• Folge 324 (45 Min.)
    Das Awareness Team von „think SI3“ mit Infostand im Berliner Mauerpark – Bild: ZDF und Felix Korfmann
    Das Awareness Team von „think SI3“ mit Infostand im Berliner Mauerpark
    Dunkle Parks und Stadtviertel, feiernde Massen: Angsträume gibt es überall. Sie wirken bedrohlich – auch ohne Taten. Neuen Ideen stärken Vertrauen und machen öffentliche Orte sicherer. Um sich auf Straßen, Plätzen und Partys wohler zu fühlen, setzen Städte auf neue Technik, soziale Präsenz und vorausschauende Stadtplanung – etwa mit einer App in München, Awareness-Teams in Berlin, KI im Bremer Nahverkehr und neu gestaltete Viertel in Wien. Tilman Rumland entwickelte die Sicherheitsapp Safe Now – ausgelöst durch ein persönliches Erlebnis: Seine damalige Freundin wurde in einem Klub Opfer eines Übergriffs und konnte keine Hilfe holen. „Ich war fassungslos. Und dachte: Dafür muss es im 21. Jahrhundert doch eine Lösung geben.“ Seine Antwort: ein Alarmsystem, das per Smartphone ausgelöst wird. Über eine App wird das Sicherheitspersonal alarmiert – inklusive präziser Ortung, auch ohne Mobilfunknetz. Doch Technik allein reicht nicht. Das Berliner Unternehmen think SI3 will Konflikte lösen, bevor sie eskalieren – durch Präsenz, Kommunikation und Vertrauen – kurz Awareness. Im Berliner Mauerpark und am Bahnhof Zoo ist Varvara Borodkina mit ihrem Team im Einsatz, um zu vermitteln und Übergriffe zu verhindern. Um das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum nachhaltig zu verbessern, setzt Wien auf geschlechtssensible Stadtplanung. Angsträume umgestalten – oder gleich anders zu planen – das ist das Ziel der Architektursoziologin Julia Girardi-Hoog. Mit ihrem Gender Planning Netzwerk baut sie bedrohlich wirkende Plätze um zu freundlichen, gut beleuchteten, einladenden Orten. Im öffentlichen Nahverkehr steigen die Gewaltdelikte. Deshalb testet Bremen in seinen Straßenbahnen, ob künstliche Intelligenz für mehr Sicherheit sorgen kann. Kai Harmening vom Start-up Just Ad AI hat ein System entwickelt, das Konflikte und Gewalt im Fahrgastraum erkennt und automatisch die Leitstelle alarmiert. Über die „plan b“-Reihe „City Vibes“: Unsere Städte sind Treffpunkt, Arbeitsplatz und Lebensraum zugleich – rund 77 Prozent der Deutschen leben in urbanen Gebieten. Sie angenehm zu gestalten, fördert sowohl die körperliche als auch die mentale Gesundheit. Sicherheit und Klimatisierung sind zentrale Stellschrauben, um unsere Städte lebenswerter zu machen. Wenn klassische Verbesserungsmethoden an ihre Grenzen stoßen, sind innovative Lösungen gefragt. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere So. 28.06.2026 ZDF
  • Folge 325 (45 Min.)
    Ingenieurin María de la Paz Montero Gutiérrez arbeitet daran, dass dieser Ort in Sevilla bald kühler wird.
    Viel Beton, dichte Bebauung, wenig Grün: Im Sommer verwandeln sich Städte in Hitzefallen – für viele Menschen mit gefährlichen Folgen. Ideen für kühle und lebenswerte Städte sind gefragt. Millionen Menschen leiden unter immer extremeren Temperaturen. Mit kluger Architektur, wiederentdeckter Technik und grünen Oasen versuchen Städte in ganz Europa, sich abzukühlen und fit für die Zukunft zu machen. Eine Reise zu wirksamen Lösungen gegen die Hitze. In Delft entsteht das höchste Wohngebäude der Niederlande ohne Betonkern. So soll der ökologische Fußabdruck möglichst gering bleiben und weitere Erderwärmung vermieden werden. Architekt Tim Vermeend sieht die Baubranche in der Verantwortung: „Wir müssen Städte bauen, die Teil der Lösung sind und nicht Teil des Problems.“ Ein innovatives Begrünungskonzept unterstützt diese Vision. Dafür bringen Daan Grasveld und sein Team Bäume auf das Dach und die Balkone des zehnstöckigen Holzhochhauses, um es auf natürliche Weise zu kühlen. Im benachbarten Leiden wird zusätzlich Moos als Fassadenbegrünung getestet, um Hitze weiter zu reduzieren. Während Nordeuropa seine Städte für die Hitze wappnet, erlebt Südeuropa sie bereits mit voller Wucht: In Athen steigen die Temperaturen im Sommer regelmäßig über 40 Grad Celsius. Die dicht bebaute Stadt hat kaum Bäume oder Parks, die für Abkühlung sorgen. Die Landschaftsarchitektin Dimitra Theochari erlebt jedes Jahr, wie stark die Hitze den Alltag einschränkt: „Athen muss dringend hitzeresilienter werden.“ Ein Ansatz sind Netzwerke aus kleinen grünen Oasen, sogenannte Tiny Forests. Sie sollen Schatten, Verdunstungskühle und Luftzirkulation bringen. Zudem testet die Stadt neue Straßenbeläge, die Sonnenstrahlen reflektieren – inspiriert von den weißen Häusern auf Kreta. Im Kampf gegen die Hitze lohnt sich auch ein Blick in die Vergangenheit: In Sevilla verbindet das Team um María de la Paz Montero Gutiérrez jahrhundertealte, wasser- und erdbasierte Kühltechnik aus dem alten Persien mit moderner Technologie. Die Ingenieurin erklärt: „Mit unserer Arbeit wollen wir kühlende Orte schaffen, die vielen heißen Städten Entlastung bringen könnten.“ Aktuell entwickelt sie den Prototyp einer Bushaltestelle, die die Umgebungstemperatur spürbar senkt. Unsere Städte sind Treffpunkt, Arbeitsplatz und Lebensraum zugleich – rund 77 Prozent der Deutschen leben in urbanen Gebieten. Sie angenehm zu gestalten, fördert sowohl die körperliche als auch die mentale Gesundheit. Sicherheit und Klimatisierung sind zentrale Stellschrauben, um unsere Städte lebenswerter zu machen. Wenn klassische Verbesserungsmethoden an ihre Grenzen stoßen, sind innovative Lösungen gefragt. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere So. 05.07.2026 ZDF
  • Folge 326 (45 Min.)
    Ertrunkene mithilfe ihrer speziell ausgebildeten Hunde aufspüren – das ist die Mission von Kai Einfeldt (r.) und Uwe Marr (l.) vom Verein „Technische Hundestaffel“.
    Dem Verbrechen auf der Spur: Menschen stellen sich – und manche auch ihre Tiere – in den Dienst der Polizei, oft ehrenamtlich. Sie helfen, Vermisste aufzuspüren oder Morde aufzuklären. Hochspezialisierte Vierbeiner und Forschende, Hacker und Hightech bringen Ermittlungen voran. Viele Polizeidienststellen sind unterbesetzt und kommen der Vielzahl an Fällen kaum hinterher. Die Unterstützung von außen ist mehr als willkommen. Diese Hunde schaffen etwas, das die Wissenschaft bis heute für eigentlich unmöglich hält: Sie erschnüffeln Ertrunkene. Sogar in tiefen Gewässern erkennen sie den Geruch eines Menschen. So grenzen sie das Suchgebiet der Polizei ein. Das spart wertvolle Zeit. Als ein Student bei einer Bootsfahrt auf dem Starnberger See ins Wasser springt und nicht mehr auftaucht, bietet Hundeführer Kai Einfeldt mit Aragon, Carlos und Robby seine Hilfe an. Dem Ehrenamtlichen und seinem Verein, der Technischen Hundestaffel, ist es eine Herzensangelegenheit, den Angehörigen Gewissheit zu verschaffen. „Auch wenn es ein trauriger Umstand ist, ist das Gefühl zu wissen, dass Angehörige Abschied nehmen können, das, was uns erfüllt“, sagt Kai. Werden seine speziell geschulten Spürnasen auch diesen Leichnam orten können? Manchmal erfordert es endlose Detektivarbeit, um die Identität eines aufgefundenen Toten zu klären. So rückt ein Fall immer weiter aus dem Blick der Polizei, die täglich in neuen, dringenden Fällen gefordert ist. Ihnen hilft der Genealoge Eryk Jan Grzeszkowiak aus Edinburgh in seiner Freizeit. Der Dozent nutzt Methoden, die für die Polizei oft zu aufwändig sind: Mit Hilfe von weltweit verfügbaren DNA-Profilen erstellt er einen gigantischen Stammbaum des unbekannten Toten und kommt dessen Identität über Verwandte immer näher. Eryk löst sogar knifflige Cold Cases, die der Polizei seit Jahrzehnten Rätsel aufgeben. Ein solcher Fall führt ihn nach Toruń in Polen. Dort durchforstet er das Staatsarchiv und besucht Friedhöfe, um Ahnen eines in den USA Verstorbenen zu finden und die Lücken in seinem Stammbaum zu schließen. „Es könnte unsere letzte Chance sein, den Mann zu identifizieren“, sagt Eryk. „Wenn ich das jetzt nicht mache, macht es niemand.“ Er will Hinterbliebenen einen Abschluss ermöglichen, die sich mit vielen offenen Fragen quälen, weil sie nicht wissen, was mit ihren Lieben geschehen ist. Der kanadische IT-Experte Robert Sell verfolgt Spuren, die Vermisste selber hinterlassen haben – oft verborgen im World Wide Web. Mit seiner Freiwilligenorganisation „Trace Labs“ veranstaltet er Hacker-Treffen, wie in der rumänischen Hauptstadt Bukarest. Mit der dort versammelten Schwarmintelligenz gehen sie legal verfügbaren Daten nach, die die gesuchte Person womöglich beim Posten und Liken in Sozialen Medien hinterlassen hat, und checken auch Überwachungskameras. „Polizeibehörden haben oft nicht die Ressourcen, diese Art der Ermittlungen durchzuführen“, so Robert Sell. Genau da setzt die Initiative der Hobby-Ermittler an. Finden Robert und seine Hacker neue Indizien, die die Polizei weiterverfolgen kann? Im amerikanischen Brookhaven hat Captain Abrem Ayana neue „Hilfssheriffs“: Drohnen. Geht ein Notruf ein, steigt einer seiner „first responders“ – Ersthelfer – innerhalb weniger Sekunden in die Luft und liefert Livebilder vom Ort des Geschehens direkt auf die Bildschirme seiner Polizeistation und der Streifenwagen. In vielen Fällen gewinnen die Einsatzkräfte dank Hightech den entscheidenden ersten Überblick: Braucht das Team Verstärkung? Ist jemand verletzt? Oder handelt es sich womöglich nur um einen Fehlalarm? So schnell können die Polizisten und Polizistinnen am Boden das oft nicht überschauen. Teil zwei „Die neuen Fahnder“ wird am 02.08.2026 im ZDF ausgestrahlt. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere So. 26.07.2026 ZDF

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