ViacomCBS: Sender Pop TV beendet „Flack“, „Florida Girls“ und „Best Intentions“

    Kleiner US-Sender vor gravierender Umstrukturierung

    Bernd Krannich – 05.03.2020, 14:26 Uhr

    „Flack“

    Der amerikanische Sender Pop TV wird von harten Umstrukturierungen getroffen. Er gehört zu CBS Corp, das im vergangenen Dezember mit Viacom zu ViacomCBS vereinigt wurde und sich nun neu aufstellt (fernsehserien.de berichtete). Die Spitze des Gesamtkonzerns hat bei Pop TV weitreichende Entlassungen angekündigt und das sofortige Ende von drei fiktionalen Serien beim Sender verfügt: „Flack“, „Florida Girls“ und „Best Intentions“. Dazu kommt, dass die vierte Serie – das in Kanada eingekaufte „Schitt’s Creek“ – aktuell in der letzten Staffel ist. Somit bleibt zunächst nur die nach der Netflix-Absetzung gerettete Serie „One Day at a Time“ – deren Wechsel zur Konzernschwester TVLand wurde wohl überlegt, doch zunächst bleibt es bei der Ausstrahlung der neuen Staffel ab dem 24. März.

    Die Serie „Flack“ hatte Pop TV mit dem britischen Sender W (ehemals Watch) zusammen hergestellt, die zweite Staffel dürfte schon abgedreht sein. Eigentlich war die Ausstrahlung bei Pop TV auch schon für den 13. März angesetzt (fernsehserien.de berichtete), allerdings ist das nun hinfällig. Laut Deadline haben sich Produzenten und ViacomCBS wohl darauf geeinigt, dass für die sechs neuen Episoden eine neue US-Heimat gesucht werden kann. Gleiches gilt auch für die beiden anderen Serien.

    Die Sitcom „Florida Girls“ hatte gerade mit der Produktion einer zweiten Staffel begonnen, die laut Deadline aktuell auch fortgesetzt wird. Die Serie handelt von vier Freundinnen, die eher ärmlich in einer Kleinstadt in Florida leben und versuchen, ihr Leben allen äußeren Widerständen zum Trotz zu gestalten.

    „American Pie“-Autor Adam Herz steht hinter „Best Intentions“, dessen Dreharbeiten in zwei Wochen anlaufen sollten. David Fynn („Undateable“) spielt darin den alleinerziehenden Vater Andy Banks, der an der Schule seines Teenagers als „Guidance Counselor“ (eine Mischung aus Studien- und Berufsberater sowie Vertrauenslehrer) arbeitet. Dort ist er insgeheim in eine Kollegin verknallt, rattert aber von einer Peinlichkeit in die nächste.

    Nach der Wiedervereinigung von Viacom (mit MTV, VH-1, Comedy Central) mit CBS Corp. muss sich das neue Unternehmen finden – immerhin kam die Vereinigung für die Aktionäre mit dem Versprechen von „Einsparungen“ und „Synergieeffekten“. Dazu gehört auch ausdrücklich eine Konzentration auf eigene Inhalte – alle drei nun abgeknapsten Pop-Serien wurden von externen Produktionsstudios hergestellt. Das gilt übrigens auch für die Fortsetzung von „One Day at a Time“.

    Da im neuen Gesamtunternehmen vor allem Personal von Viacom die Führungspositionen hat, werden dabei nachvollziehbarerweise die CBS-Pläne geschröpft. Zu denen gehörte der Ausbau von Pop TV zu einem Sender für junges Publikum (CBS selbst hat in den USA einen Altersschnitt bei den Zuschauern wie unser ZDF). Diese Zuschauerschaft decken aber schon mehrere Viacom-Sender ab. Zudem will der neue Konzern sein Streamingangebot aufstocken. Anders als bei einem Nischensender, der mit einzelnen Eigenproduktionen dafür sorgt, dass die Zuschauer ihn überhaupt im überbordenden Senderangebot auf dem Fernseher einrichten und auf der Fernbedienung finden, braucht es da keine kleinen Serien.

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