Knöllchen im Vorbeifahren
30 Min.
Falschparker aufschreiben, Kennzeichen prüfen, Knöllchen verteilen und sich dabei jeden Tag einiges anhören müssen: Für die Mitarbeitenden des Landesbetriebs Verkehr (LBV) gehört das zum Arbeitsalltag. Wer in Hamburg im Außendienst unterwegs ist, kennt die Situationen: Ein Auto steht im Halteverbot, eine Feuerwehrzufahrt ist blockiert oder ein Radweg wird zugestellt. Die Kontrolleure sprechen die Fahrerinnen und Fahrer an. Und nicht selten wird aus einem kurzen Gespräch ein lautstarker Streit. Die Mitarbeitenden des LBV erleben solche Situationen regelmäßig.
Gleichzeitig wächst der Parkdruck in Hamburg. Immer mehr Autos stehen auf immer knapper werdenden öffentlichen Raum. Jetzt soll Technik einen Teil der Arbeit übernehmen. Der LBV testet ein neues Scan-Fahrzeug, das Parkberechtigungen automatisch überprüfen kann. Das Pilotprojekt steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. Für die Mitarbeitenden bedeutet das: Sie müssen nicht nur mit Parksündern umgehen, sondern gleichzeitig eine völlig neue Technik im echten Straßenverkehr ausprobieren. Das Prinzip klingt zunächst einfach: Das Scan-Fahrzeug fährt durch die Straßen und erfasst die Kennzeichen der abgestellten Autos.
Das System gleicht diese mit den digitalen Parkberechtigungen ab, zum Beispiel mit Bewohnerparkausweisen, Handyparken oder Ausnahmegenehmigungen. Für die Beschäftigten könnte das bedeuten: weniger Routinekontrollen, weniger Zeit am einzelnen Fahrzeug und möglicherweise auch weniger direkte Konfrontationen. Wenn das Scan-Car einen möglichen Verstoß feststellt, muss nicht automatisch der Mitarbeitende neben dem Auto stehen und den Fahrer zur Rede stellen.
Die große Frage lautet: Wie zuverlässig funktioniert das System im echten Hamburger Straßenverkehr? Was passiert bei einem schlecht lesbaren Kennzeichen? Was ist mit Fahrzeugen, die gerade ankommen oder wegfahren? Wie schnell sind digitale Parkberechtigungen im System? Was passiert, wenn jemand zwar eine Berechtigung hat, diese aber noch nicht richtig hinterlegt ist? Und wie geht der LBV mit Situationen um, die die Software nicht eindeutig beurteilen kann? Doch auch die manuelle Parksünder-Erfassung bleibt vorerst bestehen.
Gerade in den Brennpunktgebieten, wie St. Georg oder Billstedt, kommt es regelmäßig zu Konfrontationen mit Autofahrern. Hier zeigt sich, was Parkraumkontrolle tatsächlich bedeutet. Es geht nicht nur darum, ein Kennzeichen abzuschreiben. Die Beschäftigten müssen Situationen einschätzen, Regeln erklären, Konflikte aushalten und manchmal auch klare Grenzen ziehen. Ob das Scan-Car den Alltag der Kontrolleure wirklich leichter macht, ob es weniger Konflikte gibt und wie gut Mensch und Maschine am Ende zusammenspielen, wird sich erst im Laufe des Pilotprojekts zeigen. (Text: NDR)
Gleichzeitig wächst der Parkdruck in Hamburg. Immer mehr Autos stehen auf immer knapper werdenden öffentlichen Raum. Jetzt soll Technik einen Teil der Arbeit übernehmen. Der LBV testet ein neues Scan-Fahrzeug, das Parkberechtigungen automatisch überprüfen kann. Das Pilotprojekt steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. Für die Mitarbeitenden bedeutet das: Sie müssen nicht nur mit Parksündern umgehen, sondern gleichzeitig eine völlig neue Technik im echten Straßenverkehr ausprobieren. Das Prinzip klingt zunächst einfach: Das Scan-Fahrzeug fährt durch die Straßen und erfasst die Kennzeichen der abgestellten Autos.
Das System gleicht diese mit den digitalen Parkberechtigungen ab, zum Beispiel mit Bewohnerparkausweisen, Handyparken oder Ausnahmegenehmigungen. Für die Beschäftigten könnte das bedeuten: weniger Routinekontrollen, weniger Zeit am einzelnen Fahrzeug und möglicherweise auch weniger direkte Konfrontationen. Wenn das Scan-Car einen möglichen Verstoß feststellt, muss nicht automatisch der Mitarbeitende neben dem Auto stehen und den Fahrer zur Rede stellen.
Die große Frage lautet: Wie zuverlässig funktioniert das System im echten Hamburger Straßenverkehr? Was passiert bei einem schlecht lesbaren Kennzeichen? Was ist mit Fahrzeugen, die gerade ankommen oder wegfahren? Wie schnell sind digitale Parkberechtigungen im System? Was passiert, wenn jemand zwar eine Berechtigung hat, diese aber noch nicht richtig hinterlegt ist? Und wie geht der LBV mit Situationen um, die die Software nicht eindeutig beurteilen kann? Doch auch die manuelle Parksünder-Erfassung bleibt vorerst bestehen.
Gerade in den Brennpunktgebieten, wie St. Georg oder Billstedt, kommt es regelmäßig zu Konfrontationen mit Autofahrern. Hier zeigt sich, was Parkraumkontrolle tatsächlich bedeutet. Es geht nicht nur darum, ein Kennzeichen abzuschreiben. Die Beschäftigten müssen Situationen einschätzen, Regeln erklären, Konflikte aushalten und manchmal auch klare Grenzen ziehen. Ob das Scan-Car den Alltag der Kontrolleure wirklich leichter macht, ob es weniger Konflikte gibt und wie gut Mensch und Maschine am Ende zusammenspielen, wird sich erst im Laufe des Pilotprojekts zeigen. (Text: NDR)
Cast & Crew
Drehbuch: Sarah Schmerse
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