plan b
    • Folge 80
      Andrea Rosemann (3.v.r.) wagt mit 56 Jahren noch mal den Neuanfang und gründet das Modelabel. – Bild: ZDF und Fotografin Denise Dismer.
      Andrea Rosemann (3.v.r.) wagt mit 56 Jahren noch mal den Neuanfang und gründet das Modelabel. – Bild: ZDF und Fotografin Denise Dismer.

      Die Deutschen werden älter und bleiben länger gesund: 65-Jährige sind heute so fit wie 55-Jährige vor 50 Jahren. Sie können länger arbeiten und sollten es auch, um das Sozialsystem zu stützen. Doch das ist nur möglich, wenn die Arbeitsbedingungen an die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst werden. „plan b“ zeigt Ideen, wie das Arbeitsleben so umgestaltet werden kann, dass sowohl ältere Arbeitnehmer als auch Unternehmen davon profitieren. Gerade wer Freude an der Arbeit hat, bleibt gern länger im Beruf. Und manche satteln noch einmal komplett um: Andrea Rosemann kündigt mit Ende 50 ihre sichere Stelle und gründet ein Mode-Label. Wie viele ältere Gründer bekommt auch sie keinen Kredit von der Bank. Deshalb will die Jungunternehmerin eine Crowdfunding-Kampagne starten, um die Kollektion der nächsten Saison zu finanzieren. In die Zukunft blickt Andrea Rosemann optimistisch, sie will ihr Unternehmen auch noch mit Ende 60 führen. „Wenn Plan A nicht funktioniert, dann funktioniert Plan B. Und ansonsten gibt es noch ganz viele weitere Buchstaben im Alphabet.“ In Norwegen ist ein später Berufswechsel längst Normalität. Lkw-Fahrer Rolf Sørum startet als 64-jähriger Rentner eine neue Karriere als Busfahrer. Genau das Richtige für ihn: „Ich arbeite gern. Ich habe eben Hummeln im Hintern. Und ich finde es schön, unter Menschen zu sein.“ Der norwegische Staat erkannte vor einigen Jahren, dass immer mehr ältere Menschen im Arbeitsleben gehalten werden müssen, um den demografischen Wandel abzufedern. Mit einer großen Reform wurde das Rentensystem umgestaltet: Jetzt lohnt es sich für Senioren finanziell, wenn sie lange berufstätig bleiben. Und Unternehmen bemühen sich, die Arbeitsbedingungen an die Bedürfnisse älterer Arbeitnehmer anzupassen. In anderen europäischen Ländern gibt es weniger Unterstützung von offiziellen Stellen, dennoch sind immer mehr Ältere erwerbstätig. Die einen wollen die Rente aufbessern, andere haben Spaß an der Arbeit und wünschen sich soziale Kontakte. In Österreich hilft ein junges Start-up Senioren bei der Arbeitssuche. Der 71-jährige Techniker Richard Zlabinger hat so seinen Traumjob bei einer jungen Firma gefunden, die Exoskelette herstellt. „Ich bin ein Dinosaurier – eine aussterbende Rasse, aber dank meiner neuen Beschäftigung bin ich wieder am Ball. Das finde ich gut“, sagt er. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 26.10.2019 ZDF
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    • Folge 81
      Fassade aus Bauschutt. – Bild: ZDF und Langbein und Partner.
      Fassade aus Bauschutt. – Bild: ZDF und Langbein und Partner.

      Die Bauindustrie boomt. Doch sie verschlingt riesige Mengen an Rohstoffen. Muss das so sein? Liegen doch in unseren Städten viele Rohstoffschätze, die nur neu entdeckt werden müssten. Über die Hälfte aller Abfälle kommt hierzulande aus dem Bausektor. Das meiste landet geschreddert im Straßenbau. Doch es gibt Umdenker, die aus altem Bauschutt neue Häuser machen. „plan b“ begleitet sie bei der Rohstoffernte in der Stadt. „Wir müssen Metalle, Glas, Steine, Fliesen, Ziegel und Keramik nur in einen neuen Kreislauf bringen“, erklärt Nils Nolting, der Architekt des Recyclinghauses-Hannover. „Es war ein Abenteuer. Wir haben am Anfang nicht gewusst, wie viel wir tatsächlich aus alten Gebäuden nehmen können.“ Eine vierköpfige Familie sollte am Ende in dem neuen Haus Platz finden: Massivholz bildet den Rohbau, alte Gehwegplatten werden zum Estrich, ein rosa-schimmernder Terrazzo entsteht mit Ziegelsplitt, und die Fenster stammen aus einem ehemaligen Jugendzentrum. „Wir haben nicht nur viele Baustoffe recycelt, wir haben auch Bauteile neu überarbeitet und völlig anders wieder eingesetzt“, blickt Nolting zurück. Die neuen Mieter sind begeistert: „Es ist so modern und hell geworden.“ Alten Baustoffen zu neuem Leben verhelfen – das macht auch Tom van Soest in den Niederlanden. Aus Abbruchhäusern holt er Betonreste, Ziegelbrüche, Dachpfannen, Mörtelreste, Bodenplatten und Fliesen. Er probiert, zerkleinert, mischt und mixt. „Es hat lange gedauert, bis ich die richtige Mischung hatte“, erklärt der Designer im Rückblick. „Ich wollte stabile neue Steine herstellen.“ Inzwischen verarbeitet die Amsterdamer Firma tausend Tonnen Abfall pro Jahr zu neuen, bunten Klinker-, Fassaden- und Bausteinen. Auf der Jagd nach wertvollen Materialien ist auch Brigitte Kranner. Auf den großen Wertstoffhöfen in der Nähe von Wien inspiziert sie alte Kabel, aussortierte Heizungen oder Aluminiumfenster und kann in wenigen Sekunden abschätzen, welchen Wert sie haben. „Das ist reines Kupfer“, erklärt sie, während sie das hellrosa leuchtende Metall aus einem dunklen Kunststoffkabel schält. „Das wird zu hundert Prozent recycelt, einfach eingeschmolzen und wieder zu perfektem Kupferdraht – mit exakt der gleichen Qualität wie Kupfer, das aus Erz gewonnen wird. So schonen wir das Klima, wenn wir nicht in den Ländern des Südens abbauen müssen.“ (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 02.11.2019 ZDF
      Deutsche Erstausstrahlung ursprünglich für den 05.10.2019 angekündigt.
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    • Folge 82
      Im Pariser "Le Testeur de Commerce" werden Ladenkonzepte erprobt. – Bild: ZDF und Paul Pflüger.
      Im Pariser "Le Testeur de Commerce" werden Ladenkonzepte erprobt. – Bild: ZDF und Paul Pflüger.

      Wer vermisst sie nicht: nette Läden im Stadtzentrum? Doch viele geben auf wegen der Konkurrenz von Online-Handel und Shoppingcentern. Lebendige Citys statt toter Innenstädte, das wär’s! In ganz Europa erobern sich Menschen ihre Stadtzentren zurück – unterstützt von engagierten Bürgermeistern, visionären Stadtplanerinnen oder ideenreichen Bürgern. Schöne Plätze laden zum Verweilen ein. Ein buntes Angebot an Geschäften lockt Kunden in die City. Ein buntes Treiben in der Stadt – nirgendwo in Deutschland wird dafür so konsequent umgebaut wie in Kiel. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer will seine Vision in die Tat umsetzen: „Ich glaube, dass eine Stadt ein emotionales Zentrum braucht. Wenn man Freunden oder der Verwandtschaft Kiel zeigen will, fährt man mit denen sicher nicht ins Einkaufszentrum auf die grüne Wiese.“ Das Herzstück: der Kleine Kiel-Kanal, der der Stadt am Wasser mehr Flair und Lebenslust einhauchen soll. Auch wenn der Umbau noch nicht fertig ist, zeigt er bereits Wirkung: Der alte Bootshafen ist zu einem beliebten Treffpunkt geworden, über 50 neue Geschäfte und mehrere Hotels werden bald in der Innenstadt eröffnen, und Hunderte neue Mieter leben dort bereits. Von einer eigenen Boutique mitten in Paris hat Alexandra Delaporte immer geträumt. Doch die hohen Mieten in City-Lage haben sie abgeschreckt. Das Risiko war zu groß. Jetzt aber bekommt die Französin unerwartet ihre große Chance. Vier Wochen lang darf sie ausprobieren, ob ihr Ladenkonzept aufgeht – für eine kleine Miete im „Testeur de Commerce“, einem sogenannten Testladen der Stadt. Wenn es klappt, wird aus der Probe ihr eigenes, dauerhaftes Geschäft. Eine zusätzliche Attraktivität für das Stadtviertel – und eine Win-win-Situation für Alexandra und für Paris. Die Dänen Jan Gehl und Camilla van Deurs sind so etwas wie Stars unter den Stadtplanern. Ihre Devise: Der Mensch gehört auf die Straße. Raus aus den Häusern, raus aus den Autos. Fahrradfahrer und Fußgänger haben in Kopenhagen oberste Priorität, der Platz für Autos wird verknappt. Kleine Ruheinseln, kostenlose Hafenbäder, grüne Flanierstraßen, breite Radwege – in jedem Stadtviertel wird genau das angelegt, was die Menschen dort brauchen. „Die Stadt um Radfahrer und Fußgänger herum zu bauen, ist unendlich viel billiger, als sie um Autos herum zu bauen“, das ist das Credo der beiden Architekten. Und so haben Jan Gehl und Camilla van Deurs Kopenhagen zu einer der lebenswertesten Städte der Welt gemacht. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 09.11.2019 ZDF
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    • Folge 83
      Climeworks-Gründer Jan Wurzbacher möchte ein Prozent des weltweiten Kohlenstoffdioxids aus der Luft holen. – Bild: ZDF und Simon Wolf.
      Climeworks-Gründer Jan Wurzbacher möchte ein Prozent des weltweiten Kohlenstoffdioxids aus der Luft holen. – Bild: ZDF und Simon Wolf.

      Smog, Feinstaub und Stickoxide belasten unsere Städte, das Klima – und unsere Gesundheit. „plan b“ zeigt innovative Methoden, die uns und unsere Städte wieder besser durchatmen lassen. In der EU sterben jährlich 400 000 Menschen an den Folgen von Schadstoffen in der Luft. In den Städten ist die Luft am schlechtesten, zugleich leben dort die meisten Menschen. Die Luftqualität gerade dort zu messen und zu verbessern, ist also dringend nötig. Wenn Larry Couchy in Paris mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, vermeidet er Straßen mit hoher Belastung. Das geht, weil die App „Plume Air Report“ ihm die Luftqualität anzeigt. Larry Couchy arbeitet für das Unternehmen und ist sicher: „Indem wir den Kontakt mit belasteter Luft vermeiden, können wir ein gesünderes Leben führen.“ Gleichzeitig soll die App die Menschen im Alltag für das Thema Luftverschmutzung sensibilisieren, damit sie sich stärker für politische und gesellschaftliche Maßnahmen zur Verbesserung der Luft einsetzen. Kohlenstoffdioxid ist Klimakiller Nummer eins. Jan Wurzbacher und Christoph Gebald haben eine Technologie entwickelt, mit der man der Luft CO2 entziehen kann, um es für industrielle Zwecke zu recyceln oder sogar ganz aus der Atmosphäre zu entfernen. Rund 900 Tonnen CO2 saugt ihre Anlage jährlich aus der Luft. Die Menge entspricht den Emissionen, die rund 200 Autos im Jahr ausstoßen. Die Vision der Gründer: „Wir wollen ein Prozent der globalen CO2-Emissionen aus der Erdatmosphäre holen.“ Um die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre zu senken, soll ein Teil des Gases ganz verschwinden. Auch dafür haben die beiden bereits Ideen entwickelt: In einer Pilotanlage auf Island speichern sie das CO2 schon in der Erde. Ein Hauptgrund für die dreckige Luft in unseren Städten sind Autoabgase. In Norwegen ist man schon weiter: Hier ist jedes fünfte verkaufte Auto bereits ein Elektroauto, getankt wird mit Ökostrom. Die norwegische Regierung verfolgt das Ziel, dass ab 2025 keine Autos mehr mit Verbrennungsmotoren verkauft werden. Die Hauptstadt Oslo geht noch weiter: Die Innenstadt erlaubt in vielen Bereichen keine Autos mehr. Weniger Autos bedeuten neben sauberer Luft auch neue Möglichkeiten der Raumgestaltung: 750 Parkplätze in der Innenstadt sind verschwunden, hier sind Sitzmöglichkeiten, Spielplätze und Grünflächen entstanden. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 16.11.2019 ZDF
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