• Folge 221 (15 Min.)
    Büsra Tutkunkardes (38) im Stall des Reiterhofs Grüneberg in Brandenburg – Bild: ZDF
    Büsra Tutkunkardes (38) im Stall des Reiterhofs Grüneberg in Brandenburg
    Rollstuhlfahrerin Büsra (38) hat schon viel erlebt, doch auf einem Pferd saß sie noch nie. Auf einem barrierefreien Hof in Brandenburg hat sie ihre erste Reitstunde. Gemeinsam mit einer Reisegruppe der „Lebenshilfe Wilhelmshaven e.V.“ erlebt Büsra eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig Mut macht und unterstützt. Beim Kochen, Spazieren und im Austausch entstehen Momente, die verbinden und lange in Erinnerung bleiben. Der Film zeigt, dass Barrierefreiheit mehr ist als Infrastruktur: Eine spezielle Hebevorrichtung ermöglicht Büsra den Zugang zum Therapiepferd. In Beobachtungen und Gesprächen entsteht ein differenziertes Bild von Teilhabe und Gemeinschaft. Der Alltag auf dem Hof – vom gemeinsamen Kochen bis zum Umgang mit den Tieren – wird dabei ebenso sichtbar wie die individuellen Herausforderungen der Teilnehmenden. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 07.07.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 18.07.2026 ZDF
  • Folge 222 (15 Min.)
    Bilal Kir im Südblock, einem Veranstaltungsort in Kreuzberg. Hier trifft er Freunde und Weggefährten der Community.
    Bilal Kir lebt seit seinem 15. Lebensjahr mit Multipler Sklerose. Der Berliner mit türkischen Wurzeln bewegt sich zwischen unterschiedlichen Lebenswelten und passt in keine Schublade. Aufgewachsen in Kreuzberg, berät Bilal Kir seit mehr als zwanzig Jahren Menschen mit Behinderung und Migrationsgeschichte. Zuhause lebt er mit seinem schwerbehinderten Pflegesohn Ali. Er organisiert mit mehreren Assistenzen einen ungewöhnlichen Familienalltag. Bilal Kir kennt das Gefühl, von anderen auf ein einziges Merkmal reduziert zu werden. „Für die einen bin ich der Türke und für die anderen bin ich der Behinderte“, sagt er. Dabei prägen sein Leben viele verschiedene Erfahrungen gleichzeitig. Bilal Kir ist Berliner, Sohn türkischer Eltern, gläubiger Muslim, Peer-Berater, Pflegevater und lebt seit seinem 15. Lebensjahr mit Multipler Sklerose. Aufgewachsen ist Bilal Kir rund um das Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg. Bis heute fühlt er sich dem Stadtteil verbunden. „Hier trifft sich die Community und ich habe noch viele Freunde und Verwandte“, sagt er. Seinen persönlichen Erfahrungen hat er zum Beruf gemacht: Seit mehr als zwanzig Jahren berät er als Peer-Berater Menschen mit Behinderung und Migrationsgeschichte. „Ich komme aus der gleichen Kultur und weiß, welche Knöpfe ich wann drücken muss und welche nicht.“ Auch über schwierige Themen spricht der 46-jährige Berliner offen. Lange beschäftigte ihn die Frage, wo er dazugehört. „Ich hatte mehrere Identitätskrisen“, erzählt er. In Teilen der muslimischen Community erlebt er bis heute Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung. Manche Familien schämen sich aus Angst vor dem Urteil anderer. Bilal Kir hält dagegen. Für ihn sind Behinderung, Glaube, Herkunft und gesellschaftliche Teilhabe kein Widerspruch. So kam er auch zu seinem Pflegesohn Ali. Bilal Kir sollte ursprünglich dessen Familie beraten und verhindern, dass der schwerbehinderte Junge in einer Einrichtung untergebracht wird. Der Junge kann weder sprechen noch alleine essen und benötigt rund um die Uhr Unterstützung. Als sich keine Lösung fand, traf Bilal Kir eine ungewöhnliche Entscheidung. „Dann habe ich zu den Eltern gesagt: Wir finden eh nichts, dann nehme ich ihn auf.“ Seitdem lebt Ali bei ihm, unterstützt von wechselnden Assistenzen. Und vielleicht wird aus Pflegevater und Pflegesohn bald auch ganz offiziell Vater und Sohn. „Mein Plan für die Zukunft: Ich möchte Ali adoptieren“, sagt Bilal Kir. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 01.08.2026 ZDF
  • Folge 223 (15 Min.)
    Kitesurfen von Gehörlosen für Gehörlose. Patrick Bauer bietet Kitesurfkurse in Gebärdensprache an.
    Weltweit eine Seltenheit: Patrick Bauer ist gehörlos und gibt auf Rügen Kitesurf-Kurse in Gebärdensprache – als Muttersprachler motiviert er Menschen mit Hörbehinderung für den Sport. Der Kölner IT-Berater wurde 2019 im Surfparadies zwischen Rügen und Hiddensee ausgebildet, vom Anfänger zum zertifizierten Lehrer in nur sechs Monaten. Seitdem gibt Patrick im Juni und September Kurse und übernahm 2024 die Kitesurf-Schule, in der er gelernt hat. Nun gibt er seine Leidenschaft und sein Wissen auch Pauline und Tamara weiter. Er bringt in wenigen Tagen den Anfängerinnen die Grundlagen bei und weil Kommunikation auf dem Wasser unverzichtbar ist, hat Patrick einige Gebärdenvokabeln neu entwickelt. Dafür überträgt die englischen Begriffe vom Kitesurfen in deutsche Gebärdensprache (DGS), denn was viele nicht wissen: auch die Gebärdensprachen unterscheiden sich von Land zu Land. Aber Patrick kann noch mehr Brücken schlagen: als Gebärden-Muttersprachler, der dank eines speziellen Hörgeräts die Lautsprache beherrscht, richtet sich sein Angebot auch an schwerhörige Menschen und er bietet ein Wassersportcamp für Taubblinde an. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 07.07.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Di. 04.08.2026 ZDF
  • Folge 224 (15 Min.)
    Abbas Yalahow erblindete als 16j-Jähriger durch einen Granatsplitter in seiner Heimatstadt Mogadischu.
    Durch eine Bombenexplosion in Mogadischu verlor Abbas Yalahow sein Augenlicht. Heute lebt er in Berlin und nutzt seine Erfahrungen, um Menschen mit Behinderung zu unterstützen. Weihrauch aus Somalia, Tandemausflüge in Berlin und ein selbstbestimmter Alltag voller Eigeninitiative: Abbas Yalahow hat sich nach Jahren der Unsicherheit ein neues Leben aufgebaut. Heute verbindet er seine Wurzeln in Ostafrika mit seinem Leben in Deutschland. Abbas Yalahow war sechzehn, als eine Explosion in seiner Heimatstadt Mogadischu sein Leben jäh veränderte. Er wurde schwer verletzt und lag mehrere Tage ohne medizinische Hilfe im Krankenhaus. In Somalia gibt es für Menschen mit Behinderung kaum Unterstützung. Sie werden gesellschaftlich geächtet, als Belastung für die Familie angesehen, manchmal sogar getötet. Gemeinsam mit seiner Schwester entschloss er sich deshalb zur Flucht. „Ich kam in ein völlig neues Land mit einer neuen Kultur, einem neuen Klima und einer Sprache, die ich noch nicht konnte“, erinnert sich Abbas Yalahow an seine Ankunft in Deutschland. Inzwischen spricht er perfekt Deutsch, hat eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen und sich in Berlin ein neues Leben aufgebaut. Über einen Internetshop verkauft er Weihrauch und Myrrhe aus Somalia. Die Produkte stammen aus seiner Herkunftsregion: „Sie erinnern mich an meine Kindheit“, so Abbas Yalahow. Abbas Yalahow engagiert sich aber nicht nur für sich selbst. Als der Begleitservice für Menschen mit Behinderung – ein Angebot des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) – vor dem Aus stand, setzte sich Abbas Yalahow öffentlich für dessen Erhalt ein. Für viele blinde und sehbehinderte Menschen bedeutet das Angebot Mobilität und Unabhängigkeit im Alltag. „Hier habe ich als deutscher Bürger die Möglichkeit, mich einzusetzen – und ich nutze meine Stimme!“ Bis heute erlebt Abbas Ablehnung – wegen seiner Herkunft, seiner Hautfarbe oder seiner Blindheit. „Ich erlebe oft doppelte Diskriminierung“, sagt er. Trotzdem richtet er seinen Blick nach vorn, und er wünscht sich für die Zukunft ein Zusammenleben auf Augenhöhe. „Jeder soll die Chance bekommen, seine Träume zu verwirklichen.“ (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 08.08.2026 ZDF
  • Folge 225 (10 Min.)
    Inklusionsbotschafter Alhassane Baldé in seiner Wahlheimat Nürnberg
    Alhassane Baldé kam als Kind aus Guinea nach Deutschland. Heute arbeitet der Rollstuhlfahrer als Berater, Unternehmer und Inklusionsbotschafter und setzt sich für Vielfalt und Teilhabe ein. Der Ex-Profisportler startete als einer der jüngsten deutschen Rennrollstuhlfahrer bei mehreren Paralympics. Heute arbeitet er als Berater für den Vorstand der Bundesagentur für Arbeit und unterstützt mit seiner Agentur behinderte Athleten bei der Sponsorensuche. „Viele sehen vielleicht die Hautfarbe oder auch meinen Rollstuhl als Problem oder Hürde. Ich sehe das nicht so.“ Dabei war sein Start ins Leben alles andere als ideal. Weil die Zwillingsschwangerschaft der Mutter nicht erkannt wurde, kam es unter der Geburt zu Komplikationen. So entstand die Querschnittslähmung. Seine ersten Lebensjahre verbrachte Alhassane Baldé ohne Rollstuhl und ohne medizinische Unterstützung in Guinea. Mit fünf Jahren kam er nach Deutschland und wurde von seinem Onkel und dessen deutscher Frau adoptiert. „Sie wurden für mich zu meinen Eltern.“ Früh entdeckte Alhassane Baldé den Rennrollstuhlsport. Aus kindlichem Spaß an der Geschwindigkeit wurde Leistungssport auf höchstem Niveau. Alhassane Baldé startete bei drei Paralympischen Spielen und gehörte über viele Jahre zu den erfolgreichsten deutschen Rennrollstuhlfahrern. „Der Sport hat meinen Horizont erweitert“, sagt er. Die Erfahrungen aus dem Leistungssport helfen ihm bis heute: Ziele setzen, Rückschläge aushalten, weitermachen. Parallel zur Sportlerkarriere studierte er und arbeitet heute als Berater des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit. Sichtbarkeit sei wichtig, sagt er: „Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen mit Behinderung oder mit Migrationsgeschichte in Chefetagen arbeiten.“ Auch privat kennt er Situationen, in denen Menschen ihn auf Hautfarbe oder Rollstuhl reduzieren. Rassismus und Vorurteile erlebt er bis heute. Gleichzeitig beschreibt Baldé Deutschland als den Ort, an dem er seine Chancen bekommen hat: „Darum möchte ich anderen Menschen mit Behinderung und Migrationsgeschichte Mut machen und zeigen, was möglich ist!“ Die Verbindung zu Guinea ist geblieben – durch Familie, Erinnerungen und seinen Zwillingsbruder. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 15.08.2026 ZDF
  • Folge 226 (15 Min.)
    Arthur Hackenthal setzt sich dafür ein, dass es mehr digitale Angebote für Menschen mit Behinderung gibt, die den Alltag verständlicher und zugänglicher machen. Der 27-jährige Arthur Hackenthal hat das Downsyndrom und entwickelt beim Berliner Sozialunternehmen KOPF, HAND und FUSS digitale Angebote mit, die Barrieren abbauen und Menschen mit Lernschwierigkeiten mehr Selbstständigkeit im Alltag ermöglichen. Arthur Hackenthal engagiert sich für digitale Teilhabe und Inklusion. Beim Berliner Sozialunternehmen KOPF, HAND und FUSS entwickelt und testet er digitale Lösungen für Menschen mit Lernschwierigkeiten. Aktuell arbeitet er am Projekt AInfach – einem Lernprogramm, das Menschen mit Lernschwierigkeiten KI- und Medienkompetenzen vermittelt. Arthur Hackenthal war bereits am Vorgängerprojekt VerAInfacher beteiligt – einer KI-gestützten Anwendung, die hilft, komplexe Texte zu verstehen. Früher hat Arthur gar nicht gelesen – heute helfen ihm digitale Werkzeuge wie dieses dabei, Inhalte zu nutzen, die ihn interessieren. Der 27-Jährige ist auch Mitgründer des Berliner Stammtischs PoliTisch leicht. Dort sprechen junge Menschen mit Lernschwierigkeiten einmal im Monat in Leichter Sprache über Politik und aktuelle Themen. Der Film zeigt, wie technologische Innovation echte Teilhabe ermöglicht – wenn Menschen mit Behinderung von Anfang an mit entwickeln. Weitere Informationen sind zu finden unter www.einfachmensch.zdf.de. Die Sendereihe entsteht in Kooperation mit der „Aktion Mensch“ und ist mit Untertitelung, Gebärdensprache und Audiodeskription verfügbar. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 22.08.2026 ZDF

Mehr Spoiler…

Hol dir jetzt die fernsehserien.de App