Zweiter Versuch: Nitro bringt „Malcolm mittendrin“ zurück

    Comedyserie bald wieder am Vorabend zu sehen

    Glenn Riedmeier – 29.04.2020, 12:47 Uhr

    „Malcolm mittendrin“

    Im Dezember 2019 brachte Nitro die Comedyserie „Malcolm mittendrin“ zurück ins deutsche Fernsehen und strahlte sie am Vorabend von Anfang an aus. Eigentlich war eine Wiederholung sämtlicher Staffeln angekündigt, doch nach nur einem Monat brach der Spartenkanal die Ausstrahlung ab – und ersetzte die Serie durch den Dauerbrenner „ALF“ (fernsehserien.de berichtete). Der schlägt sich aus Quotensicht etwas besser, dennoch wagt Nitro bald einen zweiten Versuch mit „Malcolm mittendrin“.

    Nachdem am 22. Mai die letzten beiden „ALF“-Folgen gezeigt werden, übernimmt in der darauffolgenden Woche ab dem 25. Mai „Malcolm mittendrin“ den Sendeplatz. Gezeigt werden montags bis freitags ab 19:25 Uhr zwei Episoden am Stück. Nitro setzt die Ausstrahlung dort fort, wo sie Ende Dezember unterbrochen wurde. Los geht es daher mit Folge 2x17 („Das Familien-Duell“).

    Im Mittelpunkt der Serie steht der elfjährige Malcolm (Frankie Muniz), der weiß, was das Beste an der Kindheit ist: Dass sie irgendwann vorbei ist. Bis es endlich so weit ist, hofft er, nicht allzu viele Erniedrigungen aushalten zu müssen. Ein Wunsch, der ihm allerdings nicht erfüllt wird. Dies verhindert zum einen seine chaotische und peinliche Familie mit der übermächtigen Mutter Lois (Jane Kaczmarek), dem schwächlichen Vater Hal (Bryan Cranston), Malcolms älterem Bruder Reese (Justin Berfield), dessen Fäuste genau doppelt so schnell arbeiten wie sein Gehirn, und Malcolms jüngerem Bruder Dewey (Erik Per Sullivan), einem bemitleidenswert doofen Schlafanzugkind. Cool ist eigentlich nur der älteste Bruder, Francis (Christopher Kennedy Masterson), ein ewiger Rebell mit Hang zu mörderischen und selbstmörderischen Aktionen, den die Eltern konsequenterweise irgendwann in eine Militärschule abgeschoben haben.

    Als wäre all das noch nicht schlimm genug, stellt sich bei einem Test heraus, dass Malcolm überdurchschnittlich intelligent ist, weshalb er in die Hochbegabtenklasse wechselt. Dies diskreditiert ihn bei allen respektablen Gleichaltrigen völlig. Da ist es dann auch fast egal, dass Malcolms bester Freund der schwarze Rollstuhlfahrer Stevie Kenarban (Craig Lamar Traylor) aus der Hochbegabtenklasse ist, der jeden Satz ermüdend langsam Wort für Wort aushaucht.

    Hauptfigur Malcolm ist zugleich Erzähler der Serie – seine Kommentare sind besonderes Kennzeichen der Sitcom. Immer wieder durchbricht er die sprichwörtliche „vierte Wand“ und dreht sich zur Kamera, um den Zuschauern seine Verzweiflung an der Welt und seinem Schicksal direkt mitzuteilen. Serien wie „Parker Lewis“ und „Clarissa“ wandten dieses Stilmittel schon zuvor an. Darüber hinaus ist „Malcolm mittendrin“ eine der schnellsten Comedyserien überhaupt. In den rund 22-minütigen Episoden werden häufig bis zu vier Handlungsstränge parallel erzählt. Überflüssige Szenen werden bewusst übersprungen. In manchen Folgen wird die Metaebene weiter ausgereizt, indem mehrere Varianten präsentiert werden, wie sich eine Geschichte hätte weiterentwickeln können.

    Trotz der Pointendichte, der Überzeichnungen und des allgemein hohen Tempos sind die Haupt- und Nebencharaktere komplex gezeichnet und bieten Identifikationspotenzial. Insgesamt 151 Folgen in sieben Staffeln wurden produziert und von 2000 bis 2006 beim Network FOX ausgestrahlt. Im Gegensatz zu den USA blieb die Serie in Deutschland lange nur ein Geheimtipp. Die erste Staffel wurde 2001 noch am Montagabend um 21:45 Uhr auf ProSieben erstausgestrahlt, die weiteren Staffeln wurden dann wegen enttäuschender Quoten auf den Samstagnachmittag verlegt.

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