„Tina mobil“: Das Erste stellt neuen Serien-Sendeplatz zur Verfügung

    Comedy-Miniserie mit Gabriela Maria Schmeide

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 10.08.2021, 14:11 Uhr

    „Tina mobil“ mit Gabriela Maria Schmeide – Bild: rbb/Stefan Erhard
    „Tina mobil“ mit Gabriela Maria Schmeide

    Ende 2020 kündigte der rbb die Produktion einer neuen Comedy-Miniserie namens „Tina mobil“ an. Nun liegen die Ausstrahlungstermine vor – die Serie mit Gabriela Maria Schmeide („Die Friseuse“, „Frau Müller muss weg“) in der Titelrolle schafft es sogar ins ARD-Hauptprogramm: Ab dem 22. September ist die sechsteilige Produktion mittwochs um 20:15 Uhr mit je zwei Folgen am Stück im Ersten zu sehen. Das ist eine bemerkenswerte Programmierung, weil der Mittwoch eigentlich für Fernsehfilme reserviert ist und sich die ARD stets schwer damit getan hat, für Serien neben dem Dienstag einen weiteren Abend zur Verfügung zu stellen.

    In sechs 45-minütigen Episoden erzählt „Tina mobil“ mal komisch, mal nachdenklich die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter, die partout nicht aufgeben will – in einem Milieu, das nicht allzu oft gezeigt wird. Man kann alles schaffen, was man will. Alles. Und wenn man es nicht schafft, hat man es eben nicht genug gewollt. So lautet Tinas Maxime, die sie am Leben und am Laufen hält. Tina hat drei Kinder, für die sie schuftet „wie eine Aserbaidschanische Brotspinne“. Ihren Alten hat sie hingegen vor kurzem rausgeschmissen, weil er wieder mit dem Saufen angefangen hat, was Tina zermürbt hat. Und drei Kinder sind nun wirklich genug.

    Jetzt ist Tina auf sich gestellt, denn von ihm ist außer Liebesschwüren nichts zu erwarten. Doch unverhofft kommt oft: Ausgerechnet jetzt kündigt ihr der Zollerich, ihr Chef, der Bäcker. Doch Tina ist ein von Grund auf positiver Mensch und versucht, trotz der widrigen Umstände mit allen Mitteln, ihre Familie zusammenzuhalten. Arbeitslosigkeit kommt für Tina nicht infrage. Daher macht sie sich selbständig, kauft sich ein eigenes Bäckermobil und heuert bei der Konkurrenz an. Während sie allein für ihre drei pubertierenden Kinder sorgt, klappert sie beruflich mit einem fahrenden Verkaufsstand die Dörfer im Norden von Berlin ab, die keinen Bäcker vor Ort haben. Sie fährt ihre alte Strecke – nur eben fünf Minuten früher. Ein guter Plan ist alles – und wenn man nix aufm Konto hat, muss man umso mehr im Kopf haben. Tina hat nicht nur für sich einen Plan, sondern für jedes der drei Gören einen Masterplan. Das Einzige, was ihr immer dazwischen kommt, ist das Leben…

    In weiteren Rollen spielen Runa Greiner, Fine Sendel, David Ali Rashed, Alexander Hörbe, Steffi Kühnert, Max Hopp, Anne-Kathrin Gummich, Ursula Werner, Monika Lennartz, Carmen-Maja Antoni und Axel Werner mit. Das Drehbuch verfasste Laila Stieler, die Regie führte Richard Huber. „Tina mobil“ ist eine Produktion von X-Filme Creative Pool im Auftrag des rbb.

    Wer nicht auf die lineare Ausstrahlung warten möchte, kann auch auf die ARD Mediathek zurückgreifen. Dort liegen alle sechs Folgen bereits ab dem 16. September für ein halbes Jahr auf Abruf zur Verfügung.

    Produzent Michael Polle:

    Uns allen war es bei ‚Tina mobil‘ von Anfang an wichtig, den Alltag von Tina und ihrer Familie auf eine sehr eigene und besondere Art zu entdecken und zu erzählen. Viele Filme und Serien versuchen heute, durch spitze Prämissen, großen Production Value oder einzigartige Clous aufzufallen – dies hat seine Berechtigung, aber bei ‚Tina mobil‘ war genau das Gegenteil unser Ansatz. Nah an den Figuren, ohne ausgestellt zu sein, wird das Leben der Familie Sanftleben mit ihren Freuden, Sorgen und Nöten erzählt. Allen Beteiligten ging es darum, keine patente Frau im Fernsehen zu erzählen, die für alles eine Lösung hat. Wir alle machen Fehler, und diese machen uns menschlich. Und genau darin liegt das Besondere von ‚Tina mobil‘, denn es wird die echte Größe von ganz normalen Menschen erzählt.

    Martina Zöllner, Film- und Kulturchefin des rbb:

    Drehbuchautorin Laila Stieler, zuletzt für ‚Gundermann‘ mit Preisen überhäuft, ist eine Spezialistin für exzellent recherchierte und milieugenaue Geschichten, die das Große im Kleinen, das Existenzielle im Alltäglichen erzählen. Mit Tina hat sie eine beeindruckende Heldin des Alltags geschaffen, immer im Survival Mode, das Gute trotzdem unablässig im Blick. ‚Tina mobil‘ ist nach ‚Warten auf‘n Bus’ die zweite rbb-Serie, die versucht, die Zerreißproben, die unsere Gesellschaft heute zu bestehen hat, aus deren vermeintlichen Randzonen heraus zu erzählen und zu verstehen: die Spaltung zwischen oben und unten, Ost und West, Gewinnern und Verlierern, Stadt und Land, rechts und links.

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