„The Walking Dead“: In Alexandria fallen die „Masken“ – Review

    Unser Recap zur vierten Folge der zehnten Staffel

    Jana Bärenwaldt
    Rezension von Jana Bärenwaldt – 28.10.2019, 23:00 Uhr

    Lydia (Cassady McClincy) sucht Rat bei Negan (Jeffrey Dean Morgan) – Bild: AMC
    Lydia (Cassady McClincy) sucht Rat bei Negan (Jeffrey Dean Morgan)

    In der aktuellen „The Walking Dead“-Folge „Masken“ geht es um die zunehmende Paranoia vor den Whisperers, die sich vor allem in Alexandria ausbreitet. Unter den Folgen muss besonders Lydia (Cassady McClincy) leiden. In schwierigen Zeiten zeigen die Menschen schnell ihr wahres Gesicht, das sie sonst womöglich unter einer Maske verbergen. Und obwohl die Wahrheit oft hässlich ist, könnte es sein, dass sich unter einem Feindbild womöglich ein neuer Verbündeter verbirgt.

    Ezekiel (Khary Payton) kann nicht schlafen, was jedoch weniger an der stürmischen Nacht, sondern mehr an seinen aufgewühlten Gedanken liegt. Als er von draußen Schreie hört, ist er mit einem Satz aus dem Bett. Ein großer Baum ist vor Hilltop umgestürzt und hat einen Teil der Mauer sowie ein dahinter stehendes Gebäude schwer beschädigt. Neun Einwohner wurden bei dem Vorfall verletzt. Jedoch glaubt Connie (Lauren Ridloff) nicht an einen unglücklichen Zufall. Als sie das ihrer Schwester Kelly (Angel Theory) mitteilt, mischt sich Schmied Earl (John Finn) ein. Für ihn ist klar, dass die Whisperer hinter dem scheinbaren Unfall stecken.

    In der Zwischenzeit äußert Judith (Cailey Fleming) gegenüber Michonne (Danai Gurira) ähnliche Gedanken. Die beiden sind gerade mit Eugene (Josh McDermitt) auf dem Weg nach Hilltop. Auch Michonne ist bereits der Gedanke gekommen, dass die Whisperer sich möglicherweise nicht an ihren Teil der Abmachung halten und langsam versuchen, sie zu schwächen. Und somit hat Earl wahrscheinlich Recht damit, dass sie sich bereits mitten in einem Krieg befinden, wenn auch in einem Kalten. Michonne wird aus ihren Überlegungen gerissen, als sie in einiger Entfernung Ezekiel bemerkt. Sie trennt sich von der Gruppe, um nach ihrem Freund zu sehen.

    Gegenüber den anderen versucht Ezekiel (Khary Payton) den Schein zu wahren.
    Gegenüber den anderen versucht Ezekiel (Khary Payton) den Schein zu wahren.

    Ezekiel ist in sehr schlechter Verfassung als Michonne ihn schließlich findet. Der einstmals durchweg optimistische König hat alles verloren, was ihm einst wichtig war, und ist nur noch ein Schatten seiner Selbst. Als Michonne versucht, ihn zu trösten, kommt es in der Verwirrung zu einem Kuss. Momente später können die beiden aber schon darüber scherzen. Ezekiel fühlt sich hilflos, aber Michonne hält ihn an, nicht aufzugeben.

    In Alexandria muss Lydia sich den wachsenden Anfeindungen von den anderen Gemeindemitgliedern stellen. Mit ihrem Hintergrund als Alphas (Samantha Morton) Tochter hat sie ohnehin einen schweren Stand. Jedoch spitzt sich für sie die Lage zu, als die lauernde Bedrohung durch die Whisperer zu immer mehr Paranoia innerhalb der Community führt und die Menschen einen Sündenbock suchen. Negan (Jeffrey Dean Morgan) und Daryl (Norman Reedus) stehen als einzige auf ihrer Seite und verteidigen sie aktiv gegen die Anfeindungen. Jedoch sieht Daryl es überhaupt nicht gerne, dass Lydia Zeit mit dem ehemaligen Anführer der Saviors verbringt.

    Besonders auf sie abgesehen haben es zwei Mitglieder der Highwaymen, Margo (Jerri Tubbs) und Alfred (David Shae), sowie Gage (Jackson Pace), der bei dem Whisperer-Massaker seine Freunde Rodney (Joe Ando-Hirsh) Addy (Kelley Mack) und Henry (Matt Lintz) verloren hat. Ihre Wut und ihr Verlangen nach Rache richten sich auf Lydia, obwohl diese ebenfalls unter dem Tod von Henry leidet. Als ein Graffiti an die Tür von dem Haus von Carol (Melissa McBride), Daryl und Lydia geschmiert wird, welches „Silence the Whispers“ („Bringt die Whisperer zum Schweigen“) besagt, liegt der Verdacht nahe, dass die Drei dahinter stecken.

    Lydia (Cassady McClincy) wird zur Zielscheibe.
    Lydia (Cassady McClincy) wird zur Zielscheibe.

    Zumindest schrecken Margo, Alfred und Gage auch nicht vor körperlicher Gewalt zurück und lauern Lydia später in der Nacht auf. Obwohl sie ihr angeblich nur einen Schrecken einjagen wollten, eskaliert die Situation schnell und Lydia wird übel zugerichtet. Bevor noch Schlimmeres passieren kann, taucht auf einmal Negan auf, der dazwischen geht und Margo von dem Mädchen fortreißt. Dabei prallt Margo so unglücklich gegen die Wand hinter ihr, dass sie eine tödliche Kopfverletzung davonträgt.

    Jetzt richtet sich der Zorn der Gemeinde gegen Negan und Daryl sieht sich auf einmal der paradoxen Situation gegenüber, dass er tatsächlich auf Negans Seite steht. Er und Carol wissen, dass der wahre Feind außerhalb ihrer Mauern zu finden ist, aber die Stimmung in der Gemeinde droht trotzdem zu kippen. Die Entscheidung über Negans Schicksal wird dem Rat übertragen.

    In Hilltop wird die Lage mittlerweile brenzlig, als eine Herde Walker Kurs auf die beschädigte Mauer nimmt. Magna (Nadia Hilker), Yumiko (Eleanor Matsuura), Luke (Dan Fogler), Connie und Kelly versuchen ihr Möglichstes, um die Mauer zu verteidigen, sehen sich aber einer Übermacht an Untoten gegenüber. Dabei drängt sich die Frage auf, warum kein anderer mit ihnen gemeinsam die Stellung hält. Es kommt, wie es kommen muss und die Mauer fällt. Zum Glück erreicht in diesem Moment Michonnes Gruppe Hilltop und gemeinsam können sie die Gemeinde verteidigen.

    Connie (Lauren Ridloff) und Kelly (Angel Theory) verteidigen Hilltop.
    Connie (Lauren Ridloff) und Kelly (Angel Theory) verteidigen Hilltop.

    Später lässt sich Michonne von Daryl per Funk auf den neuesten Stand bringen. Sie überträgt ihm für die Zeit ihrer Abwesenheit ihre Stimme im Rat und appelliert eindringlich an ihn, Lydia um jeden Preis zu beschützen. Michonne glaubt, dass Lydias Sicherheit vielleicht der Grund ist, warum Alpha statt der gigantischen Walker-Horde bisher nur kleine Wellen geschickt hat. Allmählich ergibt die Strategie der Whisperer-Anführerin einen Sinn und erklärt auch ihre überraschende Milde in der letzten Folge.

    In der eilig einberufenen Ratssitzung in Alexandria wird eine hitzige Diskussion geführt. Siddiq (Avi Nash) stimmt gegen eine Exekution von Negan, da dies sämtlichen Regeln ihrer neu aufgebauten Zivilisation widersprechen würde und schlägt stattdessen vor, sich auf das Whisperer-Problem zu fokussieren. Überraschenderweise ist es gerade Aaron (Ross Marquand), der ihm widerspricht. Man sollte meinen, dass er mittlerweile besser auf Negan zu sprechen sein sollte, nachdem dieser sein Leben gerettet hat. Daryl ist ebenfalls gegen eine Verurteilung, denn er glaubt Lydia.

    Somit herrscht Gleichstand und die Entscheidung hängt an Gabriel (Seth Gilliam), der diese kurzerhand auf den nächsten Morgen vertagt. Allerdings scheint es relativ sicher, dass der Priester sich ebenfalls zu Negans Gunsten entscheiden wird, da er stets an das Gute in Menschen glaubt. Dazu soll es jedoch nicht mehr kommen, denn als Gabriel am nächsten Morgen Negan einen Besuch in dessen Zelle abstatten will, ist er verschwunden. Schnell wird klar, dass jemand Negan absichtlich frei gelassen hat.

    Lydia gibt fälschlicherweise an, dass sie Negan zur Flucht verholfen hat. Sie fühlt sich nach dem gewalttätigen Zwischenfall in der Zelle sicherer als draußen. Zudem sind die Graffitis mittlerweile über ganz Alexandria verteilt.

    Luke (Dan Fogler) verabschiedet sich von seinen Freunden.
    Luke (Dan Fogler) verabschiedet sich von seinen Freunden.

    Derweil empfängt Michonne einen alarmierenden Anruf aus Oceanside. Anscheinend hat Rachel (Avianna Mynhier) Whisperer nahe ihres Camps gesehen. Michonne glaubt nun erst recht nicht länger an Zufälle und rüstet sich gemeinsam mit Judith zur Abreise. Eugene will vorerst in Hilltop verbleiben. Wahrscheinlich braucht er Abstand von Rosita (Christian Serratos). Dafür schließt sich Luke Michonne an, da er auf ein Wiedersehen mit der Oceanside-Frau Jules (Alex Sgambati) hofft. Während sich die Folge sehr viel Zeit lässt, um Lukes emotionale Verabschiedung von seinen Freunden in Hilltop zu zeigen, kann man sich des unguten Gefühls nicht erwehren, dass dies vielleicht ein Abschied für immer ist.

    Fazit

    Während es die ersten beiden Episoden der Staffel noch vergleichsweise ruhig angehen ließen, wird das Tempo der Serie seit der letzten Folge merklich angezogen. Dadurch werden die Episoden immer kurzweiliger. Momentan scheint für die Whisperer alles nach Plan zu laufen, aber so leicht lässt sich Michonne nicht hinters Licht führen. Zudem bleibt natürlich die Frage, wohin Negan auf einmal verschwunden ist, und ob er sich noch als größere Hilfe als gedacht erweisen wird.

    © Alle Bilder: AMC

    Über die Autorin

    Jana Bärenwaldt

    Jana Bärenwaldt entdeckte ihre Leidenschaft für Fernsehserien mit der Ausstrahlung von „The Tudors“ im deutschen Fernsehen. Bis heute ist die Historienserie eins ihrer favorisierten Genres, weswegen sie diesem Thema auch ihre Bachelorarbeit gewidmet hat. Mittlerweile schaut sie aber bunt gemischt, von Drama über Fantasy bis hin zu Anime Serien. Seit März 2016 ist Jana neben ihrem Studium der Medienwissenschaften in der Redaktion von fernsehserien.de tätig und schreibt dort hauptsächlich für TV-Serien aus dem englischsprachigen Raum.

    Lieblingsserien: The Walking Dead, Outlander, Westworld

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Persönlich kann ich den Vergleich mit den Comics nie nachvollziehen. Da mag es die großen Handlungsbögen geben, aber das Figuren-Universum ist ganz anders. Es gibt beispielsweise weder Daryl noch Merle usw. Tyreese war dort schon tot, bevor es ihn in der Serie handlungsmäßig überhaupt gab. Daher finde ich es auch super, dass so die Serie schon nicht enden kann!

      Bisher fand ich die 8. Staffel etwas lahm, aber seit der neunten ist der Drive wieder da. Judith ist klasse, wobei mich Carl schon seit der ersten Folge mitsamt seiner Mutter nur genervt hat. Daher vermisse ich ihn nicht. Negans richtige große Zeit wird wohl noch kommen, hoffentlich reißt er Alpha und Beta richtig den A**** auf :-)

      Bezüglich Realismus ... das ist eine fiktive Serie ... hab auch noch nie live einen Zombie gesehen ;-). Mir genügt es, unterhalten zu werden. Um es mit einem Augenzwinkern zu sagen, wäre es mir auch als Blooper egal, ob da auf einem Tisch ein Starbucks-Becher steht. Da gab es ha bezüglich einer anderen Serie einen riesen Aufstand.

      Also für meinen Geschmack kann ich noch auf ein paar Staffeln hoffen, am liebsten mit einer Zusammenführung des ganzen TWD Universums mit allen Serien und den Filmen und einem ordentlichen Ende! Das wäre wünschenswert.
      • (geb. 1975) am melden

        Ich wieder finde Judith nervig,altklug und Overpowerd dargestellt,Carl hatte, gerade zum Ende hin eine super Charakterentwicklung durch und gefiel mir da sehr.Dieses argumentieren mit " ja is ja ne fiktive Serie" kann ich nicht ganz nachvollziehen.Da man bisher eigentlich Wert auf eine eher Bodenständige Inszenierung legte.Eben "was wäre wenn"..gerade die erste Staffel erklärte uns das es sich um einen Virus handle der aber wohl nicht in der Lage ist die Physikalischen Gesetze außer Kraft zu setzen.Von daher fällt mir schon auf wenn eine 9 jährige auf einmal einen schweren Colt abfeuert,der ihr eigentlich die Hände brechen müsste durch seinen immensen Rückstoß.Wem es reicht unterhalten zu werden,dem gönn ich ja seinen Spaß.Aber was hier teilweise an Anfeindungen abgeht,sobald man mal auf Fehler hinweißt, is ja nicht mehr feierlich.Und dann werden Links verteilt,die so nützlich sind wie Gefrierschränke in der Arktis,blos um das eigene Unvermögen zu verschleiern.Wer siche in wenig in der Film und TV Szene auskennt,weiß wie ernst man die Angaben von Filmstarts.de nehmen kann.Die sind meist nur Platzhalter.
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    • (geb. 1977) am melden

      Bevor Du Dich noch ins Koma meckerst: Den genauen Starttermin konnte ich noch nicht herausfinden.

      http://www.filmstarts.de/kritiken/269283/trailer/19572615.html


      Auf der einen Seite ist es Dir zu langatmig, auf der anderen Seite dann zu schnell und zu wenig Aufbau.....
      richtig !!!
      da kommt noch ein Aber...




      ABER......

      Zu bemängeln das es "unrealistisch" ist wenn ein kleines Mädchen einen Colt Pyton 357 Magnum abfeuert und nicht aus den Latschen kippt, ist bei einer ....(Achtung es kommt).......ZOMBIESERIE ....wohl das Weltberühmte Motzen auf höchstem Niveau.
      Ich find es auch Kacke das sie einem weiß machen man könne sein Auge direkt ans Zielfernrohr drücken wenn man den Abzug betätigt ohne dabei mindestens ein schmerzhaftes Veilchen zu kassieren.
      Aber hey....das ist Fernsehen
      Warum schaust Du die Serie eigentlich noch wenn es Dir überhaupt nicht mehr gefällt oder zu Unrealistisch ist?
      Das ist eine Unterhaltungssendung von der sich sogar noch der dümmste Hund auf der Welt UNTERHALTEN lassen soll..... da ist keine Platz für realistische Ballistik denn dann wäre es dahin mit der Unterhaltung wenn man nicht gleichzeitig mit zwei M4 auf verschiedene Ziele Ballern würde und jeder Schuß trifft.
      Schau Dir Videos vom Schießstand an wenn Du realistische Ballistik willst oder noch besser geh selbst schießen da ist die Unterhalung immer noch am besten.


      Mit freundlichen Grüßen
      • (geb. 1979) am melden

        Das ist einfach nur Kritik, die er äußerte. Da braucht man nicht beleidigt zu sein.
        Ich schaue mir die Serie seit ein paar Jahren nicht mehr an, da sie einfach zu dämlich wurde und man merkte, wie Gimple die Serie immer mehr mit seinen unverständlichen Entscheidungen immer mehr zerstörte. Wenn man auch bedenkt, dass der Darsteller von Jesus ausstueg, weil man seine Figur total veränderte und am Ende eigentlich nur noch der Name mit der Figur aus den Comics gemein hatte...
      • (geb. 1975) am melden

        Typische Reaktion eines Fanboys,der sachliche Kritik als Angriff sieht und persönlich nimmt.Er hat Probleme.Nicht ich.^^
      • (geb. 1975) am melden

        Übrigens sind Starttermine auf Filmstarts in etwa so ernst zu nehmen wie ein Porno von Disney.
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    • (geb. 1975) am melden

      Mich würde mal interessieren was aus dem groß angekündigten Rick Grimes Filmen geworden ist.Drei an der Zahl sollten es werde.Doch nur verarsche um die Fans ruhig zu stellen?- Die Serie hat für mich an Qualität massiv eingebüßt.Erstmal nimmt man Carl raus, der in den Comics noch unglaublich wichtig wird.Dann schafft man es nicht den eigentlichen Hauptdarsteller zu halten.Negan entpuppte sich als zahnloser Löwe.Die Staffel mit ihm war die langatmigste für mich.Nach Ricks vermeidlichem Ausstieg mach man einen Zeitsprung von mehreren Jahren und klatscht uns einfach so eine neue Gruppe Leute dahin.Die kein Stück aufgebaut wurden und mit denen ich auch nicht warm werde.Judith ist zu einer nervigen,altklugen Göre geworden, die mal eben den schweren Trommelrevolver ihres Vaters abfeuert.(Wer sich mit Rückstoß und Ballistik auskennt,weiß das ersterer das Kind aus den Schuhen heben würde).Derzeit gefällt mir die Spin-Off Serie Fear the walking Dead besser.Dort lässt man sich mehr Zeit fürs Storytelling,finde ich.
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