• Folge 233 (15 Min.)
    Axel Duensing ist ein blinder Landwirt. – Bild: ZDF
    Axel Duensing ist ein blinder Landwirt.
    „Moin Leute, ich bin’s, Axel, euer blinder Landwirt aus Norddeutschland“ – so beginnen die Videos von Axel Duensing. Doch er will mit seiner Reichweite mehr als nur Likes. Der 34-Jährige lebt mit der Erbkrankheit Retinopathia pigmentosa. Zusammen mit seinen Schwestern, die ältere ebenfalls erkrankt, seiner Frau und weiteren Mitgliedern gründet Duensing gerade einen Verein, um soziale und inklusive Projekte verwirklichen zu können. Von seiner Community mit 42.000 Follower bei Instagram erhält Axel viel Zuspruch. Er vermittelt, dass Landwirtschaft vielfältig ist und inklusiv gestaltet werden kann. Dafür macht er seine Videos, und das möchte er in Zukunft auch direkt auf dem Hof vermitteln: als Ausbildungsbetrieb für Menschen mit Behinderung, für Events wie Dinner im Dunkeln oder als Ausflugsziel für Kitas und Schulklassen. Denn auch wenn Axel zu Beginn seiner Erkrankung nicht daran geglaubt hat, den Hof übernehmen zu können: Ein blinder Ziegenhirt in Kanada hat ihm gezeigt, dass Landwirtschaft auch ohne Augenlicht möglich ist. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 06.10.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 17.10.2026 ZDF
  • Folge 234 (15 Min.)
    Jacob Götz bei seinen täglichen Arbeiten im Kuhstall.
    „Es war nicht einen Moment die Frage, was anderes zu machen“. Das sagt Jacob Götz über seinen schweren Unfall. Und so ist der 31-Jährige jetzt Landwirt im Rollstuhl. Bei einem Arbeitsunfall 2021 wird Jacob schwer am Rückenmark verletzt. Die Querschnittslähmung ist inkomplett, im rechten Bein gewinnt er etwas Mobilität zurück. Trotzdem teilt sich sein Leben ab jetzt in ein davor und ein danach. Jacob ist ehrgeizig. Er schafft es wieder auf den Traktor, den Mähdrescher und den gesamten Hof zu bewirtschaften. Er optimiert die Maschinen und die Abläufe, damit sie zu ihm passen. Und er übernimmt viele Aufgaben als Vater. Denn Kinderaktivitäten fallen oft genau in die Melkzeiten, die jetzt von Jacobs Frau übernommen werden. Freya und die beiden gemeinsamen Söhne sind für Jacob Unterstützung und großes Glück. Neben der Landwirtschaft, denn die ist nun mal einfach „sein Leben“. Weitere Informationen sind zu finden unter www.einfachmensch.zdf.de. Die Sendereihe entsteht in Kooperation mit der „Aktion Mensch“ und ist mit Untertitelung, Gebärdensprache und Audiodeskription verfügbar. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 06.10.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 24.10.2026 ZDF
  • Folge 235 (15 Min.)
    Justin Triebel (r.) und Carlo Novak (l.) leben Tür an Tür in einem inklusiven Wohnprojekt. Die Gemeinschaftsküche ist ihr Treffpunkt.
    Carlo Novak und Justin Triebel sind Nachbarn. In einem inklusiven Wohnhaus in Berlin-Lichterfelde erleben sie, wie ein Zusammenleben ganz selbstverständlich funktionieren kann. In dem Berliner Hausprojekt leben Menschen aus aller Welt mit und ohne Behinderung in einem Haus zusammen. Sie teilen Garten und Küchen, organisieren ihren Alltag und feiern gemeinsam Hausfeste. Privatsphäre gehört ebenso dazu wie Streit um den Putzplan oder Musik. Zuvor hat Carlo Novak bei seinen Eltern und in einer Lern-WG gelebt. Erst nach mehreren Anläufen fand der 24-Jährige das passende Zuhause: „Ich bin froh, dass ich diesen Ort gefunden habe“, betont er. Der 23-jährige Justin Triebel gehört zu den ersten Bewohnern des Hauses. Im Alltag unterstützen sich die Bewohner gegenseitig, kochen und spielen zusammen oder kümmern sich um den Garten. Gleichzeitig kann sich jeder in sein eigenes Apartment zurückziehen. Auf dem Gelände stehen zwei Häuser. Auf den einzelnen Etagen gibt es jeweils bis zu sieben Apartments mit eigenem Bad und einer Gemeinschaftsküche. Carlo Novak und Justin Triebel verbringen in ihrer Freizeit häufig Zeit zusammen: beim Wäsche aufhängen, in der Küche oder bei der Gartenarbeit. „Wir haben denselben Humor“, so Carlo Novak. Justin Triebel schätzt an seinem Nachbarn Carlo Novak besonders dessen Spontaneität: Aus einer unvermittelten Frage entstehe oft ein interessantes Gespräch – über Bücher und Filme, aber auch über Probleme im Alltag. Das Haus war ursprünglich ein Seniorenheim. Heute wohnen dort Menschen aus aller Welt, mit und ohne Behinderung, Auszubildende und Studierende. Hausleiterin Nicole Hotzel vom Träger Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH beschreibt die Idee knapp: „Unser Angebot ist, ein gemeinsames Leben miteinander zu gestalten.“ Das heißt nicht, dass immer alles harmonisch läuft: Kühlschrank, Putzplan, Unordnung oder laute Musik sorgen auch hier für Ärger. Doch Probleme werden bei den regelmäßigen Bewohnertreffen angesprochen und gemeinsam nach Lösungen gesucht. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 07.11.2026 ZDF
  • Folge 236 (15 Min.)
    Züge und Bahnen waren schon immer Paul Lampes große Leidenschaft.
    Paul Lampe arbeitet am Berliner Hauptbahnhof für die ICE-Bordgastronomie. Sein Ziel: ein fester Job bei der Deutschen Bahn und damit der Schritt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Paul Lampe arbeitet im Team der Warenlogistik. Die Bahn ist für ihn mehr als ein Arbeitsplatz: Schon als Kind begeisterten ihn Züge. Heute ist sein Hobby zugleich sein Traumjob. Paul Lampe arbeitet seit Mai 2025 auf einem ausgelagerten Werkstattarbeitsplatz bei der Deutschen Bahn am Berliner Hauptbahnhof. Angestellt ist der 27-jährige Berliner weiterhin bei den Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung (BWB). Sein Ziel ist ein regulärer Arbeitsvertrag bei der Deutschen Bahn – und damit der Wechsel auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Im Arbeitsalltag stellt Paul Lampe Waren für die Bordgastronomie zusammen, belädt Transportwagen und bringt sie durch den oft vollen Hauptbahnhof zum richtigen Gleis. Am Anfang musste er die neuen Abläufe erst lernen. Heute erledigt er viele Aufträge selbstständig. Schon als Kind war Paul Lampe von Zügen begeistert, und bis heute ist die Eisenbahn auch sein Hobby. Gemeinsam mit seinem Bruder engagiert er sich beim Verein Historische S-Bahn in Erkner. Acht Jahre lang arbeitete Paul Lampe nach der Förderschule in einer Werkstatt. Dort fuhr er Paletten, räumte auf und erledigte Lagerarbeiten. Irgendwann wollte er etwas anderes ausprobieren. Jobcoach Christian Eisenhauer von den Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung begleitete diesen Weg und beobachtet eine deutliche Entwicklung: Paul Lampe habe immer mehr Verantwortung übernommen und sei selbstsicherer geworden. Auch die Deutsche Bahn sieht die Voraussetzungen für eine Festanstellung grundsätzlich als gegeben. Standortleiter Enrico Spannaus sagt, dass ein möglicher Vertrag nicht an Paul Lampes Qualifikation scheitere. Sobald eine passende Stelle in der Warenlogistik frei werde, könne er nachrücken. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 14.11.2026 ZDF
  • Folge 237 (15 Min.)
    Anja Wackerbarth auf einer Bergwanderung für Menschen mit und ohne Behinderung
    Anja Wackerbarth ist sportlich, liebt das Reisen und lebt doch mit einer Muskeldystrophie. Eine genetisch bedingte Erkrankung, die zu einer fortschreitenden Abnahme der Muskelkraft führt. Sie entschließt sich zu einem Rollstuhl. Ob beim Bergwandern, Segeln oder bei Fernreisen. Wackerbarth bemerkt in jungen Jahren, dass sie körperlich nicht fit ist. Sie stürzt öfter, ist plötzlich unsicher auf den Beinen. Nach und nach nimmt ihre Muskelkraft ab. Als Teenager kann sie nicht mehr selbständig vom Stuhl aufstehen. Während ihres Studiums der Sozialen Arbeit werden die Beschwerden so groß, dass sie sich für einen Rollstuhl entschließt. Damit beginnt mit der Diagnose Muskeldystrophie ein neuer Abschnitt in ihrem Leben. Nach einer Eingewöhnungsphase merkt Wackerbarth schnell, dass der Rollstuhl ihr wieder mehr Möglichkeiten bietet, am Leben teilzunehmen. Sie kann wieder längere Strecken zurücklegen, die ohne Rollstuhl nicht möglich waren. Wann immer sie neben ihrer Arbeit im sozialen Dienst frei hat, ist Wackerbarth unterwegs. Sie geht regelmäßig schwimmen, wandern, spielt Tischtennis oder unternimmt Ausflüge. So war sie schon auf einem inklusiven Segeltörn oder beim inklusiven Paddeln. Anja Wackerbarth ist es wichtig, ihre Freizeit gemeinsam mit Menschen mit und ohne Behinderung zu verbringen. Für sie geht es um Begegnungen, den Austausch untereinander. Und darum, gegenseitig mögliche Berührungsängste abzubauen. Denn noch immer erlebt sie häufig, dass viele unsicher sind im Umgang mit Menschen mit Behinderung. Auch längst sind nicht alle Orte barrierefrei – die wichtigste Voraussetzung für ein gemeinsames Miteinander. Anja Wackerbarth hofft, dass Deutschland in Sachen Inklusion vorankommt. Und somit auch gemeinsame Freizeit für Menschen mit und ohne Behinderung selbstverständlich wird. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 21.11.2026 ZDF

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