedacht, überhaupt nicht, muss ich sagen.“ Anlagebetrug mit Kryptowährung ist in Deutschland ein Millionengeschäft. Weltweit wird der Schaden sogar auf Milliarden geschätzt. Wie aber kann man sich schützen? Und gibt es eine Chance, wieder an sein Geld zu kommen? Antworten darauf sucht „exactly“ beim Verbraucherschutz und einem Anwalt, der die Maschen der Betrüger genau kennt. Aber auch im Alltag kann man dem Kryptogeld begegnen. Es gibt inzwischen Geschäfte, welche die Zahlung per Bitcoin akzeptieren. Wie das in einem Leipziger Café funktioniert, probiert das „exactly“-Team aus. Vom Besitzer erfährt es etwas über die Nutzungshäufigkeit und die Sicherheit des Systems. Außerdem trifft das Team auf Enthusiasten, die ein ganzes Hotel am Bitcoin orientieren. (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 31.03.2025 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mi. 02.04.2025 MDR
    • Arbeitstitel: Keine Lust auf niemand
    Folge 140 (30 Min.)
    Viele, die einsam sind, denken, dass sie alleine damit klarkommen müssen. Einsam zu sein ist ein Tabu in unserer Gesellschaft.
    Einsamkeit ist ein Tabu in unserer Gesellschaft. Dabei schwächelt gerade die Altersgruppe, von der am meisten erwartet wird, dass sie feiert, neugierig Studienplätze und Jobs wechselt. Viele junge Erwachsene sind erschöpft von den Erwartungen und geben sich häufig selbst die Schuld dafür. Christopher hat große Angst, dass sie nochmal wiederkommt, die Einsamkeit, das Gefühl, dass alle das Interesse an ihm verloren haben, ohne Freundin, ohne Freundeskreis. Nach einem Aufenthalt in Schottland kam er wieder zurück nach Sachsen-Anhalt, ins kleine Aschersleben, und fand einfach keinen Anschluss mehr an sein altes Leben. Christophers Gefühl beschreibt das, was viele in seinem Alter schon mal erlebt haben. Nach einer Studie des Bundesministeriums für Familie und Senioren fehlt 55% der Jugendlichen manchmal oder immer Gesellschaft und 26% haben nicht das Gefühl anderen Menschen nah zu sein. Jetzt könnte man sagen, die sollen sich mal nicht so haben. Doch so einfach ist es nicht. Einsamkeit macht krank und es besteht ein ernstzunehmender Zusammenhang zwischen jugendlicher Einsamkeit und autoritären Einstellungen. Menschen, die sich unverbunden und unverstanden fühlen, billigen mit höherer Wahrscheinlichkeit politische Gewalt und autoritäre Haltungen. Die Wissenschaft hat die jungen Menschen vergleichsweise kurz auf dem Schirm. Bisher waren Senioren im Fokus. Bei ihnen ist bekannt, dass sie unter Einsamkeit leiden. Es gibt Angebote für Treffen, für Begleitfahrten zum Arzt und zum Sport. Aber für Jüngere gibt es bisher nur wenige Hilfsangebote, um aus der Einsamkeit herauszufinden. Erst langsam kommt da etwas ins Rollen. Angestoßen vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, versucht die Gesellschaft mit verschiedenen Initiativen dagegenzuhalten, wie neue Wohnviertel, in denen sich Menschen begegnen. Startups wie Krisenchat bieten schnelle Hilfe aus der Einsamkeitsfalle. Sich online zu öffnen, fällt vielen leichter als sich bei Seelsorgetelefonen zu melden. Die Älteren telefonieren, wenn ihnen was auf der Seele liegt, Jüngere schreiben. Junge Erwachsene sind in der Online-Kommunikation geübter. Auch Mandy ist aktiv bei Instagram. Auf Distanz lassen sich Beziehungen besser finden. Aber finden sich so auch Freunde? Einsamkeit schwindet, wenn es wenigstens eine enge Beziehung gibt. Christophers Lösung war, umzuziehen. In Magdeburg hat er nochmal von vorn angefangen und Freunde gefunden – gute Freunde im realen Leben? (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 14.04.2025 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mi. 16.04.2025 MDR
  • Folge 141 (33 Min.)
    Häuser, Grundstücke, Luxus-Immobilien: Das Reich des Bauunternehmers Christoph Gröner wuchs jahrelang. Doch nun: Krise. Unbezahlte Rechnungen, Insolvenzverfahren und Razzia. Hinter der Fassade des Selfmade-Millionärs. (Text: ARD Mediathek)
    Deutsche Streaming-Premiere Mi. 23.04.2025 ARD Mediathek
  • Folge 142 (30 Min.)
    Der 2. Mai 2015: Ein unbeschwerter Frühlingstag für Familie Gehricke auf dem Wilhelmshof bei Stendal -bis die fünfjährige Tochter Inga verschwindet. Bis heute ist der Verbleib des Mädchens ungeklärt. Bereits 2019 wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt – und vier Jahre später auf Druck der Familie erneut aufgenommen. Die Familie kritisiert die Arbeit der Polizei massiv. „exactly“ wertet die Ermittlungsakten aus, um die Frage zu beantworten, ob tatsächlich Ermittlungsfehler passiert sind. Haben solche Fehler möglicherweise dazu geführt, dass andere wichtige Spuren gar nicht verfolgt wurden? Und was kann das aktuelle Ermittlerteam nach zehn Jahren noch tun, um den Vermisstenfall um Inga Gehricke doch noch aufzuklären? Der Film zeichnet die Polizeiarbeit nach – auf Grundlage der 40.000 Seiten starken Akte, die das Rechercheteam exklusiv einsehen konnte. So wurde großes Augenmerk auf die Suche nach Inga in den angrenzenden Wäldern gelegt. Bei Gesprächen mit Angehörigen und Anwälten und durch das Studium der Akten stellt das Rechercheteam aber fest: Es gibt keine Hinweise darauf, dass das Kind überhaupt den Wald betreten hatte. Andere Ermittlungsansätze werfen weitere Fragen auf: So will eine private Hundeführerin noch Monate nach Ingas Verschwinden ihre Spur über 800 Kilometer von Stendal bis nach Österreich verfolgt haben. Eine Spur, die in eine Sackgasse führte – aber große Hoffnungen bei der Familie weckte, die tief enttäuscht wurden. Das Reporter-Team findet einen Ansatz für eine andere Spur, die die Ermittler wegen der Fährte nach Österreich möglicherweise ausgeschlossen hatten. (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 25.04.2025 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mi. 30.04.2025 MDR
  • Folge 143 (23 Min.)
    Noch 80 Jahre nach Kriegsende erfahren wir bisher unbekannte Details über einen der meistgesuchten Nazi-Kriegsverbrecher – Josef Mengele. Eine brisante Polizei-Akte aus Argentinien zeigt, wie gut der sadistische Nazi-Arzt im Exil geschützt wurde und wie halbherzig die Versuche der BRD waren, ihn zu finden. Josef Mengele gilt als Horror-Symbol des Holocausts. Als Lagerarzt im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, in dem während der NS-Zeit mehr als eine Millionen Menschen ermordet wurden, selektierte er die Inhaftierten und führte grausame Experimente an einigen von ihnen durch. Vor allem für seine „Forschung“ an Zwillingen ist der SS-Verbrecher berüchtigt. Nach Kriegsende konnte der Kriegsverbrecher nach Südamerika fliehenund wurde bis zu seinem Tod nie gefasst. exactly folgt den Spuren des Nazis in Deutschland und dem heutigen Polen bis nach Argentinien, Paraguay und Brasilien und stößt auf einen seltenen Fund: Mengeles seit Jahrzehnten verschwundene argentinische Polizei-Akte. Mit Historiker und Mengele-Experten Bogdan Musial geht exactly-Reporter Christian Bergmann die historisch bedeutsame Akte durch und muss die Frage stellen: Wie energisch hat Deutschland nach dem Mörder gefahndet? Er konnte sogar noch einmal nach Deutschland einreisen, um seine Familie zu besuchen. Warum ist er für seine Verbrechen nie vor Gericht gestellt worden? Ein Film von Christian Bergmann. (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 05.05.2025 YouTube
  • Folge 144 (30 Min.)
    Wer heute seinen Pkw-Führerschein macht, greift tiefer in die Tasche als noch vor wenigen Jahren. Eine Fahrstunde kostet im Schnitt etwa 60 Euro. Je nach Region werden für die Fahrerlaubnis bis zu 4.500 Euro fällig – für manche unbezahlbar. Während Fahranfänger auf der einen Seite nicht wissen, wie sie die Führerscheinkosten stemmen sollen, stehen auf der anderen Seite Fahrschulen wegen steigender Ausgaben ebenfalls unter Kostendruck. Wird der Führerschein zum Luxusgut? exactly hakt nach! Als die 18-jährige Laila Weinert zum ersten Mal vom Preis für den Führerschein Klasse B hörte, fiel sie aus allen Wolken. Die Fahrerlaubnis in ihrem Heimatort Havelberg würde sie rund 4.500 Euro kosten – wenn sie keine Extrafahrstunden braucht und ihre Theorie- und Praxisprüfung im ersten Anlauf schafft. „Das kann sich kein Mensch mehr leisten! Erst recht keine Auszubildenden, die fast nichts bekommen“, klagt sie. Laila braucht den Führerschein für die Arbeit. Sie fand eine alternative Fahrschule, die sie knapp die Hälfte kosten würde. Doch dafür muss sie einiges auf sich nehmen. Dass Berufseinsteiger das Geld für den Führerschein oft nicht aufbringen können, weiß auch Enrico Reinecke. Immer häufiger bewerben sich bei seiner Baufirma in Wittenberg junge Menschen ohne Führerschein. Das führt zu Problemen auf dem Bau: Einsatzpläne müssen genau abgestimmt sein, damit Kollegen mit Fahrerlaubnis einspringen können. Für seinen Auszubildenden Kevin Fritze und langjährigen Mitarbeiter Calle Heinze hat der Geschäftsführer jetzt eine Förderung beantragt. Die 28-jährige Christina Poblocki versucht hingegen, die Mehrkosten für ihren Führerschein mit mehr Arbeit auszugleichen. Sie arbeitet tagsüber als Erzieherin, abends als Kellnerin. Wenn es der volle Terminkalender noch zulässt, macht sie Fahrstunden. Finanziellen Rückhalt aus der Familie hat sie nicht. Doch als Erzieherin in einer betreuten Wohngemeinschaft beim Internationalen Bund braucht sie den Führerschein dringend für Arzttermine, Ausflüge mit den Kindern und Besorgungen. Bislang fährt sie auch lange Strecken mit Fahrrad, Bus oder Bahn. „Keine Dauerlösung“, sagt sie. Als Inhaber einer Fahrschule in Magdeburg spürt Christan Marquardt den Kostendruck von der anderen Seite: Personal, Werkstattkosten, Versicherungen, Kraftstoff, Raummiete – das alles sei in den letzten Jahren nicht günstiger geworden. Auch brauchen Fahrschülerinnen und Fahrschüler von heute für den Klasse B-Führerschein immer länger, das geht ins Geld. Laut einer repräsentativen Befragung des ADAC benötigt mit 59 Prozent die Mehrheit der Fahranfänger mindestens sieben Monate bis zum erfolgreichen Abschluss. Begründet wird das mit einem komplexer werdenden Verkehr und dem Fahrlehrermangel, der zu längeren Wartezeiten führt. Auch nichtbestandene Prüfungen treiben die Kosten in die Höhe: Sachsen-Anhalt hat 2023 nach einer Auswertung von „Allianz Direct“ mit rund 55 Prozent nicht bestandener Theorieprüfungen die zweithöchste Durchfallquote in ganz Deutschland. In der praktischen Prüfung landet das Bundesland mit rund 50 Prozent Durchfallquote auf dem 12. Platz. (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 12.05.2025 YouTubeDeutsche TV-Premiere Mi. 14.05.2025 MDR
  • Folge 145 (30 Min.)
    Üben muslimische, türkisch oder arabisch geprägte Männer mehr Gewalt gegen Frauen aus als deutsche? „Die sind doch die Schlimmsten!“, „Schiebt sie ab, dann gibt es auch kein Problem mehr!“ Solche Behauptungen lesen wir immer wieder in den Kommentaren zur Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen. Was ist da dran? Statistisch gesehen gibt es mehr deutsche Täter. Aber im Vergleich zum Anteil an der Bevölkerung fällt diese Tätergruppe tatsächlich besonders auf. Warum ist das so? Macht Männlichkeitskult mehr Gewalt? (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 26.05.2025 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mi. 25.06.2025 MDR
    Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 02.04., dann für den 02.07.2025
  • Folge 146 (14 Min.)
    Sie werden gezüchtet, um als Schnitzel, Wurst oder Stück Fleisch auf unseren Tellern zu landen. Aber zahlreiche Tiere werden nur wenige Wochen alt. Unzählige Ferkel sterben aber qualvoll und landen im Müll – in Kadavertonnen. Das wollen Tierschutzaktivisten anprangern. Schauplatz des mutmaßlichen Tierschutz-Skandals ist offenbar eine Schweinezucht in Thüringen. Im Schutz der Nacht klettern Aktivisten über den Zaun der Schweinezucht-Anlage in Thiemendorf in Thüringen. Die Aktion ist illegal – sie begehen Hausfriedensbruch. Die Aktivisten suchen weitere Beweise für ihren Verdacht, dass in diesem Betrieb Schweine einen qualvollen Tod voller Angst sterben. Im Oktober 2024 hatten sie mit versteckten Kameras unter anderem dokumentiert, wie Mitarbeiter mehr als hundert Ferkel an einem einzigen Tag mit brutalen Methoden getötet haben sollen. Die blutige Videos zeigen: Viele Tiere landen im Müll, obwohl sie offensichtlich nicht tot sind. Außerdem sind viele der Schweine auffällig groß und wirken gesund. Eigentlich dürfen Tiere nur mit einem „vernünftigen Grund“ notgetötet werden – zum Beispiel, wenn sie unheilbar krank sind. Vieles deutet also darauf hin, dass es hier um Tierquälerei geht – und gesetzlich vorgeschriebener Tierschutz im Umgang mit den Schweinen keine Rolle spielt. Die Videos wurden dem Tierschutz-Verein Uncover zugespielt. Er fordert Aufklärung und vermutet, dass das Ausmaß der Gewalt wirtschaftliche Gründe hat: Es gehe dem Unternehmen um den größtmöglichen Gewinn, und das auf Kosten des Tierwohls. Hier würden überzählige Ferkel getötig. Geld sparen um jeden Preis – kann das sein? exactly zeigt die Videos der Bundestierschutzbeauftragten Ariane Kari. Die Tierärztin erkennt in den Methoden verschiedene Verstöße gegen das Tierschutzgesetz – es könnte hier also um Straftaten gehen. Sie fände Kontrollen durch den zuständigen Tierarzt und Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei angebracht. Das zuständige Veterinäramt hat bereits Anzeige erstattet. Auch in einer Schweinezucht in Wallhausen in Sachsen-Anhalt sind im Oktober heftige Videos entstanden, die mutmaßlich illegale Methoden beim Betäuben und Töten von Ferkeln zeigen. In der Thüringer Anlage wäre es nicht der erste Tierschutz-Skandal: Beim ehemaligen Betreiber der Anlage in Thiemendorf im Saale-Holzland-Kreis hatten Aktivisten von Animal Rights Watch (ARIWA) und Greenpeace seit 2013 mehrere Missstände dokumentiert, z.B. zu enge Kastenstände, also zu wenig Platz im Stall. Es gab zwar mehr als nur eine Razzia und Bußgelder – doch Ermittlungen wurden eingestellt. Das kommt in der industriellen Landwirtschaft häufiger vor. Die Forschung der Juristin Johanna Hahn zeigt, dass Verstöße gegen das Tierschutzgesetz bei Nutztieren oft ohne echte Strafe bleiben. Ihrer Studie zufolge seien teilweise enge Beziehungen zwischen Behörden und Landwirten ein Grund dafür. exactly blickt hinter die Kulissen der Fleisch-Industrie und beleuchtet, wie hoch der Preis für Konsum von Salami, Schinken und Co. wirklich ist. Was sagen die Chefs der Unternehmen, was der zuständige Tierarzt vom Veterinäramt zu den Vorwürfen der Tierschützer? Ein Film von Albrecht Radon. (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 02.06.2025 ARD Mediathek
  • Folge 147 (30 Min.)
    Mord next door. Was machen zwei brutale Messerangriffe mit der Kleinstadt Burg bei Magdeburg? Bei einer Messerstecherei in einer Bar verletzte vor einem Jahr ein Deutscher einen Deutschen schwer. Wenige Monate später, im Oktober 2024, wurde ein syrischer Schneider mutmaßlich von arabischen Tätern auf offener Straße erstochen. Zwei Fälle von rund 29.000 im vergangenen Jahr in Deutschland. Die exactly-Reporterin Anika Tietze ist in Burg groß geworden und recherchiert nun in ihrer Heimatstadt: Was ist hier genau passiert? Warum stechen Menschen aufeinander ein? Und was macht das mit meiner Stadt? Regiert jetzt die Angst auf Burgs Straßen? Die Reporterin spricht mit Experten und Betroffenen von Messergewalt und erfährt, dass Opfer und Täter sich oft kennen. Terroristische Messer-Attentate mit zufälligen Opfern sind extrem selten. Aber gerade die verbreiten ihr Angst-Potential. Außerdem geht Anika Tietze der Frage nach, wie man sich vor Messergewalt schützen kann und ob Selbstverteidigungskurse helfen. (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 09.06.2025 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mi. 11.06.2025 MDR
  • Folge 148 (30 Min.)
    Peter Fitzek nannte sich selbst König von Deutschland und gründete 2012 einen Fantasiestaat mit Pässen, Währung, Bank und Krankenversicherung. Hinter der schrulligen Fassade ging es aber um viel mehr – um die Erschaffung eines Gegenstaates, um Volksverhetzung, Antisemitismus und mutmaßlich kriminelle Geschäfte. Dem hat der echte Staat jetzt ein Ende gesetzt. Am 13. Mai verbot das Bundesinnenministerium die Gruppierung um den gelernten Koch Peter Fitzek. Der und drei weitere Mitglieder wurden festgenommen. Warum ließen die Behörden und Gerichte die Vereinigung so lange gewähren? (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 30.06.2025 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mi. 02.07.2025 MDR
  • Folge 149 (30 Min.)
    Wird auf dem Dorf wirklich so viel mehr getrunken? Wie lebt es sich mit Alkoholsucht? Für „exactly“ geht Daniel Tautz diesen Fragen nach. Das Besondere: Die Themen kommen von den Zuschauerinnen und Zuschauern selbst. 2022 ist eine „exactly“-Reportage des MDR-Reporters zum Alkoholkonsum in Ostdeutschland erschienen. Dieser Film hat mehr als eine Million Menschen erreicht und die vielen Reaktionen haben gezeigt: Das Thema ist noch lange nicht auserzählt. Ende April steht in den Dörfern der Börde nicht nur der Maibaum, sondern auch ordentlich Alkohol auf den Bierbänken. Daniel Tautz klappert mehrere Dorffeste ab und spricht bei Maibowle und Fassbier über die Trinkkultur auf dem Land. Denn die Klischees sind bekannt: „In der Stadt bist du mit fünf Bieren Alkoholiker, auf dem Dorf bist du der Fahrer.“ Und eine Studie aus Bayern zeigt: Die Jugend auf dem Dorf trinkt eher und mehr. In der Stadt wird dagegen mehr gekifft. „Wenn es hier nirgendwo was zu trinken geben würde, dann wäre hier auch nichts los“, sagt Lukas vom Schützenverein. Aber ist nur das der Grund? Eine Spurensuche auf dem Dorffest. In Magdeburg trifft Daniel Tautz auf Pit. 21 Entzüge hat dieser durch, wäre fast an Alkohol gestorben. Jetzt kämpft sich Pit durch ein nüchternes Leben. Gemeinsam mit seinem besten Freund und ehemaligen Trinkkumpel Thilo begibt er sich an Orte seiner Vergangenheit. Dass sie mal in die Sucht rutschen würden, haben beide nicht kommen sehen. „Über Jahre schleicht sich das ein, so wie man sein Feierabendbier trinkt“, sagt Pit. „Wenn man zum Beispiel Lebenskrisen hat, man die Arbeit verloren hat, dann ist das halt mehr geworden.“ Und dann geht es in dem Film noch um alkoholfreie Alternativen. Die machen mittlerweile mehr als 10 Prozent des alkoholischen Getränkemarkts aus. Aber wie schmeckt ein Sambuca ohne Umdrehungen? Und wer konsumiert alkoholfreie Getränke? Daniel Tautz geht in Berlin auf ein alkoholfreies Tasting mit vielen jungen Gästen. Teilnehmerin Dorothea beobachtet, dass bei der heutigen Jugend der Alkoholkonsum nicht mehr so cool sei. „Ich glaub schon, dass sich das jetzt ändert“, tippt sie. Und tatsächlich: Junge Menschen trinken seit Jahrzehnten kontinuierlich seltener. (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 07.07.2025 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mi. 09.07.2025 MDR
  • Folge 150 (30 Min.)
    In der neuen exactly-Dokumentation „AfD-Staatsdiener: Lehrer, Richter, Polizisten gegen den Staat?“ gehen die Reporter Tom Fugmann und Knud Vetten einer brisanten Frage nach: Sind radikale AfD-Mitglieder im Staatsdienst eine Gefahr für die Demokratie? Wann wird aus einem Staatsdiener ein Staatsfeind? Anhand exklusiver Recherchen, Interviews und Auszügen aus dem aktuellen 1.100-seitigen Gutachten des Bundesamts für Verfassungsschutz zeigt die Doku, wie tief rechtsextreme Positionen in Teilen der AfD verankert sind – und wie häufig diese von Personen vertreten werden, die eigentlich der freiheitlich demokratischen Grundordnung und dem Schutz der Verfassung verpflichtet sind: von Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst mit AfD-Parteibuch. Im Fokus stehen AfD-Politiker wie Björn Höcke aus Thüringen und Dennis Hohloch aus Berlin. Beide waren vor ihrer Politikkarriere Lehrer. Sie äußern sich öffentlich gern radikal, könnten theoretisch aber auch in den Staatsdienst zurückkehren. Zahlreiche Polizisten sind Mitglieder in der AfD. Sie hetzen öffentlich gegen Migranten und zeigen ihre Verachtung gegenüber dem Staat, sind aber als Beamte zur Mäßigung verpflichtet. Extrem ist die Geschichte von Birgit Malsack-Winkemann, einer Richterin aus Berlin. Im Dezember 2022 wurde die ehemalige AfD-Bundestagsabgeordnete verhaftet. Sie soll sich an der Planung eines Putsches beteiligt haben, wollte vor ihrer Verhaftung aber ihre Rückkehr ins Richteramt einklagen. Wie geht der Staat mit Beamten um, die ihn angreifen? Und was sagt der aktuelle Bericht des Bundesverfassungsschutzes über radikale Staatsdiener in der AfD? (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 14.07.2025 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mi. 16.07.2025 MDR
  • Folge 151 (30 Min.)
    Die neue exactly-Reportage zeigt, wie tief rechtsextreme Netzwerke in der boomenden Sicherheitsbranche verwurzelt sind. Dabei übernehmen private Sicherheitsfirmen zunehmend Aufgaben des Staates – darunter die Bewachung von Polizeistationen, Gerichten und Flüchtlingsunterkünften. Zum Teil mit Waffen. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Umsatz der Branche verdoppelt. Die exactly Reporter Marcel Siepmann und Jonas Seufert legen den Fokus auf eine sächsische Security-Firma. Die öffentliche Hand hat an sie in den letzten Jahren Aufträge in Höhe von 60 Millionen Euro vergeben. Eine Menge Geld vom Staat. Doch eine Undercover-Recherche beweist, dass entgegen den Aussagen der Firma hier seit Jahren ein militanter Neonazi offenbar in einer Führungsposition beschäftigt wird. Wird hier ein Risiko unterschätzt, wenn sensible staatliche Einrichtungen von fragwürdigem Personal bewacht werden? Denn die Security-Firma aus Chemnitz ist in Thüringen und Sachsen für mehrere Polizeistationen zuständig und bewacht sie zum Teil mit Waffen. Gemeinsam mit der Transparenzplattform „Frag den Staat“ untersucht exactly, wie großflächig Behörden Security-Aufgaben auslagern und wie sie bei der Vergabe solcher Aufträge die Bewacher überprüfen. Offenbar ist diese Überprüfung mangelhaft. Bekommen hier Verfassungsfeinde Zugang zu sicherheitsrelevanten Bereichen? (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 21.07.2025 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mi. 23.07.2025 MDR
  • Folge 152 (30 Min.)
    Am 20. Dezember 2024 rast ein Mann mit seinem Auto über den Magdeburger Weihnachtsmarkt. Sechs Menschen sterben, Hunderte werden verletzt. Der Täter: Taleb A. war polizeibekannt, vorbestraft und fiel über Jahre mehrfach durch Gewaltdrohungen auf. Warum wurde der Mann nicht vor der Tat aufgehalten? Ein Einzelfall? In seinen Social Media Chatverläufen stoßen wir auf einen engen Bekannten, der in Deutschland lebt: Ahmed M. Der Mann, der wie der Täter von Magdeburg aus Saudi-Arabien stammt, erklärt uns im Interview, die Tat von Taleb A. sei „mutig“ gewesen. Er bedauert, dass „zu wenige Menschen getötet“ wurden. Auf Nachfrage sagt er, er hätte „gerne geholfen, um mehr umzubringen“. Er könne sich jederzeit vorstellen, eine ähnliche Tat zu verüben. Wenige Tage nach dem Interview ist er untergetaucht. Die Polizei sucht ihn – bislang erfolglos. Sind wir schutzlos? Wie viele solcher Fälle gibt es noch? Wie groß ist das Dunkelfeld? Und welche Mittel hat die Polizei, um dort Licht hineinzubringen? Dieser Film rekonstruiert nicht nur die Vorgeschichte des Magdeburger Attentäters – er fragt auch, wie viele gefährliche Männer in Deutschland unbeobachtet bleiben. Männer, die drohen, Waffen zeigen, hassen. Die in sozialen Netzwerken ihre Gewaltfantasien posten – und trotzdem nicht auffallen. Wir folgen den Spuren von Taleb A., Ahmed M. und ihrem Umfeld – online und in den Städten, in denen sie lebten. Zwischen Ermittlungsakten, strukturellem Behördenversagen und fragmentierten Datenstrukturen zeigt sich eine sicherheitspolitische Herausforderung, der die deutschen Sicherheitsbehörden nur bedingt gewachsen sind. (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 28.07.2025 YouTubeDeutsche TV-Premiere Mi. 30.07.2025 MDR
  • Folge 153 (24 Min.)
    Exactly recherchiert brutale Netzwerke, die Videos von Gewalt an Pferden online veröffentlichen. Bei Telegram, auf Instagram und TikTok werden damit paraphile Männer angesprochen. Engagierte wollen den Pferden helfen. Die Recherche beschäftigt sich mit Videos, in denen Frauen Pferde schlagen, treten, mit Sporen traktieren und mit Peitschen quälen – und das gezielt für ein Publikum mit einer sogenannten paraphilen Neigung. Die Videos kursieren auf Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube sowie in geschlossenen Telegram- und Chatgruppen. Dort wird der Content nicht nur geteilt und kommentiert, sondern auch verkauft. Die Inhalte sind extrem, brutal und zutiefst verstörend. Die exactly-Reporterinnen Rebecca Kupfner und Christin Simon zeigen, wie engagierte junge Frauen aus ganz Deutschland, Sachsen und NRW versuchen, die Täterinnen zu identifizieren und gegen sie Anzeige zu erstatten. „Was wir gesehen haben, war krank und voller Gewalt“, sagt Reporterin Rebecca Kupfner. „Es geht hier nicht nur um Tierquälerei, sondern um ein ganzes Netzwerk, das mit dem Leid von Tieren Geld verdient.“ Die Reportage beleuchtet auch die juristischen Hürden im Kampf gegen diese Form der Gewalt. Denn, obwohl Tierquälerei in Deutschland strafbar ist, bleibt die Verbreitung solcher Inhalte oft straffrei – solange kein eindeutiger pornografischer Kontext vorliegt, selbst wenn die Videos Schmerzen, Leid und Qual dokumentieren. Mit Hilfe digitaler Werkzeuge wie Google Maps und der Bilderrückwärtssuche gelingt es den engagierten Reiterinnen, einen mutmaßlichen Tatort in Kamp-Lintfort zu lokalisieren, wo viele der Videos entstanden sein sollen. Die Reporterinnen nehmen Kontakt zu den Täterinnen auf – auch über Discord. Ein Film von Rebecca Kupfner und Christin Simon. (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 11.08.2025 ARD Mediathek
  • Folge 154 (30 Min.)
    „Wir schaffen das!“, dieser Satz von Angela Merkel aus dem August 2015 prägt die Debatte um Migration und Integration in Deutschland. Exactly schaut auf den Alltag im Osten Deutschlands, wo der Ausländeranteil besonders stark gestiegen ist. Konflikte zwischen den alteingesessenen Bewohnern und den zugezogenen Migranten sind an der Tagesordnung. „Wir schaffen das!“, dieser Satz von Angela Merkel aus dem August 2015 prägt die Debatte um Migration und Integration in Deutschland. Exactly schaut auf den Alltag im Osten Deutschlands, wo der Ausländeranteil besonders stark gestiegen ist. Konflikte zwischen den alteingesessenen Bewohnern und den zugezogenen Migranten sind an der Tagesordnung. Themen wie die Veränderung von Wohngebieten im Zusammenhang mit dem Zuzug von Migranten, und die Probleme rund um Fachkräftemangel und die Frage, wie kommen Geflüchtete in Arbeit stehen im Mittelpunkt. (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 18.08.2025 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mi. 20.08.2025 MDR
  • Folge 155 (30 Min.)
    Sie sorgen für Stimmung in den Stadien: die Ultras. Mit aufwendigen Choreografien und Pyrotechnik machen die meist jungen Männer auf sich aufmerksam – und provozieren, üben Gewalt aus. Straff organisiert bauen sie ihre Macht im Stadion aus. Mit ihrer Macht setzen sie die Vereine unter Druck oder übernehmen Mehrheiten, um ihren Willen durchzusetzen. Sie sorgen für Stimmung in den Stadien: die Ultras. Mit aufwendigen Choreografien und Pyrotechnik machen die meist jungen Männer auf sich aufmerksam – und provozieren, üben Gewalt aus. Straff organisiert bauen sie ihre Macht im Stadion aus. Ihr Ziel: autonome Zonen in den Kurven, wo die Polizei und andere Fans nichts zu suchen haben, wo allein das Gesetz der Ultras gilt. Mit ihrer Macht setzen sie die Vereine unter Druck oder übernehmen Mehrheiten, um ihren Willen durchzusetzen. Bis in die Kommunen reichen ihre Netzwerke und auch die Lokalpolitik wird eingespannt. An verschiedenen Beispielen gehen wir dieser bedenklichen Entwicklung nach, die mittlerweile Fußballvereine zwingen, Entscheidungen zu treffen, die sie niemals treffen würden – gegen das eigene Budget, gegen die Vereinspolitik und gegen die Sicherheit. (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 01.09.2025 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mi. 03.09.2025 MDR
  • Folge 156 (19 Min.)
    Ein Baby wird geboren, aber in der Geburts-Klinik fehlt der Kinderarzt. Dabei können schon kleine Fehler bei Geburten zu Behinderungen und sogar zum Tod des Kindes führen. Wie sicher sind deutsche Krankenhäuser? Die Geburt eines Babys sollte ein schönes Ereignis für eine Familie sein. Doch sie kann auch in Deutschland zum Albtraum werden. Dabei leistet sich die Bundesrepublik das europaweit teuerste Gesundheitssystem. Die neue exactly-Reportage geht Fällen aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen nach, in denen Neugeborene durch fehlende medizinische Versorgung schwerste Behinderungen erleiden oder sogar sterben. In Krankenhäusern der niedrigsten Versorgungsstufe, sogenannten Level-IV-Kliniken, fehlt während der Entbindungen ein Kinderarzt vor Ort. Kommt es zu einem Notfall, müssen die Gebärenden deswegen auf die wichtige Hilfe warten. Es gibt bundesweit 251 solche Krankenhäuser. Sabrina Spengler aus Köthen verlor ihre Tochter Joleen, da die Kinderärztin erst Stunden später eintraf. Suleika Tannigels Sohn Felix erlitt bei der Geburt einen schweren Sauerstoffmangel. Heute lebt er aufgrund dessen mit einer komplexen Behinderung. „Ich habe alles getan, um mein Kind während der Schwangerschaft zu schützen. Und dann war ich zur falschen Zeit am falschen Ort“, sagt sie. Die Regierungskommission der Bundesregierung empfiehlt, dass Geburtshilfe nur noch in Kliniken mit anwesenden Kinderärzten durchgeführt werden soll. Doch die meisten Bundesländer ignorieren das oder sehen sich nicht in der Lage, die Empfehlung umzusetzen. So versagt das Gesundheitssystem, obwohl Modelle wie das Kompetenznetzwerk in Sachsen beweisen, dass eine bessere Versorgung möglich ist – und Leben retten kann. Ein Film von Christin Simon. (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 08.09.2025 ARD Mediathek
  • Folge 157 (30 Min.)
    Die Bundeswehr kämpft um Nachwuchs – mehr als 60.000 Soldatinnen und Soldaten werden dringend gesucht. Jung sollen sie sein, um Deutschland im Ernstfall zu verteidigen. Noch hofft die Bundeswehr, dass sich genug Freiwillige zum Dienst melden. „Exactly“ beleuchtet, wie der neue Wehrdienst dabei helfen soll und welche Kritik das auslöst. Zu sehen ist die Reportage ab 15.09.25, 17 Uhr auf dem YouTube-Kanal „MDR Investigativ“ und in der ARD Mediathek sowie im MDR-Fernsehen. Die veränderte Bedrohungslage und die Unsicherheit, die seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine spürbar sind, haben Begriffe wie Zeitenwende und Kriegstüchtigkeit in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Auch die massive Werbung der Bundeswehr – analog und digital – sorgt dafür, dass insbesondere in Familien mit jugendlichen Kindern wieder viel über Verteidigung, Musterung und Verweigerung gesprochen wird. Der 19-jährige Fabien B. aus Salzwedel macht sich am Tag der offenen Tür des Gefechtsübungszentrums Heer in Gardelegen ein eigenes Bild. Der Besuch bestärkt ihn in seinem Entschluss, sich der Truppe anzuschließen. Der erhöhten Gefahr ist er sich dabei bewusst: „Also an der Front kann es ja wirklich sein, dass man stirbt. Das gehört aber dazu. Aber wenn jetzt das Heimatland angegriffen wird, dann geh ich zur Bundeswehr. Dann gebe ich mein Leben.“ Die Bundeswehr wirbt mit Social-Media-Kampagnen, Events auf der „Pop-Up Karriere-Tour“ und großen Messeständen, präsentiert sich als moderner Arbeitgeber – alles, um junge Menschen für den Dienst zu gewinnen. Es regt sich jedoch auch Widerstand. Manja Mück aus Königs Wusterhausen glaubt, dass der neue Wehrdienst nur ein erster Schritt ist und die Wiedereinführung der 2011 ausgesetzten Wehrpflicht folgen wird. Darum hat sie eine Elterninitiative ins Leben gerufen und erklärt dazu: „Ich bin gegen die Wehrpflicht. Absolut. Meine Kinder gebe ich nicht.“ Mit ihren blauen Briefen, die sie in hunderte Briefkästen einwirft, möchte sie andere Eltern aufrütteln. So auch Aktivist und Politologe Michael Schulze von Glaßer vom Bündnis „Unter 18 nie!“ Auf der Gegendemonstration zum ersten Nationalen Veteranentag kritisiert er insbesondere die Außendarstellung der Bundeswehr: „Wichtige Themen wie Tod und Verwundung werden da nicht angesprochen.“ Überhaupt ärgert es ihn, dass gezielt Minderjährige auf Social Media angesprochen werden. Konteradmiral Axel Schulz kann diese Kritik nicht nachvollziehen, weil er der Meinung ist, dass die Bundeswehr junge Menschen dort erreicht und informiert, wo sie sich am meisten aufhalten, also im Internet. Zudem geht er fest davon aus, dass genug Freiwillige „durch sinnstiftenden Dienst, durch gute Führungskultur, durch monetäre Anreize und durch gute Aus- und Weiterbildung“ für den Dienst gewonnen werden. Die Werbemaßnahmen der Bundeswehr zeigen Wirkung: Das vergangene Jahr war das einstellungsstärkste Jahr seit fünf Jahren im militärischen Dienst. (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 15.09.2025 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mi. 17.09.2025 MDR
    Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 06.08.2025
  • Folge 158 (30 Min.)
    Rund 80.000 Menschen müssen sich in Deutschland jährlich der medizinischpsychologischen Untersuchung, kurz MPU, stellen, um nach schweren Verkehrsdelikten ihren Führerschein wiederzuerhalten. Die MPU soll sicherstellen, dass nur diejenigen wieder fahren dürfen, die ihre Fehler erkannt und aufgearbeitet haben. Doch die MPU hat ein schlechtes Image. Für die MDRReihe „exactly“ blicken Jonas Armbruster und Jana Lindner hinter die Kulissen des gefürchteten Gutachtens, vielen immer noch als Idiotentest bekannt. Online findet sich eine Flut an Informationen und Angeboten zur Vorbereitung auf die Untersuchung – nicht alle davon seriös. Als Torsten seinen Führerschein nach langer Alkoholabhängigkeit verlor, stand er vor einem Scherbenhaufen. „Das war das komplette Aus. Das ist ein großes Loch, wo du dann drin bist.“ Vom Bestehen der MPU hängt oft nicht nur die Mobilität, sondern auch der Arbeitsplatz und damit die gesamte Lebensplanung ab. Zwischen Unsicherheit, Angst und betrügerischen Geschäftsmodellen sucht „exactly“ den Grund für die große Angst vor der MPU – und was sich daran ändern muss. Wie effektiv schützt die MPU die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, wenn manche Anbieter es sich zum Geschäftsmodell gemacht haben, Betroffene für viel Geld durch die Prüfung zu schleusen? Selbsternannte MPU-Experten werben mit euphorischen Versprechungen – der scheinbar einzige Ausweg in einer Masse von schlechten Vorbereitern. Ein verdeckter Selbstversuch des MDR zeichnet ein anderes Bild: Mit einer erfundenen Geschichte versuchen die Reporter, einen Vorbereitungsanbieter aus der Reserve zu locken und zu erfahren, mit welchen Tricks dort gearbeitet wird. Für die Vorbereitungspakete werden schnell mehrere Tausend Euro fällig. Betroffene, die sich betrogen fühlen, spielen dem „exactly“-Team interne Schulungsunterlagen zu, in denen ausdrücklich geraten wird, in der MPU nicht die Wahrheit zu sagen. Beim TÜV fragen die MDR-Reporter nach, wie die MPU abläuft und worauf es im Psychologengespräch wirklich ankommt. „Beim ersten Mal fällt man immer durch“ oder „Da geht es nur ums Geld“ sind gängige Vorurteile zur MPU. Die „exactly“-Reportage hinterfragt auch die Sinnhaftigkeit der MPU an sich. Marcel hat die MPU schon zweimal bestanden. Nach einem Rückfall steht bei ihm jetzt die dritte MPU wegen Trunkenheit am Steuer an. „Da frage ich mich auch selbst, kann man mir eigentlich noch trauen?“ Er berichtet von seinen andauernden Bemühungen, gegen den Alkohol anzukämpfen und nüchtern zu bleiben. Die MPU soll eigentlich für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen. Doch in der Praxis stößt „exactly“ auf ein System, das für Betroffene schwer zu durchschauen ist – und so Betrügern Tür und Tor öffnet. Fachleute fordern dringend klare Regeln, mehr Aufklärung und eine stärkere Kontrolle der Vorbereiter. Was muss getan werden, um für verlässliche Informationen und damit für eine gute Vorbereitung zu sorgen? (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 22.09.2025 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mi. 24.09.2025 MDR
  • Folge 159 (13 Min.)
    Der Kampfsportverein Klötze: Kickboxen und Fitness- Training aber auch Facebook-Likes für Hooligans und Hells Angels, Treffen in der „Laube 88“, ein Hitlergruß und eine Schlägerei im Waldbad. Trainieren hier Neonazis und werden Jugendliche zu rechtsradikalen Kämpfern? Kampfsport, Kickboxen, Fitness  – eigentlich geht es „nur“ um Sport und Training. Doch in Klötze, einer Kleinstadt in der Altmark in Sachsen-Anhalt, wird über den Sport-Verein gerade heftig diskutiert. Gibt es hier rechtsextremistische Strukturen? Die exactly-Reportage zeigt, woher dieser Verdacht kommt. Ein Vereinsmitglied trainiert in einem Shirt mit dem Logo des rechtsextremen Kampfsportevents „Kampf der Nibelungen“. Ein Hitlergruß wird beim Karneval gezeigt. Ein Ort namens „Laube 88“ gilt als Treffpunkt der rechten Szene. Darunter sind auch Sportler des Vereins. „88“ gilt als Code für „Heil Hitler“. Zu Gewalt kam es nach dem Waldbadfest im Ort, eine Schlägerei mit Verletzten. Kampfsportler schlugen zu. Den Vereinsvorsitz des Kampfsportvereins haben zwei AfD-Politiker inne: Thomas Korell, Kraftsportler und Bundestagsabgeordneter, sowie Kickboxer Fabian Lüdecke, der für die AfD im Stadtrat sitzt. Sie betonen: der Verein sei unpolitisch. Sie sehen den Ruf des Kampfsportvereins Klötze ungerechtfertigt in Gefahr. Der Kampfsportverein Klötze ist Mitglied im Landessportbund und erhält Fördergelder. Diese stehen jetzt wegen der laufenden Ermittlungen auf dem Prüfstand. Die Reportage zeigt die wichtige Rolle von Vereinen im ländlichen Raum, die Verantwortung von Funktionären – und die Angst von Menschen in der Kleinstadt, sich offen gegen rechte Tendenzen zu stellen. Ein Film von Albrecht Radon. (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 29.09.2025 ARD Mediathek
  • Folge 160 (22 Min.)
    Demos, Proteste, Blockaden – die Aktionen der Letzten Generation sorgten für Aufmerksamkeit und Kontroversen. Die Vision der Aktivisten: Eine Klimapolitik, die die Zukunft des menschlichen Lebens auf der Erde rettet. Doch der Staat hat durchgegriffen: Razzien, Hausdurchsuchungen und Telefonüberwachungen durch die Polizei und die Anklage wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung. Exactly berichtet, wie in Berlin, Leipzig und Dresden Aktivisten ins Visier der Behörden genommen werden. Die Letzte Generation hat sich aufgelöst. Hat der Staat die Bewegung mit Härte zerschlagen? Und was bedeutet das für den Klimaprotest in Deutschland? Der Film zeigt die juristische Dimension, die Debatte um den Paragrafen 129 „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ und die Frage, ob der Aktivismus kriminalisiert wird. Reporter Ben Arnold begleitet Klimaaktivisten, die für ihre Ideale hohe Risiken eingehen: vor Gericht zu stehen, empfindliche Urteile zu kassieren. Wird es Haft-Strafen geben? Bisher sind alle zur Bewährung ausgesetzt worden. Einzelne Aktivisten waren aber im Gefängnis, sie haben freiwillig Ersatzfreiheitsstrafen abgesessen. Die Klimaaktivisten stellen ihre Bewegung neu auf. Die Folgeorganisation „Neue Generation“ hat Klebeaktionen in Berlin bei der CDU veranstaltet. Ein Film von Ben Arnold. (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 13.10.2025 ARD Mediathek
    • Alternativtitel: Zurück in den Tod - Die Opfer der deutschen Migrationswende
    Folge 161 (30 Min.)
    Dem Menschenrechtsaktivisten Ali Alamdar (Name geändert) und seiner Familie droht die Abschiebung nach Afghanistan.
    August 2025 – mit Blumen, die aus Helikoptern abgeworfen werden, feiern die Taliban den vierten Jahrestag ihrer Machtübernahme in Afghanistan. Die Bilanz des Terrorregimes: Regimegegner werden gefoltert und ermordet, Frauen und Mädchen ihrer Rechte beraubt, Millionen Afghaninnen und Afghanen hungern. Legale Fluchtwege gibt es kaum. Die deutschen Aufnahmeprogramme für gefährdete Afghaninnen und Afghanen nutzten wegen ihrer langen Verfahrensdauern und kaum überwindbaren bürokratischen Hürden nur wenige. Nun sollen sie ganz abgeschafft werden. Während in Deutschland die politischen Töne schärfer werden, warten rund 2.000 der akut bedrohten Menschen mit einer Aufnahmezusage in Pakistan auf ihr Visum. Frauenrechtlerinnen, Journalistinnen, Menschenrechtsaktivisten, ehemalige Helfer der Bundeswehr – ihnen droht unter den Taliban der Tod. Geht es nach der neuen Bundesregierung, sollen nicht mal sie noch einreisen – sogar eine Rücknahme bereits erteilter Aufnahmezusagen wird öffentlich diskutiert. Doch auch die pakistanischen Behörden wollen die Schutzsuchenden nicht länger im Land und schaffen seit August 2025 Tatsachen. Mit Durchsuchungen und Festnahmen gehen sie gegen die Geflüchteten vor. Auch die Gästehäuser, in denen Menschen auf ihr Visum für Deutschland warten, werden zum Ziel. Erstmals werden auch rund 200 Menschen mit deutscher Aufnahmezusage nach Afghanistan abgeschoben. Für die Verbliebenen läuft die Zeit ab. Der Film begleitet Geflüchtete, die ihr Leben für Freiheit und Demokratie in Afghanistan aufs Spiel gesetzt haben und denen Deutschland Schutz vor Folter und Mord versprochen hatte. Ihre Verfahren dauern zum Teil Jahre, in denen sie in Pakistan ausharren, immer in Angst vor der Abschiebung. Die aktuellen politischen Debatten in Berlin sind für sie nicht weniger als eine Entscheidung zwischen Leben und Tod. (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 20.10.2025 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mi. 22.10.2025 MDR

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