ProSieben macht #BlackLivesMatter-Themenabend mit „The Hate U Give“

    Münchener Sender blickt auf Rassismus in den USA

    Bernd Krannich – 12.06.2020, 12:42 Uhr

    Amandla Stenberg in „The Hate U Give“

    Nachdem ProSieben sich bereits am vergangenen Montag mit der kurzen Informationssendung „ProSieben Spezial: Black Lives Matter – Die Welt gegen Rassismus“ eingangs der Primetime hinter die Aussage #BlackLivesMatter gestellt hatte (fernsehserien.de berichtete), räumt der Münchner Sender in knapp einer Woche einen ganzen Abend frei, um für das Thema des tödlichen institutionellen Rassismus in den USA zu sensibilisieren: Am Samstag, 20 Juni hat man in einer Programmänderung den Film „The Hate U Give“ als Free-TV-Premiere für 20:15 Uhr angesetzt, im Anschluss läuft ab 23:00 Uhr die ProSieben-Dokumentation „Black Lives Matter? – Reise in ein gespaltenes Land“.

    ProSieben-Senderchef Daniel Rosemann kommentiert: ‚The Hate U Give‘ ist ein beeindruckender Film, der leider zu gut in die aktuelle Zeit passt. Sehr realistisch, traurig – aber gleichzeitig lösungsorientiert. Mit der Doku bieten wir insbesondere unseren jungen Zuschauern einen nachdenklichen Fernsehabend zum Thema Rassismus.

    Der Film „The Hate U Give“ von 2018 basiert auf dem ein Jahr zuvor erschienenen Roman von Angie Thomas. Die 16-jährige Starr (Amandla Stenberg) lebt darin zwischen den Welten. Nachdem ihr Vater (Russell Hornsby) im Gefängnis war, hat die Familie sich in einem ärmlichen Vorort mit vorwiegend schwarzen Bewohnern eine bescheidene Existenz aufgebaut – und kann Starr damit an eine Privatschule schicken, die sie mit weißen Mitschülern besucht. Nach einer Party, auf der Schüsse gefallen sind, will ein Freund Starr mit dem Auto sicher nach Hause bringen – die beiden geraten in eine fragwürdige Polizeikontrolle, ein Polizist erschießt nach einem schweren Irrtum den jugendlichen Fahrer. Die Situation nach der Tötung eines Unschuldigen entwickelt sich wie so häufig: Von der Politik wird nach Gründen gesucht, warum der Schuss auf den Unbewaffneten gerechtfertigt gewesen wäre und der Polizist ohne Bestrafung weiter seinen Dienst versehen soll. Starr könnte zu einer Kronzeugin werden – doch ihre Familie will Ärger mit der Polizei vermeiden, denn man hat eher Furcht vor Repressalien als Hoffnung auf Gerechtigkeit. Insgesamt geht der Film auf die sich seit Generationen durch die US-Geschichte ziehende, häufig menschenverachtende Behandlung Schwarzer durch amerikanische Polizisten ein und wie dieser deren Leben, aber auch das Leben in den USA insgesamt prägt.

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