2026 (Folge 3788–3810)
Sendung vom 21.04.2026
Folge 3788 (46 Min.)
Bild: Arte(1): Der ehemalige israelische Botschafter in Frankreich zeichnet ein bittersüßes Porträt des jüdischen Staates Vor dem Hintergrund der Konflikte im Nahen Osten erscheint das Werk „Dictionnaire amoureux d’Israël“ (Israel – mein persönliches Lexikon, Plon) des Historikers und ehemaligen israelischen Botschafters in Frankreich (2000–2002) Élie Barnavi. Als Intellektueller des linken Spektrums und Kritiker der Politik von Benjamin Netanjahu plädiert er darin für eine Zwei-Staaten-Lösung.In seinem Buch zeichnet er Porträts bekannter und weniger bekannter Persönlichkeiten, die die Geschichte Israels geprägt haben. (2): Umweltzonen, PFAS, Cadmium: Warum ist es so schwierig, Umweltverschmutzung zu bekämpfen? In Frankreich lassen sich Maßnahmen zum Schutz von Umwelt und Gesundheit nur schwer durchsetzen, insbesondere im Bereich der Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung. So wurden die Umweltzonen (ZFE), die den Zugang der umweltschädlichsten Fahrzeuge zu den Innenstädten einschränken sollen, von der Nationalversammlung wieder abgeschafft. Die Einführung der PFAS-Abgabe für Industrieunternehmen, die diese „ewigen Schadstoffe“ ins Wasser einleiten, wurde hingegen um sechs Monate verschoben. Für Umweltschützerinnen und Umweltschützer zeigt dies, dass die Regierung wirtschaftlichen Interessen Vorrang vor der Gesundheit der Bevölkerung einräumt. Mitte Mai wurde ein Gesetzentwurf zur Begrenzung der Cadmiumbelastung auf die Tagesordnung gesetzt. Cadmium ist ein krebserregendes Schwermetall, das in Lebensmitteln vorkommt. Der Gesetzentwurf wurde jedoch ans Ende der Tagesordnung verschoben und dürfte daher vorerst nicht behandelt werden. Außerdem: Nachdem die Kulturlotterie „Loto du patrimoine“ dem ehemaligen Kulturhaus von Bourges 500.000 Euro zugewiesen hat, erzählt Xavier Mauduit dessen Geschichte – eine Premiere in Frankreich. Marie Bonnisseau berichtet über die Verurteilung eines chinesischen Staatsangehörigen zu einem Jahr Haft, nachdem er versucht hatte, mehr als 2.000 Ameisenköniginnen illegal aus Kenia auszuführen. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 21.04.2026 arte Sendung vom 22.04.2026
Folge 3789 (46 Min.)Bild: Arte(1): Krise bei den Éditions Grasset: ideologische Neuausrichtung? 170 bei Grasset veröffentlichte Autoren haben ihren Fortgang angekündigt. Anlass ist die Entlassung von Olivier Nora, einer prägenden Figur des Verlags. Die Autoren werfen dem Medienunternehmer und Aktionär Vincent Bolloré, vor, hinter dieser Entscheidung zu stehen. (2): Yadan-Gesetz, Umweltzonen, 1. Mai: Ist die Regierung bis 2027 blockiert? Premierminister Sébastien Lecornu musste in der Nationalversammlung mehrere Rückschläge hinnehmen: die Abschaffung der Umweltzonen, die Rücknahme des Yadan-Gesetzes und die Beibehaltung des 1. Mai als Feiertag.Zu Gast ist die Illustratorin Lucie Morel. Sie stellt ihren Comic Toc Toc (Zwangsstörungen, Verlag Même pas mal) vor, in dem sie ihre eigenen Erfahrungen mit Zwangsstörungen verarbeitet. Donald Trump erklärte, kein „großer Fan“ von Papst Leo XIV. zu sein, und bezeichnete ihn als „schwach“ sowie „außerordentlich unfähig in der Außenpolitik“. Der Papst entgegnete, er habe „keine Angst“ vor Trumps Regierung: das Duell der Woche von Frédéric Says. Donald Trump gab einer Frau, die ihm Burger brachte, ein Trinkgeld von 100 Dollar, um für seine Politik der Steuerbefreiung von Trinkgeldern zu werben. Internetnutzer vermuten, dass es sich um eine Schauspielerin handelt. Marjorie Adelson berichtet im Point Com. Der US-Rapper Kanye West hat sein für Juni in Marseille geplantes Konzert verschoben, nachdem die französischen Behörden sich wegen seiner antisemitischen Äußerungen und Verherrlichung des Nationalsozialismus gegen seinen Auftritt ausgesprochen hatten: die Geschichte der Woche von Alix Van Pée. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 22.04.2026 arte Sendung vom 23.04.2026
Folge 3790 (43 Min.)Bild: ArteDeutsche TV-Premiere Do. 23.04.2026 arte Sendung vom 24.04.2026
Folge 3791 (46 Min.)Bild: Arte(1): Zehn Jahre Odyssee eines bipolaren Psychiaters: Analyse eines französischen Versäumnisses „Bevor ich Arzt wurde, war ich zunächst Patient. Mein Engagement für die Kranken ist uneingeschränkt“, schreibt Michaël Sikorav in seinem Buch „Blouse blanche, idées noires“ (Weiße Kittel, dunkle Gedanken). Darin berichtet er von seiner einzigartigen Erfahrung, zugleich bipolar und Psychiater zu sein, und schildert insbesondere seine zehnjährige medizinische Odyssee bis zur Diagnose. (2): Französischer Soldat im Libanon getötet: Ist die Entwaffnung der Hisbollah eine unmögliche Mission? Am 18. April wurde der französische Oberfeldwebel Florian Montorio im Südlibanon getötet.Bei dem Hinterhalt auf Blauhelmsoldaten der UNIFIL wurden drei weitere französische Soldaten verletzt. „Alles deutet darauf hin, dass die Hisbollah verantwortlich ist“, erklärte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot. Die pro-iranische, schiitische Gruppe bestreitet dies. Während mit Israel ein fragiler Waffenstillstand besteht, steht die libanesische Regierung unter internationalem Druck, die Hisbollah zu entwaffnen. Am 21. April empfängt Emmanuel Macron den libanesischen Premierminister Nawaf Salam im Élysée-Palast. Außerdem: Am 19. April wurde in Colombes eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg kontrolliert gesprengt. Théophile Cossa erklärt den Einsatz. Marie Bonnisseau vergleicht ein Foto der Artemis-II-Mission mit einem Bild von Apollo 8 aus dem Jahr 1968, um zu zeigen, wie sich die Erde in 58 Jahren verändert hat. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 24.04.2026 arte Sendung vom 25.04.2026
Folge 3792 (46 Min.)Bild: Arte(1): „Die Männer der Rue du Bac“: Ein Opfer sexualisierter Gewalt an Kindern berichtet von seinem Leidensweg Inès Chatin erzählt, wie sie zwischen ihrem vierten und ihrem dreizehnten Lebensjahr von ihrem Adoptivvater, dem Arzt Jean-François Lemaire, sowie von dessen Umfeld sexuell missbraucht wurde. Zu diesem Kreis gehörten Persönlichkeiten der intellektuellen Elite der 1970er- und 1980er-Jahre, darunter der Journalist Claude Imbert und der Schriftsteller Gabriel Matzneff. Heute, im Alter von 53 Jahren, berichtet sie, dass auch andere Kinder dieser Gruppe ausgeliefert waren. Der Journalist Willy Le Devin veröffentlichte 2024 in „Libération“ die Reportage „Les hommes de la rue du Bac“ („Die Männer der Rue du Bac“).Nun erscheint sein gleichnamiges Buch, in dem er seine Recherchen zusammenfasst. Beide sind heute Abend zu Gast bei „28 Minuten“. (2): Ist der Spanier Pedro Sánchez der beste Schutzwall gegen die internationale Trump-Bewegung? Am 18. April trafen sich in Barcelona ein Dutzend progressive Politiker aus verschiedenen Ländern, darunter der Präsident des Europäischen Rates, Antonio Costa, sowie der demokratische US-Gouverneur Tim Walz, um „die Demokratie zu verteidigen“. Sánchez gehört zu den schärfsten Kritikern Donald Trumps und der israelischen Regierung unter Benjamin Netanjahu in Europa. Am 21. April will Spanien die Europäische Union offiziell auffordern, das Assoziierungsabkommen mit Israel auszusetzen. Begründung: Eine Regierung, „die gegen das Völkerrecht verstößt ( …), kann kein Partner der EU sein“. Außerdem: Théophile Cossa fragt sich, wie es ist, Victor Wembanyama zu sein. Der französische Basketballspieler wurde als jüngster Spieler der Geschichte zum besten Verteidiger der NBA gewählt. Marie Bonnisseau berichtet über den „katastrophalen“ Zustand des Nationalmuseums für Naturgeschichte in Paris, das in diesem Jahr sein 400-jähriges Bestehen feiert. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 25.04.2026 arte Sendung vom 27.04.2026
Folge 3793 (46 Min.)Bild: Arte(1): Affäre um die Éditions Grasset: Wer kontrolliert wirklich den Buchmarkt in Frankreich? Am 14. April wurde Olivier Nora entlassen. Über zwei Jahrzehnte lang war er prägender Geschäftsführer der Éditions Grasset (Hachette-Gruppe). Aus Protest gegen den Einfluss des Anteilseigners Vincent Bolloré auf die Redaktion sowie gegen Eingriffe in die redaktionelle Unabhängigkeit und künstlerische Freiheit kündigten mehr als 220 Autoren ihren Weggang an. In Frankreich kontrollieren die Milliardäre Vincent Bolloré (Hachette-Gruppe) und David Krestinsky (Editis-Gruppe) gemeinsam über 50 % des Buchmarkts.Élisabeth Philippe, stellvertretende Leiterin der Kulturredaktion von Le Nouvel Obs, veröffentlicht am 23. April eine Reportage über die Affäre. Sie ist heute Abend unser Gast. (2): Zensur, Wirtschaftskrise, Krieg in der Ukraine: Gerät das System Putin ins Wanken? „Wladimir, das Volk hat Angst vor Ihnen“: Diese Botschaft der in Monaco lebenden russischen Influencerin Victoria Bonya wurde auf Instagram millionenfach angesehen. Seit Wochen verschärfen die russischen Behörden ihre Kontrolle über das Internet, mit Sperrungen des Mobilfunknetzes und Blockaden von Messengerdiensten. Gleichzeitig sinkt die Popularität Wladimir Putins auf den niedrigsten Stand seit 2022, während die Wirtschaft schwächelt. Das BIP ging im Januar und Februar um 1,8 % zurück, wie der Präsident selbst einräumte – ein seltenes Eingeständnis wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Auch militärisch bleibt der Fortschritt aus: im März eroberte die russische Armee in der Ukraine kein neues Territorium – erstmals seit 2023. Außerdem: Théophile Cossa erklärt, warum Pollenallergien zunehmen. Marie Bonnisseau erzählt die Geschichte eines Deutschen, der in einem gebrauchten Safe für 15 Euro einen Goldbarren im Wert von rund 33.000 Euro fand. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 27.04.2026 arte Sendung vom 28.04.2026
Folge 3794 (46 Min.)Bild: Arte(1): In seinem neuen Roman rechnet Marc Dugain gnadenlos mit der Politik ab Der Autor und Regisseur Marc Dugain wurde 1998 mit dem Bestseller „Die Offizierskammer“ bekannt, in dem er die Tragödie der „Gueules cassées“, der Gesichtsversehrten des Ersten Weltkriegs, schildert. In seinem neuen Roman „Submersion“ (Untergang), der am 2. April bei Albin Michel erschienen ist, entwirft er das Bild eines fiktiven Präsidenten in einer geschwächten Republik, in der eine Krise die nächste jagt. Seine politische Fiktion spiegelt dabei die Gegenwart. Marc Dugain ist unser Gast. (2): Sollte Frankreich sich kopfüber in die Reindustrialisierung stürzen? Bei seinem Besuch im Département Allier am 22. April stellte Emmanuel Macron neue Projekte zur Reindustrialisierung des Landes vor.„150 industrielle Kathedralen“ sollen in 63 Departements entstehen. Diese Großprojekte, inspiriert vom Wiederaufbau von Notre-Dame, zielen darauf ab, die wirtschaftliche und energetische Souveränität Frankreichs zu stärken. Der Präsident weihte eine Lithium-Mine des Unternehmens Imerys ein. Ab 2030 soll sie jährlich 34.000 Tonnen Lithiumhydroxid produzieren und bis zu 700.000 Elektroautos ausstatten. Flankiert wird diese Strategie durch ein kürzlich verabschiedetes Gesetz zur Vereinfachung der Wirtschaft. Außerdem: Théophile Cossa berichtet über den Bau eines Trump Towers in Tiflis, der das höchste Gebäude Georgiens werden soll. Marie Bonnisseau erläutert die Gründe für den wachsenden Medizintourismus in China. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 28.04.2026 arte Sendung vom 29.04.2026
Folge 3795 (46 Min.)Bild: ArteAm Freitag entschlüsselt Renaud Dély die Ereignisse der Woche mit den Clubmitgliedern: Jean Quatremer (Journalist, Spezialist für europäische Themen), Flora Ghebali (Publizistin und Aktivistin für die ökologische Transformation), Paul Melun (Publizist und Schriftsteller) sowie die Pressezeichnerin Marie Morelle. (1): Die „neue PS“ ist da: eine Revolution nur in Worten? Die Sozialistische Partei hat in dieser Woche „Vivre libre“ vorgestellt, ein Manifest, das den Sozialismus des 21. Jahrhunderts neu definieren soll. Sie will sich von der klassischen Sozialdemokratie lösen und stellt die Freiheit ins Zentrum ihres Projekts – ein Begriff, der bislang vor allem mit der politischen Rechten verbunden war.(2): 90 Milliarden für die Ukraine: Massive Unterstützung vor einem EU-Beitritt? Nach der Aufhebung des ungarischen Vetos hat die Europäische Union am 23. April ein Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine freigegeben. Zugleich beschloss der Europäische Rat neue Sanktionen gegen Russland, genehmigte jedoch weiterhin den Transport russischen Öls nach Budapest über eine durch die Ukraine verlaufende Pipeline. Florence Tissot, Kuratorin der Ausstellung „Marilyn Monroe“ in der Cinémathèque française, ist zu Gast bei „28 Minuten“. Die Retrospektive ist noch bis zum 24. Mai in Paris zu sehen. Vor dem Hintergrund der Annäherung zwischen Arbeitgeberverbänden und dem Rassemblement National bezeichnet die Generalsekretärin der CFDT, Marylise Léon, es als „zynisch“, die Wirtschaft über alles zu stellen. Medef-Präsident Patrick Martin betont hingegen, der Verband müsse mit allen politischen Kräften im Parlament im Gespräch bleiben – das Duell der Woche von Frédéric Says. Kritik am Biopic „Michael“ über Michael Jackson, das diese Woche in die Kinos kam: Dem Film wird vorgeworfen, die Vorwürfe des Kindesmissbrauchs auszublenden. Marjorie Adelson berichtet im Point Com. Einer Untersuchung des amerikanischen Magazins „The Atlantic“ zufolge legt FBI-Direktor Kash Patel problematisches Verhalten am Arbeitsplatz in Verbindung mit Alkoholismus an den Tag – die Geschichte der Woche von Alix Van Pée. Außerdem: die Internationale Schlagzeile über die Journalistin Amal Khalil, die bei einem israelischen Luftangriff im Südlibanon getötet wurde, die von den Gästen ausgewählten Fotos der Woche sowie „Theoretisch“ von Aurore Vincenti über das Recht, zu Hause nackt zu sein. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 29.04.2026 arte Sendung vom 30.04.2026
Folge 3796 (43 Min.)Bild: ArteDeutsche TV-Premiere Do. 30.04.2026 arte Sendung vom 01.05.2026
Folge 3797 (46 Min.)Bild: Arte(1): Als anonym Geborener sucht er seine leibliche Mutter – und findet sie! In „Rien de caché“ (Nichts zu verbergen, Bayard) erzählt Anthony Feneuil, der anonym geboren wurde, von der Suche nach seiner leiblichen Mutter. Seine Nachforschungen, die er vor fünf Jahren nach einem behördlichen Hinweis begann, führten ihn schließlich zu ihr. Seine Erzählung wirft Fragen nach dem Recht auf Kenntnis der eigenen Herkunft und nach dem Schweigen rund um Adoption auf. Anthony Feneuil ist zu Gast bei „28 Minuten“. (2): Trotz des Krieges: Sollten die Europäer den EU-Beitritt der Ukraine vorantreiben? Während der Krieg in der Ukraine andauert, wurde die Frage ihres EU-Beitritts beim Gipfel in Zypern am 23. und 24. April erneut diskutiert.Der ukrainische Präsident Volodymyr Selenskyj, der nach der Zusage eines Darlehens über 90 Milliarden Euro auf rasche Beitrittsverhandlungen und einen konkreten Zeitplan drängt, war ebenfalls anwesend. Die Ukraine ist seit 2022 Beitrittskandidat, doch Ungarn blockierte bislang den Prozess. Der jüngste Regierungswechsel in Budapest könnte dieses Veto aufheben. Ein Beitritt stellt jedoch erhebliche Herausforderungen dar: Die Ukraine ist ein großes Agrar- und Militärland mit 30 Millionen Einwohnern und anhaltenden Korruptionsproblemen. Für Selenskyj wäre ein schneller Beitritt zugleich Anerkennung und politisches Druckmittel gegenüber Moskau. Außerdem: Xavier Mauduit berichtet über die Evakuierung von Donald Trump nach Schüssen während eines Dinners der Korrespondenten des Weißen Hauses. Marie Bonnisseau erzählt die Geschichte des „Rauchersalons im Élysée“, eines Designklassikers der 70er Jahre von Pierre Paulin. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 01.05.2026 arte Sendung vom 02.05.2026
Folge 3798 (46 Min.)Bild: Arte(1): 300 Persönlichkeiten unterzeichnen einen Aufruf zur Verteidigung der Impfung gegen „Anti-Impf-Rhetorik“ Anlässlich der Impfwoche haben fast 300 Persönlichkeiten – darunter Ärzte, Wissenschaftler und ehemalige Gesundheitsminister – einen vom Institut Pasteur initiierten offenen Brief in „Le Parisien“ unterzeichnet. Darin wird vor „Ideologien, die Ängste manipulieren“ gewarnt. Die Unterzeichner sehen die Infragestellung von Impfprogrammen mit Sorge. Zu Gast ist Jean-Daniel Lelièvre, Professor für Immunologie. (2): Mali: mehr denn je unter dem Druck der dschihadistischer Gruppen? Am 25. April führten Dschihadisten der Al-Qaida nahestehenden Gruppe für die Unterstützung des Islams und der Muslime (JNIM) gemeinsam mit Tuareg-Rebellen der Befreiungsfront von Azawad koordinierte Angriffe in mehreren Städten Malis durch.Am Tag darauf eroberten sie die strategisch wichtige Stadt Kidal von der seit 2020 regierenden malischen Junta, die von russischen Söldnern des Africa Corps unterstützt wird. Der malische Verteidigungsminister wurde laut Angaben der Behörden am Samstag bei einem Angriff auf seine Residenz getötet. In den vergangenen Jahren hat die JNIM ihren Aufstand gegen den Staat ausgeweitet, insbesondere durch Angriffe auf dessen Militärstellungen. Seit der Machtübernahme durch die Junta haben die dschihadistischen Angriffe stark zugenommen. Außerdem: Xavier Mauduit berichtet über den Marathon-Weltrekord des Kenianers Sabastian Sawe, der als erster unter zwei Stunden blieb. Marie Bonnisseau befasst sich mit der Sterilisierung von Möweneiern in der Bretagne und der Normandie – vor dem Hintergrund rückläufiger Möwenbestände. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 02.05.2026 arte Sendung vom 04.05.2026
Folge 3799 (46 Min.)Bild: Arte(1): Der Künstler, der Schwarz-Weiß-Zeichnungen zum Sprechen bringt „Zeichnen ist die erste Kunstform der Kindheit. Es war an der Zeit, dieser Kunst ihre volle Dimension zu geben“, erklärt Frédéric Pajak, Zeichner und Schriftsteller sowie Mitbegründer und künstlerischer Leiter des „Festival du dessin d’Arles“ (Zeichnungsfestival in Arles). Die vierte Ausgabe findet vom 18. April bis zum 17. Mai 2026 statt. Ehrenpräsident ist der Fußballstar Éric Cantona. In diesem Jahr steht Italien im Mittelpunkt, mit Werken von Piranesi, Dino Buzzati und Pier Paolo Pasolini. (2): Attentatsversuch: Ist Donald Trump einfach nur ein Opfer politischer Gewalt in seinem Land? Am 25. April entging Donald Trump in Washington einem neuen Attentatsversuch.Es ist das zweite Mal seit seiner Wiederwahl, dass der US-Präsident ins Visier genommen wurde. Politische Gewalt hat in den Vereinigten Staaten eine lange Geschichte – doch wie ist der aktuelle Anstieg zu bewerten? (3): 1. Mai: Tabu brechen um mehr zu arbeiten – oder Errungenschaft bewahren? Sollte es Einzelhändlern erlaubt werden, am 1. Mai zu arbeiten? Gabriel Attal, Vorsitzender der Fraktion Renaissance in der Nationalversammlung, hatte einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt. Nach Protesten der Gewerkschaften wurde dieser jedoch verworfen und durch einen anderen Entwurf ersetzt. Bis zu dessen Prüfung gilt für dieses Jahr die Anweisung, Händler nicht zu bestrafen – „vorausgesetzt, dass die Freiwilligkeit und doppelte Vergütung gewährleistet sind“. Außerdem: Wie die Zeitschrift Nature berichtet, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Kenia ein neues, potenziell auf den Menschen übertragbares Coronavirus bei Fledermäusen identifiziert. Vor diesem Hintergrund erläutert Xavier Mauduit die Herkunft des Begriffs. Marie Bonnisseau berichtet über die Rettung eines im Norden Deutschlands gestrandeten Buckelwals namens Timmy. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 04.05.2026 arte Sendung vom 05.05.2026
Folge 3800 (46 Min.)Bild: Arte(1): Eine Schäferin und ihre Herde: jeden Sommer eine pastorale Symphonie Florence Debove ist seit rund zehn Jahren Schäferin. Zur Landwirtschaft fand sie, als ihre Eltern einen Bauernhof im Département Lot übernahmen. Danach arbeitete sie als Ziegenhirtin in der Ardèche sowie als Schäferin in den Alpen und Pyrenäen. Seither verbringt sie jeden Sommer bei ihren Schafen. In ihrem neuesten Buch „Sur tes pentes. Carnets d’estive“ (Auf deinen Hängen. Almtagebuch, Arthaud), das sie selbst illustriert hat, erzählt sie in Form eines intimen Tagebuchs von ihrem Alltag. (2): Verändert künstliche Intelligenz gerade die „Kunst des Krieges“ grundlegend? In den vergangenen Jahren hat sich der Einsatz von KI auf nahezu alle Bereiche der Kriegsführung ausgeweitet.Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite verdeutlicht die Leistungsfähigkeit dieser Technologien. Sie ermöglichten es unter anderem, den streng bewachten Ayatollah Ali Khamenei außer Gefecht zu setzen. Zugleich birgt ihr militärischer Einsatz erhebliche Risiken, besonders bei Fehlidentifikationen. So wurde im Februar ein Schule in Minab im Iran bombardiert, wobei 168 Menschen ums Leben kamen. Viele Experten vermuten einen Zielfehler der KI. Zudem stellt sich die Frage nach der Verantwortung, da einige Systeme auch ohne menschliches Eingreifen agieren können. Außerdem: Am Vorabend des 1. Mai erläutert Xavier Mauduit die Herkunft des Wortes „travail“, das vom lateinischen „tripalium“, einem Folterinstrument, abgeleitet ist. Marie Bonnisseau berichtet über eine neue Empfehlung der Stadtverwaltung von Tokio zur Senkung der Energiekosten: In diesem Sommer sollen die Mitarbeitenden in Shorts zur Arbeit erscheinen. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 05.05.2026 arte Sendung vom 06.05.2026
Folge 3801 (46 Min.)Bild: ArteDeutsche TV-Premiere Mi. 06.05.2026 arte Sendung vom 07.05.2026
Folge 3802 (43 Min.)Bild: ArteDeutsche TV-Premiere Do. 07.05.2026 arte Sendung vom 08.05.2026
Folge 3803 (46 Min.)Bild: Arte(1): Landwirte, Rechenzentren, Abfüller … wer eignet sich das Wasser an? In ihrem Buch „Les Assoiffeus“ (Die Durstmacher, erschienen bei „Les Liens qui Libèrent“) kritisieren Fabien Benoit und Nicolas Celnik, dass sich profitorientierte Akteure die Wasserressourcen aneignen, während Wasser immer knapper wird und Frankreich immer häufiger unter Dürren leidet. Sie benennen vier Hauptverantwortliche: die Agrarindustrie, Mineralwasserabfüller, Digitalkonzerne und Unternehmen der Wasseraufbereitung. Fabien Benoit ist unser Gast.(2): Extraprofite bei Total: Sollten „Kriegsprofiteure“ besteuert werden? TotalEnergies hat am Mittwoch, dem 29. April 2026, einen Rekordgewinn von fast fünf Milliarden Euro für das erste Quartal gemeldet – 51 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dies ist auf den Ölpreisschub infolge des Krieges im Nahen Osten zurückzuführen. Die Sozialistische Partei will diese „Extraprofite“ besteuern. La France insoumise spricht sogar von einem „Kriegsprofiteur“. Sébastien Lecornu hält eine solche Steuer hingegen für einen „etwas pawlowschen“ Reflex und ruft TotalEnergies stattdessen zu einer „großzügigen Preisdeckelung“ auf, die „für französische Verbraucher wieder attraktiv werden könnte“. Außerdem: Xavier Mauduit berichtet über die Einführung einer Drei-Millionen-Euro-Hilfe in Frankreich im Kampf gegen die Asiatische Hornisse. Dieser Bienenfeind erinnert an die historische Bekämpfung des Maikäfers, einer Agrarplage des 19. Jahrhunderts. Marie Bonnisseau erläutert, dass autonome Autos in Kalifornien dank einer neuartigen Regelung künftig bei Verkehrsverstößen mit einem Bußgeld belangt werden können. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 08.05.2026 arte Sendung vom 09.05.2026
Folge 3804 (46 Min.)Bild: Arte(1): Etty Hillesum, Jüdin, Intellektuelle, Mystikerin: ohne Hass in Auschwitz sterben Der israelische Drehbuchautor Hagai Levi, dem wir die Originalfassung der Serie „In Therapie“ verdanken, verfilmte die zwischen 1941 und 1943 entstandenen Tagebücher von Etty Hillesum und schuf zwei eigenständige Formate: eine Serie und einen Film. Im Mittelpunkt steht das Schicksal der niederländisch-jüdischen Intellektuellen, die sich 1941 entschließt, in das Durchgangslager Westerbork zu gehen, um den dort internierten Jüdinnen und Juden beizustehen. 1943 wird sie im Alter von nur 29 Jahren in Auschwitz ermordet.Die Serie ist ab dem 13. Mai auf arte.tv verfügbar, der Film kommt am 6. Mai in die Kinos. (2): Abzug amerikanischer Truppen aus Europa: Chance oder erhöhtes Sicherheitsrisiko? Am Freitag, dem 1. Mai, kündigte der US- Präsident den Abzug von mindestens 5.000 der 40.000 in Deutschland stationierten US-Militärangehörigen an. Die Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender diplomatischer Spannungen. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte die amerikanische Linie jüngst scharf kritisiert und den USA vorgeworfen, im Iran-Konflikt offensichtlich ohne klare Strategie zu agieren und sich demütigen zu lassen. Donald Trump wiederum wirft den Europäern vor, Washington im Krieg gegen den Iran nicht ausreichend zu unterstützen. Zugleich droht er mit einem weiteren Rückzug der US-Truppen aus Europa, insbesondere aus Italien und Spanien. Xavier Mauduit geht der Geschichte von „Sophie la girafe“ nach. Das Kultspielzeug aus Naturkautschuk, das aus der Grundausstattung Neugeborener kaum wegzudenken ist, wird entgegen der landläufigen Meinung in China hergestellt. Marie Bonnisseau verrät uns, dass wir immer weniger sprechen. Laut Untersuchungen amerikanischer Forscher verwenden wir im Alltag 338 Wörter weniger als noch vor fünfzehn Jahren. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 09.05.2026 arte Sendung vom 11.05.2026
Folge 3805 (46 Min.)Bild: Arte(1): Der Roman als Prisma der Wirklichkeit Mit „La lentille et le roman“ (Die Linse und der Roman) veröffentlicht Maylis de Kerangal einen Text, in dem sie die Verbindungen zwischen Optik und Literatur erkundet. Das Buch greift die Gedanken einer Konferenz auf, die sie 2024 gehalten hat, und verwebt sie mit Auszügen aus ihren Romanen – von „Corniche Kennedy“ über „Die Brücke von Coca“ bis hin zu „Jour de ressac“. Da sie selbst von mehreren Sehproblemen betroffen ist, ist der Roman für sie ein Instrument, durch das sich die Wirklichkeit offenbart, verzerrt und neu erfindet.(2): Präsidentschaftswahl 2027: Warum die Einheit der Linken auf dem Weg ins Elysée unerreichbar scheint Am Dienstag, dem 5. Mai, kamen die Befürworter einer Vorwahl, die einen gemeinsamen Kandidaten der Linken bestimmen soll, zu einem Meeting in der Bellevilloise in Paris zusammen – anlässlich des 90. Jahrestags des Sieges der Volksfront von 1936. Zu ihnen gehörten Clémentine Autain, Marine Tondelier, François Ruffin und Olivier Faure. Während die Teilnahme der Sozialistischen Partei weiter ungewiss ist, hat Raphaël Glucksmann, Co-Vorsitzender von Place Publique, bereits angekündigt, daran nicht teilzunehmen. Jean-Luc Mélenchon hat vergangene Woche seine Kandidatur für 2027 offiziell bekanntgegeben und damit die Aussicht auf eine gemeinsame linke Kandidatur weiter schwinden lassen. Xavier Mauduit erzählt die Geschichte des Schatzes der Banque de France und ihrer Goldreserven. Emmanuel Macron hat angekündigt, mit Emmanuel Moulin einen engen Vertrauten und ehemaligen Direktor des französischen Schatzamts zum nächsten Gouverneur der Banque de France ernennen zu wollen. Marie Bonnisseau stellt einen neuen Trend aus Brasilien vor: WhatsApp-Gruppen, in denen ausschließlich gepfiffen wird. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 11.05.2026 arte Sendung vom 12.05.2026
Folge 3806 (46 Min.)Bild: Arte(1): Sinkende Geburtenzahlen in Frankreich: Sind finanzielle Anreize der falsche Weg? Im Jahr 2025 lag die Zahl der Geburten in Frankreich bei rund 645.000 Kindern, die zusammengefasste Geburtenziffer wurde auf 1,56 Kinder pro Frau geschätzt. Wie andere europäische Länder verzeichnet auch Frankreich einen starken Rückgang der Geburtenrate. Am 5. Mai unterbreitete das Hochkommissariat für Strategie und Planung mehrere Vorschläge, um die Geburtenrate im Land wieder anzukurbeln. Unser Gast ist der Ökonom Thibault Prébay, Autor von Démographie, la bombe tranquille („Demografie: ein stiller Wandel mit großen Folgen“, Éditions du Rocher). Er analysiert die Ursachen und Folgen des demografischen Rückgangs.(2): Eine kleinere Siegesparade am 9. Mai und Gebietsverluste in der Ukraine: Steht Wladimir Putin unter Druck? Erstmals seit dem Sommer 2023 hat die russische Armee in der Ukraine wieder Gelände verloren. Nach Angaben des Institute for the Study of War (ISW) schrumpfte das vom Kreml kontrollierte Gebiet im April um fast 120 Quadratkilometer. Zurückgeführt wird das auf ukrainische Gegenangriffe am Boden, Angriffe mit Waffen mittlerer Reichweite und auf Störungen der russischen Kommunikationssysteme, die laut derselben Quelle seit Februar nicht mehr auf Starlinksysteme zurückgreifen können. Trotz dieser Rückschläge setzt Russland seine massiven Angriffe auf die Ukraine fort: So kamen bei russischen Bombenangriffen am 5. Mai mehr als 20 Menschen ums Leben. Auch die russischen Feierlichkeiten zum 9. Mai fielen deutlich bescheidener aus als im Vorjahr, als die Parade einer großen Machtdemonstration glich. Außerdem hat die NASA 12.000 bislang unveröffentlichte Bilder der Artemis-II- Mission präsentiert. Xavier Mauduit nutzt die Gelegenheit, um auf Artemis zurückzublicken, eine der Mondgöttinnen der griechischen Mythologie. Marie Bonnisseau befasst sich mit den Äußerungen des Ryanair-Chefs, der ein Alkoholverbot am frühen Morgen auf Flughäfen fordert. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 12.05.2026 arte Sendung vom 13.05.2026
Folge 3807 (58 Min.)Bild: Arte(1): Seltene Erden: Kann Frankreich aus seiner Abhängigkeit von China ausbrechen? Die Regierung hat in dieser Woche einen nationalen Resilienzplan „Seltene Erden und Permanentmagnete“ vorgestellt, um die Abhängigkeit von China zu verringern. Diese strategischen Metalle werden für Smartphones, Elektroautos, Windkraftanlagen und die Verteidigungsindustrie benötigt. (2): Alloncle-Bericht: Rettung oder Schwächung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks? Der UDR-Abgeordnete Charles Alloncle hat am 5. Mai seinen Bericht über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorgelegt.Darin beschreibt er den öffentlichen Rundfunk als „in der Krise“ und wirft ihm vor, den „Erwartungen der Französinnen und Franzosen“ nicht mehr zu entsprechen. Zudem schlägt er Einsparungen von einer Milliarde Euro bei einem Gesamtbudget von vier Milliarden vor. Premierminister Sébastien Lecornu hält dem entgegen, der Bericht gehe „leider am Wesentlichen vorbei“. Zu Gast ist der Regisseur Jean-Philippe Daguerre. Er stellt sein Stück „Die Frau, die Rabbi Jacob nicht liebte“. Es wird bis zum 20. Dezember im Théâtre Montparnasse in Paris zu sehen sein und wurde von der wahren Geschichte Danielle Cravennes inspiriert. Der Erste Sekretär der Sozialistischen Partei, Olivier Faure, lehnt unterdessen jede Allianz mit La France insoumise ab, nachdem Jean-Luc Mélenchon seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2027 offiziell angekündigt hat. Gleichzeitig kamen in dieser Woche die Befürworter einer Vorwahl der Linken zusammen. Darüber diskutiert Frédéric Says im Duell der Woche. In New York hat die Met Gala wegen des Sponsorings durch Jeff Bezos eine Kontroverse ausgelöst. Ein Boykottaufruf prangerte sowohl die Nähe des Amazon-Chefs zu Donald Trump als auch die Arbeitsbedingungen seiner Beschäftigten an. Das ist der „Point com“ von Marjorie Adelson. Zum Abschluss werfen wir einen Blick auf die internationale Schlagzeile über Assimi Goïta, den Chef der Militärjunta in Mali, auf die von unseren Gästen ausgewählten Fotos der Woche und auf David Castello-Lopes’ „Welt der Dinge“, diesmal über Wettbewerbe im Becherstapeln. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 13.05.2026 arte Sendung vom 14.05.2026
Folge 3808 (43 Min.)Bild: ArteDeutsche TV-Premiere Do. 14.05.2026 arte Sendung vom 15.05.2026
Folge 3809 (46 Min.)Bild: ArteEin Forscher ruft dazu auf, unseren Urin zu recyceln, um die „Kackastrophe“ zu vermeiden In „Une autre histoire des excréments“ („Eine andere Geschichte der Exkremente“, Actes Sud) warnt der Experte für Wasser- und Abwasserentsorgung Fabien Esculier vor der Verschwendung von Urin und Fäkalien, obwohl diese reich an für den Boden essenziellen Nährstoffen sind. Weil wir sie um jeden Preis über die Kanalisation entsorgen wollen, haben wir vergessen, dass sie auf natürliche Weise Teil des Lebenskreislaufs sind. Der Autor plädiert daher für ressourcenschonendere Praktiken: Ausscheidungen sollten vom Wasser getrennt werden, organische Stoffe kompostiert und das, was heute als Abfall gilt, wiederverwertet werden.Frittiert, gebacken oder als Nuggets: Leben wir im Hähnchen-Zeitalter? Hähnchen ist zum Lieblingsfleisch der Franzosen geworden. Hinter dieser Begeisterung verbirgt sich jedoch eine wachsende Abhängigkeit von Importen: Mehr als jedes zweite in Frankreich konsumierte Hähnchen stammt inzwischen aus dem Ausland. Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend am Erfolg von frittiertem Hähnchen. Neben der Fast-Food-Kette KFC, die seit 1991 in Frankreich vertreten ist, drängen inzwischen zahlreiche Marken wie Chicken Street, Tasty Crousty oder Master Poulet auf den Markt. In den vergangenen Wochen geriet Letztere sogar in eine politische Kontroverse: Der sozialistische Bürgermeister von Saint-Ouen-sur-Seine, Karim Bouamrane, lehnte die Eröffnung einer Filiale in seiner Gemeinde ab und kritisierte die damit verbundenen Belästigungen sowie die schlechte Qualität der angebotenen Produkte. Außerdem: Das Pentagon hat mehr als 160 bislang geheime Dokumente zu „nicht identifizierten Luftphänomenen“ veröffentlicht – Anlass für Xavier Mauduit, auf die Geschichte von „Project Sign“ zurückzublicken, einem 1947 gestarteten Programms zur Beobachtung fliegender Untertassen. Marie Bonnisseau befasst sich mit dem Trend zu Arbeitskleidung „Made in France“. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 15.05.2026 arte Sendung vom 16.05.2026
Folge 3810 (46 Min.)Bild: ArteMonatelang lebte sie im engsten Familienkreis eines Taliban in Afghanistan Die mit dem World Press Photo Award 2026 ausgezeichnete Fotojournalistin Élise Blanchard veröffentlicht mit „Im Haus eines Taliban“ („Dans la maison d’un taliban“, Le Cherche Midi) ein Buch über ihre Aufenthalte in Afghanistan nach dem Abzug der US-Streitkräfte 2021. Über mehrere Jahre hinweg lebte sie dort wiederholt bei der Familie eines Taliban, den sie während einer Reportage kennengelernt hatte. Anhand ihres Alltags schildert Blanchard die Widerstandskraft, den Humor und die Unterwerfung der Frauen in einem von Unterdrückung geprägten System. Schluss mit der „Françafrique“: Hat Emmanuel Macron sein Versprechen gehalten? Mit dem gemeinsam mit Kenia ausgerichteten Gipfel „Africa Forward“, der am 11. und 12. Mai 2026 in Nairobi stattfindet, setzt Emmanuel Macron auf einen symbolischen Bruch mit der „Françafrique“.Erstmals ist mit Kenia ein englischsprachiges afrikanisches Land Gastgeber eines solchen Treffens. Bereits 2017 hatte Macron in einer Rede in Ouagadougou erklärt: „Es gibt keine afrikanische Politik Frankreichs mehr.“ Seither hat sich die Lage in der Sahelzone jedoch deutlich verschärft, insbesondere nach dem überstürzten Abzug der französischen Armee aus Mali, Burkina Faso und Niger zwischen 2020 und 2023. Zugleich brachte Macron mehrere Initiativen zur Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit Frankreichs auf den Weg. Nun will er Afrika als zentralen Finanzpartner positionieren und kündigte öffentliche und private Investitionen in Höhe von 14 Milliarden Euro an. Außerdem: Nachdem in Frankreich der erste positive Fall des Hantavirus festgestellt wurde, beleuchtet Xavier Mauduit die Geschichte dieser von Nagetieren übertragenen Krankheiten. Marie Bonnisseau berichtet über einen deutschen Touristen, der tausend Euro Entschädigung erhielt, weil ihm während seines Aufenthalts in einem griechischen Hotel kein Liegestuhl zur Verfügung stand. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 16.05.2026 arte
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