[UPDATE] Nach „The Falcon and the Winter Soldier“: Grünes Licht für „Captain America 4“

    So bereitet die Serie den nächsten Film vor

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 27.04.2021, 09:54 Uhr

    Sam Wilson aka Falcon (Anthony Mackie) und Bucky Barnes aka Winter Soldier (Sebastian Stan) in „The Falcon and the Winter Soldier“ – Bild: Chuck Zlotnick/Marvel Studios 2020
    Sam Wilson aka Falcon (Anthony Mackie) und Bucky Barnes aka Winter Soldier (Sebastian Stan) in „The Falcon and the Winter Soldier“

    Unmittelbar nach der Veröffentlichung des Finales der Marvel-Miniserie „The Falcon and the Winter Soldier“ am Freitag wurde bekannt, dass Marvel einen vierten Kinofilm zu „Captain America“ auf den Weg gebracht hat.

    UPDATE: Marvel hat nach dem Finale von „The Falcon and the Winter Soldier“ ein neues Promobild veröffentlicht, das für den neuen Film wegweisend sein könnte (s. u.).

    Wie THR meldet, hat der Head-Autor der Miniserie, Malcolm Spellman, zusammen mit dem Staff-Writer Dalan Musson den Job erhalten, das Drehbuch zu verfassen. Man kann also davon ausgehen, dass die Geschehnisse der jüngsten Serie einen starken Einfluss auf den Film haben werden, auch wenn es noch kein offizielles Statement gibt. Insbesondere ist das Casting noch offen, ebenso gibt es noch keinen Regisseur – die sechsteilige Serie war von Kari Skogland inszeniert worden, die bisher noch keine Erfahrung mit Blockbuster-Filmen hat.

    Das passiert in „The Falcon and the Winter Soldier“

    (Spoiler für das Marvel Cinematic Universe)

    Sam Wilson (Anthony Mackie) und der Schild von Captain America Chuck Zlotnick/​Marvel Studios 2020. All Rights Reserved.

    Im Finale des jüngsten großen Avengers-Films des MCU („Avengers: Endgame“) hatte der der bisherige Captain America Steve Rogers (Chris Evans) am Ende seines Lebens seinem Gefährten Sam Wilson aka Falcon (Anthony Mackie) seinen unzerstörbaren Schild überlassen. Der sah sich aber nicht als würdig an, in die Schuhe seines Freundes zu schlüpfen und übergab den Schild in einer feierlichen Zeremonie an ein Museum.

    Sehr zum Unwillen von Steves altem Kampfgefährten James „Bucky“ Barnes (Sebastian Stan). Der war auf Umwegen zu einer posthypnotisch programmierten Kampfmaschine geworden, dem Winter Soldier. Nach seiner „Deprogrammierung“ sucht er nun nach einer Aussöhnung mit seiner Vergangenheit als „unschuldiger Massenmörder“. Dass Sam Wilson das ihm übergebene Erbe – gleichzeitig Vertrauensbeweis wie Berufung – ausgeschlagen hat, erzürnt ihn.

    Sehr zur Überraschung von Sam und Bucky beschließt die US-Regierung, den Schild von Captain America aus dem Museum zu holen und dem hochdekorierten Soldaten John Walker (Wyatt Russell) zu übergeben, der Amerika als neues Idol dienen soll (inklusive Marketingkampagne und Merchandise). Nachdem Sam Wilson sich dieser Aufgabe nicht würdig empfand, sieht er Walker erst recht nicht als den Richtigen an.

    Parallel gibt es auf der Erde eine soziale Krise: Durch die Ereignisse aus dem Film „Avengers: Infinity War“ war die Hälfte der irdischen Bevölkerung ausgelöscht worden. Das führte dazu, dass Migranten nun in den Industrienationen herzlich willkommen geheißen wurden, um dort die Plätze der Getöteten zu füllen – genug Arbeitsplätze und Wohnungen gab es nun für sie. Allerdings kamen die Verschwundenen im Rahmen der Geschehnisse von „Avengers: Endgame“ fünf Jahre später zurück – und diejenigen, die in den Industrienationen ihre Plätze eingenommen hatten, waren nicht mehr willkommen, wurden in „Flüchtlingslager“ abgeschoben und sollten ausgewiesen werden.

    Eine revolutionäre Organisation mit dem Namen Flag Smashers wollte dies mit terroristischen Methoden verhindern und wandte sich gegen das erneute Erstarken der Nationalstaaten (im Gegensatz zum Gefühl der letzten Jahre, einer einzigen „Weltbevölkerung“ anzugehören). Die Gruppe kam auf Umwegen an eine Version des verloren geglaubten Super Soldier-Serums, dem einst auch Steve Rogers seine Stärke verdankte.

    Am Ende der Staffel waren die Flag Smasher in ihre Schranken gewiesen worden, alle ihre Super Soldier kamen um. John Walker hatte sich durch einen tödlichen Gewaltausbruch als Captain America diskreditiert – wurde aber durch die mysteriöse Strippenzieherin Valentina Allegra de Fontaine (neu im MCU: Julia Louis-Dreyfus) zum Superhelden U.S. Agent gemacht: Im Verlauf der Miniserie hatte der einst „normale Soldat“ sich eine Dosis Super Soldier-Serum verabreicht. Die neu entdeckte Militärtechnik ging auch gleich wieder „verloren“, es können also keine weiteren menschlichen Kampfmaschinen mehr „hergestellt“ werden.

    Derweil hat sich Sam Wilson nun den Schild als Captain America genommen, nachdem er sich lange und intensiv damit auseinandergesetzt hatte, was das für ihn als schwarzen Amerikaner bedeutet – eben ein Setzen auf eine bessere und gemeinsame Zukunft, nicht ein „Weiter so“ (mit der Vorgeschichte der Sklaverei und weitläufigem Rassismus). Aus Wakanda wurde Sam dazu ein neuer „Anzug“ geschaffen, der die Symbolik von Captain America mit den Fähigkeiten seines Falcon-Anzugs kombiniert – Sam Wilson ist weiterhin ein Mensch ohne Superfähigkeiten. Auch in den Comics hat Sam Wilson die Funktion als Captain America übernommen. Als erste Amtshandlung inspirierte Sam Wilson die zuständigen Politiker, bei der Lösung der aktuellen Krise nicht den einfachen Weg zu gehen, sondern zu versuchen, allen gerecht zu werden.

    Bucky hat einen wichtigen Schritt zur mentalen Heilung genommen. Und es wurde enthüllt, dass die ehemalige S.H.I.E.L.D.-Agentin Sharon Carter (Emily VanCamp), die sich einst durch ihre Hilfe für Rogers, Wilson und Barnes zur Staatsfeindin gemacht hatte („The First Avenger: Civil War“), mittlerweile insgeheim die Seiten gewechselt hat: Sie ist nun inkognito eine Unterweltgröße (Deckname Power Broker), während sie sich durch die Ereignisse in der Miniserie öffentlich die Begnadigung und Rückkehr in den US-Dienst verdient hatte.

    Im Abspann der Miniserie wurde der Titel des Sechsteilers – „The Falcon and the Winter Soldier“ – in „Captain America and the Winter Soldier“ transformiert. Viele spekulieren, dass der neue Film inhaltlich das erfüllen wird, was man ansonsten von einer „zweiten Staffel“ erwarten würde.

    In Deutschland liefen die „Captain America“-Filme bislang unter dem alternativen Titel „The First Avenger“ – man darf gespannt sein, ob das auch mit dem neuen Captain America Sam Wilson beibehalten wird. Es dürfte ziemlich sicher sein, dass dieser im Zentrum des Films stehen wird. Welche weiteren Figuren auftauchen, ist nicht bekannt. Auch, ob Chris Evans sich noch einmal mit einem (Cameo?-)Auftritt die Ehre geben wird.

    Anthony Mackie als Sam Wilson am Ende von „The Falcon and the Winter Soldier“ im neuen Anzug als Captain America – so dürfte er der Protagonist von „Captain America 4“ sein. Marvel Films

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1970) am

      Im Original führt nur der erste Teil "The First Avenger" im Titel. Der nächste hieß "Captain America: The Winter Soldier" und der dritte "Captain America: Civil War".

      Nur in Deutschland hat man es dann (wieder einmal) geschafft, einen englischen Titel mit einem anderen englischen Titel zu ersetzen. Auf das "Captain America" hat man bei den beiden Fortsetzungen verzichtet. Der zweite wurde zu "The Return of the First Avenger" und der dritte zu "The First Avenger: Civil War" heißt.

      Ist also ein Deutschland exklusives Problem.
      • (geb. 1979) am

        Warum sollte man "The First Avenger" beibehalten? Das wäre doch Blödsinn. 
        Sich das überhaupt zu fragen, ist irgendwie...sinnlos.
        Lückenbüßer?^^

        weitere Meldungen