„The Flash“ trennt sich mit sofortiger Wirkung von Hartley Sawyer

    Darsteller übernimmt Verantwortung für inakzeptable Tweets

    Bernd Krannich – 09.06.2020, 10:42 Uhr

    Hartley Sawyer in der vierten Staffel von „The Flash“

    Die Serie „The Flash“ hat sich kurzfristig vom mehrjährigen Hauptdarsteller Hartley Sawyer getrennt. Von dem waren ältere Posts im Netzwerk Twitter bekannt geworden, die extrem frauenfeindliche, rassistische und homophobe Inhalte hatten. Sawyer hat sich in einer Stellungnahme mittlerweile für seine Posts entschuldigt und die Verantwortung übernommen, auch wenn er die Posts eigentlich nur witzig gemeint habe. Der Schauspieler erkannte an, dass seine Aussagen allerdings inakzeptabel und verletzend waren, er schäme sich, dies damals geschrieben zu haben.

    Die Tweets, die zur jetzigen Entlassung von Sawyer geführt haben, stammen allesamt aus der Zeit deutlich vor seinem Engagement bei der Serie. Während der vierten Staffel war der Darsteller als Ralph Dibny aka Elongated Man in einer wiederkehrenden Gastrolle zu „The Flash“ gestoßen, mit Staffel fünf wurde er in den Hauptcast aufgenommen.

    Sawyer hatte seinen Twitter-Account kürzlich deaktiviert, diverse Aussagen existieren aber wohl noch als Screenshot. TVLine zitiert unter anderem Aussagen wie If I had a wife I would beat the hell out of her tonight lol (Februar 2012), Out at dinner and just exposed myself as a racist, AGAIN (November 2014) und Jingle bells, batman smells, women shouldn’t vote (November 2014). Daneben fanden sich auch homophobe Verunglimpfungen in seinen Mitteilungen.

    Warner Bros. TV, The CW, Berlanti Productions und „The Flash“-Showrunner Eric Wallace veröffentlichten folgendes gemeinsames Statement: Hartley Sawyer wird nicht für die siebte Staffel von ‚The Flash‘ zurückkehren. Bezüglich Herrn Sawyers Mitteilungen in sozialen Netzwerken: Wir tolerieren keine Aussagen, die sich gegen eine Bevölkerungsgruppe, Ethnie, nationale Herkunft, Geschlecht oder sexuelle Orientierung richten. Solche Aussagen sind eine Antithese zu unseren Werten und Wirken, die sich darum bemühen, unseren Mitarbeitern eine sichere, inklusive und produktiive Umgebung zu schaffen.

    Mit einem durch „The Flash“-Hauptdarsteller Grant Gustin über seinen Instagram-Account verbreiteten Text kommentierte Showrunner Wallace unter anderem: [Bezüglich Sawyers Tweets:] Sie haben mir das Herz gebrochen und mich fuchsteufelswild gemacht.

    Auch Sawyer veröffentlichte seine Stellungnahme bei Instagram: Worte haben ein Gewicht und sie führen zu ernsthaften Konsequenzen. Neben einer Entschuldigung bei Fans und Unterstützern sowie den Kollegen vor und hinter der Kamera führt Sawyer weiter aus: Ich schäme mich, dass ich zu solchen Aussagen fähig war und mit diesen nach Aufmerksamkeit gesucht habe. Dieses Verhalten ist unentschuldbar. Ich habe diese Worte in die Welt gesetzt, ohne darüber nachzudenken oder zu erkennen, welchen Schmerz Worte verursachen könnten und nun auch haben. Es tut mir unglaublich leid, ich schäme mich und bin enttäuscht von mir selbst, wegen der Ignoranz, der ich damals fähig war. Ich möchte eins noch klar stellen: Diese Worte stehen nicht dafür, was ich heute denke und wer ich heute bin.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Wehe ich finde von euch irgend etwas abfälliges, beleidigendes, lustiges, sarkastisches oder zynisches. Und selbst wenn es in den Anfangszeiten des Internets geschah und zum Teil weit über 20-30 Jahre her ist.
      Das Internet vergißt nicht.
      Alles wird ausgegraben und gegen euch verwendet.

      Herzlichst, Ihr Frank Underwood


      Humor ist, wenn man niemanden beleidigt, sich über niemanden lustig macht, niemanden verletzt, seine Gefühle verletzt. Das darf man nur, Stand heute, gegenüber alten weißen (rassistischen und diskriminierenden) Männern.
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      • (geb. 1983) am melden

        Wenn man nicht den Kontext zu den Posts kennt, sollte man sich nicht auf eine Seite schlagen!!
        Amerikaner halt - was hierzulande zumeist eine Mücke ist, ist dort 'n Elefant.

        Das war auch schon in den 70ern so. Das ist nicht neu!
        Hauptsache, es wird einem nicht ewig nachgetragen, denn DAS sagt mehr über jene aus, die mit dem Finger auf den sog. "Übeltäter" zeigen.

        Mit freundlichen Grüßen
        ein leidenschaftlicher Mückenmörder (auch, wenn sie noch nicht gestochen haben)
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          eigentlich müssten dann Serien wie Al Bund oder früher, Ekel alfred auf dem Index stehen:-))
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            Ach ne? Früher waren Rassismus, Gewalt gegen Frauen und Intoleranz gegen LGBTIs also völlig okay? Unter welchem Stein hast Du Dich denn bis heute versteckt? Ich glaube Dein "Gesamtes" möchte ich lieber nicht kennen.

            Selbst der Typ sieht ein, dass er sich falsch verhalten hat und das zeigt wenigstens, dass bei *ihm* noch nicht alles zu spät ist. Bei so manchem Kommentar hier denke ich das leider nicht.
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            • (geb. 1976) am melden

              Langsam reicht es! Auch wenn mich diese Personalie nicht sonders interessiert geht es um das Gesamte. Hier werden vergangene Aussage im Kontext einer völlig neuen und veränderten Weltanschauung betrachtet und bewertet. Wie unsinnig muss es denn noch werden ehe die Menschheit wieder vernünftig wird.
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                Nur so ein Tipp: Das heißt "Political Correctness".

                Das Problem ist in dem Fall ein recht einfaches. In den USA - und so ziemlich überall sonst auch - werden bei Menschen in exponierten Positionen andere Maßstäbe angelegt. Ein*e Schauspieler*in ist dafür das Paradebeispiel: Er*Sie ist vielen Menschen bekannt, wird mit der Marke bzw. dem Produkt verbunden und hat Vorbildcharakter.

                In dem Fall ist so ein Vorfall, auch wenn längst Gras darüber gewachsen ist, schädigend für die Marke und wirkt sich vielleicht sogar auf die Quote aus. Kostet also direkt Geld. Also schnell weg mit dem Ballast!

                Von einer fristlosen Kündigung kann man hier übrigens auch nicht sprechen, denn das Studio ist berechtigt die Option zur Vertragsverlängerung nach Abschluss einer Staffel nicht anzuwenden. Und das ist in dem Fall auch so geschehen.
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                • (geb. 1967) am melden

                  Also ich sags mal so:
                  Wäre Hartley Sawyer während der Produktion von Flash derartig verbal entgleist, könnte ich eine fristlose Kündigung irgendwie noch nachvollziehen, auch wenn ich sie aus juristischer Sicht nur bedingt nachvollziehen kann.
                  Aber eine Kündigung auf Grund von Äusserungen, die schon Jahre zurück liegen und sogar vor der aktuellen Produktion liegen, sind für mich nicht nachvollziehbar. Und dafür brauche ich keine weiteren Nachforschungen. Wir sprechen hier nur von verbalen Fehlgriffen, die nicht einmal zu Vorstrafen geführt haben, sondern lediglich aus heutiger Sicht nicht der Politicly Correktness entsprechen.
                  Man kann wohl guten Gewissens sagen, dass man bei jedem Menschen irgendetwas derartiges oder sogar noch deutlich schlimmeres findet, wenn man nur tief genug gräbt.

                  Ich bin der Meinung, dass die in den USA so hochgeschätze Politicly Correctness irgendwo ihre Grenzen haben muss. Denn irgendwo beginnt hier eine Hexenjagdt, die sogar die verfassungsmässig verbürgte Meinungsfreiheit einschränkt.
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                  • (geb. 1983) am melden

                    Nun ja! Was ich so gelesen habe, war durchaus "diskussionswürdig". Um es mal neutral auszudrücken.

                    Allerdings frage ich mich, wie es sein kann, dass solche Entgleisungen erst so spät auftauchen? Wenn, die Studios und Firmen solchen Wert darauf legen, dass alles "korrekt" abläuft, dann hätte man den Hintergrund von Mr. Sawyer prüfen sollen BEVOR man ihn eingestellt hat.

                    Außerdem, hätte man überprüfen sollen, ob einige der angesprochenen Personen, ich denke hier an die aktuelle oder ehemalige Freundin, die Ausage ebenfalls bestätigt.

                    Was natürlich ein Hammer wäre wenn, er die Dame tatsächlich tätlich angegriffen hätte. Aber sollte es so gewesen sein, dann hätte man ihn sicherlich angezeigt. Körperverletzung ist auch in den USA keine Bagatelle.

                    Die Geschmäcker, sind verschieden. Das gilt auch für den Humor. Was für den einen derbe aber witzig gemeint ist. Fast ein Anderer möglicherweise als Beleidigung auf.

                    Im übrigen gilt: Erst denken, dann Handeln. In diesem Fall bezieht sich das halt auf das Schreiben bzw. Posten. Außerdem, muss man auch nicht jeden Scheiß ins Netz stellen. Das scheint ja eine allgemeine Sucht zu sein. Tja blöde gelaufen. Wie es aussieht, kann sich der Mann beruflich neu orientieren.
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                    • (geb. 1967) am melden

                      Es hat schon was von der McCarty-Ära wenn man Künstler für verbale Fehler verfolgt, die sie vor mehreren Jahren gemacht haben.
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                      • (geb. 1984) am melden

                        Schade, dieser eine nervige alte Mann der in jeder Staffel als jemand anderes wieder auftaucht wäre mir lieber gewesen
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