Netflix: Streamer bestellt neue Serien von „Bridgerton“-Showrunner und „Maid“-Schöpferin sowie mittelalterliche Comicadaption

Verbotene Romanze in „Calabasas“ und Kampf um Gerechtigkeit in „The Retrievals“ im Mittelpunkt

Christopher Diekhaus
Christopher Diekhaus – 15.05.2026, 14:05 Uhr

„Bridgerton“-Schöpfer Chris Van Dusen bei der Premiere von Staffel 3 des Netflix-Hits – Bild: Netflix
„Bridgerton“-Schöpfer Chris Van Dusen bei der Premiere von Staffel 3 des Netflix-Hits

Auch bei Netflix haben die in dieser Woche über die Bühne gegangenen Upfronts einige Serienneubestellungen zutage gefördert: Der frühere „Bridgerton“-Showrunner Chris Van Dusen darf sich in ebendieser Position an der Coming-of-Age-Geschichte „Calabasas“ versuchen, die von dem Erlebnisbericht „If You Lived Here You’d Be Famous By Now“ von Via Bleidner inspiriert ist. „Maid“-Erfinderin Molly Smith Metzler nimmt sich in „The Retrievals“, basierend auf einem Podcast, das Ringen einer Frau mit einer Kinderwunschklinik vor. Und mit „Barbaric“ hat der Streamer zudem einer Verfilmung des gleichnamigen Comics von Mike Moreci und Nathan Gooden, beschrieben als Mischung aus „Deadpool“ und „Game of Thrones“, grünes Licht erteilt.

„Calabasas“:

Schon im Netflix-Hit „Bridgerton“, den er kreierte und zwei Staffeln lang als Showrunner betreute, trat Chris Van Dusen allerhand Gefühlschaos los. Ähnlich aufwühlend könnte es nun auch im Young-Adult-Drama „Calabasas“ werden, das sich der Streamingdienst im April 2024 nach einem Bieterstreit sicherte. Seitdem Van Dusen das kreative Ruder von I. Marlene King (Schöpferin „Pretty Little Liars“) übernahm, durchlief das Projekt grundlegende Veränderungen.

Ursprünglich sollte sich der Plot um ein behütetes 16-jähriges Mädchen von einer katholischen Schule im Mittleren Westen drehen, das plötzlich in die schnelllebige Welt an der Highschool im kalifornischen Calabasas eintaucht, einer der wohlhabendsten Städte des Landes. Nun, nach dem Wechsel auf dem Showrunner-Posten, erzählt die Serie von der ehrgeizigen Tochter des Direktors einer elitären Privatschule. Alles scheint perfekt in ihrem Leben. Doch dann wird sie in eine verbotene Romanze mit einem Jungen hineingezogen, der nicht nach den Regeln ihrer glitzernden Welt spielen, sondern sie vielmehr niederbrennen will. Sich zu verlieben, könnte also die gefährlichste Rebellion überhaupt sein.

Informationen zur Besetzung liegen aktuell noch nicht vor. Neben Van Dusen, der auch als ausführender Produzent fungiert, stehen allerdings einige prominente Namen hinter „Calabasas“. Eine der treibenden Kräfte ist Kim Kardashian in der Rolle einer Executive Producerin, die den vor den Toren von Los Angeles liegenden Handlungsort als frühere Bewohnerin zusammen mit ihrer Familie weltweit bekannt machte. Weitere ausführende Produzenten sind Schauspielerin Emma Roberts, Alexandra Milchan, Martin Salgo, Karah Preiss, Matthew Matruski, David Sweeney und Via Bleidner, die mit ihren Memoiren die Inspirationsquelle lieferte. Für Chris Van Dusen ist die neue Serie die erste, die nach dem Abschluss eines Exklusivvertrags im Auftrag von Netflix entsteht.

„The Retrievals“:

Erfahrungen mit dem Streamingdienst aus Los Gatos sammelte auch Molly Smith Metzler, deren Schöpfungen „Maids“ und „Sirens“ dort zu sehen sind. Für Netflix betreut sie als Autorin, ausführende Produzentin und Showrunnerin jetzt das Dramaprojekt „The Retrievals“, bei dem noch nicht klar ist, ob es erneut eine Miniserie wird. Grundlage bildet dieses Mal der gleichnamige preisgekrönte Podcast von Susan Burton in Zusammenarbeit mit der New York Times.

Smith Metzler rekonstruiert eine aufsehenerregende wahre Geschichte. Konkret geht es um den Kampf einer Frau gegen das Yale Fertility Center, in dem sie – wie auch fast 100 weiteren Betroffenen – bei IVF-Eizellentnahmen ohne Betäubung operiert wurde, weil eine Krankenschwester das dafür vorgesehene Fentanyl gestohlen hatte. Angekündigt wird eine ebenso kraftvolle wie überraschend humorvolle Erzählung über eine ungewöhnliche Gemeinschaft, die den Mut hat, sich mit einer hochrenommierten Einrichtung anzulegen.

Executive Producer sind neben Molly Smith Metzler, die einen Exklusivvertrag mit Netflix besitzt, die von Margot Robbie, Tom Ackerley, Josey McNamara und Milan Popelka geführte Firma LuckyChap Entertainment sowie Colin McKenna, Caitlin Roper (The New York Times) und Susan Burton.

„Barbaric“:

Gefallen gefunden hat Netflix außerdem am mittelalterlichen Fantasy-Drama „Barbaric“, das auf dem gleichnamigen Comic-Bestseller aus dem Hause Vault Comic beruht. Produziert wird der überdrehte Gewalt und Humor verschmelzende Stoff von A+E Studios und dem Unternehmen 100% Productions von Sheldon Turner und Jennifer Klein.

Im Zentrum steht ein rücksichtsloser, grobschlächtiger Barbar, der dazu verdammt wird, Gewalt nur noch für das Gute einzusetzen. Gemeinsam mit seiner sprechenden Axt und einer jungen Hexe begibt er sich auf eine Reise, die Selbstfindung, Erlösung und Racheimpulse verbindet.

Auch hier sind derzeit noch keine Darsteller bestätigt worden. Als die Serie im Juli 2024 bei Netflix landete, so wusste das US-Branchenportal Deadline damals exklusiv zu berichten, waren allerdings Sam Claflin als Hauptdarsteller und ausführender Produzent und Patrick Stewart als Stimme der Axt mit „Barbaric“ verbunden. Ferner soll Actionspezialist Michael Bay als Regisseur im Gespräch gewesen sein. Nach der offiziellen Netflix-Bestellung wird Claflin auf jeden Fall als Executive Producer fungieren. Gleiches gilt für Luke Carroll, Michael Stevenson, Jennifer Klein, Sheldon Turner, Robert Rovner, Barry Jossen, Tana Jamieson, Javier Grillo-Marxuach, F.J. DeSanto und Damian Wassel. Turner und Rovner treten überdies als Showrunner in Erscheinung.

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