„Unser Lied für Rotterdam“ verzichtet auf Vorentscheid-Show

    NDR präsentiert neues Auswahlverfahren und neue Delegationsspitze

    Lukas Respondek – 10.02.2020, 10:27 Uhr

    Barbara Schöneberger in einem Teaser-Video zu „Unser Lied für Rotterdam“

    Nach Wochen des Schweigens äußert sich der NDR erstmals zum diesjährigen deutschen Beitrag für den „Eurovision Song Contest“ – in Form eines ersten Teaser-Videos. Darin besingt Barbara Schöneberger das neue Auswahlverfahren, das auf ein Televoting verzichtet. Der deutsche Beitrag steht derweil bereits fest.

    Wer mit welchem Beitrag im Mai nach Rotterdam geschickt werden soll, wird am 27. Februar um 21:30 Uhr in einer zeitversetzt ausgestrahlten Enthüllungsshow bei One verkündet. Barbara Schöneberger soll diese 45-minütige Sendung moderieren – und verrät im heute veröffentlichten Video, wie der NDR verfahren ist:

    Zwei unabhängige Jurys haben sich bereits in einem mehrstufigen Verfahren für einen Beitrag entschieden. Der vom NDR intern nominierte „ESC“-Act wurde sowohl einer Expertenjury als auch einer Eurovisions-Jury vorgeschlagen. Die internationale Expertenjury besteht aus 20 internationalen Musikprofis, die sich bereits in der nationalen Jury ihres Heimatlandes bewiesen haben. Die Eurovisions-Jury setzt sich dagegen aus 100 Menschen aus Deutschland zusammen, die den Zuschauergeschmack abbilden sollen.

    Durch die frühe Festlegung auf einen deutschen „ESC“-Act erhofft sich Christian Blenker, neuer ARD-Teamchef für den „Eurovision Song Contest“, „deutlich mehr Zeit für die Inszenierung“. Fans werden sich also wohl auf eine ansprechende Choreografie freuen können. Auch Alexandra Wolfslast ist als Head of Delegation neu im deutschen „ESC“-Team. Zuvor arbeitete sie im Programm-Management des Pop-Radiosenders NDR 2. Seit dem 1. Dezember ist sie in der NDR-Fernsehabteilung Fiktion und Unterhaltung tätig.

    Mit dem Wechsel zur internen Nominierung sieht sich der NDR im internationalen Trend: Immer mehr europäische Rundfunkanstalten würden ihre „ESC“-Beiträge intern auswählen. Dass es anders geht, war am vergangenen Wochenende in gleich vier Ländern zu sehen: Australien, Italien, Malta und Lettland haben sich in eigenen Vorentscheid-Shows auf ihre Künstler festgelegt.

    Dass der deutsche Beitrag für den „Eurovision Song Contest“ zuletzt intern ausgewählt wurde, ist bereits einige Jahre her: 2009 erreichte das Duo „Alex Swings Oscar Sings!“ mit „Miss Kiss Kiss Bang“ lediglich den 20. von 25 Platzierungen. Ein Jahr später siegte Lena Meyer-Landrut mit ihrem Song „Satellite“ – ausgesucht in einem Vorentscheid, an dem auch ProSieben beteiligt war.

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