Wh. in neuer Zusammenstellung, Folge 35–51
Bolivien: Ihr See wurde Wüste / Grönland: Landwirtschaft oder Bergbau?
Folge 35 (51 Min.)(1) Bolivien: Ihr See wurde Wüste Der Poopó-See in Bolivien hatte eine Wasserfläche von einer Million Quadratkilometern Wasserfläche, die nun zu einer Salzwüste getrocknet ist. In 3.700 Metern Höhe, auf dem windigen und sonnenverbrannten Altiplano, lebten die Uru Muratos, das älteste Volk der Anden, seit Jahrhunderten an den Ufern des Sees. Er war für sie das Zentrum der Welt. Der See ernährte die Urus mit Fischen und auch Vögeln, die im Schilf nisteten. Ihr Glaube ist mit dem Wasser verbunden, sie verehren die Gottheit des Sees noch jeden August mit Opfergaben. In ihrer Sprache bedeutet „Poopó“ Bauchnabel. Mit dem See verschwindet das Volk vom Wasser mitsamt seiner Geschichte, unbemerkt von den Blicken der Weltöffentlichkeit. Die Ursache für diese ökologische Katastrophe sind sowohl der Klimawandel, als auch die Umleitung der Zuflüsse des Sees für Landwirtschaft und Bergbau. Die letzten Urus schauen hilflos auf das Ende ihrer Welt.(2) Grönland: Landwirtschaft oder Bergbau? Wird Grönland ein neues Bergbau-Eldorado? Die 57.000 Einwohner der größten Insel der Welt sind sich nicht einig: Während einige die willkommene Möglichkeit sehen, sich endlich von Dänemark zu emanzipieren, befürchten andere die Zerstörung einer seltenen und noch unberührten natürlichen Umgebung. Im Dorf Narsaq sollte eine der größten Uranminen der Welt entstehen, doch die Umweltschützer im grönländischen Parlament setzten durch, dass das Projekt auf Eis gelegt wurde. Und wenn Grönlands Zukunft auf dem Feld liegt? Im August sind die Hügel des Dorfes Qassiarsuk mit Gras bedeckt. Die Bauern mähen es, denn die Heuballen werden ihre Schafe im Winter ernähren. Die 37 Farmen Grönlands liegen im Süden der Insel, die milderen und längeren Sommer erleichtern die Arbeit. In der Nähe von Narsaq, im Dorf Qaqortoq, experimentiert ein Däne mit dem Anbau von Paprika, Erdbeeren und Salat, mit dem Ziel, den Gemüseanbau in großem Maßstab zu entwickeln und den Grönländern zu helfen, sich selbst zu versorgen. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 02.08.2024 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 03.08.2024 arte China: Schulferien im Militärcamp / Ukraine: Doppelgänger gegen Krieg
Folge 36 (51 Min.)(1) China: Schulferien im Militärcamp Die Sommerferien nutzen Eltern in China traditionell, um ihre Kinder zu optimieren. Außer Nachhilfeunterricht hilft da vor allem eines: Disziplin lernen. Deshalb stieg die Nachfrage nach Ferienlagern mit Militär-Ausbildern auf mittlerweile Tausende im ganzen Land. Auch der neunjährigen Baoli und die elfjährige Ruirui wurden von ihren Eltern für vier Wochen in ein militärisches Sommerlager geschickt. Hier werden sie gedrillt. Sie lernen, wie man ein Gewehr hält und seine Wäsche wäscht. Baoli soll vor allem abnehmen und Ruirui soll lernen, mit Gleichaltrigen auszukommen. Der allgegenwärtige Einfluss der Kommunistischen Partei in China ist täglich spürbar. In der Schule, im Alltag und im Sommerlager spiegelt sich die Politik des Kommunistischen Staats- und Regierungschefs Xi Jinping. China soll bis 2049 die führende Militärmacht der Welt werden.(2) Ukraine: Doppelgänger gegen Krieg Im wirklichen Leben leitet Putins Doppelgänger eine LKW-Transportfirma, Kim Jong Uns Doppelgänger produziert Musik und Selenskys Doppelgänger lackiert Autos. Der erste ist Pole, der zweite kommt aus Hongkong und der dritte aus Usbekistan. Ihre Ähnlichkeit zahlte sich aus, in Spielfilmen, Werbespots oder Parodien. Ihr Schicksal wendete sich an dem Tag, als Russland im Februar 2022 in die Ukraine einmarschierte. Für den falschen Kim Jong Un sind die drei Doppelgänger wie „eine kleine Familie“. Als die Bomben auf Kiew fielen, sorgte er sich um den Doppelgänger von Selensky, der dort damals in einer Karosseriewerkstatt arbeitete. Er fürchtete, dieser könnte von Russen entführt und vor laufender Kamera ermordet werden, um den Tod des echten ukrainischen Präsidenten vorzutäuschen. Der falsche Kim rief also den falschen Putin in Breslau an, um mit ihm zu beraten, wie sie den falschen Selensky aus der Ukraine rausholen könnten … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 09.08.2024 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 10.08.2024 arte USA: Trumps Mauer und die Folgen / USA: Leben in der Funkstille
Folge 37 (51 Min.)(1) USA: Trumps Mauer und die Folgen Die illegale Migration ist wieder ein großes Thema im US-Wahlkampf und Trumps Mauer ist doch überwindbar. Seit drei Jahren schätzen die US-Behörden, dass jedes Jahr zwei Millionen Menschen illegal über die Grenze kommen, ein historischer Rekord. Manche nennen es eine Invasion und einen Beweis für das Scheitern der Regierung unter Präsident Biden. Andere sehen die Ursache dieser Krise in der zunehmenden Unsicherheit in Südamerika und dem Rest der Welt. Die Reportage begleitet Migranten, die illegal den Rio Grande überqueren, und Freiwillige, die ihnen helfen, wenn sie amerikanischen Boden betreten.Sie führt zu den Kandidaten der Republikaner und Demokraten im Wahlkampf. Die Reporter treffen auch einen „Kojoten“, einen Schlepper, der Einwanderer illegal über die Mauer in der Region von Mexicali bringt. Schlepper sorgen sich nicht wegen Donald Trump: „Er hatte die Gesetze verschärft, aber wir haben die Leute weiter durchgeschleust, wie zuvor, als er an der Macht war. Die einzige wirkliche Konsequenz: Wir konnten unsere Preise erhöhen und mehr Geld von den Menschen ohne Papiere verlangen, um sie durchzuschleusen“, sagt Tio, der schon Hunderte in die USA geschmuggelt hat. (2) USA: Leben in der Funkstille In der Ortschaft Green Bank liegt seit 1957 die „National Radio Silence Zone“. Sie ist seitdem eine Forschungsbasis für Astronomen aus dem ganzen Land, denn in ihr befindet sich das größte ausfahrbare Teleskop der Welt. Es ist breiter als ein Fußballfeld und dreimal so hoch wie die Freiheitsstatue. Das Teleskop braucht „Funkstille“, um Signale aus dem Universum aufzufangen. Schon früh zog es elektrosensible Menschen und Hippies in diese Oase, die alternativ leben wollten und frei von Elektrosmog jeder Art. In diesen Zeiten der globalen Kommunikation im Sekundentakt wirkt die „National Radio Silence Zone“ wie ein Relikt aus prähistorischen Zeiten. Allerdings geriet sie im Jahr 2013 in die internationalen Schlagzeilen: Edward Snowden enthüllte, dass staatliche Behörden dort illegal Daten der US-Bürger sammelten. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 16.08.2024 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 17.08.2024 arte Tigray: Vergewaltigung als Waffe / Kenia: Die Mücken schlagen zurück
Folge 38 (52 Min.)(1) Tigray: Vergewaltigung als Waffe Während der Kämpfe zwischen den Tigray und den Armeen Äthiopiens und Eritreas sollen mindestens 120.000 Frauen in der Region Tigray allein in den ersten acht Monaten des Konflikts von Soldaten der Armeen Äthiopiens und Eritreas vergewaltigt worden sein. Zwei Frauen reden über das Ungeheuerliche und kämpfen, um den tausenden Frauen in ihrer Umgebung zu helfen. Es geht ihnen um die Heilung ihrer Wunden, aber auch um psychologische Hilfe gegen die Ablehnung durch Familien, Männer, die ganze Gesellschaft, und auch um die Suche nach Gerechtigkeit …(2) Kenia: Die Mücken schlagen zurück Die Malaria-Mücken lernten in den letzten Jahrzehnten die Schutzbarrieren der Menschen gegen sie mit Leichtigkeit zu überwinden: Sie wurden resistent gegen herkömmliche Insektizide, passten sich den neuen Klima- und Umweltbedingungen an und vor allem: Sie stechen nun auch tagsüber, wenn die Menschen sie mit Moskitonetzen nur schwer abwehren können. Eine neue Mücke aus Südasien, die Anopheles stephensi, trägt die beiden tödlichsten Stämme von Parasiten in sich. Die besonders widerstandsfähige und invasive Art, seit einigen Jahren in Dschibuti und Äthiopien heimisch, besiedelt nun auch Gebiete, in denen die Malaria bislang ausgerottet war. Sie wurde nun im Norden Kenias entdeckt und bedroht dort Menschen, die nie zuvor mit der Malaria konfrontiert waren. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 05.07.2025 arte Philippinen: Kinder tauchen nach Gold / Indien: Verrückt nach Schach
Folge 39 (51 Min.)(1) Philippinen: Kinder tauchen nach Gold Die Philippinen besitzen die fünftgrößten Goldreserven der Welt. Dort wühlen sich täglich 500.000 Goldsucher in die Sümpfe und den Meeresgrund. Dabei helfen ihnen Kinder, die schmal genug sind, um tief in die selbstgegrabenen Stollen zu tauchen. Stundenlang taucht der 13-jährige Hato täglich in den Sümpfen des Landes nach Gold. Er atmet durch einen dünnen Plastikschlauch, der an einen Luftkompressor auf dem Einbaum seines Vaters angeschlossen ist: Eine kleine Panne würde den sicheren Tod bedeuten. Der 14-jährige Dennis Junior taucht mit der gleichen improvisierten Ausrüstung 20 Meter tief in das Wasser der Bohol-See. Gemeinsam mit seinem Vater schürft er am Meeresboden nach Gold, füllt Säcke mit Sand und bringt sie an die Oberfläche. Zwei Kinderschicksale auf den Philippinen – nach Angaben der NGO Human Rights Watch sollen landesweit mindestens 1.000 Kinder ihren Eltern in diesen Minen helfen.(2) Indien: Verrückt nach Schach In den letzten fünf Jahren erlebte Indien einen bemerkenswerten Aufstieg vieler neuer Schachstars: Nicht weniger als 50 Großmeistertitel gewannen sie und begeistern damit das ganze Land. Bei einem Online-Wettbewerb im Jahr 2022 besiegte ein 16-jähriger indischer Teenager den 31-jährigen Schachweltmeister Magnus Carlsen in 39 Zügen. Die neue Generation von Wunderkindern stammt aus Städten, in denen Schach einen wesentlichen Platz im kulturellen Leben einnimmt. Diese Wettkämpfe und die Erfolge im Schach sind für Premierminister Narendra Modi auch ein Trumpf auf der internationalen Bühne der Politik: Als Nummer zwei auf der Schach-Weltrangliste überholte Indien China und Russland. Nun schicken sie sich an, die USA zu schlagen. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 11.07.2025 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 12.07.2025 arte Hongkong: Demokratie im Sterben / China: Jugend unter Xi Jinping
Folge 40 (52 Min.)(1) Hongkong: Demokratie im Sterben In Hongkong verdrängt Chinas KP allmählich jede Rechtsstaatlichkeit. Seit der Einführung eines Gesetzes über die nationale Sicherheit wirkt die Zivilgesellschaft wie gelähmt. Peking hat alles im Griff: Politische Gegner sitzen im Gefängnis oder flohen ins Exil, die Medien wurden zum Schweigen gebracht und in der Schule wird die Geschichte umgeschrieben, um die junge Generation zu indoktrinieren und zu „Patrioten“ zu erziehen. Von Hongkong bis nach London, wo Regimegegner Zuflucht fanden, hat das Team von ARTE Reportage Menschen getroffen, die still unter dem Joch Pekings leiden und einige, die es noch immer wagen, die Mächtigen Chinas herauszufordern.(2) China: Jugend unter Xi Jinping Bitterkeit sollen die jungen Leute in Chinas Krise ertragen lernen, verlangt ihr Staatschef Xi Jinping – und lässt die Statistiken zensieren und die Berichterstattung über die Krise unterdrücken. Aber was machen die jungen Leute, wenn sie nach einem teuren Studium an einer Eliteuni keinen Job finden? Viele junge Menschen ziehen sich aus der urbanen Leistungsgesellschaft zurück und suchen nach alternativen Lebenswegen. Die Reportage erzählt von drei jungen Leuten, dem 24-jährigen Uni-Absolventen Tianqing, der 30-jährigen Marketing-Managerin Qianqian und dem 28-jährigen Lieferfahrer Erchui. Die ersten beiden suchen schon länger verzweifelt nach einem neuen gut bezahlten Job und der dritte hofft auf bessere Zeiten, irgendwann … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 18.07.2025 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 19.07.2025 arte USA: San Francisco auf Fentanyl / Bolivien: Verfluchtes Gold
Folge 41 (52 Min.)(1) USA: San Francisco auf Fentanyl Fentanyl ist ein billiges und sehr schnell süchtig machenden Opioid, das Amerika in wenigen Jahren überschwemmte. Ursprünglich entwickelt als Schmerzmittel ist es fünfzigmal stärker als Heroin – und als Droge verheerend: In San Francisco sterben daran mehr als zwei Menschen pro Tag, in den ganzen USA sind es jährlich circa 75.000 Todesfälle. Fentanyl ist aber auch ein Symptom für ein tiefsitzendes Übel: das Scheitern der Opioid-Politik in Kalifornien und im weiteren Sinne in den Vereinigten Staaten. Die Stadtverwaltung von San Francisco propagiert eine Politik der „Schadensminderung“, deren Erfolg sehr zweifelhaft erscheint. Die Reportage begleitet Angie, eine von vielen Drogensüchtigen, und ihren „Schutzengel“, einen der wenigen Menschen, die den Süchtigen wirklich helfen wollen.(2) Bolivien: Verfluchtes Gold Der Goldrausch in Bolivien bedroht die indigenen Völker und das Gleichgewicht der Natur im Amazonas-Regenwald. Goldgräber nutzen Quecksilber, um das Gold aus Erde und Gestein zu lösen. Dadurch vergiften sie die Flüsse, von denen die indigenen Völker abhängig sind, um sich zu ernähren – insbesondere Fische sind ihre Hauptnahrungsquelle. Der Nationalpark Madidi nördlich von La Paz ist stark gefährdet. Als eines der weltweit größten Schutzgebiete beherbergt er eine außergewöhnliche Artenvielfalt und ist die Heimat von 31 indigenen Gemeinschaften. Doch steigende Goldpreise und die bergbaufreundliche Politik in Bolivien lockten immer mehr, oftmals illegale Minenbetreiber an. Sie gefährden nicht nur das einzigartige Ökosystem des Parks, sondern auch die lokale Bevölkerung. Jüngste Studien zeigen, dass die Quecksilberbelastung in den indigenen Gemeinschaften siebenmal höher ist als die zulässigen Grenzwerte. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 25.07.2025 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 26.07.2025 arte Nigeria: Der Keim der Hoffnung / Indien: Leben über 50 Grad
Folge 42 (51 Min.)(1) Nigeria: Der Keim der Hoffnung Die Mangrovenwälder im Nigerdelta sind für die Artenvielfalt im Ozean, das Klima und somit für das Überleben der Gemeinden von elementarer Bedeutung. Jahrzehntelang wurden sie durch skrupellose Ölförderung und wiederholte Ölkatastrophen nahezu zerstört. Doch noch ist nicht alles verloren: Frauen und Männer haben den Kampf gegen diese Umwelt- und Gesundheitskatastrophe aufgenommen und suchen gemeinsam nach Lösungen. Sie wollen die Hoffnung nicht aufgeben und die unverzichtbaren CO2-Speicher, die Mangrovenwälder im Nigerdelta, retten. Die Reportage begleitet sie in ihrem tagtäglichen Kampf.(2) Indien: Leben über 50 Grad Indien leidet an den Folgen langanhaltender Hitzewellen mit verheerenden Auswirkungen. Heiße Sommer gab es in Indien schon immer. In den letzten Jahren aber wurden extreme Hitzewellen häufiger, intensiver und sie kamen immer früher im Jahr. Einige Wissenschaftler sprechen nun schon von einer „Winterhitze“. In den nördlichen Ebenen, die regelmäßig von verheerenden heißen Staubstürmen heimgesucht werden, müssen die Bauern mit ansehen, wie ihre Tiere verdursten oder in der Hitze einfach kollabieren. „Indien brennt“, alarmiert Chandra Bhushan, einer der führenden indischen Umweltexperten. Die NASA schätzt, dass einige Regionen Indiens bis 2050 unbewohnbar werden könnten. Mit 18 Prozent der Weltbevölkerung, aber nur vier Prozent ihrer Wasserressourcen, steht Indien unter akutem Wasserstress. Laut Regierungsdaten leiden mehr als 800 Millionen Menschen im Land unter Wassermangel. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 01.08.2025 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 02.08.2025 arte Brasilien: Der Clown von Cracolandia / Nicaragua: Diktator gegen Kirche
Folge 43 (52 Min.)(1) Brasilien: Der Clown von Cracolandia Cracolandia ist der zynische Spitzname eines Drogenviertels mitten in Sao Paulo in Brasilien. Cracolandia, weil hier, auf dem größten Drogenmarkt der Welt, Crack gehandelt und konsumiert wird: Von außen abgeschirmt durch die Polizei, innen dominiert von der Drogenmafia, leben Tausende Süchtige unter freiem Himmel. Ein Mann will ihnen helfen, ein Psychiater, der sich als Clown verkleidet. Flavio Falcone gelang es, freien Zugang zu erhalten in das wohl finsterste Viertel der Zwölf-Millionen-Metropole. Hier regieren die einflussreichsten Gangs Brasiliens, die ihn gewähren lassen. Jeden Tag läuft Flavio durch die Straßen von Cracolandia, um mit den Süchtigen zu sprechen und ihnen von seinem Wiedereingliederungsprogramm zu erzählen. Er bietet ihnen ein Dach über dem Kopf, eine Arbeit, eine Behandlung … Sao Paulos Behörden hingegen antworten im Kampf gegen die Drogen vor allem mit Repression und Zwangseinweisungen, offensichtlich wenig erfolgreich.(2) Nicaragua: Diktator gegen Kirche In Nicaragua jagt der Diktator Daniel Ortega katholische Priester, die es wagen, seine Regierung kritisieren. Seit 2022 haben mehr als 200 Priester und Nonnen das Land verlassen, entweder gezwungenermaßen oder aus eigenem Antrieb, um ihre körperliche Unversehrtheit zu bewahren. Vielen von ihnen wurde die Staatsbürgerschaft von Nicaragua entzogen. Die nicaraguanische Anwältin und Forscherin Martha Patricia Molina lebt im Exil in den USA, sie recherchiert, dokumentiert und sammelt alle diese Angriffe auf die katholische Kirche, um sie öffentlich zu machen. Über 200.000 Nicaraguaner flohen seit der Zunahme der Unterdrückung im Jahr 2018 in das Nachbarland Costa Rica, unter ihnen auch nicaraguanische Journalisten: Sie versuchen die Unterdrückungsmaschinerie des Diktators Ortega zu dokumentieren. Wilfredo Miranda ist einer von ihnen. Er ist Mitbegründer eines unabhängigen investigativen Mediums, das über die Repressionen gegen die Kirche in Nicaragua berichtet. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 08.08.2025 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 09.08.2025 arte Argentinien: Rettet den Kondor / Syrien-USA: An der Grenze ertrunken
Folge 44 (51 Min.)(1) Argentinien: Rettet den Kondor Der Andenkondor ist in Argentinien vom Aussterben bedroht. Luis Jácome und sein Team kämpfen täglich darum, dass der Riesenvogel nicht das gleiche Schicksal erleidet wie sein Cousin in Kalifornien, der bereits vor einigen Jahren für ausgestorben erklärt wurde. Sie retten verletzte oder vergiftete Kondore, züchten sie in Gefangenschaft und wildern sie wieder aus. Das sogenannte Rewilding ist in diesen Tagen zu einer internationalen Disziplin geworden. Angesichts des Verlusts der biologischen Vielfalt versuchen Wissenschaftler weltweit, Ökosysteme durch die Ansiedlung bedrohter Arten wiederherzustellen. In Argentinien stehen die Naturschutzgesetze allerdings auf der Kippe und das Geld für den Naturschutz wird immer knapper. Doch Luis gibt nicht auf. Er hat bereits 500 Kondore in 14 Provinzen ausgewildert und dabei die spirituellen und kulturellen Traditionen der indigenen Andenvölker wiederbelebt.(2) Syrien-USA: An der Grenze ertrunken Mitten im syrischen Bürgerkrieg lernte Mohammed Dahhan seine Frau Razan Suliman in Aleppo kennen. Zwei Jahre später entschied sich das Paar zu fliehen. Sie bauten sich in Brasilien eine neue Existenz auf, ein bescheidenes syrisches Restaurant. Als 2020 auch Brasilien von der Covid-Epidemie heimgesucht wird, steht das Restaurant kurz vor dem Bankrott. Mohammeds Mutter, die in die USA geflohen war, wird schwer krank. Er will sie wiedersehen und vielleicht dort neu anfangen. Er fliegt nach Guatemala und bezahlt Schlepper, die ihn bis an den Rio Grande an der Grenze zwischen Mexiko und den USA bringen. Mit seiner Frau hält er Kontakt per Telefon bis kurz vor der Flussüberquerung. Dann bricht der Kontakt ab. Mohammed, der einen Pass bei sich trug, wurde mit 26 anderen Toten in einem anonymen Massengrab beerdigt. Solche Tragödien sind Alltag an der Grenze zu den USA. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 15.08.2025 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 16.08.2025 arte USA: Das Anti-Impf-Fieber / Kuba: Krise im Vintage Paradies
Folge 45 (30 Min.)(1) USA: Das Anti-Impf-Fieber Angeregt von einer Anti-Impf-Stimmung, die seit der Covid-19-Pandemie in seiner Wählerschaft immer weiter um sich greift, beauftragte Donald Trump RFK jr. mit der Reform der Impfpolitik der USA. Dieser reduziert Impfempfehlungen und Forschungsprogramme für neue Impfstoffe. Für ihn sind die RNA-Messenger-Impfstoffe gesundheitsschädlich, also nicht förderungsfähig. Die Maha-Revolution beunruhigt viele renommierte Wissenschaftler. Sie fürchten die Rückkehr tödlicher ansteckender Krankheiten, die seit Jahrzehnten ausgestorben sind. Florida versteht sich als Maha-Labor, angefeuert von einer Anti-Impf-Rhetorik, die im Weißen Haus hochwillkommen ist.(2) Kuba: Krise im Vintage-Paradies Im Jahr 2025 wissen zu viele der 11 Millionen Kubanerinnen und Kubaner nicht, wie sie täglich über die Runden kommen sollen, angesichts einer Inflation bei über 1.000 Prozent. Vor jedem Marktstand drängen sich endlose Warteschlangen, in den Apotheken und Gesundheitszentren sind die Regale leer, die alten Häuser sind vom Einsturz bedroht, die Treibstoffpreise sind exorbitant, täglich drohen Stromausfälle. Die Bevölkerung hat eigentlich nur eine Wahl, raus aus Kuba. In einem halbherzigen Versuch, die Krise einzudämmen, erlaubte die Regierung 2021 die Gründung von Privatunternehmen, den sogenannten Mipymes. Die Produkte in diesen Geschäften sind für Kubaner ohne Verwandte im Ausland, die ihnen Devisen schicken, allerdings unerschwinglich: Eine Schachtel mit sechs Eiern kostet dort einen kubanischen Monatslohn. Gleich nach der Covid-Pandemie reformierte die Regierung die Währung, um damit die Wirtschaft anzukurbeln, doch das Gegenteil ist eingetreten. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 03.07.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 04.07.2026 arte Sudan: Dem Tod knapp entronnen / Syrien: Auf den Spuren des IS
Folge 46 (52 Min.)Bild: Arte(1) Sudan: Dem Tod knapp entronnen Das ganze Land befindet sich in der schlimmsten humanitären Krise weltweit, worüber kaum berichtet wird. In der von den Kämpfen versehrten Hauptstadt Khartum nimmt das Leben langsam wieder seinen Lauf. Die Armee rekrutiert fleißig Menschen für große patriotische Versammlungen. Die Totengräber des Gesundheitsministeriums graben die Leichen aus, die während der Kämpfe eilig in den Gärten verscharrt wurden. In El Obeid, einer Stadt, die von der regulären Armee geschützt, aber von FSR-Milizen umzingelt wird, scheint sich das Szenario von Darfur zu wiederholen. Eine Million Vertriebene flohen in die Stadt, während die Kämpfe immer näher rücken. Wer irgendwie kann, flieht mit Bussen oder auf dem Dach von Lastwagen aus der Stadt in die Hauptstadt, mit wenig Hoffnung auf internationale Hilfe: Der Sudan zählt zu den Ländern, die mit am stärksten von Donald Trumps Streichung von USAID betroffen sind.(2) Syrien: Auf den Spuren des IS Ein Jahr nach dem Sturz des Assad-Regimes Ende 2024 ist Syrien noch immer ein geteiltes und instabiles Land, noch immer bedroht durch den Islamischen Staat. Allein in den Haftanstalten im Nordosten Syriens sitzen 9.000 dschihadistische Häftlinge und 30.000 Frauen und Kinder, das ist die weltweit größte Konzentration von Mitgliedern des Islamischen Staates. Von den Ruinen von Palmyra bis zum Lager al-Haul, von den Ufern des Euphrat im geteilten Deir ez-Zor über die große Handelsstadt Aleppo bis hin zu den Operationen der Koalition im ländlichen Syrien begibt sich die Reportage auf die Suche nach den Spuren des Islamischen Staats. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 10.07.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 11.07.2026 arte Indien – China: Revanche für Mädchen / Indien: Verrückt nach Schach
Folge 47 (52 Min.)(1) Indien – China: Revanche für Mädchen Laxmi wurde am 21. Dezember 2025 in einem indischen Dorf geboren. ARTE Reportage begleitete sie ab der achten Sekunde ihres Lebens, erzählt von ihren ersten Tagen und vom Leben anderer Mädchen in indischen Dörfern und chinesischen Metropolen. Der Beitrag behandelt Tabuthemen in beiden Ländern: Gezielte Abtreibungen von Mädchen, Kindstötungen, ausgesetzte Mädchen, Mädchen in China, die nach der Geburt verkauft wurden. Bereits 1990 warnte der Inder und spätere Wirtschaftsnobelpreisträger Amartya Sen davor, dass in Asien bald 100 Millionen Frauen im Verhältnis zu den Männern fehlen würden. Viele Männer in China und in Indien finden keine Ehefrauen mehr – auch deshalb wohl fand in China und Indien ein Umdenken statt.(2) Indien: Verrückt nach Schach Indien erlebte einen kometengleichen Aufstieg vieler neuer Schachstars, die nicht weniger als 50 Großmeistertitel gewannen und damit das ganze Land begeistern. Im Jahr 2022 besiegte ein 16-jähriger indischer Teenager bei einem Online-Wettbewerb den 31-jährigen Schachweltmeister Magnus Carlsen in 39 Zügen. Die neue Generation von Wunderkindern stammt aus Städten, in denen Schach einen wesentlichen Platz im kulturellen Leben einnimmt. Diese Wettkämpfe und die Erfolge im Schach sind für Premierminister Narendra Modi auch ein Trumpf auf der internationalen Bühne der Politik: Als Nummer zwei auf der Schachweltrangliste überholte Indien China und Russland. Nun schicken sie sich an, die USA zu schlagen. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 18.07.2026 arte Afrika: Safaris und gute Geschäfte / Indien: Leben bei über 50 Grad
Folge 48 (52 Min.)(1) Afrika: Safaris und gute Geschäfte Der Tierschutz in Afrika, so gut er sich auf den ersten Blick darstellt, ist ein Problem für die Völker der Ureinwohner: Der Zugang zu Wäldern und Flüssen wird ihnen in den neuen Naturschutzgebieten systematisch verwehrt. Umweltschützer und Verteidiger der Ureinwohner prangern deshalb einen neuen „grünen Kolonialismus“ an, eine kommerzielle und militarisierte Verwaltung der Natur. Darin eingeschlossen der neue Trend des Verkaufs von Emissionsgutschriften. In Ruanda, Kongo-Brazzaville und Kenia trafen ARTE-Reporter Völker, die heute als Bedrohung für die Natur wahrgenommen werden, obwohl ihre Vorfahren jahrhundertelang mit wilden Tieren zusammenlebten und sie sich bis heute von Kleinwild und wildem Honig oder von der Milch und dem Fleisch ihrer Rinder ernähren. Naturschützer klagen, dass der Westen Lektionen in Sachen Naturschutz erteile, nachdem die Kolonialherren die wilden Tiere Afrikas dezimierten …(2) Indien: Leben bei über 50 Grad In Indien gab es schon immer heiße Sommer, aber in den letzten Jahren wurden extreme Hitzewellen häufiger, intensiver und sie kamen immer früher im Jahr, so dass einige Wissenschaftler nun schon von einer „Winterhitze“ sprechen. In den nördlichen Ebenen, die regelmäßig von verheerenden heißen Staubstürmen heimgesucht werden, müssen die Bauern mit ansehen, wie ihre Tiere verdursten oder in der Hitze kollabieren. Im Westen, im Bundesstaat Gujarat, wo die Quecksilbersäule regelmäßig Höchstwerte erreicht, streichen die Bewohner der Armenviertel die Dächer ihrer Häuser weiß, um die Hitze abzuwehren. Hunderte Menschen starben an Hitzestress, und ein Krankenhaus in Neu-Delhi öffnete eine Notfallstation für Hitzekranke. „Indien brennt“, alarmiert Chandra Bhushan, einer der führenden indischen Umweltexperten, während die Nasa schätzt, dass einige Regionen Indiens bis 2050 unbewohnbar werden könnten. Mit 18 Prozent der Weltbevölkerung, aber nur vier Prozent Wasserressourcen, steht Indien unter akutem Wasserstress. Laut Regierungsdaten leiden mehr als 800 Millionen Menschen im Land unter Wassermangel. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 25.07.2026 arte Uganda: Kino aus dem Slum / Südafrika: Geige gegen Armut
Folge 49 (51 Min.)Bild: Arte(1) Uganda: Kino aus dem Slum Im Studio Wakaliwood improvisieren sie alles vor Ort: Waffen basteln sie aus Holz und Altmetall, Explosionen simulieren sie mit Mehl, selbst die Kameras werden oft aus Ersatzteilen zusammengebaut. Wakaliwood verkörpert die Revolution des afrikanischen Kinos. Weit entfernt von allen formatierten Standards bietet es eine Alternative, die sich an den lokalen Gegebenheiten orientiert, frei von den Regeln der klassischen Filmindustrie. Studioboss Isaac Nabwana versucht nicht Hollywood zu imitieren, er definiert lieber sein eigenes Wakaliwood. Das Kino floriert in Uganda, es inspiriert eine neue Generation von Regisseuren, allerdings mit einigen Hindernissen: Unter dem Regime des ugandischen Autokraten Yoweri Museveni ist die Meinungsfreiheit stark eingeschränkt, es herrscht Zensur und alle Themen auf der Leinwand werden streng überwacht.(2) Südafrika: Geige gegen Armut In Kapstadt leben schwarze Kinder noch immer in den baufälligen Hütten der Townships, weit entfernt von der schönen Küste, den guten Schulen und den öffentlichen Einrichtungen. Für gut hundert von ihnen aber könnte ein klassisches Musikinstrument alles verändern. Die professionelle Geigerin Maria Botha, aufgewachsen zur Zeit der Apartheid in einer Familie mit rassistischen Ansichten, hat beschlossen, ihr Leben der „Reparatur dieses Übels“ zu widmen, für das sie sich mit verantwortlich fühlt. Sie entschied sich, den Kindern in den Townships die Geige zu lehren, ein „Instrument der Reichen“, das diese nur dem Namen nach kannten. Einige dieser Kinder sind so begabt, dass ihre Virtuosität ihnen einen Ausweg weist aus der Armut der Townships. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 01.08.2026 arte Russland: Die Generation Z / Madagaskar: Die kleinen Helfer der KI
Folge 50 (51 Min.)(1) Russland: Die Generation Z In Moskau feiert die Jugend weiter, die es sich leisten kann. In Kostroma, weiter nördlich, läuft Putins Propaganda auf Hochtouren, um dort die Jugend zu militarisieren, die die alte Größe und Macht Russlands wieder neu erringen soll. In St. Petersburg leben die Studierenden an der Kunstakademie in ihrer Blase, während draußen junge Straßenmusizierende ihre Lieder sorgfältig auswählen. Spätestens die Verhaftung der jungen Naoko schreckte sie auf. Sie hatte Titel von Sängern interpretiert, die als „Agenten des Auslands“ gebrandmarkt waren. Naoko hat der Druck ins Exil gezwungen. Offiziell schickt Russland nur freiwillige Soldaten an die Front, junge Wehrpflichtige müssten da nicht hin, heißt es. Die jungen Leute in Russland haben gelernt, nicht zu viel zu sagen, vor allem nicht zu Journalisten aus dem Westen. Einem Westen, dem die Machthaber den Rücken gekehrt haben, und sich in Richtung Asien wenden – auch wenn sich die meisten jungen Russen eher als Europäer, denn als Asiaten fühlen.(2) Madagaskar: Die kleinen Helfer der KI Mit kleinen Löhnen, manche ohne Vertrag oder sozialen Schutz, füttern sie von Antananarivo aus die KIs von Google, Amazon oder ChatGPT: David, Vater von drei Kindern, erledigt das in seinem Wohnzimmer, in einer Pause zwischen den Schichten seines Imbisses in der Nachbarschaft. Elina, 25 Jahre alt, gehört zu den wenigen, die einen Arbeitsvertrag haben und ein modernes Büro bei einem örtlichen Unternehmen. Dani hingegen arbeitet allein. Um Zugang zu den in seinem Land verbotenen Plattformen zu erhalten, musste er auf eigene Kosten ein ausländisches Konto einrichten. Viel verdient er dabei nicht, aber er träumt von Unabhängigkeit und einem Haus für seine Familie. Ein Blick hinter die unbekannten Kulissen der künstlichen Intelligenz, zwischen Überleben, Improvisation und Innovationen in einem Land, das zur Klickfabrik wurde und einer Art Zukunftslabor. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 08.08.2026 arte Liberia: Die Droge der lebenden Toten / Bougainville: Das nächste Land der Welt
Folge 51 (52 Min.)(1) Liberia: Die Droge der lebenden Toten Am Rande der Hauptstadt Monrovia haben die sogenannten „Zogos“, die Vergessenen und Umherirrenden, auf Friedhöfen Zuflucht gefunden. Sie sind süchtig nach der synthetischen Droge „Kush“, einer Mischung aus Lösungsmitteln, Opiaten und künstlichen Cannabinoiden, die für ein paar Cent verkauft wird. Sie schlafen auf Gräbern, suchen Schutz zwischen den Kreuzen und leben dort, wo die Toten der Bürgerkriege ruhen. Ihre ausgezehrten Körper bedecken die anonymen Gräber, als würde sich die Geschichte Generation für Generation wiederholen. Diese Reportage führt in eines der ärmsten Länder der Welt. Über die Hälfte der Bevölkerung Liberias lebt unterhalb der Armutsgrenze. Sie zeigt die Aussichtslosigkeit einer Jugend, deren Körper von Krieg und Drogen gezeichnet sind. Und sie stellt einen Mann vor, der trotz aller Probleme daran glaubt, dass es noch möglich ist, eine Seele nach der anderen zu retten.(2) Bougainville: Das nächste Land der Welt Es war ein langer Weg dahin, nach der Kolonialisierung durch Deutschland und Australien, der erzwungenen Angliederung 1975 an Papua-Neuguinea und dem Unabhängigkeitskrieg in den 1990er Jahren mit Tausenden Toten. Theoretisch verfügt Bougainville über alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Unabhängigkeit: Fast 98 Prozent der 300.000 Einwohner unterstützen die Bewegung. Im Inneren der Insel liegt eine der größten Kupfer- und Goldminen der Welt, seit drei Jahrzehnten ist sie geschlossen. Die bitterarme Bevölkerung will dort wieder Gold und Kupfer fördern, um die Wirtschaft ihres neuen Landes anzukurbeln. Allerdings haben nur internationale Multis das Knowhow und die Kapazitäten dafür. Die Vereinigten Staaten und China gewinnen in der Region zunehmend an Einfluss, sie haben bereits großes Interesse am nächsten Land der Welt. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 15.08.2026 arte
zurückweiter
Erhalte Neuigkeiten zu ARTE Reportage direkt auf dein Handy. Kostenlos per App-Benachrichtigung. Kostenlos mit der fernsehserien.de App.
Alle Neuigkeiten zu ARTE Reportage und weiteren Serien
deiner Liste findest du in deinem
persönlichen Feed.
