2026 (Folge 3765–3787)
Sendung vom 25.03.2026
Folge 3765 (46 Min.)
Bild: ArteAm Freitag entschlüsselte Renaud Dély zusammen mit den Clubmitgliedern die Ereignisse der Woche: Nesrine Slaoui (Schriftstellerin und Journalistin), Géraldine Woessner (Chefredakteurin der Zeitung „Le Point“), Antoine Bueno (Publizist) sowie die Pressezeichnerin Coco. Das Glück: Profitieren diejenigen am meisten, die am wenigsten darüber sprechen? Anlässlich des Weltglückstags am 20. März veröffentlichte die UNO ihren Bericht zum globalen Glücksniveau. Finnland belegt erneut den ersten Platz, Afghanistan bildet das Schlusslicht – Frankreich liegt auf Rang 35. Kommunalwahlen: Wer hat am meisten zu verlieren – Linke, Rechte oder Mitte? Am 22. März fand die zweite Runde der Kommunalwahlen statt.Ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl zeichnen sich neue politische Kräfteverhältnisse ab. Die Rechte versucht, sich von Bündnissen mit der extremen Rechten abzugrenzen, der es weiterhin schwerfällt, in den Großstädten Fuß zu fassen. Diese bleiben mehrheitlich in der Hand der Linken, die jedoch über ihre Bündnisstrategie zerstritten ist. Zu Gast ist der gehörlose Schauspieler Joël Chalude, der sein Stück „Les p’tites cases“ (etwa: „Die kleinen Kästchen“) vorstellt. Es schildert den kafkaesken Alltag von Hörgeschädigten und wird im Studio Hébertot in Paris aufgeführt. Joe Kent, der Leiter der US-Terrorismusbekämpfung, hat unter großem Aufsehen seinen Rücktritt erklärt und dabei „israelischen Druck“ angeprangert, der die USA zu einem Angriff auf den Iran gedrängt habe. Nach seinem Rücktritt, den Donald Trump begrüßte, leitete das FBI Ermittlungen wegen mutmaßlicher Weitergabe vertraulicher Informationen ein – das Duell der Woche von Frédéric Says. Am 13. März enthüllte eine Recherche der britischen Nachrichtenagentur Reuters die Identität von Banksy, einer Schlüsselfigur der zeitgenössischen Street-Art. Die Reaktionen im Netz sind geteilt: War es legitim, die Identität eines Künstlers preiszugeben, der die Kunstwelt aufmischt und mit oft bissigen Graffiti provoziert? Marjorie Adelson berichtet im Point Com. Außerdem: die Internationale Schlagzeile zum Anstieg der Ölpreise, die von den Gästen ausgewählten Fotos der Woche sowie David Castello-Lopes’ Welt der Dinge über Franchising. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 25.03.2026 arte Sendung vom 26.03.2026
Folge 3766 (43 Min.)Bild: ArteDeutsche TV-Premiere Do. 26.03.2026 arte Sendung vom 27.03.2026
Folge 3767 (58 Min.)Bild: ArteAlain Finkielkraut – ein von Zweifel getriebener, ruheloser Denker der Moderne Der Schriftsteller und Philosoph Alain Finkielkraut, Mitglied der Académie française, hat am 22. Januar den Band „Le cœur lourd“ („Mit schwerem Herzen“) veröffentlicht. In einem Gespräch mit Vincent Trémolet de Villers, stellvertretender Chefredakteur von „Le Figaro“, greift er darin die großen Themen seines Denkens auf: die französische Sprache, das Judentum, Identität, den Staat Israel und die Frage der Moderne. Alain Finkielkraut, der sich heute als „konservativ-liberal-sozialistisch“ bezeichnet, ist zu Gast bei „28 Minuten“.Kommunalwahlen: Schwächen oder stärken sie die Demokratie? Welche Lehren lassen sich aus dem zweiten Wahlgang ziehen? Der große Gewinner des 22. März ist die Wahlenthaltung, die auf 42 Prozent geschätzt wird. Zugleich zeichnen sich politische Verschiebungen ab. Der Rassemblement National etabliert sich in mittelgroßen Städten, scheitert jedoch in Metropolen wie Toulon oder Marseille – mit Ausnahme von Nizza. Die Republikaner gewinnen symbolträchtige Städte wie Clermont-Ferrand, das seit 1945 sozialistisch regiert wurde. Die Linke behauptet sich in wichtigen Großstädten wie Paris, Marseille, Nantes, Rennes und Lille. La France insoumise erobert Roubaix zurück, nachdem sie bereits im ersten Wahlgang Saint-Denis gewonnen hatte, muss jedoch auch mehrere Niederlagen hinnehmen. Außerdem: In Kambodscha wurde eine tausendjährige Shiva-Statue restauriert, die in 10.000 Fragmente zerbrochen war – Xavier Mauduit erzählt ihre Geschichte. Marie Bonnisseau berichtet über das Schicksal des französischen Forschers Raymond Maufrais, der 1950 während einer Expedition im Dschungel von Guyana verschwand und nun offiziell für tot erklärt wurde. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 27.03.2026 arte Sendung vom 28.03.2026
Folge 3768 (58 Min.)Bild: Arte(1): Das Lebendige ist bedroht – doch es gibt auch eine gute Nachricht: Wir können es noch retten Vor 445 Millionen Jahren löste eine ausgeprägte Eiszeit das erste Massensterben aus. Seither folgten vier weitere. Laut der Evolutionsbiologin Tatiana Giraud steuern wir zwar nicht auf ein sechstes Massensterben zu, doch die Biodiversität ist bedroht: Zahlreiche Arten verschwinden mit „unglaublicher Geschwindigkeit“. In ihrem Buch „La biodiversité en infographies. L’urgence du vivant : comprendre pour agir“ (Biodiversität in Infografiken. Die Dringlichkeit des Lebendigen: Verstehen, um zu handeln, Verlag Tana) plädiert sie dafür, die Biodiversität als ein System dynamischer Wechselwirkungen zu begreifen.Was eine Art betrifft, hat Auswirkungen auf viele andere. (2): Krieg im Nahen Osten: Sind die Golfmonarchien zum Abwarten gezwungen? Seit Beginn des Krieges im Iran sind die Golfmonarchien fast täglich Ziel iranischer Angriffe auf ihre Energieinfrastruktur. Teheran droht, noch weiter zu gehen und Kraftwerke in Kuwait oder Meerwasserentsalzungsanlagen in Katar ins Visier zu nehmen. Die Islamische Republik rechtfertigt dies damit, dass diese Staaten US-Militärstützpunkte beherbergen. Zugleich versucht sie, durch Angriffe auf die wirtschaftlichen Ressourcen der Golfmonarchien Druck auf deren amerikanischen Verbündeten auszuüben. Bislang reagieren die Ölmonarchien zurückhaltend. Nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen in Riad warnte der saudische Außenminister jedoch vergangene Woche, die Geduld seines Landes sei „nicht unbegrenzt“. Außerdem: Xavier Mauduit blickt auf das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Australien. Marie Bonnisseau berichtet über einen „Amorbaum“ in Deutschland, der seit dem 19. Jahrhundert für rund hundert Eheschließungen verantwortlich sein soll. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 28.03.2026 arte Sendung vom 30.03.2026
Folge 3769 (58 Min.)Bild: ArteSaint-Denis, die „Stadt der Schwarzen“ – Symptom eines verdrängten Rassismus in Frankreich? Bally Bagayoko, der am 15. März zum Bürgermeister von Saint-Denis gewählt wurde, bezeichnete seine Stadt in einem Interview auf LCI als die Stadt „der Könige und des lebendigen Volkes“. Anschließend kursierte in den sozialen Netzwerken ein aus dem Zusammenhang gerissener Ausschnitt, in dem ihm fälschlicherweise die Formulierung „Stadt der Schwarzen“ zugeschrieben wurde. Der Vorfall ist kein Einzelfall: Auch andere Persönlichkeiten wie Kofi Yamgnane oder Christiane Taubira waren in der Vergangenheit ähnlichen rassistischen Zuschreibungen ausgesetzt.Dominique Sopo, Vorsitzender von SOS Racisme und Autor eines Gastbeitrags im Nachrichtenmagazin „Le Nouvel Obs“ über die Bally Bagayoko zugeschriebene Falschmeldung, ist zu Gast bei „28 Minuten“. Referendum in Italien: Melonis verlorene Wette – Rückschlag oder Wendepunkt? Am 23. März stimmten 54 Prozent der Italiener bei einem Referendum über die von Regierungschefin Giorgia Meloni angestoßene Justizreform mit „Nein“. Die Wahlbeteiligung von fast 60 Prozent ist für diese Art von Abstimmung ungewöhnlich hoch. Die Reform ist seit den 1990er-Jahren ein zentrales Projekt der italienischen Rechten, das Meloni seit ihrem Amtsantritt 2022 vorantreibt. Hinter dem Vorhaben, die Funktionen von Richter und Staatsanwalt zu trennen und deren Kontrollinstanz zu reformieren, vermutete die Opposition den Versuch, eine aus ihrer Sicht unverzichtbare Gegenmacht zu schwächen. Die Abstimmung wurde somit zu einem Votum für oder gegen Giorgia Meloni. Die seit vier Jahren amtierende Regierungschefin hat bereits angekündigt, nicht zurücktreten zu wollen. Außerdem: Xavier Mauduit berichtet über Donald Trumps Überraschungsbesuch in Graceland, dem ehemaligen Wohnsitz von Elvis Presley, und erzählt die Geschichte des Anwesens des „King“. Marie Bonnisseau stellt eine Suchmaschine vor, die jeden beliebigen Text in LinkedIn-Jargon verwandelt – selbstinszenierend, optimistisch und voller Hashtags. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 30.03.2026 arte Sendung vom 31.03.2026
Folge 3770 (58 Min.)Bild: ArteEin oscarprämierter Dokumentarfilm, der russische Propaganda in Schulen seit Beginn des Ukrainekriegs aufdeckt Der oscarprämierte Dokumentarfilm „Ein Nobody gegen Putin“ von Pavel Talankin führt mit bislang unveröffentlichten Aufnahmen in eine Schule im Ural. Als Lehrer und Videokünstler dokumentiert er dort seit dem 24. Februar 2022 den Alltag russischer Jugendlicher. Die Flure werden zu Orten der Propaganda: patriotische Appelle, Waffenübungen, die Ausstrahlung von Kriegsbildern. Pavel Talankin ist zu Gast bei „28 Minuten“. Sein Dokumentarfilm ist auf arte.tv verfügbar. USA: Setzt die Verurteilung von Meta und Google wegen der Gefährdung von Minderjährigen die Tech-Giganten unter Druck? In den USA wurde Meta, die Muttergesellschaft von Facebook und Instagram, diese Woche in Verfahren zu den Risiken sozialer Netzwerke für Minderjährige zweimal verurteilt: zunächst von einem Gericht in Santa Fe zu 375 Millionen Dollar Schadenersatz, anschließend gemeinsam mit Alphabet, dem Mutterkonzern von YouTube, in Los Angeles zu sechs Millionen Dollar.Nach US-Recht sind Plattformen grundsätzlich von der Haftung für von Nutzern veröffentlichte Inhalte befreit. Im Mittelpunkt der Klagen stand daher nicht der Inhalt selbst, sondern die Gestaltung der Apps und die Abhängigkeitsmechanismen, die sie insbesondere bei Minderjährigen auslösen, ohne ausreichend vor den Risiken zu warnen. Meta hat angekündigt, gegen die Urteile Berufung einzulegen. Tausende ähnliche Klagen sind in den USA anhängig. Außerdem: Xavier Mauduit erzählt die Geschichte von d’Artagnan, nachdem in den Niederlanden ein Skelett entdeckt wurde, das möglicherweise ihm zugeschrieben werden kann. Marie Bonnisseau blickt auf die Fahrt mit einem Vélib-Leihfahrrad durch Paris zurück, die Emmanuel Grégoire am Abend seiner Wahl zum Bürgermeister unternommen hat. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 31.03.2026 arte Sendung vom 01.04.2026
Folge 3771 (58 Min.)Bild: ArteAm Freitag entschlüsselt Renaud Dély die Ereignisse der Woche mit unseren Clubmitgliedern. Heute dabei: Philippe Manière (Publizist, Co-Gründer und Vorsitzender von Vae Solis Communications), Rokhaya Diallo (Journalistin, Autorin und Regisseurin), Sylvie Brunel (Geografin und Schriftstellerin) sowie der Pressezeichner Thibaut Soulcié. Sklavenhandel mit Afrikanern: Das größte Verbrechen gegen die Menschlichkeit? Die UN-Generalversammlung hat am 25. März eine entsprechende Resolution verabschiedet. Darin wird der „Sklavenhandel mit Afrikanern“ als „schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ bezeichnet.Die Vereinigten Staaten, Israel und Argentinien stimmten dagegen, 52 Staaten – darunter die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und das Vereinigte Königreich – enthielten sich. Sie befürchten, dass dadurch eine Hierarchie der Verbrechen gegen die Menschlichkeit etabliert werden könnte. Spritpreise steigen, die Inflation droht: Muss der Staat gegensteuern? Die OECD warnt vor einer Wachstumsverlangsamung in Europa und einem Wiederanstieg der Inflation infolge steigender Energiepreise im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten. Die französische Regierung kündigte gezielte Hilfen für Gewerbetreibende an, schloss jedoch Mehrwertsteuersenkungen oder Preisdeckel aus. Wir begrüßen Sébastien Liebus, den Gründer und Leiter der Website Gorafi, die 2012 ins Leben gerufen wurde. Er stellt die am 31. März erschienene Printausgabe der Satirezeitung vor. Laurent Wauquiez spricht sich offen dafür aus, die Rechte von Horizons bis Reconquête zu vereinen – aus seiner Sicht die einzige Lösung, 2027 zu gewinnen. Bruno Retailleau lehnt dagegen die Idee einer erweiterten Vorwahl entschieden ab: das Duell der Woche von Frédéric Says. Zwei Jahre nach ihrem Auftritt bei den Olympischen Spielen kehrt Céline Dion für Konzerte nach Paris zurück. Eine Rückkehr, die ihre Fans nach Jahren der Abwesenheit – insbesondere aufgrund ihrer Erkrankung am Stiff-Person-Syndrom – sehnlich erwarten. Marjorie Adelson berichtet im Point Com. Emmanuel Macron hat den am 2. März verstorbenen Lionel Jospin mit einer staatlichen Trauerfeier gewürdigt. Er erinnerte dabei an den „Erben“ Jean Jaurès’, erwähnte jedoch Léon Trotzki nicht, obwohl Jospin einst trotzkistischer Aktivist war. Das ist die Geschichte der Woche von Claude Askolovitch. Außerdem: die Internationale Schlagzeile zu den historischen Verurteilungen der Tech-Giganten Meta und Alphabet, die von unseren Gästen ausgewählten Fotos der Woche sowie Theoretisch von Aurore Vincenti über die Frage, ob man die Chinesische Mauer vom Weltraum aus sehen kann. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 01.04.2026 arte Sendung vom 02.04.2026
Folge 3772 (43 Min.)Bild: ArteDeutsche TV-Premiere Do. 02.04.2026 arte Sendung vom 03.04.2026
Folge 3773 (58 Min.)Bild: Arte(1): Gus Van Sant: Ein Amerika am Rande des Nervenzusammenbruchs Im Jahr 1977 nimmt Tony Kiritsis in Indianapolis seinen Gläubiger Richard Hall als Geisel. Den Abzug seines Gewehrs verbindet er mit einem Draht, der am Hals der Geisel befestigt ist. Die Geiselnahme dauert 63 Stunden, bevor Hall freikommt. Rund fünfzig Jahre später greift Gus Van Sant, 1952 in Louisville (Kentucky) geboren, diese Geiselnahme auf und macht daraus einen Spielfilm. Der Regisseur, fasziniert von außergewöhnlichen Schicksalen, hat sich bereits mit düsteren Stoffen beschäftigt – etwa in „Elephant“, inspiriert vom Schulmassaker von Columbine.Nun kehrt er mit „Dead Man’s Wire“ zurück, der ab dem 15. April in Frankreich in den Kinos zu sehen ist. Gus Van Sant ist unser Gast. (2): Huthi-Rebellen im Krieg gegen Israel: Dreht sich die Eskalationsspirale im Nahen Osten weiter? Am 28. März bekannten sich die Huthis zu zwei Raketen- und Drohnenangriffen auf „sensible militärische Ziele“ in Israel und griffen damit aktiv in den Konflikt ein. Diese jemenitische schiitische Gruppierung, die häufig pauschal als „Rebellen“ bezeichnet wird, kontrolliert rund 30 % des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa und den strategisch wichtigen Hafen Hodeida, und übt ihre Autorität über zwei Drittel der Bevölkerung aus. Für Israel, das bereits an mehreren Fronten im Einsatz ist, könnte ein Konflikt mit den Huthis zusätzliche Risiken bergen. Zugleich gefährden die Huthis den Welthandel: Ihre Position nahe der Meerenge Bab al-Mandab – einer Schlüsselroute zwischen Indischem Ozean und Mittelmeer – könnte den Schiffsverkehr und die saudischen Ölexporte erheblich stören. Außerdem: Xavier Mauduit erzählt eine Geschichte rund um Schokolade, nachdem in Europa Zwölf Tonnen KitKat-Riegel gestohlen wurden. Marjorie Adelson führt uns in den lukrativen Markt spektakulärer Heiratsanträge in Paris. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 03.04.2026 arte Sendung vom 04.04.2026
Folge 3774 (58 Min.)Bild: Arte(1): Der Mond – neues Schlachtfeld zwischen den USA und China? Am 1. April soll die NASA ihre Mission „Artemis-2“ starten. Zum ersten Mal seit Apollo 17 vor 54 Jahren wird eine vierköpfige Besatzung – darunter eine Frau, ein Afroamerikaner und ein Kanadier – die Erdumlaufbahn verlassen und den Mond umfliegen. Der Flug ist von hoher symbolischer und geostrategischer Bedeutung, während China darauf abzielt, bereits 2030 auf dem Mond zu landen und dort eine Basis zu errichten. Auch die NASA plant eine Mondlandung bis 2030, verfügt derzeit jedoch über kein einsatzbereites Landemodul.Alain Cirou, Chefredakteur der Zeitschrift „Ciel et Espace“, ist unser Gast. (2): Todesstrafe, Besatzungspolitik: Ist Israel eine „illiberale Demokratie“? Am 30. März verabschiedete das israelische Parlament ein Gesetz, das die Todesstrafe für „Terroristen“ einführt. Es gilt ausschließlich für Palästinenser, die wegen tödlicher Anschläge gegen Israel verurteilt werden. Für Palästinenser im besetzten Westjordanland sieht der Text vor, dass die Todesstrafe zur Regelstrafe wird, wenn die israelische Militärjustiz den Mord als terroristischen Akt einstuft. Die Verabschiedung erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Angriffe israelischer Siedler auf palästinensische Zivilisten im Westjordanland. Mitte März hatte der israelische Generalstabschef diese Angriffe als „moralisch und ethisch inakzeptabel“ bezeichnet. Die Opposition äußerte im Parlament scharfe Kritik an dem Gesetz. Die Vereinigung für Bürgerrechte in Israel reichte beim Obersten Gerichtshof einen Eilantrag ein. Bereits zuvor hatten Deutschland, das Vereinigte Königreich, Frankreich und Italien das Gesetz verurteilt und das Parlament aufgefordert, davon Abstand zu nehmen. Außerdem: Xavier Mauduit berichtet über den Auftakt des sogenannten Athanor-Prozesses, in dem Freimaurer vor dem Pariser Schwurgericht wegen krimineller Machenschaften angeklagt sind. Marie Bonnisseau widmet sich einem neuen TikTok-Phänomen: KI-generierte Reality-Shows – mit Figuren in Form von Früchten. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 04.04.2026 arte Sendung vom 06.04.2026
Folge 3775 (58 Min.)Bild: ArteDas erschütternde und mahnende Zeugnis einer Überlebenden der Vernichtungslager Lili Keller-Rosenberg war elf Jahre alt, als sie in Roubaix verhaftet und im Dezember 1943 in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert wurde. Achtzig Jahre später erzählt sie ihre Geschichte in einem im Verlag Glénat erschienenen Comic, illustriert von Boris Golzio. Lili, toujours debout, jusqu’au bout ! De Ravensbrück à Bergen-Belsen (Lili, immer aufrecht, bis zuletzt! Von Ravensbrück nach Bergen-Belsen) zeichnet den Weg dieser jüdischen Familie ungarischer Herkunft nach. Der Vater wurde nach Buchenwald deportiert und dort ermordet, während Lili, ihre beiden Brüder und ihre Mutter nach Ravensbrück und anschließend nach Bergen-Belsen verschleppt wurden, wo sie überlebten.Megakonzerte und Streaming-Boom: Ein Geldsegen für die Musikbranche – ohne Misstöne? Es ist das Musikereignis des Jahres: Céline Dions Rückkehr auf die Bühne – mit zehn Konzerten vom 12. September bis zum 14. Oktober in der La Défense Arena in Nanterre. 400.000 Zuschauer werden erwartet, und die wirtschaftlichen Auswirkungen könnten sich für Frankreich auf bis zu eine Milliarde Euro belaufen. Seit einigen Jahren hat sich das Modell der Megakonzerte in der Musikindustrie etabliert. Für die ökonomischen Effekte der Konzerte von Taylor Swift wurde sogar ein eigener Begriff geprägt: „Swiftonomics“. Der Weltverband der Phonoindustrie verzeichnete 2025 ein Umsatzplus von 6 % gegenüber dem Vorjahr. Dieser Erfolg beruht nicht nur auf Live-Auftritten, sondern auch auf dem Boom der Schallplatten. Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz könnte die Karten neu mischen. Außerdem: In Frankreich gibt es erstmals mehr Ärztinnen als Ärzte – Anlass für Xavier Mauduit, die Geschichte von Jacqueline Félicie de Almania, einer Ärztin des Mittelalters, zu erzählen. Marie Bonnisseauzeigt, wie die alternde Bevölkerung Konsumverhalten und Markenstrategien grundlegend verändert. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 06.04.2026 arte Sendung vom 07.04.2026
Folge 3776 (58 Min.)Bild: ArteBiodiversität retten, um die Menschheit zu retten? In Europa sind innerhalb von 30 Jahren 80 Porzent der Insekten verschwunden. Angesichts dieses sich beschleunigenden Artensterbens richtet Marc-André Selosse, Botaniker und Professor am Nationalmuseum für Naturgeschichte, einen eindringlichen Appell an die Öffentlichkeit: „Die Artenvielfalt muss ein Schutzschild für die Menschheit sein, nicht ihr Leichentuch.“ Seiner Ansicht nach kostet Untätigkeit die Staaten jährlich 479 Milliarden Dollar, während geeignete Maßnahmen nur ein Zehntel dieser Summe erfordern würden.Vor diesem Hintergrund legt er seine Analyse in seinem Buch „De la biodiversité comme un humanisme“ (Die Biodiversität als Humanismus, Verlag Éditions du Seuil) dar. Ölkrise: Eine Chance, schnell auf Elektromobilität umzusteigen? Laut einer Ende März vom Institut Montaigne durchgeführten Umfrage geben 92 Prozent der Franzosen an, über den Anstieg der Energiepreise besorgt zu sein. Der Krieg im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormus haben zu einem deutlichen Anstieg der Ölpreise geführt. Angesichts dieser Entwicklung berief Sébastien Lecornu am 1. April seine Minister ein, um einen Plan zur Elektrifizierung der Wirtschaft vorzustellen und die Abhängigkeit von importierten Kohlenwasserstoffen zu verringern. Er forderte insbesondere den Wirtschaftsminister auf, „in den kommenden Wochen ein Leasingangebot für Elektrofahrzeuge für bestimmte Berufsgruppen einzurichten“, deren Vertreter beruflich stark auf das Auto angewiesen sind. Die Regierung hat sich verpflichtet, diese Maßnahmen durch die zusätzlichen Steuereinnahmen aus den gestiegenen Kraftstoffpreisen zu finanzieren. Außerdem: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch zerstörte ein spektakulärer Brand in der Haute-Savoie einen Teil des Casinos von Évian-les-Bains, ohne dass Menschen zu Schaden kamen. Xavier Mauduit erzählt seine Geschichte. Marie Bonnisseau berichtet über den Hype, den Rihanna ausgelöst hat, als sie letzte Woche in den Vogesen gesichtet wurde. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 07.04.2026 arte Sendung vom 08.04.2026
Folge 3777 (58 Min.)Bild: ArteAm Freitag entschlüsselt Renaud Dély die Ereignisse der Woche mit unseren Clubmitgliedern. Heute dabei: Pascal Blanchard (Historiker), Blanche Léridon (Leiterin der Frankreichstudien am Institut Montaigne), Jean Quatremer (Journalist, Spezialist für europäische Themen) sowie die Pressezeichnerin Louison. Orbán in Ungarn und Meloni in Italien: Welches Modell für den RN? Wie üben nationalpopulistische Kräfte Macht aus, nachdem sie sie in Ungarn, Polen oder auch in Italien errungen haben? Eine Studie des Institut Montaigne beleuchtet die Spannungen zwischen Machteroberung und Machtausübung. Trotz ihrer anti-europäischen Rhetorik verdanken diese Länder einen Großteil ihres jüngsten Wachstums europäischen Fördermitteln.Rassismus gegen den Bürgermeister von Saint-Denis: Werden Beleidigungen zur Normalität? Nachdem Bally Bagayoko, der Bürgermeister von Saint-Denis, im Fernsehsender CNews rassistisch beleidigt wurde, organisiert er am 4. April eine große Kundgebung gegen Rassismus. Premierminister Sébastien Lecornu prangerte eine „Verharmlosung des Bösen und des Rassismus“ an, die „unermüdlich bekämpft werden muss“. Mehrere Abgeordnete erhielten Schreiben mit rassistischen Inhalten, die unter anderem eine verzerrte Darstellung aus „Tim und Struppi im Kongo“ enthielten. Anlässlich des 80-jährigen Jubiläums von „Der kleine Prinz“ wird das Originalmanuskript mit bislang unveröffentlichten Seiten und Zeichnungen herausgegeben. „28 Minuten“ begrüßt Alban Cerisier, Archivar und Herausgeber sowie Spezialist für das Werk von Antoine de Saint-Exupéry, der die Entstehungsgeschichte beleuchtet. Nach der Anerkennung des palästinensischen Staates durch Emmanuel Macron und der Verweigerung von Überflugrechten für israelische Militärflugzeuge kündigte Benjamin Netanjahu an, künftig auf den Kauf französischer Rüstungsgüter zu verzichten – das Duell der Woche von Frédéric Says. Marine Tondelier, Parteivorsitzende der französischen Grünen, hat ihre Schwangerschaft bekannt gegeben. Zuvor hatte sie sich einer schwierigen künstliche Befruchtung unterzogen. Während einige ihre Offenheit begrüßen, sehen andere darin eine PR-Aktion. Marjorie Adelson berichtet im Point Com. Außerdem: die Internationale Schlagzeile über Italien, das sich zum dritten Mal in Folge nicht für die Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert hat, die von unseren Gästen ausgewählten Fotos der Woche sowie David Castello-Lopes’ Welt der Dinge über Bodenmarkierungen. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 08.04.2026 arte Sendung vom 09.04.2026
Folge 3778 (43 Min.)Bild: ArteDeutsche TV-Premiere Do. 09.04.2026 arte Sendung vom 10.04.2026
Folge 3779 (46 Min.)Bild: ArteDie besten Momente von 28 Minuten – zum Entdecken und Wiederentdecken Heute: Der Komiker Alex Lutz mit seinem Stück „Sexe, Grog et Rocking Chair“. Der Astrophysiker und Philosoph Aurélien Barrau veröffentlicht „Trahir par fidélité. Contre la fin du monde, avec Alexander Grothendieck“ (Aus Treue verraten. Gegen das Ende der Welt, mit Alexander Grothendieck). Die Dirigentin Laurence Equilbey. Der Neurowissenschaftler und Professor am Collège de France Stanislas Dehaene über die uralten Verbindungen zwischen Geometrie und Mensch.Der Forscher Matthieu Tordeur und die Glaziologin Dr. Heïdi Sevestre berichten von ihrer Reise in die Antarktis. Außerdem stellt die Schriftstellerin Delphine de Vigan ihren neuesten Roman „Je suis Romane Monnier“ (Ich bin Romane Monnier) vor. Rückblick auf eine aktuelle Debatte: Sollten soziale Netzwerke für unter 15-Jährige verboten werden? Zu dieser Diskussion begrüßt „28 Minuten“ Najat Vallaud-Belkacem, Bildungsministerin von 2014 bis 2017, Grégoire Borst, Professor für Kinderpsychologie und Neurowissenschaften an der Universität Paris Cité, sowie François Saltiel, Journalist bei France Culture und Experte für digitale Medien. Außerdem: Xavier Mauduit erzählt die Geschichte zweier Expeditionen zur Erforschung des Piton de la Fournaise in den Jahren 1768 und 1801. Marie Bonnisseau berichtet über einen besonders klagefreudigen deutschen Touristen, der gegen eine mexikanische Taqueria in New York Klage eingereicht hat, weil ihm die Salsa zu scharf war. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 10.04.2026 arte Sendung vom 11.04.2026
Folge 3780 (46 Min.)Bild: ArteFliehen, überleben, neu anfangen: Der unglaubliche Weg von Karam Hassan Karam Hassan, gebürtig aus dem Sudan, wurde 2014 in seinem Heimatland festgenommen, weil er als politischer Gegner verdächtigt wurde. Unter der Bedingung, sein Umfeld auszuspionieren, kam er frei. Da er sich weigerte, seine Angehörigen zu verraten, sah er sich gezwungen, nach Ägypten zu fliehen. Von dort aus versuchte er, nach Europa zu gelangen. In seinem Buch „Un rêve plus loin“ (Ein Traum weiter, Albin Michel) erzählt er von seinem Weg ins Exil – vom Sudan nach Frankreich -, von seiner Begegnung mit Françoise Lobbedez, einer Ehrenamtlichen bei Secours Catholique, von seinem Aufenthalt in einer Unterkunft sowie von seinem Praktikum bei L’Oréal.2022 wurde er eingebürgert. Heute ist er Führungskraft und Projektleiter bei L’Oréal sowie Vorsitzender des Vereins „La voix des réfugiés“, den er selbst gegründet hat. Im Umgang mit den Mullahs: Wie weit wird Donald Trump die Eskalation treiben? Angesichts der Blockade der Straße von Hormus und des rasanten Anstiegs der Ölpreise verschärft Donald Trump seine Drohungen gegen den Iran. „Das ganze Land könnte in einer einzigen Nacht zerstört werden“, erklärte er am 6. April und fügte hinzu, er könne „alle Kraftwerke des Landes“ lahmlegen. Das Ultimatum lief am 7. April um 20:00 Uhr Ortszeit in Washington ab. Diese Eskalation sorgte international für Besorgnis. Antonio Costa, der Präsident des Europäischen Rates, bezeichnete die Äußerungen als „illegal und inakzeptabel“. Das iranische Parlament prangerte mögliche „Kriegsverbrechen“ an. In den USA stellen demokratische und republikanische Stimmen Trumps geistige Gesundheit infrage und erwägen, den 25. Verfassungszusatz anzuwenden, um ihn für amtsunfähig zu erklären. Außerdem: Ein Gesetzentwurf könnte dem Elsass zehn Jahre nach der Gebietsreform den Austritt aus der Region „Grand Est“ ermöglichen. Anlass für Xavier Mauduit, auf die Annexion durch das Deutsche Reich 1871 zurückzukommen. Marie Bonnisseau erzählt die Geschichte von Florent Montaclair, der einen internationalen Preis erfunden hat: die „Goldmedaille für Philologie“. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 11.04.2026 arte Sendung vom 13.04.2026
Folge 3781 (46 Min.)Bild: Arte(1): Nikos Aliagas: Vom Mikrofon zur Fotografie – die Weisheit des Alters im Bild Nikos Aliagas, als Sohn griechischer Eltern in Paris geboren, ist eine bekannte Persönlichkeit des französischen Fernsehens. Nebenbei widmet er sich leidenschaftlich der Fotografie und veröffentlicht auf Instagram vor allem Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Vom 8. April 2026 bis zum 3. Januar 2027 präsentiert er im Musée de l’Homme seine Ausstellung Les grands âges (Die Lebensalter), die in Zusammenarbeit mit dem Biodemografen Samuel Pavard entstanden ist. In seinen Bildern erkundet er die Faszination des Vergehens der Zeit – ein Thema, das bereits im Zentrum seiner früheren Ausstellungen stand.(2): Explodierende Düngemittelpreise: eine existenzielle Bedrohung für die europäische Landwirtschaft? Die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran, durch die 30 % des weltweiten Seehandels mit Düngemitteln abgewickelt werden, hat die Preise stark ansteigen lassen (+ 20 % innerhalb eines Monats). Für Europa ist die Lage kritisch: Der Kontinent ist zu 60 % von Importen abhängig und fürchtet um seine Getreideernten im Jahr 2027. Zwar bemüht sich die Europäische Union seit dem Krieg in der Ukraine, ihre Abhängigkeit zu reduzieren, bleibt jedoch weiterhin auf Importe angewiesen. Um gegenzusteuern, führte Brüssel im Januar eine CO₂-Abgabe auf importierte Stickstoffdünger ein. Diese treibt jedoch die Kosten für die Landwirte in die Höhe, die eine Aussetzung fordern. Die Mitgliedstaaten haben die Europäische Kommission daher aufgefordert, rasch zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen. Außerdem: In der Ariège wurde ein Bär auf einer Skipiste gefilmt – Anlass für Xavier Mauduit, die Geschichte des wenig bekannten Berufs des Bärenführers zu erzählen, der Ende des 19. Jahrhunderts entstand. Marie Bonnisseau berichtet über eine ungewöhnliche Maßnahme in Litauen zur Steigerung der Geburtenrate: die Wiedereröffnung ehemaliger Nachtclubs, um Begegnungen zu fördern. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 13.04.2026 arte Sendung vom 14.04.2026
Folge 3782 (46 Min.)Bild: Arte(1): Alter und Wahnsinn: Ethische Herausforderungen für unsere Gesellschaft Als Ergebnis einer achtjährigen Untersuchung zur Grenze zwischen normalem und pathologischem Altern veröffentlichen die Historikerinnen Mathilde Rossigneux-Méheust und Marie Derrien ihr Buch Dernières folies. Vieillesse et santé mentale. (Letzte Formen des Wahnsinns. Alter und psychische Gesundheit, Éditions du Seuil). Darin zeichnen sie die Geschichte des Umgangs mit psychischen Erkrankungen im Alter in Frankreich seit dem 19. Jahrhundert nach. Zudem beleuchten sie die Herausforderungen des demografischen Wandels bis 2050 – vor dem Hintergrund, dass bereits heute 28 % der französischen Bevölkerung über 60 Jahre alt sind.Mathilde Rossigneux-Méheust ist heute Abend unser Gast. (2): Waffenstillstand im Nahen Osten: Wird das iranische Volk geopfert? Während in Teheran der am 7. April zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten vereinbarte 15-tägige Waffenstillstand gefeiert wird, stehen die Bilder aus der Stadt im Kontrast zur anhaltenden Repression durch das Regime. Laut der NGO Human Rights Activists News Agency wurden seit Januar mindestens 3.500 Menschen getötet, darunter 1.600 Zivilisten. Für den Iran ist das Abkommen ein symbolischer Sieg. Die Revolutionsgarden gehen gestärkt aus diesen Wochen hervor und haben ihre Repressionen weiter verschärft. Seit einer Woche wurden mindestens zehn Zivilisten offiziell hingerichtet, Hunderte weitere sollen in Todeszellen auf ihre Hinrichtung warten. Trotz des Endes der Bombardierungen leidet die Bevölkerung unter Rekordinflation und weitgehender internationaler Isolation. Außerdem: Xavier Mauduit erzählt die Geschichte der „Hermione“, eines Kriegsschiffs aus dem 18. Jahrhundert, dessen Restaurierungsarbeiten nun für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Marie Bonnisseau berichtet aus Deutschland, wo Menschen wegen Schwarzfahrens inhaftiert werden – eine Praxis, die die Justizministerin reformieren will. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 14.04.2026 arte Sendung vom 15.04.2026
Folge 3783 (46 Min.)Bild: Arte(1): Region Grand Est: Schafft das Elsass mit seinem Alleingang einen Präzedenzfall? Die Nationalversammlung hat am 8. April in erster Lesung einen Gesetzentwurf verabschiedet, der das Elsass aus der Region Grand Est herauslösen soll. Der von der Fraktion „Ensemble pour la République“ eingebrachte Text sieht einen Sonderstatus für das Elsass vor, der sowohl departementale als auch regionale Zuständigkeiten umfasst. (2): Yadan-Gesetz gegen Antisemitismus: notwendige Maßnahme oder freiheitsbeschränkend? Der von der Macron-Abgeordneten Caroline Yadan eingebrachte Gesetzentwurf „gegen neue Formen des Antisemitismus“ stößt auf Kritik.Er zielt darauf ab, den Straftatbestand der Verherrlichung des Terrorismus auszuweiten, und führt zugleich einen neuen Straftatbestand der Aufforderung zur Zerstörung eines Staates ein. Kritiker sehen darin eine Gefahr für die Meinungsfreiheit, da Kritik an Israel und seiner Politik erschwert werden könnte. Befürworter argumentieren hingegen, das Gesetz verhindere die Leugnung der Existenz des Staates Israel. Mehr als 500.000 Menschen haben eine Petition unterzeichnet, in der die Abgeordneten aufgefordert werden, das Gesetz abzulehnen. Zu Gast ist Michaël Hirsch, Schauspieler und Komiker, der sein Programm Y’a de la joie (Es liegt Freude in der Luft) bis zum 25. Juni 2026 im Théâtre de l’Œuvre in Paris aufführt. In diesem Solo-Stück erzählt er, wie er seine Lebensfreude wiederentdeckt hat. Nicolas Sarkozy, der sich im Berufungsverfahren wegen des Verdachts auf libysche Finanzierung seines Präsidentschaftswahlkampfs 2007 vor Gericht verantworten muss, griff seinen ehemaligen Mitarbeiter Claude Guéant an – das Duell der Woche von Frédéric Says. Die Mission Artemis II, die am Freitag enden soll, hat spektakuläre Bilder der Erde vom Mond aus geliefert. Während sich einige daran erfreuen, sprechen andere von manipulierten Aufnahmen. Marjorie Adelson berichtet im Point Com. Außerdem: die Internationale Schlagzeile über die schweren Luftangriffe auf den Libanon, die von unseren Gästen ausgewählten Fotos der Woche sowie David Castello-Lopes’ Welt der Dinge über E-Zigaretten. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 15.04.2026 arte Sendung vom 16.04.2026
Folge 3784 (43 Min.)Bild: ArteDeutsche TV-Premiere Do. 16.04.2026 arte Sendung vom 17.04.2026
Folge 3785 (46 Min.)Bild: Arte(1): Pierre Perrets Hommage an Mémé Anna, die Mutter all seiner Lieder Der Autor, Komponist, Sänger und Schriftsteller Pierre Perret veröffentlicht den dritten Teil seiner Autobiografie, der dem Leben seiner Großmutter „Mémé Anna“ gewidmet ist (Mareuil). Drei Tage nach ihrer Geburt wurde sie auf dem Pökelbottich einer Metzgerei ausgesetzt. Das Leben dieser Analphabetin war von häuslicher Gewalt und Elend geprägt. Sie starb im Alter von 86 Jahren. Für Pierre Perret war sie eine zentrale Inspirationsquelle seine Lieder: „So viele kleine Ausschnitte aus deinem Leben haben sich in meine Gedanken und in meine Lieder eingeschlichen“, erzählt er.(2): Viktor Orbán in Ungarn geschlagen: eine Niederlage für die Populisten und ein Wendepunkt für Europa? „Alle Ungaren spüren in ihren Herzen, dass dieser Sieg das Signal dafür ist, dass Ungarn nach Europa zurückkehrt“, betonte Péter Magyar am Sonntagabend. Mit über 53 % der Stimmen ging er als klarer Sieger aus den Parlamentswahlen hervor. Dieser erdrutschartige Erfolg der proeuropäischen Partei Tisza markiert nach sechzehn Jahren das Ende der Herrschaft von Viktor Orbán und seiner Partei Fidesz. Magyar, der 2024 aus Fidesz ausgetreten war, versprach, nach den von seinem Vorgänger verantworteten demokratischen Rückschritten „echte Gegenkräfte wiederherzustellen“. „Heute Abend schlägt das Herz Europas in Ungarn ein wenig schneller“, erklärte Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission. Außerdem: Während Wissenschaftler vor einer Rückkehr des Phänomens „El Niño“, das diesmal als „Super-El-Niño“ bezeichnet wird, warnen, befasst sich Xavier Mauduit mit dessen Ursprüngen. Kennen Sie die „Jessica“-Methode? Marie Bonnisseau beleuchtet diesen viralen Trend auf TikTok, der helfen soll, Kinder in Krisensituationen zu beruhigen. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 17.04.2026 arte Sendung vom 18.04.2026
Folge 3786 (46 Min.)Bild: Arte(1): Essenzielle Medikamente verstaatlichen, um Engpässe zu bekämpfen? Im Jahr 2024 waren 39 % der Franzosen von Medikamentenengpässen betroffen. Besonders häufig fehlen kostengünstige und seit Langem etablierte Präparate wie Paracetamol und Amoxicillin. Clémence Marque, Pharmazeutin und Forscherin, warnt vor den Folgen dieser Versorgungsengpässe. Sie sind unter anderem auf unzureichende Produktionskapazitäten und steigende Nachfrage zurückzuführen. In ihrem Buch „Faire sans. Les pénuries de médicaments qui menacent notre santé“ (Ohne auskommen.Medikamentenengpässe, die unsere Gesundheit bedrohen, Actes Sud) analysiert sie die Ursachen und Risiken dieser Entwicklung. (2): Der RN umwirbt die Unternehmer: unnatürliches Bündnis oder strategische Notwendigkeit? Laut einer Recherche des Nachrichtenmagazins Nouvel Obs organisierte der Club „Entreprise et Cité“ am 7. April ein Abendessen mit Marine Le Pen und rund 15 führenden französischen Unternehmern. Unter den Teilnehmenden befanden sich Führungskräfte von Accor, TotalEnergies, Engie und Renault, die mit der Vorsitzenden des Rassemblement National diskutierten. Ebenso anwesend war Bernard Arnault, CEO von LVMH und reichster Mann Frankreichs, wie die Nachrichtenagentur AFP bestätigte. Ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen zeigen sich Spitzenvertreter der Wirtschaft zunehmend offen für einen Austausch mit der rechtsextremen Partei. Am 20. April wird Jordan Bardella, Vorsitzender des RN, mit der Führung des Arbeitgeberverbands Medef zu Mittag essen, wie France Inter berichtet. Der Generaldirektor der Maif, Pascal Demurger, spricht in einem Gastbeitrag in Le Monde von einem „taktischen Fehler ebenso wie einer politischen Illusion“, die den Sieg des RN beschleunigen könnten. Außerdem: Anlässlich des Besuchs von Papst Leo XIV. in Algerien erzählt Xavier Mauduit die Geschichte eines Landes, in dem Kirchenväter wie der heilige Augustinus wirkten. Marie Bonnisseau berichtet über einen neuen chinesischen Propagandaclip im Stil eines Animationsfilms, der den Konflikt im Iran aus einer anderen Perspektive darstellt. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 18.04.2026 arte Sendung vom 20.04.2026
Folge 3787 (46 Min.)Bild: Arte(1): Der Alarmruf einer Forscherin: Unsere Ozeane brennen lautlos Die Forscher Emmanuelle Périé-Bardout und Ghislain Bardout engagieren sich seit Jahren für den Schutz der Ozeane. Im Rahmen ihres Programms „Under the Pole“ führen sie an Bord des Segelboots „Le Why“ wissenschaftliche Missionen in der Antarktis durch. Seit rund 20 Jahren bringt das Projekt ein multidisziplinäres Team zusammen, um auf die ökologische Krise der Meere aufmerksam zu machen. Im Fokus stehen der Klimawandel, das Verschwinden des Krills – eines zentralen Glieds der Nahrungskette – sowie die Bedrohung symbolträchtiger Arten.Emmanuelle Périé-Bardout ist zu Gast bei „28 Minuten“. (2): Das Yadan-Gesetz: Notwendiger Schutzwall gegen Antisemitismus oder freiheitsbeschränkendes Gesetz? Der von der der Regierungsfraktion Ensemble pour République (EPR) nahestehenden Abgeordneten Caroline Yadan eingebrachte Gesetzentwurf zur Bekämpfung neuer Formen des Antisemitismus wird am 16. April in der Nationalversammlung beraten. Ziel ist es, die Strafverfolgung antisemitischer Handlungen zu verschärfen, die seit dem 7. Oktober 2023 deutlich zugenommen haben. Laut Innenministerium machen sie 53 Prozent aller antireligiösen Vorfälle aus, obwohl Juden in Frankreich eine Minderheit darstellen. Der Entwurf sieht unter anderem vor, die Straftatbestände der „Anstiftung zu terroristischen Handlungen“ und der „öffentlichen Verherrlichung terroristischer Handlungen“ auszuweiten, insbesondere durch die Ahndung „impliziter“ Anstiftung. Zudem sollen Aufrufe zur Zerstörung eines von Frankreich anerkannten Staates härter bestraft werden. Eine von mehr als 700.000 Menschen unterzeichnete Petition warnt vor einer Gefährdung der Meinungsfreiheit und einer Gleichsetzung von Antizionismus und Antisemitismus. Außerdem: Xavier Mauduit erzählt die Geschichte eines Pariser Ingenieurs, der bei einer Tombola zugunsten der Alzheimer-Forschung Picassos „Tête de Femme“ für 100 Euro gewann – ein Werk im Wert von rund einer Million Euro. Marie Bonnisseau stellt das partizipative Programm „Bugs Matter“ vor, das den Insektenrückgang in Frankreich dokumentiert, indem Insekten gezählt werden, die auf Windschutzscheiben aufprallen. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 20.04.2026 arte
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