„Oh, wie schön ist Panama“-Autor Janosch ist tot

Kult-Fernsehen von der „Traumstunde“ zum „Tigerenten Club“

Ralf Döbele
Ralf Döbele – 04.11.2026, 13:24 Uhr

Janosch, bürgerlich Horst Eckert (1931⁠–⁠2026) – Bild: Imago Images/Horst Galuschka
Janosch, bürgerlich Horst Eckert (1931⁠–⁠2026)

Der kleine Tiger, der Bär und die gelb-schwarz gestreifte Tigerente haben mehrere Generationen durch die Kindheit begleitet und auch immer wieder Trost gespendet. Janosch schickte sie auf allerlei Abenteuer und schuf so Fantasiewelten voller Wärme, Freundschaft und leiser Anarchie. Nun ist der Schriftsteller und Illustrator, der mit bürgerlichem Namen Horst Eckert hieß, im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa verstorben.

Seinen internationalen Durchbruch feierte Janosch 1978 mit „Oh, wie schön ist Panama“. Die Geschichte von Tiger und Bär, die sich auf die Suche nach dem vermeintlichen Paradies machen und schließlich feststellen, dass es zu Hause doch am schönsten ist, wurde zum Klassiker. Zu den bekanntesten Werken zählen außerdem „Post für den Tiger“ und „Ich mach dich gesund, sagte der Bär“. Janoschs Bücher wurden in rund 40 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft.

Im Fernsehen begegneten Kinder den Geschichten des Künstlers zunächst vor allem in „Janoschs Traumstunde“. Die Zeichentrickreihe brachte ab 1986 seine liebevoll gezeichneten Figuren und Erzählungen in 26 Folgen auf die ARD-Bildschirme. 1996 trat dann der „Tigerenten Club“ die Nachfolge des „Disney Club“ im Ersten an und begleitete seitdem mit Spielaktionen, Wettbewerben und Gästen mehrere Generationen junger Zuschauer.

Hinter der heiteren und oft verspielten Welt seiner Geschichten verbarg sich eine schwierige Lebensgeschichte. Janosch wurde am 11. März 1931 in Hindenburg in Oberschlesien geboren. Seine Kindheit war von Armut, Gewalt und der Alkoholsucht seines Vaters geprägt. In seinen Büchern schuf er dazu einen bewussten Gegenentwurf: Seine Figuren begegnen einander mit Zuneigung, helfen Schwächeren und lassen sich von Autoritäten nur ungern etwas vorschreiben. Wenn man einen Freund hat, braucht man sich vor nichts zu fürchten, lautete einer der bekanntesten Sätze aus seinem Werk.

Nach einer Schlosserlehre zog es Horst Eckert zunächst nach Paris, später studierte er an der Münchner Akademie der Bildenden Künste, wurde dort allerdings wegen mangelnder Begabung verwiesen. Über Zeitungsillustrationen fand er schließlich zum Kinderbuch. Sein erstes Werk, „Die Geschichte von Valek dem Pferd“, erschien 1960. Den Künstlernamen Janosch hatte ihm sein Verleger Georg Lentz vorgeschlagen. Neben Kinderbüchern schrieb er auch für Erwachsene. In „Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm“ verarbeitete er 1970 seine Erfahrungen aus der Kindheit in Oberschlesien. Zudem verfasste er Theaterstücke und illustrierte unter anderem Werke des Marquis de Sade.

Von 2013 bis 2019 meldete er sich im ZEIT Magazin mit seinem Alter Ego Wondrak zu Wort und kommentierte auf seine eigenwillige Weise das Zeitgeschehen. Dem öffentlichen Rummel um seine Person wollte Janosch möglichst entgehen. Bereits Anfang der 1980er Jahre zog er nach Teneriffa, wo er weitgehend zurückgezogen lebte.

Kommentare zu dieser Newsmeldung

  • am via tvforen.de

    Das ist eine tolle Geschichte von Hannes Strohkopp:


    https://www.youtube.com/watch?v=0_nQxegfDDc

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