• Folge 214 (15 Min.)
    Alles okay – Beyza lebt mit vier Prothesen an Armen und Beinen. – Bild: Jessica Liss /​ ZDF
    Alles okay – Beyza lebt mit vier Prothesen an Armen und Beinen.
    2018 verändert eine schwere Meningokokken-Infektion mit Sepsis Beyzas Leben radikal. Was als harmlose Erkältung beginnt, entwickelt sich in kurzer Zeit zu einem lebensbedrohlichen Notfall. Die damals 21-Jährige wird für zwei Wochen ins künstliche Koma versetzt. Als sie wieder aufwacht, ist nichts mehr wie zuvor: Drei Herzinfarkte, ein Herzstillstand und multiples Organversagen haben ihr Leben für immer verändert. Beyza verliert beide Unterarme und Unterschenkel – muss alles von Grund auf neu lernen. Beyza lernt mit ihren Prothesen umzugehen, ihren Alltag neu zu organisieren und Schritt für Schritt ihre Selbstständigkeit zurückzugewinnen: wie beim Bedienen ihres Smartphones, beim Sport, beim Ausprobieren neuer Looks oder bei gemeinsamen Aktivitäten mit ihrer Schwester. Vieles, was anfangs unmöglich scheint, wird für sie wieder Teil des Lebens. „Ich hatte schwere Tage, ich habe aber trotzdem versucht zu denken, am Ende wird es irgendwie gut. Diese innere Arbeit ist schwieriger als das ganze Drum und Dran“, beschreibt Beyza ihren Weg. „Man lernt plötzlich: Was ist Selbstliebe und Selbstakzeptanz? Und wie gehe ich damit um?“ Die heute 28-Jährige entscheidet sich bewusst dafür, ihre Behinderung öffentlich zu zeigen. Auf Instagram und TikTok spricht sie offen über ihren Alltag, über Vorurteile und über den Umgang mit Prothesen, zeigt aber auch, dass sie mehr ist als Behinderung und eine ganz „normale“ junge Frau. Allein auf Instagram folgen ihr bereits über 160.000 Menschen. „Es war jetzt nicht meine Absicht, bekannt zu werden oder Follower zu kriegen. Es ging hauptsächlich nur um mich, damit ich mich so akzeptiere und ja nicht verstecke. Ich habe einfach versucht, normal weiterzuleben.“ Heute hat sie sich und ihre Prothesen akzeptiert, versucht mehr im Hier und Jetzt zu leben. Anderen Betroffenen rät sie: „Du musst nicht immer stark sein, mach langsam, stress dicht nicht, mache einfach weiter. Das hört sich alles viel einfacher an, als es ist, aber es wird mit der Zeit einfacher.“ (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 26.05.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 30.05.2026 ZDF
  • Folge 215 (15 Min.)
    Shopping, fast wie früher: Gerade beim Shoppen ist Lea (r.) froh über die Alternative zum Rollstuhl.
    Stehen und gehen – das war für Lea lange Zeit nicht möglich. Im Rollstuhl erlebte sie oft mitleidige Blicke. Heute nutzt Lea Habekost im Alltag ein Exoskelett. Das Exoskelett ermöglicht es der 25-Jährigen aus dem Rollstuhl aufzustehen und zu laufen. Seit sie anderen Menschen wieder auf Augenhöhe begegnen kann, fühlt sich Lea selbstständiger, weniger auf ihre Behinderung reduziert. Bewegung war für Lea immer selbstverständlich. Als Kind und Jugendliche mag sie nie lange stillsitzen, fährt Gokart, geht zum Leistungsschwimmen. Doch 2019, nach einer Routineoperation am Fuß kommt es zu einer Entzündung, die aufsteigt und ihre Nerven schädigt. Seitdem kann sie ihre Beine nicht mehr bewegen, nutzt stattdessen einen Rollstuhl. „Ich komme mit dem Rollstuhl gut zurecht. Aber mein Bewegungsradius ist verglichen mit früher deutlich eingeschränkt. Und von anderen werde ich vor allem als behinderte Person wahrgenommen.“ Ihren Beruf als OP-Assistentin kann Lea nicht mehr ausüben, auch im Privaten zieht sie sich häufig zurück. Ende 2024 ändert sich Leas Leben erneut komplett: Auf einer Fachmesse sieht sie ein Exoskelett. Dieses Hightech-Hilfsmittel aus Motoren und Sensoren ermöglicht es Patienten wie ihr, wieder zu stehen, zu gehen, sogar Treppen zu steigen. Die Erweiterung ihres Bewegungsradius durch das Exoskelett – etwa selbst in ein oberes Regal greifen zu können oder Schaufenster aus derselben Höhe wie andere wahrzunehmen – ist für sie wie ein Geschenk. „Das Exoskelett ermöglicht mir Unternehmungen und Aktivitäten im Alltag, die ich vorher ausschließen musst. Von anderen Menschen werde ich als „normalere“ Person wahrgenommen.“ Leas Wunsch: Eine Gesellschaft, in der es keine Rolle spielt, ob jemand eine Behinderung hat oder wie er sich fortbewegt. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 26.05.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 06.06.2026 ZDF
  • Folge 216 (15 Min.)
    Philipp wird ohne rechten Unterarm geboren. Seit er drei Jahre alt ist, trägt er eine Prothese. Mit Blicken, Fragen und Zweifeln anderer umzugehen, hat er von Kindheit an gelernt. Die Skepsis von außen wird für Philipp zum inneren Antrieb – egal ob beim Sport oder im beruflichen Kontext. Sein Motto: „Einfach machen, könnte ja geil werden.“ Mit dieser positiven Grundhaltung ist Philipp weit gekommen. Der heute 37-Jährige ist ausgebildeter Tauchlehrer, startete bei Kite-Wettkämpfen und hat seit rund einem Jahr auch den Pilotenschein. Besonders das Fliegen ist für ihn mehr als ein Hobby: Es ist das Gefühl von endloser Freiheit, wo alles möglich zu sein scheint. Für ihn ein wahrhaft „befreiendes“ Gefühl, denn früher fühlte sich der heute 37-Jährige oft auf seinen fehlenden Arm reduziert. Dabei schränkt ihn dieser Umstand in keiner Weise ein. „Ich trage eine Prothese, aber ich bin nicht behindert. Hindern tun mich nur diejenigen, die denken, ich könnte nichts.“ 2017 gründet Philipp ein eigenes Unternehmen für Prothesenschäfte. Sein Vorteil: Er kennt die Bedürfnisse seiner Kundinnen und Kunden aus eigener Erfahrung. Wo Prothesen drücken, welche Anpassungen im Alltag funktionieren und welche nicht – das muss man ihm nicht lange erklären. Seine Kundschaft schätzt diese besondere Expertise. Und auch im Privaten hat Philipp sein Glück gefunden. Seit sechs Jahren sind er und seine Lebensgefährtin ein Paar. Die Prothese war für Dana nie ein Thema: „Philipp managt den Alltag wie alle anderen auch. Und für unsere Tochter ist die Prothese sowieso völlig normal.“ Der Geburt ihres zweiten Kindes im Sommer schauen sie deshalb völlig gelassen entgegen. Weitere Informationen sind zu finden unter www.einfachmensch.zdf.de. Die Sendereihe entsteht in Kooperation mit der „Aktion Mensch“ und ist mit Untertitelung, Gebärdensprache und Audiodeskription verfügbar. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 26.05.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 13.06.2026 ZDF
  • Folge 217 (15 Min.)
    Jona Reckers: Gründer und Berater für Menschen mit Behinderung
    Behindert sein und ein Start-up gründen? Für Jona Reckers war das kein Widerspruch – im Gegenteil. Er ist das Risiko bewusst eingegangen und hat seinen Traumjob gefunden. Nach einem Unfall ist Jona Reckers auf den Rollstuhl angewiesen. Immer wieder erlebt er, wie mühsam es ist, notwendige Hilfsmittel und finanzielle Unterstützung bewilligt zu bekommen. Genau aus diesen frustrierenden Erfahrungen mit der Bürokratie entsteht schließlich seine Geschäftsidee. Jona Reckers ist erst 17, als ihn ein einziger unbedachter Moment aus seinem gewohnten Leben reißt. Er läuft mit Freunden über einen Güterbahnhof, als er einem vorbeifahrenden Zug zu nahekommt. Dabei wird er von einem sogenannten Lichtbogen getroffen – einer extrem heißen elektrischen Entladung, bei der Strom durch die Luft überspringt. Die enorme Hitze und Energie schleudern ihn zu Boden. Jona erleidet schwerste Verbrennungen, schwebt in Lebensgefahr und wird ins künstliche Koma versetzt. Als er wieder aufwacht, ist nichts mehr wie zuvor: Er ist querschnittsgelähmt. „Mein erster Gedanke war: Jetzt ist alles vorbei.“ Doch Jona sieht auch das Positive. „Ich habe eine zweite Chance bekommen und aus der will ich das Beste machen.“ In einem Rehazentrum lernt er Ray Baafi kennen, der ist ähnlich wie Jona nach einem schweren Unfall querschnittsgelähmt. Auch er muss sich als Neu-Rollstuhlfahrer durch den Antragsdschungel kämpfen und das in einer Zeit, in der man eigentlich alle Kraft für seine neue Lebenssituation braucht. Aus diesen Erfahrungen entsteht eine gemeinsame Idee: das Start-up HelpYuu. Jona Reckers und Ray Baafi beraten Menschen mit Pflegegrad 2 bis 5 zu ihren Ansprüchen auf finanzielle Leistungen und notwendige Hilfsmittel. Darüber hinaus begleiten sie ihre Kundinnen und Kunden durch den gesamten Antragsprozess. Teile dieser Unterstützung werden inzwischen sogar von Pflegekassen übernommen. Zwei Jahre nach der Gründung hat sich HelpYuu etabliert. Für Jona Reckers steht fest, dass er seinen beruflichen Weg gefunden hat: „Ich mache jetzt eine Arbeit, die mich erfüllt. Ich kann Menschen helfen, die in der gleichen Situation sind wie ich.“ Ursprünglich wollte er Betriebswirtschaft studieren, doch zugunsten seines Unternehmens hat er das Studium aufgegeben – und damit bewusst den Schritt in ein erfüllendes Berufsleben gemacht. Weitere Informationen sind zu finden unter www.einfachmensch.zdf.de. Die Sendereihe entsteht in Kooperation mit der „Aktion Mensch“ und ist mit Untertitelung, Gebärdensprache und Audiodeskription verfügbar. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 20.06.2026 ZDF
  • Folge 218 (15 Min.)
    Anna Hörster hat sich mit der Herstellung medizinischer Hilfsmittel für Ernährungssonden, Blasenkatheter und Ports selbständig gemacht.
    Anna Hörster hat das Ehlers-Danlos-Syndrom, eine schwere chronische Erkrankung. Dennoch hat sie sich ihren Traum von beruflicher Selbständigkeit erfüllt. Anna stellt in Eigenregie medizinische Hilfsmittel zum Beispiel Drainage Cover her und verkauft sie über ihren Onlineshop. Außerdem nutzt sie die sozialen Medien, um sich für Inklusion und gegen Ausgrenzung einzusetzen. Anna Hörster lebt von klein auf mit starken Bauchschmerzen, Probleme mit ihrem Rücken und der Schulter kommen hinzu. Erst 2021 erhält sie die Diagnose Ehlers-Danlos-Syndrom. Eine sehr seltene, erblich bedingte Erkrankung des Bindegewebes mit zahlreichen Unterformen, die verschiedene Organe betreffen können. Bei Anna macht sich die Erkrankung sehr vielfältig bemerkbar, unter anderem, in dem immer wieder ihre Gelenke auskugeln oder verkeilen und sie das Gefühl hat, sie kann ihre Muskeln nicht mehr ansteuern. Daher ist sie bei längeren Strecken auf ihren Rollstuhl angewiesen. Seit 2022 muss sie sich aufgrund ihrer Magen-Darmlähmung größtenteils künstlich über Sonden und Pots ernähren. Beruflich wollte Anna schon immer selbstständig sein. So kam ihr die Idee, medizinische Produkte, die sie selbst im Alltag benötigt, schöner zu gestalten. Sie sollen nicht mehr kalt und steril aussehen, sondern freundlich und warm – einfach schön. So begann sie Hilfsmittel wie Hüllen aus schönen, bunten Stoffen für Ernährungssonden, Blasenkatheter und intravenöse Katheter zu entwerfen und selbst zu fertigen. Das soll Betroffenen zu einem positiveren Umgang mit ihrer Erkrankung helfen, den Alltag mit Schläuchen, Infusionsbeutel & Co.angenehmer machen. Die Idee kommt an: Inzwischen bestellen immer mehr Menschen mit unterschiedlichen Erkrankungen die bunten Hilfsmittel in ihrem Onlineshop, der nach und nach weiterwächst. Ebenso ist Anna auf Social Media aktiv, setzt sich als Influencerin für Inklusion und gegen Benachteiligung von Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen ein. Sie will auch Menschen, denen man ihre Erkrankung oder Behinderung nicht ansieht, zu mehr Akzeptanz verhelfen, sie sichtbarer machen. Inzwischen ist ihre Reichweite so groß, dass Social Media auch Teil ihrer beruflichen Selbstständigkeit geworden ist. Weitere Informationen sind zu finden unter www.einfachmensch.zdf.de. Die Sendereihe entsteht in Kooperation mit der „Aktion Mensch“ und ist mit Untertitelung, Gebärdensprache und Audiodeskription verfügbar. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 27.06.2026 ZDF
  • Folge 219 (15 Min.)
    Gazi Senlik hat eine starke Sehbehinderung und ist nahezu blind. Auf dem normalen Arbeitsmarkt sieht er für sich kaum Chancen. Also nimmt er sein Leben selbst in die Hand. Senlik kauft ein Taxiunternehmen und übernimmt die Geschäftsführung. Unterstützung bekommt er vor allem von seiner Familie. Senlik baut sich ein Team auf, dem er voll vertrauen kann. Seine Mitarbeitenden werden zu seinen Augen. Heute beschäftigt er bereits mehr als 30 Personen. Schon als Kind verbringt Gazi jede freie Minute auf dem Fußballplatz. Seine große Leidenschaft: Torwart. Doch irgendwann merkt er, dass er die Bälle nicht mehr rechtzeitig erkennt. Sein Sehvermögen verschlechtert sich zunehmend. Die Diagnose der Ärzte: Retinitis pigmentosa – eine seltene, erblich bedingte Netzhauterkrankung, die das Augenlicht Schritt für Schritt zerstört. Auch sein jüngerer Bruder Alper ist betroffen. Für Gazi bricht zunächst eine Welt zusammen. Lange versucht er, seine Sehprobleme zu verbergen. Zunächst arbeitet Senlik in der Gastronomie, später beginnt er eine Ausbildung bei einem Autoteilehändler. Von seiner Sehbehinderung erzählt er dort nichts. Er will kein Mitleid, sondern als ganz normaler Kollege wahrgenommen werden. Doch sein Arbeitstempo gilt als zu langsam. Zahlen und Buchstaben auf Reifen kann er oft nicht schnell genug erkennen. „Mein Ausbilder dachte, ich würde ständig Pause machen“, erinnert sich Gazi. Schließlich verliert er seine Ausbildungsstelle. Doch Aufgeben kommt für ihn nicht infrage. Anfang 20 sucht er nach einer Möglichkeit, selbstständig Geld zu verdienen und später eine Familie zu ernähren. Also steigt er ins Taxigeschäft ein. „In den ersten Jahren habe ich von morgens bis abends gearbeitet. Selbst nachts habe ich nur an Taxis gedacht“, erzählt er. Zunächst wirft das Unternehmen nicht viel ab, seine Frau Elif ist Altenpflegerin und sorgt für das Familieneinkommen. Heute laufen die Geschäfte so gut, dass Gazi problemlos für seine Familie sorgen kann. Gazi Senlik hat gelernt zu seiner Sehbehinderung zu stehen. Er blickt voller Stolz auf seinen Erfolg als Unternehmer und sagt heute: „Ich will ein Vorbild sein.“ Seine Geschichte zeigt, dass Unternehmergeist oft genau dort entsteht, wo andere nur Grenzen sehen. „Ich will kein Loser sein und zeigen, was ich trotz Sehbehinderung erreichen kann.“ Weitere Informationen sind zu finden unter www.einfachmensch.zdf.de. Die Sendereihe entsteht in Kooperation mit der „Aktion Mensch“ und ist mit Untertitelung, Gebärdensprache und Audiodeskription verfügbar. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 04.07.2026 ZDF

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