Dokumentation in 6 Teilen, Folge 1–6

    • Folge 1 (45 Min.)
      Bild: arte
      Der Alaska-Deal – der Seeotter (Folge 1) – © arte

      Im Wasser schwimmend in der Sonne baden, ab und an ein Schlemmermahl mit frischen Meeresfrüchten und ausgiebige Fellpflege – das sind die Lieblingsbeschäftigungen des Seeotters. Heute streng geschützt, lebt er in kleinen Populationen an den Küsten Kaliforniens und Alaskas. Doch das friedliche Idyll hat eine blutige Vergangenheit. Zwischen 1750 und 1910 wird der Seeotter bis zur Ausrottung gejagt. Sein einzigartiges Fell wird zur Zielscheibe für Jäger und Händler. Seit Vitus Bering Alaska entdeckt hat, ist der Handel mit dem kostbaren Pelz des Seeotters ein Monopol des russischen Zarenreichs. Jahr für Jahr landen Tausende von Otterfellen auf den unersättlichen Märkten in Asien, Amerika und Europa. Der teuerste Pelz der Welt gilt als „weiches Gold“, macht Zaren und Händler reich. Bald schreibt der Seeotter Welt- und Kulturgeschichte: wegen seinem Fell wird das Land aus Eis und Schnee von Russland besiedelt, ebenso wie Teile der kalifornischen Küste. Die ursprüngliche Bevölkerung wird versklavt, fast ausgerottet. Das verschlossene China öffnet bereitwillig seine Handelswege und das frostige Russland wird zu einem Land der Teetrinker. 1867 sind die Nordmeere leer gejagt und die Seeotter fast verschwunden. Und selbst das noch verändert die Weltkarte: Russland verkauft Alaska, das nun scheinbar wertlose Land, für nur 7,2 Millionen Dollar an Amerika. Ein Territorium von fast zwei Millionen Quadratkilometern wechselt den Besitzer. Mit dem Experten Phil Sammet entdeckt das Filmteam die fast ausgestorbene Tierart wieder und besucht die historischen Schauplätze, an denen sich ihr Schicksal entschied. (Text: WDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mo 01.02.2010 arte
    • Folge 2 (45 Min.)
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      Das Wunder von China – die Seidenraupe (Folge 2) – © arte

      Die Seide, der Stoff der Könige, ist ein Tierprodukt. Ihre Pracht und Elastizität verdankt sie dem Faden aus dem Drüsensekret einer gefräßigen Raupe, die einen schützenden Kokon spinnt, um sich in einen Schmetterling zu verwandeln. Vor 5000 Jahren soll Leizu, die Frau des Gelben Kaisers, das Geheimnis der Seide entdeckt haben. Die Raupe wird bald zum verwöhnten Zuchttier, denn dank ihres „gesponnenen Goldes“ steigt China zur Großmacht auf. Über die Seidenstrasse gelangt die Luxusware von Xian bis nach Europa, wo sie schließlich mit Gold aufgewogen wird. Besonders im Alten Rom liebt man den teuren durchsichtigen Stoff aus dem unbekannten Osten. Die Seidenherstellung ist ein gut gehütetes Staatsgeheimnis. Aber im Jahr 551 gelingt ein spektakulärer Spionage-Coup. Kaiser Justinian I. schickt zwei Mönche nach China. Bei ihrer Rückkehr schmuggeln sie Raupeneiern und Maulbeersamen in ihren Stöcken bis nach Konstantinopel. Seidenraupen fressen ausschließlich die Blätter des Maulbeerbaumes: allein für ein Seidenkleid werden über 70 Kilo davon verspeist. Von da an breitet sich die kleine Raupe in Europa aus. In Frankreich zettelt sie Revolutionen an, in Preußen betört sie Friedrich den Grossen und überall inspiriert sie Ingenieure zu überraschenden Erfindungen. So wird der leichteste Stoff der Welt auch zum Favoriten der Luftfahrt: Das erste Motorflugzeug und die frühen Fallschirme fliegen dank Seide. Damit nicht genug, entdeckt im 20. Jahrhundert auch die Schönheitsindustrie die Fähigkeiten des Spinnkünstlers. Seidenproteine sind optimale Feuchtigkeitsspender. Der seidene Faden bringt der Kosmetikbranche Millionen ein. Und die Seidenraupe setzt ihren Siegeszug fort. Inzwischen ist sie auch in Brasilien heimisch, wo die feinste und exklusivste Seide hergestellt wird, in echtes Hightech-Garn. (Text: WDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 02.02.2010 arte
    • Folge 3 (45 Min.)
      Bild: arte
      Die Eroberung Amerikas – das Pferd (Folge 3) – © arte

      Ursprünglich stammt das Pferd aus Amerika und tritt von dort seinen Siegeszug in die Welt an – nach Asien, Europa und Afrika. Aber ausgerechnet in Amerika ist es am Ende der Eiszeit ausgestorben. Erst 1519 kehren sechzehn Pferde wieder dorthin zurück: im Bauch des Schiffes von Hernando Cortez, dem spanischen Eroberer. Der Spanier besiegt mit einem kleinen Heer und seinen fünfzehn Reitern das Reich der Azteken, raubt deren Goldschätze und gründet eine Kolonie. „Neben Gott haben wir unseren Sieg den Pferden zu verdanken“, schreibt Cortez seinem Kaiser. Die Konquistadoren bringen weitere Pferde ins Land. Entlaufene Hengste und Stuten flüchten sich in die freie Wildbahn. Dank ihres hoch entwickelten Sozialsystems, ihres Fluchtinstinkts und ihrer Lernfähigkeit kommen sie mit ihren Feinden und dem harten Leben gut zurecht und entwickeln sich zu einer zähen Rasse: den Mustangs. Von da an findet die amerikanische Geschichte auf dem Rücken der Pferde statt. In kürzester Zeit werden die Indianer vom nomadischen Fußvolk zum rasanten Reitervolk. Auch die neuen Siedler gründen ihre Existenz auf die vielseitigen Fähigkeiten der Vierbeiner. Der Pony Express, die Postkutsche, der Cowboy, der Siedlertreck nach Westen, der Ackerbau – ohne Pferde undenkbar! Und in den historischen Schlachten der „Indianerkriege“ treten zwei berittene Einheiten gegeneinander an. Das Filmteam trifft unter anderem einen indianischen Pferdeflüsterer, besucht passionierte Pferdezüchter und begleitet einen Genjäger auf einer schwierigen Spurensuche. Er will den Gencode der Wildpferde zurückverfolgen bis zu ihren spanischen Vorfahren. (Text: WDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mi 03.02.2010 arte
    • Folge 4 (45 Min.)
      Bild: arte
      Der Schatz im Polarmeer – der Wal (Folge 4) – © arte

      Wale sind die größten Meeressäuger der Erde. Sie durchqueren die kältesten Gewässer, geschützt von der dicksten Fettschicht. Die meisten ernähren sich vom kleinsten Meeresgetier, nur der Pottwal taucht auf der Suche nach Riesenkraken bis in die größten Tiefen. Die Ozeanriesen kennen keine natürlichen Feinde, einige werden über 200 Jahre alt. Zugleich ist der „Herrscher der Meere“ einer der begehrtesten Rohstofflieferanten der Welt. Von der Arktis bis zur Antarktis gejagt, dient sein Fleisch als Grundnahrungsmittel, das Walfett als Ausgangsstoff für Lampenöl und Kerzen. Schon vor 3000 Jahren war die Jagd auf den Nordkaper die Lebensgrundlage der Inuit in Alaska. Ausgelöst wird der kommerzielle Walfang der Neuzeit nicht zuletzt durch einen Modeartikel, das Korsett! Um 1600 gelten die flexiblen Walbarten als die komfortabelsten Korsettstäbe, solange bis die Bestände an Bartenwalen zwischen Nordsee und Grönland erschöpft sind. An Amerikas Ostküste beginnt 1712 eine neue Epoche des Walfangs. Die Jagd auf den Pottwal wird zum wichtigsten Wirtschaftszweig. Denn in seinem Kopf speichert er „Walrat“, das beste Schmierfett: Es treibt das Räderwerk der Dampfmaschinen, die Zahnräder von Uhren und Nähmaschinen und später sogar die Motoren der Automobile. Nicht genug: Der Pottwal liefert auch begehrte Rohstoffe für Seife und Waschmittel, für Cremes und Lippenstifte, sogar für Parfüm. Im 20. Jahrhundert werden Margarine und Nitroglyzerin für Sprengstoff kriegswichtige Produkte. Und auch dafür liefert der Wal den Rohstoff! In den 30er Jahren schickt Deutschland eine Flotte aus Fabrikschiffen in die eisigen Gewässer der Antarktis. Der Boom ist heute vorbei. Walfänger werden nun von Greenpeace gejagt und Wale fast nur noch mit der Kamera – beim „Whale Watching“. (Text: WDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Do 04.02.2010 arte
    • Folge 5 (45 Min.)
      Bild: arte
      Krieg und Frieden – die Taube (Folge 5) – © arte

      Tauben leben monogam in lebenslanger Paarbeziehung, sie sind sehr fruchtbar und ziehen ihre Jungen liebevoll auf. Als Nachfahren der Felsentauben verfügen sie über einen unbeirrbaren Heimkehrtrieb und bemerkenswerten Orientierungssinn. Doch unser Bild von der Taube ist widersprüchlich. Auf der einen Seite gilt sie seit biblischer Zeit als Symbol des Heiligen Geistes. In unseren Städten aber kennt man die andere Seite: die „Ratten der Lüfte“ sind dort ein ständiges Ärgernis – und etwa 50 Millionen Stadttauben gibt es weltweit! Über Jahrtausende erfuhren Tauben eine hohe Wertschätzung. Im alten Ägypten stehen sie hoch im Kurs, als Nahrungsmittel und beste Düngerlieferanten. Und schon in der Antike nehmen Seefahrer sie bei ihren Fahrten mit, denn Tauben fliegen immer zurück zu ihrem Heimatschlag. So melden sie die baldige Ankunft eines Schiffes und bei Sturm gilt ihr Eintreffen als Hilferuf – das SOS der Antike. Tauben werden sogar als fliegende Postboten eingesetzt. Die Zitadelle von Kairo, um 1250 das Machtzentrum der Mamelucken, war zugleich ihre „Hauptpost“, die Drehscheibe des frühen Taubenpostverkehrs. 1850 eröffnet Julius Reuter mit rund 40 Tauben eine Nachrichtenagentur in Aachen und befördert – schneller als die Eisenbahn – die gefragten Börsen- und Wirtschaftsnachrichten der Zeit. Damit legt er den Grundstock für das heutige Weltunternehmen mit Sitz in London. Die fliegenden Boten haben sich auch als gefiederte Soldaten bewährt, in beiden Weltkriegen. Sie retten Menschenleben und beeinflussen Kriegsstrategien. Doch wie orientieren sich Botentauben? Der Schweizer Taubenforscher Hans-Peter Lipp kennt ihren verblüffenden Magnet-, Geruchs-, Hör- und natürlich Sehsinn und er ist überzeugt, es gäbe noch einen weiteren geheimnisvollen Sinn zu entdecken. Von den Supersinnen ihrer Lieblinge profitieren auch die Taubenzüchter. Auf Wettflügen fliegen sie ihnen Millionen ein, zum Beispiel beim schwersten Taubenrennen der Welt in Sun City in Südafrika. (Text: WDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Fr 05.02.2010 arte
    • Folge 6 (45 Min.)
      Bild: 3sat
      Das Geheimnis der Basken – der Kabeljau (Folge 6) – © 3sat

      Er ist ein Renner der Evolution: der Kabeljau. Manche Exemplare werden mannsgroß und die Weibchen produzieren jedes Jahr Millionen Eier. Eine unglaubliche Fortpflanzungsrate. Die Raubfische fressen alles, was ihnen vors Maul kommt, sogar jungen Kabeljau. Doch der Kabeljau ist kein gewöhnlicher Fisch. Getrocknet und gesalzen wird er zur ersten Fischkonserve der Welt. Seit den Wikingern dient die proteinreiche Dauerkost den Seefahrern als Proviant. Auch das Militär ist ein dankbarer Abnehmer. Und sogar fromme Christen kommen ohne ihn nicht aus, denn der Fastenkalender proklamiert über Jahrhunderte: Freitag ist Fischtag! Der Bedarf an Kabeljau ist kaum zu decken. Nur die Basken kennen schon im 15. Jahrhundert eine unerschöpfliche Quelle und beherrschen den Handel mit dem Trockenfisch. Ihr Geheimnis: Neufundland. Schon bevor John Cabot dieses Land für die englische Krone beansprucht, fahren die Basken zu den „Grand Banks“, den reichsten Fischgründen der Welt. Doch bald ist ihnen halb Europa auf den Fersen. Vor Neufundland drängeln sich die Flotten. In der Folge hat der unscheinbare Kabeljau politische Krisen und Kriege ausgelöst, die Schiffstechnik revolutioniert und den wirtschaftlichen Aufstieg der USA mitbegründet. Die Gier nach dem einzigartigen Fisch richtet jedoch die Bestände zugrunde. Im 20. Jahrhundert wird die Gelegenheit verspielt, sich auf Fangquoten zu einigen, stattdessen brechen Verteilungskämpfe aus. Drei „Kabeljaukriege“ finden allein vor Island statt. 1992 kommt das Aus für die Grand Banks: Ein Fangverbot wird verhängt und 30 000 Fischer sind von heute auf morgen ohne Arbeit. Seitdem warten alle auf die Erholung der Bestände. Einen Ausweg bietet die Zucht – ein viel versprechendes Geschäft für die Zukunft. (Text: WDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mo 08.02.2010 arte

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