Senta Berger. Bekannt als Schauspielerin, als Produzentin, als internationaler Star. Hinter der charismatischen Berühmtheit aber zeigt sich eine leise Erzählerin, deren Erinnerungen an bewegte Zeiten die Brüche und Wirklichkeiten unserer Geschichte zum Leben erwecken. Senta Bergers Erinnerungen führen zurück in eine glückliche Kindheit in einem Arbeiterhaushalt im Wiener Gemeindebau. Als Kind von Eltern, die nicht viel hatten, wohl aber viel Liebe für Musik, fürs Leben und für ihre Tochter Senta. Eine glückliche Kindheit zwar, die aber geprägt ist von Momenten großer Unsicherheiten: Denn es ist eine Kindheit während der NS-Diktatur, in der Bombenangriffe auf ihre Heimatstadt Wien zum täglichen Erleben gehören.
Als wäre es gerade erst geschehen, schildert Senta Berger eindringlich, welche existenzielle Angst sie als Kind im Krieg durchsteht. Als 17-Jährige wird Senta Bergers
Talent als entdeckt. Sie erobert schnell die Leinwand. Zeitgleich geschehen gesellschaftliche Umbrüche, die Senta Berger plastisch beschreibt: Die Präsenz der Alliierten in Wien, die Munition zwischen den Trümmern, die Kriegsverluste. Die Begegnung mit der großen Zerstörung: Der Schoah.
Als 1941 Geborene, gehört Senta Berger zu der Generation, die ihre Stimme erhebt: Eine Stimme gegen das Schweigen der Generation ihrer Eltern. Aber auch eine Stimme gegen die systematische Ungleichbehandlung von Frauen, derer nicht nur sie selbst, sondern schon ihre Mutter und Großmutter ausgesetzt waren. Nachdenklich, berührbar und kraftvoll zugleich zeigt sich Senta Berger in diesem intensiven Portrait, in dem sie eine Tür in ihre eigene, aber auch in die Zeitgeschichte öffnet. Eine Zeugin ihrer Zeit, deren Stärke so viele sind. Eine davon: auch ihre Schwächen zeigen zu können. (Text: ARD alpha)