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    Dokumentation in 3 Teilen, Folge 1–3

    • Folge 1
      Die erste Folge betrachtet Nacktheit und Sexualität aus Sicht von vier Künstlern, die den Körper als Material für ihre Arbeit verwenden: Vanessa Beecroft beispielsweise, die Amerikanerin italienischer Abstammung, arrangiert seit Anfang der 90er Jahre lebende Kunstwerke. Nach einem System aus Ordnung und Regeln platziert sie meist junge, attraktive Frauen in einem Raum, wo sie – spärlich bekleidet – bis zur Erschöpfung stehen. „Nacktheit ist wie eine Uniform. Bekleidung hätte weit weniger Aussagekraft“, erklärt Beecroft ihre Arrangements. Publikum und Kritiker schwanken zwischen Begeisterung und Ablehnung. Feministinnen halten ihre Arbeiten für frauenfeindlich, auch für pornografisch. Die Dokumentation begleitet die Künstlerin zu ihrer jüngsten Performance in Paris und zeigt Ausschnitte vergangener Inszenierungen.
      Die Aktfotografie ist nur ein kleiner Teil des Werkes des New Yorker Fotografen Ralph Gibson, aber für den Perfektionisten ein besonders wichtiger. In ihr hat er für sich die größtmögliche technische und künstlerische Herausforderung gefunden. „In jeder erotischen Fotografie steckt Pornografie, aber pornografische Fotografie ist nur ganz selten erotisch“, sagt er. Gibson will eine emotionale Qualität in seine Arbeit bringen, damit sie sich von Pornografie unterscheidet: „Sex zeigen und das, was wir sehen, auch spürbar zu machen.“ Bettina Rheims gilt als die renommierteste Fotografin Frankreichs. Jeder kennt ihre Arbeiten – vor allem von den Titelseiten nahezu aller Hochglanzmagazine der Welt. Vor 15 Jahren galt ihre Fotoserie „Chambre close“ im Stil alter Pornofotos als Tabubruch.
      Heute empfindet sie Sex und Erotik als „die langweiligste Sache der Welt. Sie wurden entmystifiziert, so, wie man viele Dinge entmystifiziert hat. Ich glaube, die Kunst befindet sich heute in einer Sackgasse.“ Andres Serrano zählt zu Amerikas umstrittensten Gegenwartsfotografen. Das Etikett „Pornografie“ hält er keineswegs für ehrenrührig: „Ich hatte nie ein Problem mit Pornografie. Der einzige Unterschied zwischen Kunst und Pornografie besteht darin, dass Kunst teurer ist.“ (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereDo 14.06.2007arte
    • Folge 2
      Der zweite Teil der Dokumentationsreihe über Grenzüberschreitungen und Tabubrüche in der Kunst präsentiert einige Werke von Künstlern aus unterschiedlichen Epochen. Thomas Ruff, Professor für Fotografie in Düsseldorf, wurde vor allem durch seine überdimensionale Porträtfotografie bekannt. Seine Werkreihe „Nudes“, in der er Porno-Thumbnails zu großformatigen impressionistisch anmutenden Fotogemälden verarbeitete, war auch für den Künstler ein Überraschungserfolg. Die Vermischung von Pornografie und Kunst hält er für einen legitimen „Anstoß, über Grenzen und Tabus nachzudenken.“ Eric Fischl wollte 1979 mit seinem Gemälde „Sleepwalker“, das einen masturbierenden Jungen in einem Swimmingpool zeigt, „ein obszönes Bild machen“, er „versuchte mit aller Gewalt ein schockierendes Bild zu malen.
      “ Dass einige Arbeiten des amerikanischen Malers noch heute Entrüstung auslösen, hat nicht nur mit der offenen Darstellung von Sexualität und Nacktheit zu tun. Die Provokation steckt vor allem in der unterschwelligen Kritik am „American Way of Life“. Edouard Manet bildete in seinem Werk „Olympia“, entstanden 1863, vordergründig unverhohlen Nacktheit ab. Das Bild wurde seinerzeit zu einem öffentlichen Skandal. Gustave Courbets realistische Darstellung eines weiblichen Schoßes von 1866 – „L’origine du monde“ – schien so schockierend zu sein, dass es erst gar nicht öffentlich gezeigt wurde. Tom Wesselmann, amerikanischer Pop-Art-Künstler, und seine „Great American Nudes“ fanden nicht immer ungeteilte Zustimmung. Dafür mögen unter anderem die amerikanischen Moralvorstellungen verantwortlich sein. (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereDo 14.06.2007arte
    • Folge 3
      Die dreiteilige Dokumentation zu Grenzüberschreitungen in der Kunst porträtiert im letzten Teil den amerikanischen Kunst- und Modefotografen Terry Richardson, die in den 60er Jahren bekanntgewordene Wiener Aktionskünstlerin Valie Export, die provozierende Performancekünstlerin Marina Abramovic und die multimedial arbeitende Künstlerin Elke Krystufek. Terry Richardson hat es nach Drogenabhängigkeit und einem Leben von Sozialhilfe zu einem gefragten Kunst- und Modefotografen in Amerika gebracht. Livestyle-Magazine schätzen seine als „Porn-Chic“ betitelte Ästhetik. Häufig stellt sich Richardson selbst nackt vor die Kamera und animiert damit seine freiwilligen Fotomodelle, jede Scham abzulegen.
      Sein bevorzugtes Arbeitsgerät ist die Schnappschusskamera, die ihm erst seine Arbeitsweise ermöglicht: „Nicht das formale Getue dieser gekünstelten Fotografie – Fotograf, Kontrolle, das ganze Zeug – sondern frei und locker. Solche Bilder zu machen, ist großartig.“ Dass einige seiner Aufnahmen die Grenze zur Pornografie berühren, lässt ihn kalt. „Ich glaube nicht, dass ich eine Art moralischer Verantwortung habe, außer vor mir selbst.“ Die Wiener Aktionskünstlerin Valie Export schockierte Ende der 60er Jahre das Publikum mit verschiedenen Darstellungen anatomischer Details des weiblichen Körpers als Teil ihrer Perfomancekunst. 1969 nahm sie bei ihrer Aktion „Aktionshose Genitalpanik“ in einer Jeans mit Ausschnitt im Genitalbereich mit ihrem Publikum Kontakt auf.
      Über 30 Jahre später wagt Marina Abramovic eine Neuauflage der Export-Performance im New Yorker Guggenheim-Museum. Aber hat „Genitalpanik“ noch immer dieselbe Wirkung wie in Anfangszeiten der sexuellen Revolution? In dieser Tradition stellt Elke Krystufek, Jahrgang 1970, sich selbst und ihre Sexualität offensiv in den Mittelpunkt ihrer Arbeiten. In vielen Werken provoziert sie mit vollem Körpereinsatz das voyeuristische Verlangen des Betrachters. Die Frau, ihre Selbstwahrnehmung und ihre Wahrnehmung auch als Sexualobjekt hält die multimedial arbeitende Künstlerin trotz vermeintlicher gesellschaftlicher Entwicklung noch immer für ein Hauptthema künstlerischer Auseinandersetzung. (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereFr 15.06.2007arte

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