• Folge 323 (45 Min.)
    Zur Renaturierung der Seegraswiese entnehmen die Wissenschaftler intakte Seegräser aus der Mitte der grünen Unterwasserteppiche und pflanzen diese anschließend um. – Bild: ZDF
    Zur Renaturierung der Seegraswiese entnehmen die Wissenschaftler intakte Seegräser aus der Mitte der grünen Unterwasserteppiche und pflanzen diese anschließend um.
    Klimawandel, Überfischung, Verschmutzung – die Ozeane sind bedroht. Wie können wir den Lebensraum Meer besser schützen? Die Weltmeere bedecken mehr als zwei Drittel unseres Planeten. Sie dienen als Nahrungsquelle, sind Klimahelden und wichtig für die Artenvielfalt – und sie stehen unter Druck. Doch dank mariner Schutzgebiete oder Korallenriffen aus dem 3D-Drucker gibt es Hoffnung. Im Naturreservat Sept-Îles in der Bretagne erforscht ein deutsch-französisches Team den stark bedrohten Heringshai – eine Schlüsselart im Ökosystem Meer. Diese gefährdete Art kehrte vor wenigen Jahren in die Region zurück. Für die Forschenden sind das Wunder und Ansporn zugleich. Ihre wissenschaftlichen Daten liefern die Grundlagen für den Schutz bestimmter Zonen. „Meeresschutzgebiete wie dieses sind eines der besten Werkzeuge, die wir haben“, sagt Meeresbiologe Lukas Müller. „Denn wenn ich eine große Fläche Wasser schütze, dann kann das Leben im Ozean ganz schnell zurückkommen.“ Auch Korallenriffe sind in Not. In der Schweiz entwickelt ein Team um vier Meeresbiologinnen deshalb Tonmodule aus dem 3D-Drucker, mit denen sich Riffstrukturen nachbauen lassen. An ihnen können sich Korallenlarven ansiedeln. Eine große Hilfe für viele Meeresbewohner, denn sie sind auf Korallenriffe angewiesen. Das innovative Stecksystem des Schweizer Start-ups kommt weltweit zum Einsatz. Auf den Philippinen entsteht nun eine eigene Produktionsanlage. „Wir müssen groß denken, sonst erreichen wir nicht den Impact, den der Ozean braucht“, so Co-Gründerin Hanna Kuhfuss. In der kolumbianischen Karibik kämpft ein Professor für einen Hidden Champion: Seegraswiesen. Die unscheinbaren Gräser gehören zu den wichtigsten Lebensräumen des Meeres. Sie schützen das Klima, indem sie enorme Mengen Kohlenstoff speichern, sind Kinderstube für zahlreiche Fischarten und wichtig für den Küstenschutz. Doch weltweit sind bereits mindestens 30 Prozent dieses Ökosystems verloren. „Wir sind nur eine Spezies unter vielen“, sagt Meeresbiologe José Ernesto Mancera Pineda. „Unsere Zukunft hängt von den anderen Arten ab.“ Deshalb bringt er zwei Anliegen zusammen: Umweltschutz und nachhaltigen Tourismus. Der „pan b“-Film „Wie uns Koralle, Seegras & Co. schützen“ zeigt Lösungsansätze, wie wir den einzigartigen Lebensraum Meer besser bewahren können. Die Dokumentation bildet den Auftakt der Reihe „Superstars der Natur“, die sich mit innovativen Lösungsansätzen, einzigartigen Ökosystemen und außergewöhnlichen Klimahelden beschäftigt. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 03.06.2026 ZDF
  • Folge 324 (45 Min.)
    Das Awareness Team von „think SI3“ mit Infostand im Berliner Mauerpark
    Dunkle Parks und Stadtviertel, feiernde Massen: Angsträume gibt es überall. Sie wirken bedrohlich – auch ohne Taten. Neuen Ideen stärken Vertrauen und machen öffentliche Orte sicherer. Um sich auf Straßen, Plätzen und Partys wohler zu fühlen, setzen Städte auf neue Technik, soziale Präsenz und vorausschauende Stadtplanung – etwa mit einer App in München, Awareness-Teams in Berlin, KI im Bremer Nahverkehr und neu gestaltete Viertel in Wien. Tilman Rumland entwickelte die Sicherheitsapp Safe Now – ausgelöst durch ein persönliches Erlebnis: Seine damalige Freundin wurde in einem Klub Opfer eines Übergriffs und konnte keine Hilfe holen. „Ich war fassungslos. Und dachte: Dafür muss es im 21. Jahrhundert doch eine Lösung geben.“ Seine Antwort: ein Alarmsystem, das per Smartphone ausgelöst wird. Über eine App wird das Sicherheitspersonal alarmiert – inklusive präziser Ortung, auch ohne Mobilfunknetz. Doch Technik allein reicht nicht. Das Berliner Unternehmen think SI3 will Konflikte lösen, bevor sie eskalieren – durch Präsenz, Kommunikation und Vertrauen – kurz Awareness. Im Berliner Mauerpark und am Bahnhof Zoo ist Varvara Borodkina mit ihrem Team im Einsatz, um zu vermitteln und Übergriffe zu verhindern. Um das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum nachhaltig zu verbessern, setzt Wien auf geschlechtssensible Stadtplanung. Angsträume umgestalten – oder gleich anders zu planen – das ist das Ziel der Architektursoziologin Julia Girardi-Hoog. Mit ihrem Gender Planning Netzwerk baut sie bedrohlich wirkende Plätze um zu freundlichen, gut beleuchteten, einladenden Orten. Im öffentlichen Nahverkehr steigen die Gewaltdelikte. Deshalb testet Bremen in seinen Straßenbahnen, ob künstliche Intelligenz für mehr Sicherheit sorgen kann. Kai Harmening vom Start-up Just Ad AI hat ein System entwickelt, das Konflikte und Gewalt im Fahrgastraum erkennt und automatisch die Leitstelle alarmiert. Über die „plan b“-Reihe „City Vibes“: Unsere Städte sind Treffpunkt, Arbeitsplatz und Lebensraum zugleich – rund 77 Prozent der Deutschen leben in urbanen Gebieten. Sie angenehm zu gestalten, fördert sowohl die körperliche als auch die mentale Gesundheit. Sicherheit und Klimatisierung sind zentrale Stellschrauben, um unsere Städte lebenswerter zu machen. Wenn klassische Verbesserungsmethoden an ihre Grenzen stoßen, sind innovative Lösungen gefragt. Teil zwei „plan b: City vibes – Wie kühlen wir unsere Städte ab“ wird Sonntag, 5. Juli 2026, um 15:30 Uhr gesendet. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere So. 28.06.2026 ZDF
  • Folge 325
    Viel Beton, dichte Bebauung, wenig Grün: Im Sommer verwandeln sich Städte in Hitzefallen – für viele Menschen mit gefährlichen Folgen. Ideen für kühle und lebenswerte Städte sind gefragt. Millionen Menschen leiden unter immer extremeren Temperaturen. Mit kluger Architektur, wiederentdeckter Technik und grünen Oasen versuchen Städte in ganz Europa, sich abzukühlen und fit für die Zukunft zu machen. Eine Reise zu wirksamen Lösungen gegen die Hitze. In Delft entsteht das höchste Wohngebäude der Niederlande ohne Betonkern. So soll der ökologische Fußabdruck möglichst gering bleiben und weitere Erderwärmung vermieden werden. Architekt Tim Vermeend sieht die Baubranche in der Verantwortung: „Wir müssen Städte bauen, die Teil der Lösung sind und nicht Teil des Problems.“ Ein innovatives Begrünungskonzept unterstützt diese Vision. Dafür bringen Daan Grasveld und sein Team Bäume auf das Dach und die Balkone des zehnstöckigen Holzhochhauses, um es auf natürliche Weise zu kühlen. Im benachbarten Leiden wird zusätzlich Moos als Fassadenbegrünung getestet, um Hitze weiter zu reduzieren. Während Nordeuropa seine Städte für die Hitze wappnet, erlebt Südeuropa sie bereits mit voller Wucht: In Athen steigen die Temperaturen im Sommer regelmäßig über 40 Grad Celsius. Die dicht bebaute Stadt hat kaum Bäume oder Parks, die für Abkühlung sorgen. Die Landschaftsarchitektin Dimitra Theochari erlebt jedes Jahr, wie stark die Hitze den Alltag einschränkt: „Athen muss dringend hitzeresilienter werden.“ Ein Ansatz sind Netzwerke aus kleinen grünen Oasen, sogenannte Tiny Forests. Sie sollen Schatten, Verdunstungskühle und Luftzirkulation bringen. Zudem testet die Stadt neue Straßenbeläge, die Sonnenstrahlen reflektieren – inspiriert von den weißen Häusern auf Kreta. Im Kampf gegen die Hitze lohnt sich auch ein Blick in die Vergangenheit: In Sevilla verbindet das Team um María de la Paz Montero Gutiérrez jahrhundertealte, wasser- und erdbasierte Kühltechnik aus dem alten Persien mit moderner Technologie. Die Ingenieurin erklärt: „Mit unserer Arbeit wollen wir kühlende Orte schaffen, die vielen heißen Städten Entlastung bringen könnten.“ Aktuell entwickelt sie den Prototyp einer Bushaltestelle, die die Umgebungstemperatur spürbar senkt. Unsere Städte sind Treffpunkt, Arbeitsplatz und Lebensraum zugleich – rund 77 Prozent der Deutschen leben in urbanen Gebieten. Sie angenehm zu gestalten, fördert sowohl die körperliche als auch die mentale Gesundheit. Sicherheit und Klimatisierung sind zentrale Stellschrauben, um unsere Städte lebenswerter zu machen. Wenn klassische Verbesserungsmethoden an ihre Grenzen stoßen, sind innovative Lösungen gefragt. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere So. 05.07.2026 ZDF

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