173. Christoph Gröner und sein Immobilienimperium
Folge 173 (30 Min.)Im Dezember 2024 durchsucht die Staatsanwaltschaft Leipzig die Geschäftsräume des Immobilienunternehmers Christoph Gröner – wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung und auf Veruntreuen von Arbeitsentgelt. Unternehmensteile gehen insolvent, Handwerker, Architekten und externe Dienstleister klagten, weil sie nicht bezahlt wurden. Auf vielen Baustellen herrscht Stillstand. Noch vor wenigen Jahren ging es für den Bauunternehmer Christoph Gröner steil nach oben. Er kaufte landauf, landab Grundstücke, baute Gewerbegebäude und versprach deutschen Kommunen Wohnraum im großen Stil: In Leipzig, Karlsruhe, München und Köln plante er neue Stadtquartiere, in Berlin den höchsten Wohntower.Bundesweite Berühmtheit erlangte er durch den Satz: ‚Wenn Sie 215 Millionen haben: Schmeißen Sie das Geld zum Fenster raus, dann kommt‘s zur Tür wieder herein.’ Zur Unterstützung holte sich Christoph Gröner namhafte Ex-Politiker. So engagierte er den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder als Berater und holte den ehemaligen Kanzleramtsminister Ronald Pofalla ins Unternehmen. Mehrmals gruppierte der Baulöwe seine Firmen um und es gelang ihm dadurch zumindest teilweise weiter wirtschaftlich zu agieren. Der Film „Christoph Gröner und sein Immobilienimperium“ hinterfragt das Unternehmenskonzept des Unternehmers und erklärt, weshalb es offenbar an seine Grenzen kam. (Text: tagesschau24) Deutsche TV-Premiere Mi. 25.03.2026 MDR 171. Falscher Arzt unter Verdacht – Missbrauch, Manipulation, Betrug?
- Alternativtitel: Falscher Arzt - Missbrauch, Manipulation, Betrug?
Folge 171 (29 Min.)André Hoy, Ärztevertreter Nordhausen, KV.Bild: MDRÜbergriffige Whatsapp-Nachrichten, Sektenstrukturen, Betrug, Verdacht auf Missbrauch: ein Karatetrainer soll im Training und als Arzt ohne Zulassung in der Praxis Kinder missbraucht haben. Wieso hielt keiner ihn auf?Verdacht des Missbrauchs von Minderjährigen, Betrug und die Frage nach der Rolle der Behörden im Fall eines falschen Therapeuten in Thüringen: darum geht es in der aktuellen Folge von exactly. Taghi B. soll in einer Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie in Nordhausen über Monate hinweg Minderjährige behandelt haben – und das, obwohl er laut Behörden weder eine Zulassung als Arzt oder eine Approbation besessen habe. Reporter von exactly finden heraus, dass auch sein Medizin-Abschluss gefälscht ist. Mehrere Mütter berichten, er habe in der Praxis therapeutische Sitzungen ihrer Kinder übernommen. In einem Fall beschreibt eine 15 Jährige, der Mann soll sie wiederholt außerhalb der Praxis kontaktiert und Nachrichten über WhatsApp geschickt haben, von sexuellen Grenzverletzungen bis hin zu schwerem sexuellem Missbrauch lauten die Vorwürfe. Exactly rekonstruiert, wie Taghi B. trotz früher Hinweise an Behörden und Anzeigen bei der Polizei dennoch monatelang weiter therapieren konnte. Vorwürfe gegen Taghi B. werden auch im Umfeld einer Kampfsportschule erhoben, wo er Karate und Aikido unterrichtet. Ein ehemaliges Mitglied spricht von Manipulation und emotionalen Abhängigkeiten. Ein Vater berichtet, seine Tochter soll im Einzeltraining Übergriffe erlebt haben, eine junge Frau erzählt davon, wie sie als Kind im Training ebenfalls sexuelle Belästigungen durch Taghi B. erlebt habe. Die Reportage zeigt anhand zahlreicher Betroffenenberichte, Dokumenten und Experteneinschätzungen: Die Behörden haben in diesem Fall nicht gut zusammengearbeitet, um eine Tätigkeit von Taghi B. als Therapeut schneller zu unterbinden. Ein Film von Julia Cruschwitz, Nina Böckmann und Oliver Matthes. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 02.03.2026 YouTube Deutsche TV-Premiere Mi. 08.04.2026 MDR 169. Der Fall Ole – Wie Security in der Jugendhilfe zur Gefahr wird
Folge 169 (30 Min.)Wir sind alle vier nicht mehr gegen ihn angekommen, wir waren hilflos – berichtet uns Oles Schwester.Bild: MDR/RumaraBei Ole, einem Systemsprenger aus Magdeburg, kommen Familie, Jugendhilfe und Klinik ans Limit. Er wird von Security-Kräften überwacht. Der Verdacht: Sie misshandeln das Kind. Gewalt statt Sicherheit in der Psychiatrie?„exactly“ erzählt die bewegende Geschichte von Ole H. aus Magdeburg, Sachsen-Anhalt. Sein Fall ist dramatisch. Ein „Systemsprenger“, mit dem niemand zurechtkommt. Weder die Familie, noch Jugendhilfeeinrichtungen noch die Psychiatrie. Der unberechenbare Jugendliche wird, seit er 13 ist, rund um die Uhr von Security bewacht. Die soll Betreuer vor Ole schützen und auch Ole vor sich selbst. Der Junge zieht sich dabei mehrfach Verletzungen zu. Offiziell heißt es: Selbstverletzungen. Aber die Eltern sind skeptisch. Der exactly-Reporter Andreas Rummel fragt: Geht es hier noch um Sicherheit oder wurde ein Kind zum Opfer von Security-Kräften? Zwei Sicherheitsdienst-Mitarbeiter müssen sich jetzt wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung an Ole vor dem Amtsgericht in Magdeburg verantworten. Bei einem nächtlichen Einsatz sollen sie den damals 14jährigen in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie misshandelt haben. Die Reportage geht der zentralen Frage nach: Wie konnte es so weit kommen – und warum werden Sicherheitsdienste überhaupt mit der Betreuung psychisch kranker Jugendlicher betraut? Die Einsätze von Security in der Jugendhilfe nehmen zu. Umstritten ist vor allem das Ausmaß von Ruhigstellungen der Jugendlichen unter dem Einsatz von körperlicher Gewalt. Und die Frage, wie eigenmächtig Security dabei handeln darf. Klinikdokumentationen, die exactly vorliegen, zeichnen ein erschütterndes Bild von Oles Fall: vielfaches Zu-Boden-Bringen des Jugendlichen in kurzer Zeit, körperliche Überwältigung nach Bagatellen, sogar das Eintauchen des Kopfes in den eigenen Urin. Und Pädagogen, die offenbar wenig Einfluss auf das Agieren des Sicherheitsdienstes haben. Eine Therapeutin und eine ehemalige Pädagogin kommen zu Wort, die schildern, wie fehlende Qualifikation, mangelnde Kontrolle und Überforderung zu bedenklichen und teils gefährlichen Situationen führten. Professor Menno Baumann, bundesweit anerkannter Experte auf dem Gebiet der Intensivpädagogik und Gewaltforschung warnt: „Ungesteuerter Security-Einsatz in der Jugendhilfe birgt ein extremes Risiko für Machtmissbrauch. Das ist potenziell Kindesmisshandlung – und löst keines der Probleme.“ Die Reportage stellt nicht nur den Fall Ole H. in den Mittelpunkt, sondern öffnet den Blick auf ein wachsendes, bislang wenig beleuchtetes Phänomen: den Einsatz von Security-Kräften in Einrichtungen der Jugendhilfe für sogenannte „Systemsprenger“. Ein Film von Andreas Rummel. (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 16.02.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 22.04.2026 MDR
