2026 (Folge 3744–3767)
Sendung vom 28.02.2026
Folge 3744 (46 Min.)„The Last Ship“: Sting macht seine Arbeiterherkunft zum Musical Mit Millionen verkauften Alben und legendären Tourneen als Solokünstler sowie mit seiner früheren Band „The Police“ wurde Sting zu einer Musikikone. Doch bevor der Ruhm kam, führte der britische Sänger mehrere Leben: als Busfahrer, Arbeiter, Lehrer, Fußballtrainer und Kurier. 2015 schuf er das Musical „The Last Ship“, eine Hommage an die Arbeiter seiner Heimat. Bis zum 8. März 2026 ist er in der „Seine Musicale“ in Boulogne-Billancourt zu sehen, wo er seine Show neu interpretiert und den Vorarbeiter einer Werft spielt, die kurz vor der Schließung steht.US-Zölle: Große Ungewissheit und weltweites Zollchaos Neue US-Zölle in Höhe von zehn Prozent auf Importwaren sind am 24. Februar auf Beschluss von Präsident Donald Trump in Kraft getreten. Für die nächsten 150 Tage soll dieser Zuschlag auf diesem Niveau bleiben, obwohl Trump bereits eine Anhebung auf 15 Prozent angekündigt hat. Am 20. Februar erklärte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten die seit April 2025 von Trump gegen mehrere Länder verhängten sogenannten „reziproken“ Zölle für rechtswidrig. Um dieses Urteil zu umgehen, stützt sich der amerikanische Staatschef auf eine Bestimmung des Trade Act von 1974, die in einer Krisensituation mit schwerem Ungleichgewicht der Zahlungsbilanz solche Zuschläge erlaubt. Diese gelten jedoch nicht für bestimmte Sektoren wie Kupfer oder die Automobilindustrie, deren Zölle unverändert bleiben. Kanadische und mexikanische Produkte, die in die Vereinigten Staaten importiert werden, sind ebenfalls nicht betroffen. Nach der Ausschaltung seines Anführers „El Mencho“ sorgt das Jalisco-Kartell in Mexiko für Chaos. Théophile Cossa erklärt, wie dieses Kartell funktioniert. Marie Bonnisseau schaut nach Indien: In Mumbai sorgt die erste „musikalische Straße“, die beim Befahren eine Melodie erzeugt, für Ärger bei Anwohnerinnen und Anwohnern. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 28.02.2026 arte Sendung vom 02.03.2026
Folge 3745 (46 Min.)Tod von „El Mencho“: Kann Mexiko sich aus der Macht der Drogenkartelle befreien? „El Mencho“, der Anführer des Kartells Jalisco Nueva Generación, erlag am 22. Februar seinen Verletzungen, die er bei einer Militäroperation in Mexiko erlitten hatte. Er galt als der letzte große mexikanische Drogenbaron und wurde von den Vereinigten Staaten beschuldigt, einer der Hauptverantwortlichen für den Handel mit Heroin, Kokain, Methamphetamin und Fentanyl zu sein. Die Bekanntgabe seines Todes löste eine Welle der Gewalt in Mexiko aus. Zu Gast ist Frédéric Ploquin, Investigativjournalist und Experte für Drogenhandel.Kommunalwahlen 2026: Kann man ohne KI noch Wahlen gewinnen? Wenige Wochen vor den Kommunalwahlen gibt es immer mehr Beispiele für den Einsatz künstlicher Intelligenz im Wahlkampf. So hat ein Kandidat in Grenoble sein Wahlplakat von einer KI erstellen lassen, während eine Kandidatin in Straßburg KI in einem Video nutzt, um auf die Verschmutzung der Stadt aufmerksam zu machen. Die leichte Zugänglichkeit und die geringen Kosten von KI – knapp 20 Euro pro Monat für die Nutzung von ChatGPT – machen sie im Wahlkampf zu einem Trumpf. Kleine Kandidaten könnten so ihre Mittel verzehnfachen. Dieses Instrument kann jedoch auch dazu dienen, die Wahrheit zu verfälschen und Gegner zu destabilisieren. Laut dem Medienunternehmen Politico hat bisher keine politische Partei konkrete Regeln für den Einsatz von KI festgelegt. Théophile Cossa erklärt uns die Funktionsweise des Concours général agricole, einer gigantischen Marketingaktion der französischen Landwirtschaft. Marie Bonnisseau erzählt die Geschichte eines Fußballspielers in der Türkei, der versuchte, eine vom Ball getroffene Möwe wiederzubeleben. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 02.03.2026 arte Sendung vom 03.03.2026
Folge 3746 (46 Min.)Bild: ArteDie Primatologin, die die Geheimnisse der Schimpansen enthüllt Wie nah ist der Mensch den Schimpansen? Dieser Frage geht die Primatologin, Tierärztin und Spezialistin für Verhaltensökologie und Zoopharmakognosie Sabrina Krief nach. Seit über 25 Jahren beobachtet sie diese Hominiden im Kibale-Wald in Uganda. Nun veröffentlicht sie im Grasset-Verlag das Buch Infiniment proches (Unendlich nah): ein vielstimmiges Porträt, in dem Schimpansen eine den Menschen ähnliche Fähigkeit zu Humor, Erfindungsreichtum und Empathie offenbaren. Atomprogramm: Sind die Vereinigten Staaten bereit, den Iran anzugreifen? Der Iran und die Vereinigten Staaten nahmen am 26. Februar in Genf neue indirekte Verhandlungen über das iranische Atomprogramm auf, zeitgleich wächst der Druck auf Teheran.Nach der Verlegung des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln in den Nahen Osten – begleitet von drei Lenkwaffen-Zerstörern – wird nun ein zweiter Träger, die USS Gerald R. Ford, in der Region erwartet. Dieser war insbesondere an der amerikanischen Operation in Venezuela beteiligt. In seiner Grundsatzrede am Dienstag vor dem Kongress erklärte der US-Präsident, der Iran arbeite daran, Raketen zu bauen, die bald die Vereinigten Staaten erreichen könnten, und betonte, er werde nicht zulassen, dass „der weltweit wichtigste Unterstützer des Terrorismus“ eine Atomwaffe erlange. Teheran wies diese Vorwürfe umgehend zurück. Außerdem erzählt Théophile Cossa die Geschichte des 32-jährigen Franzosen, der versehentlich die Kontrolle über 7.000 vernetzte Staubsauger weltweit übernahm, als er seinen Staubsauger mit dem Controller seiner PlayStation verbinden wollte. Marie Bonnisseau berichtet vom außergewöhnlichen Schicksal der historischen Straßenbahn von Alexandria in Ägypten, die bald ihren Betrieb einstellen wird. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 03.03.2026 arte Sendung vom 04.03.2026
Folge 3747 (46 Min.)Bild: ArteAm Freitag analysierte Renaud Dély die aktuellen Ereignisse gemeinsam mit den Clubmitgliedern: Sylvie Brunel, Geografin und Schriftstellerin, Pascal Blanchard, Historiker, Ania Nussbaum, Journalistin und Korrespondentin von Bloomberg News in Paris, sowie Pressezeichner Pascal Gros. (1): „Das goldene Zeitalter Amerikas“: Hat Donald Trump den Bezug zur Realität verloren? In seiner Rede zur Lage der Nation erklärte Donald Trump, dass „die Wirtschaft floriere wie nie zuvor“. Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit ist die Inflation zwar zurückgegangen. Dennoch bleibt seine wirtschaftliche Bilanz durchwachsen: Die Gas- und Strompreise sind gestiegen und das Wachstum ist verhalten.(2): Eine Brandmauer gegen den Rassemblement National (RN) oder La France insoumise (LFI): Kommt es zu einer Umkehrung der republikanischen Front? Kurz vor den Kommunalwahlen und nach dem Tod des rechtsextremen Aktivisten Quentin Deranque, der von antifaschistischen Aktivisten zu Tode geschlagen wurde, scheint sich diese Umkehrung zu konkretisieren. Jordan Bardella rief dazu auf, „eine Brandmauer zu errichten, um die LFI zu isolieren“. Ministerin Aurore Bergé schließt sich ihm in dieser Frage grundsätzlich an. Innerhalb der Linken wünschen sich François Hollande und Raphaël Glucksmann einen klaren Bruch mit La France insoumise. Zu Gast ist der Sportjournalist Vincent Duluc, der seit 1995 bei „L’Équipe“ tätig ist. Die fast schon mythische Sportzeitung feiert dieses Jahr ihr 80-jähriges Bestehen. Charles Kushner, US-Botschafter in Paris, ist einer offiziellen Vorladung des Quai d’Orsay nicht nachgekommen. Das Außenministerium wirft ihm „Einmischung“ vor, da er eine Nachricht über den Tod des rechtsextremen Aktivisten Quentin Deranque weitergeleitet hatte. Das Duell der Woche von Frédéric Says. Am 22. Februar holte die US-Eishockeymannschaft olympisches Gold. Donald Trump lud die Spieler ein, den Sieg gemeinsam zu feiern, und fügte bedauernd hinzu, man müsse „auch die Nationalmannschaft der Frauen“ einladen, die ebenfalls Gold gewonnen hatte. Diese lehnte die Einladung jedoch ab. Das ist der Point Com von Marjorie Adelson. Außerdem: die Internationale Schlagzeile über den seit vier Jahren andauernden Krieg in der Ukraine, die Fotos der Woche unserer Gäste sowie David Castello-Lopes’ Welt der Dinge über Esel. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 04.03.2026 arte Sendung vom 05.03.2026
Folge 3748 (43 Min.)Bild: ArteDeutsche TV-Premiere Do. 05.03.2026 arte Sendung vom 06.03.2026
Folge 3749 (46 Min.)Unser ganzes Leben in unseren Smartphones Delphine de Vigan, eine der meistgelesenen Autorinnen Frankreichs, veröffentlichte am 15. Januar ihren neuen Roman „Je suis Romane Monnier“ (Ich bin Romane Monnier, Verlag Gallimard). Darin erkundet sie die digitalen und emotionalen Spuren, die wir über unser Smartphone hinterlassen. Die Figur Thomas findet das Handy einer jungen Frau, die bewusst verschwunden ist – und taucht in dieses Gerät ein, das intime Fragmente eines Lebens preisgibt. Können Donald Trump und Benjamin Netanjahu einen Regimewechsel im Iran herbeiführen? Am Samstag, den 28. Februar, starteten die USA gemeinsame Angriffe gegen die Islamische Republik Iran.Dabei wurden der seit 1989 herrschende Oberste Führer Ali Khamenei und mehrere hochrangige Militärs getötet. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel und auf die Golfstaaten, Verbündete Washingtons. Am 2. März feuerte die Hisbollah Raketen und Drohnen auf Israel; die israelische Armee antwortete mit Luftschlägen im Libanon, bei denen rund 30 Menschen starben. Nach drei Tagen Eskalation ist die Lage hochexplosiv und es herrscht Ungewissheit über die Dauer und den Ausgang des Krieges. Können Donald Trump und Benjamin Netanjahu einen Regimewechsel im Iran herbeiführen? Emmanuel Macron hält am 2. März auf der Île Longue in der Bretagne eine Rede zur französischen nuklearen Abschreckung. Xavier Mauduit erzählt die Geschichte dieses Stützpunkts, Heimathafen der vier strategischen Atom-U-Boote. Marie Bonnisseau berichtet über das Fatbike, ein Elektrofahrrad mit breiten Reifen, dessen Nutzung in den Niederlanden verboten werden soll. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 06.03.2026 arte Sendung vom 07.03.2026
Folge 3750 (46 Min.)Bild: ArteDas Frauenhaus, ein Zufluchtsort für Opfer von Gewalt 2016 gründete die Gynäkologin und Geburtshelferin Ghada Hatem das erste Frauenhaus in Frankreich. Diese Einrichtung bietet Frauen, die Opfer von sexueller und/oder häuslicher Gewalt geworden sind, medizinische, psychologische, soziale und rechtliche Unterstützung an einem Ort. Inzwischen gibt es rund 30 solcher Zentren. In ihrem ersten Spielfilm „La Maison des femmes“ (Das Frauenhaus), der am Mittwoch, den 4. März, in die Kinos kommt, erzählt die Regisseurin Mélisa Godet von der Entstehung dieser Einrichtungen. Beide Frauen sind zu Gast bei „28 Minuten“.Krieg zwischen dem Iran, den USA und Israel: Droht eine allgemeine Eskalation? Im Nahen Osten hat sich durch Raketen- und Drohnenangriffe der Hisbollah auf Israel eine weitere Front aufgetan – eine direkte Folge der angespannten Lage zwischen den USA, Israel und dem Iran. Die Offensive erfolgte als Reaktion auf den Tod des iranischen Revolutionsführers Ali Khamenei und wurde von massiven israelischen Luftangriffen auf den Libanon beantwortet. Gleichzeitig startete das schiitisch geprägte Regime im Iran mehrere Angriffe auf sunnitische Nachbarstaaten, die größtenteils über erhebliche Ölvorkommen verfügen, militärisch jedoch – mit Ausnahme Saudi-Arabiens – nur begrenzt handlungsfähig sind. Ihre Sicherheit stützt sich maßgeblich auf ihr Bündnis mit den USA. Auch ein französischer Marinestützpunkt in Abu Dhabi wurde von einer Drohne getroffen, allerdings ohne dass es Verletzte gab. Die Golfmonarchien zählen neben den USA auch Frankreich zu ihren engen Verbündeten, wie Außenminister Jean-Noël Barrot unterstrich. Außerdem: Xavier Mauduit erzählt vom Leben Rembrandts, nachdem im Rijksmuseum in Amsterdam ein neues Gemälde des Malers entdeckt wurde. Marie Bonnisseau berichtet über die Entscheidung Südkoreas, seine geographischen Daten mit Google Maps zu teilen. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 07.03.2026 arte Sendung vom 09.03.2026
Folge 3751 (46 Min.)Bild: ArteNukleare Abschreckung: Ist Frankreich bereit, seinen Schutzschirm für Europa zu öffnen? Am 2. März hielt Emmanuel Macron eine Rede auf dem Stützpunkt Ile Longue, wo die vier französischen Atom-U-Boote stationiert sind. Der Präsident entwickelte die französische Nukleardoktrin weiter und kündigte eine Strategie der sogenannten „fortgeschrittenen Abschreckung“ in Zusammenarbeit mit bestimmten europäischen Ländern an. Damit bot er Partnerstaaten die Möglichkeit, an französischen Abschreckungsübungen teilzunehmen. Héloïse Fayet, Forscherin am Ifri und Leiterin des Programms „Abschreckung und Proliferation“, ist bei „28 Minuten“ zu Gast.Krieg im Iran: Hat Donald Trump eine Strategie? „Es ist Israels Krieg“ – so eröffnete Tucker Carlson, eine der einflussreichsten Stimmen der MAGA-Bewegung, seine Sendung über Donald Trumps Krieg im Nahen Osten. Der Bewohner des Weißen Hauses, der mit dem Slogan „America First“ Wahlkampf gemacht hatte, wird nun von einem Teil seiner radikalsten Anhänger kritisiert, die diesen neuen amerikanischen Interventionismus ablehnen. Bei einem Pressegespräch an der Seite von Friedrich Merz wischte Trump die Kritik beiseite und erklärte sogar, er habe „Israel vielleicht unter Druck gesetzt“. Die demokratische Opposition zeigt sich besorgt über einen Krieg, der ohne die Zustimmung des Kongresses und ohne klar definierte Ziele geführt wird. Außerdem: Xavier Mauduit erzählt die Geschichte des Heiligen Franz von Assisi, nachdem dessen Gebeine erstmals in Italien ausgestellt wurden. Marie Bonnisseau berichtet über eine Verschwörungstheorie, die derzeit in entsprechenden Netzwerken kursiert: Ein falscher Jim Carrey soll an seiner Stelle an der César-Verleihung teilgenommen haben. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 09.03.2026 arte Sendung vom 10.03.2026
Folge 3752 (46 Min.)Bild: ArteLaurence Equilbey, die Dirigentin, die die Codes der klassischen Musik auf den Kopf stellt Laurence Equilbey wuchs in einer musikbegeisterten Familie auf und widmete ihr Leben früh der Musik. Die renommierte Dirigentin liebt das klassische Repertoire, scheut sich aber nicht, mit Konventionen zu brechen und Elemente aus Kino, Manga oder Bühnenbild in ihre Aufführungen einzubauen. Am 26. und 27. März dirigiert sie in der Seine Musicale in Boulogne-Billancourt Bachs h-Moll-Messe – ein Meisterwerk, interpretiert vom Insula orchestra und vom Chor accentus, zwei Ensembles, die sie selbst gegründet hat.Krieg im Nahen Osten: Muss China seine Strategie neu ausrichten? Am 4. März eröffnete Präsident Xi Jinping die sogenannten „Zwei Sitzungen“, das wichtigste politische Treffen des Jahres in China, bei dem die Ziele für das kommende Jahr bekannt gegeben werden. Doch diesmal steht das Ereignis im Schatten des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran. Für Peking ist die Krise ein geopolitischer und wirtschaftlicher Rückschlag. Nach der Festnahme des Venezolaners Nicolás Maduro gerät nun ein weiterer Partner Chinas ins Visier Washingtons. Vor allem aber drohen wirtschaftliche Folgen: Mehr als 10 Prozent der chinesischen Ölimporte auf dem Seeweg stammen aus dem Iran. Zudem kommt mehr als die Hälfte der chinesischen Kohlenwasserstoffimporte aus dem Nahen Osten – ein Großteil davon passiert die strategisch wichtige Straße von Hormus. Außerdem: Xavier Mauduit erzählt, wie Peugeot 1928 den FC Sochaux gründete, während der Autohersteller nach dem Verkauf des Clubs wieder dessen Hauptsponsor werden soll. Marie Bonnisseau erklärt das Phänomen des „Babybrain“, jenes Gefühl geistiger Vernebelung, das viele Schwangere und Frauen im Wochenbett erleben und das kürzlich wissenschaftlich untersucht wurde. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 10.03.2026 arte Sendung vom 11.03.2026
Folge 3753 (46 Min.)Am Freitag entschlüsselte Benjamin Sportouch die Ereignisse der Woche zusammen mit den Clubmitgliedern: Jean Quatremer (Journalist, Spezialist für europäische Themen), Léo Rosell (Politikdozent an der Universität Paris Dauphine), Isabelle Durant (Expertin beim UN-Menschenrechtsrat) sowie dem Pressezeichner Eric Truant. Kann „Made in Europe“ die europäische Industrie retten? Am 4. März, stellte der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Stéphane Séjourné, Maßnahmen zur Förderung des „Made in Europe“ vor. Der Plan sieht unter anderem eine europäische Präferenz bei der Vergabe öffentlicher Aufträge sowie eine stärkere Kontrolle ausländischer Investitionen vor.Krieg im Iran: Droht Frankreich eine Eskalation? „Frankreich ist nicht im Krieg“, versicherte Verteidigungsministerin Catherine Vautrin, nachdem Emmanuel Macron die Stationierung eines Flugzeugträgers im Mittelmeer in „defensiver“ Haltung angekündigt hatte. Frankreich ist durch Verteidigungsabkommen mit mehreren Golfstaaten verbunden und unterhält eine Militärbasis in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Mit Blick auf den Libanon kündigte Macron an, die Zusammenarbeit mit den libanesischen Streitkräften zu verstärken und ihnen gepanzerte Transportfahrzeuge zur Verfügung zu stellen, während Israel in den Süden des Landes vorgedrungen ist und Angriffe auf die südlichen Vororte von Beirut ankündigt. Zu Gast ist Karine Dijoud, Lehrerin und Instagrammerin mit dem Pseudonym „Les parenthèses élémentaires“. Sie vermittelt die französische Sprache auf verständliche Weise – mit leicht zugänglichen Büchern und erfolgreichen Formaten in den sozialen Netzwerken. Anthropic hat die Nutzung seiner KI durch das US-Militär an zwei Bedingungen geknüpft: keine Massenüberwachung und keine Waffenkontrolle durch KI. Für Donald Trump kam dies nicht in Frage, weshalb er den Einsatz der Technologie in der Verwaltung verboten hat. Konkurrent OpenAI springt ein: Das Duell der Woche von Frédéric Says. Dubai wird vom Krieg eingeholt – eine Situation, die bei französischen Influencern Panik ausgelöst hat. Marjorie Adelson berichtet im Point Com. Außerdem: die Internationale Schlagzeile über den Krieg im Iran, die von den Gästen ausgewählten Fotos der Woche sowie David Castello-Lopes’ Welt der Dinge über den Begriff des Scheiterns. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 11.03.2026 arte Sendung vom 12.03.2026
Folge 3754 (43 Min.)Deutsche TV-Premiere Do. 12.03.2026 arte Sendung vom 13.03.2026
Folge 3755 (46 Min.)Bild: ArteBilly the Kid: Symbol eines gewalttätigen und kapitalistischen Amerikas Als Éric Vuillard zufällig auf ein Foto stößt, das einen Gefährten von „Billy the Kid“ zeigt, beginnt er sich für das Leben des berühmten Outlaws zu interessieren. In „Les orphelins. Une histoire de Billy the Kid“ (Die Waisen. Eine Geschichte von Billy the Kid, Verlag Actes Sud) lässt der Schriftsteller die gewalttätigen und kapitalistischen Ursprünge Amerikas lebendig werden, indem er das Leben des mythischen Banditen nachzeichnet. Er ist zu Gast bei „28 Minuten“. Iran-Libanon: Präventiv- oder Expansionskrieg Israels? Am 7. März kündigte Benjamin Netanjahu an, Israel verfolge einen „methodischen Plan mit vielen Überraschungen“, um das iranische Regime „auszulöschen“.Die am 28. Februar gestartete israelisch-amerikanische Operation gegen den Iran sorgt weiterhin für Spannungen im Nahen Osten. Als Vergeltung feuerte die Hisbollah am 2. März Raketen auf Israel ab. Israel reagierte mit Luftangriffen und Bodenoffensiven und führt nun Krieg an zwei Fronten. Humanitäre Organisationen sprechen von mehr als einer halben Million Vertriebener im Libanon. Außerdem: Nach dem Diebstahl eines Stücks der Tunika des Heiligen Vinzenz von Paul aus einer Pariser Kirche erzählt Xavier Mauduit die Geschichte dieses Heiligen. Marie Bonnisseau berichtet über die neue Strategie von Matignon, der Wahlenthaltung durch Zusammenarbeit mit privaten Plattformen entgegenzuwirken. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 13.03.2026 arte Sendung vom 14.03.2026
Folge 3756 (46 Min.)Bild: Arte(1): „Essen geben“: Eine zutiefst politische Alltagsgeste Was ist das „spezifisch Menschliche“ am Akt, anderen Essen zu geben? Dieser Frage geht die Philosophin Joëlle Zask in einer Welt nach, die „krank an ihrer Ernährung“ ist. Für sie sind Essen und Essen geben mehr als nur eine Frage der Ernährung – sie sind politische Gesten. Am 12. März erscheint ihr Buch Donner à manger. Politique d’un geste ordinaire (Essen geben. Politik einer alltäglichen Geste, Verlag Premier Parallèle).(2): Krieg im Iran: Stehen wir vor einer globalen Energiekrise? In der Nacht vom 8. auf den 9. März stieg der Preis für ein Barrel Öl auf knapp 120 Dollar, bevor er am Morgen wieder auf unter 100 Dollar fiel. Dieser Anstieg ist eine Folge des seit elf Tagen andauernden Krieges im Iran: die Finanzmärkte rechnen mit einer Verknappung des weltweiten Energieangebots. Hintergrund sind Schäden, die die Islamische Republik an der Energieinfrastruktur der Golfstaaten verursacht hat. Zudem blockiert der Iran weitgehend die Straße von Hormus, durch die etwa 20 % des weltweit gehandelten Erdöls und Flüssiggases transportiert werden. In Frankreich erreichte der durchschnittliche Dieselpreis an den Zapfsäulen laut AFP am 9. März die symbolische Marke von 2 Euro pro Liter. Außerdem: Xavier Mauduit berichtet über die Heilung eines Mannes, der zwanzig Jahre lang unter anhaltendem Schluckauf litt. Marie Bonnisseau geht auf eine Äußerung von Timothée Chalamet ein, die in der Welt von Oper und Ballett für Aufruhr sorgte. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 14.03.2026 arte Sendung vom 16.03.2026
Folge 3757 (46 Min.)Kuba, Donald Trumps nächstes Ziel: Mit Gewalt oder durch Verhandlungen? Nimmt Donald Trump nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar nun auch die Nachbarinsel Kuba ins Visier? Am Samstag, dem 7. März, erklärte der US-Präsident vor gleichgesinnten führenden Politikern mehrerer lateinamerikanischer Staaten, die sich in seinem Golfclub in Miami versammelt hatten, Kuba erlebe „seine letzten Stunden“. Die kubanische Wirtschaft ist seit Jahren erschöpft, und die Krise hat sich durch den Sturz ihres Verbündeten Venezuela, eines wichtigen Öllieferanten, noch verschärft. Christophe Ventura, Forscher am Iris und Leiter des Programms Lateinamerika und Karibik, ist zu Gast bei „28 Minuten“.Zugang zu medizinischer Versorgung und Regionen mit Ärztemangel: Was können Bürgermeister tun? Laut einer Studie des Verian-Instituts vom Januar 2026 haben 65 Prozent der Franzosen wegen zu langer Wartezeiten bereits darauf verzichtet, eine medizinische Fachkraft aufzusuchen. Medizinisch unterversorgte Regionen sind ein zentrales Thema bei den Kommunalwahlen am 15. und 22. März. 70 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ihre Gemeinde „eine Rolle in der Gesundheitsversorgung spielen muss“. Um dem Mangel zu begegnen, schlagen Kommunalpolitiker verschiedene Maßnahmen vor: Ärzte für ihre Gemeinden gewinnen, Gesundheitskosten senken, kommunale Krankenkassen einrichten, attraktive Mieten für medizinisches Personal anbieten oder öffentliche Gesundheitszentren ausbauen. Außerdem: Laut einer Studie des Nationalen Instituts für Schlaf und Wachsamkeit schlafen die Franzosen immer weniger. Xavier Mauduit erzählt die vergessene Geschichte des im Mittelalter verbreiteten biphasischen Schlafs. Marie Bonnisseau befasst sich mit der neuen Rangliste des Magazins „Forbes“, aus der hervorgeht, dass die Zahl der Milliardäre weltweit innerhalb eines Jahres um 400 gestiegen ist. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 16.03.2026 arte Sendung vom 17.03.2026
Folge 3758 (46 Min.)Der Kampf ihres Lebens: Eine Frau, die nicht schweigt 2018 wird die Juristin Houria Aouimeur zur Direktorin des Lohngarantiefonds AGS ernannt, der Löhne sichert, wenn Unternehmen zahlungsunfähig werden. Sie deckt ein undurchsichtiges System auf und reicht im Namen der AGS mehrere Klagen wegen Diebstahls, Korruption und Vertrauensmissbrauchs ein. Sie sieht sich Druck und Drohungen ausgesetzt und wird schließlich 2023 wegen schweren Fehlverhaltens entlassen – Vorwürfe, die sie zurückweist. Die Organisation Maison des Lanceurs d’Alerte, die Whistleblower unterstützt, sowie die Bürgerbeauftragte haben ihren Status als Whistleblowerin anerkannt.Houria Aouimeur ist Thema des Dokumentarfilms „Qui veut la peau de la lanceuse d’alerte?“ (Wer hat es auf die Whistleblowerin abgesehen?), der auf arte.tv zu sehen ist. Sie ist zu Gast bei „28 Minuten“, zusammen mit Élodie Nace, der Generaldelegierten der Maison des Lanceurs d’Alerte. Energie: Sollte man wirklich alles auf Atomkraft setzen? Im 10. März war Frankreich Gastgeber des zweiten Weltgipfels zur Kernenergie, der auf Initiative der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) stattfand. Emmanuel Macron rief öffentliche und private Akteure dazu auf, in den Sektor zu investieren, und verteidigte die zivile Kernenergie als Faktor der „Unabhängigkeit“ in einem instabilen geopolitischen Umfeld. Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, schloss sich dieser Position an und erklärte, die Europäische Union habe einen „strategischen Fehler“ begangen, als sie den Anteil der Kernenergie verringerte. Außerdem: Xavier Mauduit berichtet über die Flucht des Häftlings Ilyas Kherbouch aus dem Gefängnis von Villepinte. Marie Bonnisseau führt ins Vereinigte Königreich, wo Banknoten künftig statt historischer Persönlichkeiten möglicherweise wilde Tiere zeigen könnten. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 17.03.2026 arte Sendung vom 18.03.2026
Folge 3759 (46 Min.)Bild: ArteAm Freitag entschlüsselte Renaud Dély die Ereignisse der Woche zusammen mit den Clubmitgliedern: Pascal Blanchard (Historiker), Jean-Loup Bonnamy (Publizist, Doktor der Philosophie mit Agrégation, Geopolitikexperte), Isabelle Saporta (Publizistin und Kolumnistin) sowie die Pressezeichnerin Coco. Krieg im Nahen Osten: Kann Emmanuel Macrons defensive Strategie standhalten? In der Nacht von vom 12. März auf den 13. März wurde ein französischer Soldat im Irak bei einem Drohnenangriff nahe Erbil im irakischen Kurdistan getötet. Er war im Rahmen der Operation Chammal zur Bekämpfung des Terrorismus im Einsatz.Gleichzeitig erklärte eine pro-iranische bewaffnete Gruppe im Irak, sie wolle „alle französischen Interessen im Irak und in der Region“ ins Visier nehmen. Demokratiekrise: Können die Kommunalwahlen noch mobilisieren? Laut einer im Februar 2026 durchgeführten CEVIPOF-Umfrage vertrauen nur noch 22 Prozent der Franzosen den Politikern. Gleichzeitig bewerten 72 Prozent die Bilanz der Bürgermeister positiv. Können die Kommunalwahlen, deren erster Wahlgang am 15. März stattfindet, die Wahlenthaltung eindämmen? Zu Gast ist außerdem Jessica Jousse-Baudonnet, Tierärztin und engagierte Fürsprecherin von Spinnen. In ihrem Buch „Ce que les araignées m’ont appris“ („Was mich die Spinnen gelehrt haben“) dekonstruiert sie die Mythen rund um diese Tiere. Nachdem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärt hatte, die EU könne „nicht länger Hüterin der alten Weltordnung“ sein, stellte ihre Vizepräsidentin Teresa Ribera klar, dass die EU weiterhin „der internationalen Ordnung verpflichtet“ bleibe: das Duell der Woche von Valérie Brochard. Der „TGV-Inoui-Eleganzleitfaden“, ein internes Dokument der SNCF für ihre Mitarbeitenden, sorgt für Diksussionen. Darin werden Mitarbeiter etwa aufgefordert, die Silhouette der Mitarbeiterinnen durch angemessene Kleidung zu „korrigieren“. Der Direktor von TGV-Intercités versicherte, eine interne Untersuchung eingeleitet zu haben. Marjorie Adelson berichtet im Point Com. Außerdem: die internationale Schlagzeile über die iranischen Fußballerinnen, die von den Gästen ausgewählten Fotos der Woche sowie David Castello-Lopes’ Welt der Dinge über Maronencreme. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 18.03.2026 arte Sendung vom 19.03.2026
Folge 3760 (43 Min.)Bild: ArteDeutsche TV-Premiere Do. 19.03.2026 arte Sendung vom 20.03.2026
Folge 3761 (46 Min.)Bild: Arte(1): Wahlenthaltung, Bündnisse, Spaltungen: Welche Lehren lassen sich aus dem ersten Wahlgang der Kommunalwahlen ziehen? Die Meinungsforschungsinstitute schätzen die Wahlbeteiligung im ersten Wahlgang der Kommunalwahlen 2026 auf 56 bis 58,5 Prozent. Das sind mehr als zehn Prozentpunkte mehr als im ersten Wahlgang 2020, der zwei Tage vor dem Beginn des Lockdowns stattfand. Dennoch ist es die niedrigste Beteiligung, die jemals in der Fünften Republik verzeichnet wurde. Um die Erkenntnisse dieses ersten Wahlgangs einzuordnen, begrüßt „28 Minuten“ den Politologen Martial Foucault, Spezialist für Wahlverhalten und Autor des Buches Le casse-tête démocratique : l’avenir des communes françaises (Das Kopfzerbrechen der Demokratie: Die Zukunft der französischen Gemeinden, Verlag Éditions de l’Aube).(2): 16 Tage Krieg im Nahen Osten: Haben die USA den Iran unterschätzt? Nach mehr als zwei Wochen Krieg im Nahen Osten stellt sich die Frage: Wer wird zuerst erschöpft sein – die USA oder der Iran? Auch wenn Donald Trump am 13. März erklärte, der Iran sei „vollständig besiegt“, sieht die Realität anders aus. Das Mullah-Regime setzt seine Angriffe auf die Golfstaaten fort und droht, mit den USA verbundene Ölkonzerne im Nahen Osten „in Schutt und Asche zu legen“, nachdem Washington die Insel Kharg im Persischen Golf angegriffen hatte – den wichtigsten Öl-Hub des Iran. Durch die Blockade der Straße von Hormus setzt Teheran den internationalen Handel unter Druck. Am Samstag forderte der amerikanische Präsident Frankreich, China, Japan und andere Länder auf, „Schiffe in die Region zu entsenden, damit die Straße von Hormus nicht länger von einem völlig enthaupteten Land bedroht wird“. Außerdem würdigt Xavier Mauduit den deutschen Philosophen Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 starb. Marie Bonnisseau berichtet über den amerikanischen Wissenschaftler Tommy Thompson, der nach fast zehnjähriger Haft – weil er sich geweigert hatte, das Versteck von 500 Goldmünzen preiszugeben – nun freigelassen wurde. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 20.03.2026 arte Sendung vom 21.03.2026
Folge 3762 (46 Min.)Bild: Arte(1): Der Regisseur Xavier Giannoli erzählt von den dunklen Jahren der Kollaboration Jean Luchaire war Journalist und Zeitungsverleger zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Humanist, Pazifist, radikale Sozialist und Verbündete der antisemitischen Bewegungen der Zwischenkriegszeit wurde später zu einem glühenden Verfechter der Kollaboration. Geld, Ruhm und Einfluss entfernten ihn von seinen Idealen und führten 1940 zur Gründung der antisemitischen Zeitung „Les Nouveaux Temps“, die mit den deutschen Besatzern kollaborierte. In seinem neuesten Film „Les rayons et les ombres“ (Die Strahlen und die Schatten) erzählt Xavier Giannoli seine Geschichte.Der Regisseur ist heute zu Gast bei „28 Minuten“. (2): Kongo: Droht trotz Friedensabkommen eine endlose humanitäre Katastrophe? Nach dem Tod der UNICEF-Mitarbeiterin Karine Buisset in der Demokratischen Republik Kongo hat die französische Justiz am 13. März Ermittlungen wegen „Kriegsverbrechen“ aufgenommen. Die Französin wurde vergangene Woche mitten in der Nacht in Goma durch einen Sprengsatz getötet, ebenso wie zwei weitere Personen. In dem von einer Drohne angegriffenen Viertel leben zahlreiche Mitarbeiter der UNO und von NGOs sowie Verantwortliche der Rebellenbewegung AFC/M23. Offiziell hat sich niemand zu dem Angriff bekannt. Seit Januar 2025 kontrolliert die vom Nachbarland Ruanda unterstützte bewaffnete Gruppe M23 ein Gebiet von etwa 50.000 Quadratkilometern. Am 4. Dezember wurde unter der Schirmherrschaft der USA ein Friedensabkommen zwischen der DR Kongo und Ruanda unterzeichnet, doch es ist fragiler denn je. Der seit drei Jahrzehnten andauernde Konflikt hängt auch mit den reichen Bodenschätzen des Landes zusammen: Die DR Kongo ist der weltweit größte Produzent von Kobalt, das unter anderem für die Herstellung von Batterien für Elektrofahrzeuge unverzichtbar ist. Außerdem: Xavier Mauduit erzählt die Geschichte der iranischen Insel Kharg, die seit letzter Woche Ziel amerikanischer Luftangriffe ist. Marie Bonnisseau berichtet über einen besonders prozessfreudigen deutschen Touristen, der gegen eine mexikanische Taqueria in New York Klage eingereicht hat, weil ihm die Salsa zu scharf war. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 21.03.2026 arte Sendung vom 23.03.2026
Folge 3763 (46 Min.)Bild: ArteMenschlichkeit und Tierlichkeit: Die Geschichte einer beunruhigenden Entfremdung In ihrem neusten Buch „Nous étions si proches. Les relations humain-animal de la préhistoire à nos jours“ („Wir waren uns so nahe. Die Mensch-Tier-Beziehungen von der Vorgeschichte bis heute“) widmet sich die Prähistorikerin Marylène Patou-Mathis dem Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Von der Urgeschichte bis in unsere Gegenwart – über Sokrates, Descartes und Jean de La Fontaine – erzählt sie die lange gemeinsame Geschichte dieser Beziehung. Laut der Roten Liste gefährdeter Arten des französischen IUCN-Komitees sind weltweit 41 Prozent der Amphibien, 11 Prozent der Vögel und 26 Prozent der Säugetiere vom Aussterben bedroht.Krieg im Nahen Osten: Ein Glücksfall für Wladimir Putins Russland? Die durch den Krieg verursachten Störungen der Ölversorgung – insbesondere durch die Blockade der Straße von Hormus – verschaffen dem Kreml einen wirtschaftlichen Vorteil. Angesichts des rasanten Anstiegs der Ölpreise haben die Vereinigten Staaten am 12. März vorübergehend den Verkauf von auf Schiffen gelagertem russischem Öl genehmigt. Ein Glücksfall für Russland, das wegen seines Krieges gegen die Ukraine unter westlichen Sanktionen steht. „Die Aufweichung der Sanktionen erhöht die Ressourcen Russlands, um den Angriffskrieg gegen die Ukraine zu führen“, warnte Antonio Costa, Präsident des Europäischen Rates, auf X. Außerdem: Yves Bahu, 1959 erstmals gewählt, wurde soeben für seine zwölfte Amtszeit in Folge an der Spitze seines Dorfes bestätigt. Mit 93 Jahren ist er seit über 60 Jahren im Amt – Anlass für Xavier Mauduit, die Geschichte dieses Mannes zu erzählen, der den Rekord für die längste Amtszeit in einem Gemeinderat brechen könnte. Marie Bonnisseau berichtet über den Ausbruch einer Magen-Darm-Erkrankung an Bord eines Kreuzfahrtschiffes, von der 150 Menschen betroffen waren. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 23.03.2026 arte Sendung vom 24.03.2026
Folge 3764 (46 Min.)Bild: Arte(1): Ocean Vuong – Der neue Star der amerikanischen Literatur Ein junger opioidabhängiger Mann steht kurz davor, sich von einer Brücke in einer Kleinstadt in Connecticut zu stürzen, als ihn eine ältere, an Demenz erkrankte Witwe anspricht und in ihr heruntergekommenes Haus einlädt. Zwischen den beiden entsteht eine unerwartete Beziehung. So beginnt „Der Kaiser der Freude“ (Verlag Hanser) von Ocean Vuong, einem in Vietnam geborenen US-amerikanischen Dichter und Romanautor. Er ist zu Gast bei „28 Minuten“. (2): Schuldbekenntnisse in Strafverfahren: Schnellere Justiz oder Abstriche am Rechtsstaat? Justizminister Gérald Darmanin stellte am 18. März im Ministerrat seinen Gesetzentwurf SURE (Sinnvolle, schnelle und wirksame Sanktionen) vor.Ziel ist es, Verfahren zu beschleunigen. Derzeit warten 6.000 Strafsachen auf ihre Verhandlung. Kernpunkt ist ein Verfahren auf Basis eines Schuldbekenntnisses, das künftig auch bei Vergewaltigungen angewendet werden könnte. Das Urteil würde innerhalb eines halben Tages gefällt – ohne Zeugen und Sachverständige. Voraussetzung sind die Zustimmung des Opfers und ein umfassendes Geständnis des Angeklagten; im Gegenzug fällt die Strafe milder aus. Das Verfahren könnte in zehn bis 15 Prozent der Fälle Anwendung finden. Kritiker sehen darin einen schweren Eingriff in das Recht auf ein faires Verfahren. Sie warnen, Unschuldige könnten verurteilt und Vergewaltigungen „unsichtbar gemacht“ werden, da öffentliche Prozesse ausbleiben. Außerdem: Der nächste französische Flugzeugträger soll „La France Libre“ heißen – Anlass für Xavier Mauduit, auf die Geschichte ikonischer Schiffsnamen zurückzublicken. Marie Bonnisseau berichtet über einen salvadorianischen Verein, der mit einer parametrischen Versicherung die Bewohner von Oriente Salvaje im Katastrophenfall absichert. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 24.03.2026 arte Sendung vom 25.03.2026
Folge 3765 (46 Min.)Bild: ArteAm Freitag entschlüsselte Renaud Dély zusammen mit den Clubmitgliedern die Ereignisse der Woche: Nesrine Slaoui (Schriftstellerin und Journalistin), Géraldine Woessner (Chefredakteurin der Zeitung „Le Point“), Antoine Bueno (Publizist) sowie die Pressezeichnerin Coco. Das Glück: Profitieren diejenigen am meisten, die am wenigsten darüber sprechen? Anlässlich des Weltglückstags am 20. März veröffentlichte die UNO ihren Bericht zum globalen Glücksniveau. Finnland belegt erneut den ersten Platz, Afghanistan bildet das Schlusslicht – Frankreich liegt auf Rang 35. Kommunalwahlen: Wer hat am meisten zu verlieren – Linke, Rechte oder Mitte? Am 22. März fand die zweite Runde der Kommunalwahlen statt.Ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl zeichnen sich neue politische Kräfteverhältnisse ab. Die Rechte versucht, sich von Bündnissen mit der extremen Rechten abzugrenzen, der es weiterhin schwerfällt, in den Großstädten Fuß zu fassen. Diese bleiben mehrheitlich in der Hand der Linken, die jedoch über ihre Bündnisstrategie zerstritten ist. Zu Gast ist der gehörlose Schauspieler Joël Chalude, der sein Stück „Les p’tites cases“ (etwa: „Die kleinen Kästchen“) vorstellt. Es schildert den kafkaesken Alltag von Hörgeschädigten und wird im Studio Hébertot in Paris aufgeführt. Joe Kent, der Leiter der US-Terrorismusbekämpfung, hat unter großem Aufsehen seinen Rücktritt erklärt und dabei „israelischen Druck“ angeprangert, der die USA zu einem Angriff auf den Iran gedrängt habe. Nach seinem Rücktritt, den Donald Trump begrüßte, leitete das FBI Ermittlungen wegen mutmaßlicher Weitergabe vertraulicher Informationen ein – das Duell der Woche von Frédéric Says. Am 13. März enthüllte eine Recherche der britischen Nachrichtenagentur Reuters die Identität von Banksy, einer Schlüsselfigur der zeitgenössischen Street-Art. Die Reaktionen im Netz sind geteilt: War es legitim, die Identität eines Künstlers preiszugeben, der die Kunstwelt aufmischt und mit oft bissigen Graffiti provoziert? Marjorie Adelson berichtet im Point Com. Außerdem: die Internationale Schlagzeile zum Anstieg der Ölpreise, die von den Gästen ausgewählten Fotos der Woche sowie David Castello-Lopes’ Welt der Dinge über Franchising. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 25.03.2026 arte Sendung vom 26.03.2026
Folge 3766 (43 Min.)Bild: ArteDeutsche TV-Premiere Do. 26.03.2026 arte Sendung vom 27.03.2026
Folge 3767 (58 Min.)Bild: ArteAlain Finkielkraut – ein von Zweifel getriebener, ruheloser Denker der Moderne Der Schriftsteller und Philosoph Alain Finkielkraut, Mitglied der Académie française, hat am 22. Januar den Band „Le cœur lourd“ („Mit schwerem Herzen“) veröffentlicht. In einem Gespräch mit Vincent Trémolet de Villers, stellvertretender Chefredakteur von „Le Figaro“, greift er darin die großen Themen seines Denkens auf: die französische Sprache, das Judentum, Identität, den Staat Israel und die Frage der Moderne. Alain Finkielkraut, der sich heute als „konservativ-liberal-sozialistisch“ bezeichnet, ist zu Gast bei „28 Minuten“.Kommunalwahlen: Schwächen oder stärken sie die Demokratie? Welche Lehren lassen sich aus dem zweiten Wahlgang ziehen? Der große Gewinner des 22. März ist die Wahlenthaltung, die auf 42 Prozent geschätzt wird. Zugleich zeichnen sich politische Verschiebungen ab. Der Rassemblement National etabliert sich in mittelgroßen Städten, scheitert jedoch in Metropolen wie Toulon oder Marseille – mit Ausnahme von Nizza. Die Republikaner gewinnen symbolträchtige Städte wie Clermont-Ferrand, das seit 1945 sozialistisch regiert wurde. Die Linke behauptet sich in wichtigen Großstädten wie Paris, Marseille, Nantes, Rennes und Lille. La France insoumise erobert Roubaix zurück, nachdem sie bereits im ersten Wahlgang Saint-Denis gewonnen hatte, muss jedoch auch mehrere Niederlagen hinnehmen. Außerdem: In Kambodscha wurde eine tausendjährige Shiva-Statue restauriert, die in 10.000 Fragmente zerbrochen war – Xavier Mauduit erzählt ihre Geschichte. Marie Bonnisseau berichtet über das Schicksal des französischen Forschers Raymond Maufrais, der 1950 während einer Expedition im Dschungel von Guyana verschwand und nun offiziell für tot erklärt wurde. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 27.03.2026 arte
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