So endet „Modern Family“ – Review

    Erfolgscomedy hatte nach elf Staffeln ihr Finale

    Rezension von Bernd Krannich – 09.04.2020, 19:52 Uhr

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    „Modern Family“

    In der Nacht zum Mittwoch wurde in den Vereinigten Staaten das Serienfinale der Comedyserie „Modern Family“ ausgestrahlt. Am Ende der zehnten Staffel war beschlossen worden, dass nach einer weiteren Staffel Schluss sein würde, die Darsteller unterschrieben Verträge für eine 18-teilige Staffel.

    Das gab ihnen die Möglichkeit, sich auch gleich für die Season 2020/21 auf neue Serien zu bewerben, wie es etwa Julie Bowen erfolgreich getan hat (fernsehserien.de berichtete).

    Für den eiligen Leser

    Die Serie „Modern Family“ endet in einer Sequenz, in der nach einem langen Tag in allen Häusern des Pritchett-Tucker-Delgado-Clans die Lichter ausgehen. Allerdings geht daraufhin im Haus der Dunphys das Licht über der Haustür an – ein Zeichen dafür, dass dort immer Rückkehrer willkommen sind.

    Das gilt metaphorisch für alle Protagonisten, im engeren Sinne aber für die drei Dunphy-Kinder, die in die Welt ausgeflogen sind. Cameron (Eric Stonestreet) hat einen neuen Job als Trainer einer College-Football-Mannschaft erhalten – er, Mitchell (Jesse Tyler Ferguson) und Lily (Aubrey Anderson-Emmons) sowie ein neues Baby ziehen im Finale nach Missouri.

    Jesse Tyler Ferguson als Mitchell Pritchett ABC/Jill Greenberg

    Gloria (Sofía Vergara) und Manny (Rico Rodriguez) hatten eine sommerlange Reise nach Kolumbien geplant, der sich Jay (Ed O’Neill) spontan anschließt.

    Über die Schlussmontage gebührt Jay das Voice-Over: Das Leben ist voller Veränderungen. Mal große. Mal kleine. Ich habe vor einer langen Zeit gelernt, dass man entweder dagegen ankämpfen kann oder versuchen, das Beste daraus zu machen. Und das wird viel einfacher, wenn man Menschen um sich hat, die einen lieben und einem dabei helfen, mit dem umzugehen, womit einen das Leben konfrontiert. Zumindest ist es das, war mir dabei hilft, nachts Schlaf zu finden.

    Über die letzten Worte werden die Bilder der hinter den Fenstern ausgehenden Lichter gezeigt. Im Abspann werden die verschiedenen Wohnungen des Clans gezeigt, in denen die Bilder der vergangenen Jahren hängen, die Gastdarsteller und die Verwandlung der Charaktere über mehr als eine Dekade dokumentiert.

    Vor dem Finale – die elfte Staffel

    Im Verlauf der elften Staffel hatte sich Cameron nach seiner Zeit als Coach der örtlichen Highschool-Mannschaft um einen Job an einem College beworben. Zunächst sah es aber am Staffelende so aus, dass er wortwörtlich die „zweite Wahl“ des Colleges würde. Zur gleichen Zeit kam für Cam und Mitchell die Nachricht, dass sich jemand für sie als Eltern eines vor der Geburt stehenden Kindes entschieden habe – auf die alten Unterlagen hin, die vor zehn Jahren vor Lilys Adoption hin eingereicht worden waren und die eigentlich nicht mehr aktiv sein sollten. Zunächst waren die beiden sehr unsicher, ob sie ein Neugeborenes adoptieren sollten, wurden aber letztendlich von ihren Emotionen überwältigt.

    Cam und Mitchell entschlossen sich zudem recht spontan zum Kauf eines Hauses, das sie durch Gloria in ihrer Funktion als Maklerin gesehen hatten: Cams misslungene Bewerbung führte also zum Neuanfang in der alten Heimat.

    Haley (Sarah Hyland) und Dylan (Reid Ewing) waren nach der Geburt ihrer ungeplanten Zwillinge wieder bei den Eltern Claire und Phil eingezogen. Phil hatte den Tod seines Vaters Frank (Fred Willard) zu verkraften – Claire musste damit zurechtkommen, dass Phil das von ihm geerbte Wohnmobil behalten wollte.

    Alex (Ariel Winter) hatte in der finalen Staffel einen sehr gut bezahlten Job in einer internationalen Firma angenommen. Allerdings hatte sie diesen auch kurz vor dem Finale wieder hingeschmissen: Ein Besuch an ihrer alten Uni, wo sie für die Firma am „Karriere-Tag“ Nachwuchs anwerben sollte, führte ihr vor Augen, dass der Arbeitgeber eben sehr kapitalistisch ist und keine Rücksicht auf die Umwelt nimmt. Nach einem Gespräch mit Hayles Ex, Professor Arvin Fennerman (Chris Geere), kündigte sie ihren guten Job und zog wieder bei den Eltern ein – in Erwartung, bei Arvins gering dotiertem Uni-Projekt unterzukommen.

    Das Finale

    Das Serienfinale wurde als Doppelfolge ausgestrahlt. Im Zentrum steht eine Handlung, die schließlich in Jays bereits zitierte Weisheit mündet: Man kann alle Veränderungen besser durchstehen, wenn man von liebenden Menschen umgeben ist, die einen dabei unterstützen. Und manchmal muss man eben auch die Rolle der Person übernehmen, die die Unterstützung für andere ins Zentrum stellt.

    Mit Alex wieder zu Hause ist das Haus der Dunphys übervoll, da ja auch noch Dylan und Haley neben ihren Säuglingen und Luke dort wohnen. Das Chaos ist ausgebrochen, so dass sich Phil und Claire insgeheim in das Wohnmobil zurückgezogen haben, das in der Einfahrt steht. Als die Kinder den idyllischen Rückzugsort entdecken, wollen sie die Unterstützung der Eltern bei ihren Haushaltsproblemen einfordern. Die machen aber schließlich im Umkehrschluss klar: Einer der drei muss ausziehen – es ist die Wahl der Kinder, wer.

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