Gesucht? Gefunden! – Schluss mit der Wohnungsnot
Folge 322 (45 Min.)
Umzugstag bei Johanna Frohneberg: Sie hat eine Wohnung zum Tauschen gefunden.Bild: ZDF und Felix Steiger, KölnMassenbesichtigungen, hohe Mieten, geplatzte Bauprojekte: Heute eine Wohnung zu finden, ist fast wie ein Sechser im Lotto. Es muss mehr gebaut werden – doch das ist nicht die einzige Lösung. Bewährte Wohnmodelle und alte Bauverfahren feiern ihr Comeback für mehr Wohnraum in Deutschland. Das Ziel: bestehende Gebäude und Räume besser nutzen. Dafür ziehen Mieter, Vermieter, Arbeitgeber und Städte an einem Strang – gegen die steigende Wohnungsnot. Vor allem in Großstädten wie Köln und München ist der Wohnungsmarkt angespannt.John Weinert möchte Abhilfe schaffen. Seine Idee: Wohnungstausch. Das Prinzip ist simpel, Personen, die zu viel Wohnraum haben, tauschen mit anderen, die mehr Platz brauchen. Dabei bringt Weinerts Online-Plattform passende Paare zusammen. Sein Wunsch: „Ich möchte Wohnungstausch in Deutschland als eine ganz normale Form der Wohnungssuche etablieren.“ Dafür berät er Städte und Gemeinden für mögliche eigene Tauschbörsen. Wie viel Platz brauchen wir wirklich, fragt sich auch Architekt Markus Plöcker. Wohnungen müssen laut Plöcker nicht groß sein, sondern clevere und praktische Grundrisse haben. Er setzt auf die weitere Nutzung leer stehender Gebäude. Bei seinem jüngsten Projekt in der Nähe von Frankfurt werden alte Büros zu 200 neuen Wohnungen umgebaut. Umwidmung heißt das in der Fachsprache. „Der Rohbau macht ungefähr ein Drittel der Kosten aus“, weiß Plöcker. Die Weiterverwendung spart Ressourcen, CO2 und Baukosten. Wird auf ein bestehendes Gebäude aufgestockt, entsteht noch mehr Wohnraum. Bis zu 2,7 Millionen Wohnungen könnten durch Aufstockungen in Deutschland entstehen. In Bayern wird ein altes Kloster um zwei weitere Etagen ergänzt. Die Bauteile werden in der firmeneigenen Produktionshalle vorgefertigt, sodass die Montage auf der Baustelle später sehr schnell geht. Die Modulbauweise stammt zwar aus der Nachkriegszeit, bekommt heute aber ein echtes Upgrade: Statt Beton verwendet die Firma nachhaltiges Holz. In Heidelberg erfahren gleich zwei alte Ideen ein Revival: Dort entstehen fünf neue Häuser in modularer Bauweise. Ein Geschoss mit vorgefertigten Außenwänden, Bädern und Decken ist in nur drei Tagen fertig. Bauträger ist die städtische Wohnungsgesellschaft, die dabei eng mit dem Universitätsklinikum – dem größten Arbeitgeber der Stadt – zusammenarbeitet. In die neuen Gebäude werden Klinikangestellte einziehen. „Wir haben immer mal wieder Bewerber, die tatsächlich keine Wohnung finden und dann absagen“, bemängelt Pflegedirektorin Yvonne Dintelmann. Damit das nicht mehr passiert, investiert die Klinik in Mitarbeiterwohnungen. Eine Idee aus dem 19. Jahrhundert, die heute wieder an Bedeutung gewinnt. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere So. 03.05.2026 ZDF Superstars der Natur – Wie uns Koralle, Seegras & Co. schützen
Folge 323 (45 Min.)Zur Renaturierung der Seegraswiese entnehmen die Wissenschaftler intakte Seegräser aus der Mitte der grünen Unterwasserteppiche und pflanzen diese anschließend um.Bild: ZDFKlimawandel, Überfischung, Verschmutzung – die Ozeane sind bedroht. Wie können wir den Lebensraum Meer besser schützen? Die Weltmeere bedecken mehr als zwei Drittel unseres Planeten. Sie dienen als Nahrungsquelle, sind Klimahelden und wichtig für die Artenvielfalt – und sie stehen unter Druck. Doch dank mariner Schutzgebiete oder Korallenriffen aus dem 3D-Drucker gibt es Hoffnung. Im Naturreservat Sept-Îles in der Bretagne erforscht ein deutsch-französisches Team den stark bedrohten Heringshai – eine Schlüsselart im Ökosystem Meer. Diese gefährdete Art kehrte vor wenigen Jahren in die Region zurück. Für die Forschenden sind das Wunder und Ansporn zugleich.Ihre wissenschaftlichen Daten liefern die Grundlagen für den Schutz bestimmter Zonen. „Meeresschutzgebiete wie dieses sind eines der besten Werkzeuge, die wir haben“, sagt Meeresbiologe Lukas Müller. „Denn wenn ich eine große Fläche Wasser schütze, dann kann das Leben im Ozean ganz schnell zurückkommen.“ Auch Korallenriffe sind in Not. In der Schweiz entwickelt ein Team um vier Meeresbiologinnen deshalb Tonmodule aus dem 3D-Drucker, mit denen sich Riffstrukturen nachbauen lassen. An ihnen können sich Korallenlarven ansiedeln. Eine große Hilfe für viele Meeresbewohner, denn sie sind auf Korallenriffe angewiesen. Das innovative Stecksystem des Schweizer Start-ups kommt weltweit zum Einsatz. Auf den Philippinen entsteht nun eine eigene Produktionsanlage. „Wir müssen groß denken, sonst erreichen wir nicht den Impact, den der Ozean braucht“, so Co-Gründerin Hanna Kuhfuss. In der kolumbianischen Karibik kämpft ein Professor für einen Hidden Champion: Seegraswiesen. Die unscheinbaren Gräser gehören zu den wichtigsten Lebensräumen des Meeres. Sie schützen das Klima, indem sie enorme Mengen Kohlenstoff speichern, sind Kinderstube für zahlreiche Fischarten und wichtig für den Küstenschutz. Doch weltweit sind bereits mindestens 30 Prozent dieses Ökosystems verloren. „Wir sind nur eine Spezies unter vielen“, sagt Meeresbiologe José Ernesto Mancera Pineda. „Unsere Zukunft hängt von den anderen Arten ab.“ Deshalb bringt er zwei Anliegen zusammen: Umweltschutz und nachhaltigen Tourismus. Der „pan b“-Film „Wie uns Koralle, Seegras & Co. schützen“ zeigt Lösungsansätze, wie wir den einzigartigen Lebensraum Meer besser bewahren können. Die Dokumentation bildet den Auftakt der Reihe „Superstars der Natur“, die sich mit innovativen Lösungsansätzen, einzigartigen Ökosystemen und außergewöhnlichen Klimahelden beschäftigt. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Mi. 03.06.2026 ZDF
