Schirachs „GOTT“: Eventfilm über ethische Frage „Wer entscheidet über unseren Tod?“ heute Abend im Ersten

    Ergebnis der Zuschauerentscheidung anschließend bei „Hart aber fair“

    Glenn Riedmeier – 23.11.2020, 16:55 Uhr

    „GOTT von Ferdinand von Schirach“

    Heute Abend (23. November) strahlt Das Erste um 20:15 Uhr den Eventfilm „GOTT von Ferdinand von Schirach“ aus. Darin diskutiert ein fiktionaler Ethikrat über Fragen wie „Wem gehört unser Leben?“ und „Wer entscheidet über unseren Tod?“. Die Zuschauer sind aufgerufen, multimedial abzustimmen und mitzudiskutieren. Das Ergebnis der Zuschauerentscheidung wird Frank Plasberg mit Experten in seinem Polittalk „Hart aber fair“ ab 21:45 Uhr erörtern.

    Bei dem starbesetzten Film handelt es sich um eine Adaption des gleichnamigen Theaterstücks, das auch als Roman erschienen ist. Im Mittelpunkt steht der 78-jährige, kerngesunde Architekt Richard Gärtner (Matthias Habich), der sein Leben durch ein Medikament und mit Hilfe seiner Hausärztin beenden will. Dies ist in Deutschland rechtlich seit Februar dieses Jahres nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts möglich, doch die ethische Debatte darüber ist noch im vollen Gange. Für Dr. Brandt (Anna Maria Mühe) kommt es aus persönlicher Überzeugung nicht infrage, ihrem zwar betagten, aber gesunden Patienten ein todbringendes Präparat zu besorgen. Exemplarisch wird Gärtners Fall vor dem Deutschen Ethikrat diskutiert. Strittig ist dabei nicht die Frage, welche Formen von Sterbehilfe für Ärzte straffrei sind, sondern ob Mediziner dem Patientenwunsch eines Lebensmüden gerecht werden müssen – egal ob jung, alt, gesund oder krank.

    Der Ethikrat berät über den Fall zum Thema Sterbehilfe. ARD Degeto/Moovie GmbH/Julia Terjung

    In weiteren Rollen des hochkarätig besetzten Event-Movies werden Barbara Auer, Lars Eidinger, Ulrich Matthes, Christiane Paul, Götz Schubert und Ina Weisse zu sehen sein. Regisseur Lars Kraume inszenierte den Film nach dem Vorbild des Theaterstücks. Das Drehbuch schrieb Ferdinand von Schirach. Executive Producer ist Oliver Berben, Produzentin ist Heike Voßler.

    „GOTT von Ferdinand von Schirach“ ist eine Produktion der MOOVIE in Koproduktion mit der ARD Degeto und dem rbb für die ARD in Zusammenarbeit mit dem ORF und Constantin Film. Der Film wird als Eurovisionssendung auch auf SRF 1 in der Schweiz ausgestrahlt. Im Anschluss daran wird es auch eine daran anknüpfende Diskussionsrunde in „Club“ geben.

    Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen: Jeder verantwortungsbewusste Mensch muss sich diese Frage über den eigenen Tod und den Wert des eigenen Lebens sehr konkret stellen. In dieser Legislaturperiode geht die Debatte um selbstbestimmtes Sterben erneut in den Deutschen Bundestag. Und wir richten uns zu diesem hochsensiblen Thema mit einem argumentativ herausfordernden Film direkt ans Publikum: Wie würden Sie sich entscheiden? Was ist für Sie ethisch vertretbar? – Brisanter kann öffentlich-rechtliches Fernsehen nicht sein.

    Christine Strobl, Geschäftsführerin ARD Degeto, ergänzt: Auf die Frage, ob jeder Mensch sein Leben nach seinem freien Willen beenden darf, haben die meisten vermutlich intuitiv eine Antwort. Dass die persönliche Entscheidung im Einzelfall aber keinesfalls leicht ist, zeigt Ferdinand von Schirach eindrucksvoll in ‚Gott‘. In der filmischen Umsetzung lassen wir die Zuschauer*innen Teil des Entscheidungsprozesses werden und machen Fernsehen dadurch emotional erlebbar. Ich bin mir sicher, dass wir alle, mit den verschiedenen im Film vorgetragenen Argumenten, die eigene Haltung hinterfragen oder vielleicht auch neu bedenken. Wir wollen mit dem Film dazu anregen, sich mit dem eigenen moralischen Wertekompass auseinanderzusetzen und bieten die Möglichkeit, zu diskutieren, abzuwägen und am Ende der eigenen individuellen Haltung in der Liveabstimmung Ausdruck zu verleihen.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Der November passt ausgezeichnet für diese Filme - nach dem Volkstrauertag.
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        faxe61 schrieb:
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        > Der November passt ausgezeichnet für diese Filme
        > - nach dem Volkstrauertag.


        Stimmt... War ja sonst eher ein ganz duftes Jahr bisher... ;-)
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      Mit heute Abend ist doch sicher nicht der 23. September gemeint - steht zwar im Artikel, aber der ist ja vom 23.NOVEMBER.......
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