USA 1960–1980: Die konservative Revolution Teil 2
Folge 2
2. Teil 2
45 Min.
1968: Mit dem Wahlkampfthema „Recht und Ordnung“ sichert sich der Zentrist Richard Nixon die Nominierung als republikanischer Kandidat für die Präsidentschaftswahl und schlägt damit seinen konservativen Herausforderer Ronald Reagan. Nixon hat außerordentliches politisches Geschick. Seine Kampagne richtet sich an die „stille Mehrheit“ des amerikanischen Volkes, die genug hat von Rassenunruhen und Friedensdemonstrationen. Und der Erfolg gibt ihm recht: Die „stille Mehrheit“ verhilft ihm zum Wahlsieg. Der neue Präsident greift hart durch. 1970 eröffnet die Nationalgarde das Feuer auf Studierende der Universität Kent State – vier von ihnen sterben.
In Manhattan greifen Arbeiter der Baustelle des World Trade Centers studentische Anti-Vietnam-Demonstranten an. Und zum ersten Mal stellt sich die evangelikale Rechte offen hinter einen
amerikanischen Präsidenten. Aber diese Radikalisierung der amerikanischen Gesellschaft kommt nicht der konservativen Bewegung zugute, sondern einzig und allein dem amtierenden Präsidenten. Für Reagan bleibt Nixon – obwohl er ausgesprochen rechte Ideen vertritt – ein unverbesserlicher Liberaler.
Nixon steht weiterhin für den Wohlfahrtsstaat ein, bekämpft Armut und institutionalisiert die Umweltpolitik. Gleichzeitig ist überall in der Gesellschaft eine Radikalisierung spürbar. 1973 mobilisieren sich Millionen Hausfrauen gegen die Gleichstellung von Mann und Frau. Im selben Jahr stürzt die erste Ölkrise Amerika in eine tiefe Rezession, der die Regierung machtlos gegenübersteht. Das Kapitel Nixon endet kläglich mit dem Watergate-Skandal. Ronald Reagan ist überzeugt, dass jetzt die Stunde der konservativen Revolution gekommen ist. (Text: arte)
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