Mordfall Peggy: Sat.1 zeigt Doku schon am Montag

    Einstellung des Verfahrens führt zu kurzfristiger Programmänderung

    Dennis Braun – 22.10.2020, 17:08 Uhr

    Am 7. Mai 2001 verschwand die damals neunjährige Peggy Knobloch spurlos – erst 15 Jahre später, am 2. Juli 2016, fand man in einem Waldstück ihre sterblichen Überreste. Der Fall beschäftigte nicht nur Polizei und Staatsanwaltschaft, sondern sorgte auch in der Gesellschaft für tiefe Anteilnahme. Ursprünglich wollte Sat.1 die Dokumentation „Mordfall Peggy – Der Täter ist noch unter uns“, die schon in der Programmpräsentation für die kommende TV-Saison angekündigt worden war, am 9. November zur besten Sendezeit zeigen. Dieser Plan, über den man erst am gestrigen Mittwoch (21. Oktober) informiert hatte, wurde nun allerdings von der Realität eingeholt.

    Wie die Staatsanwaltschaft Bayreuth am Donnerstag (22. Oktober) mitteilte, werden die Ermittlungen eingestellt und der Fall geschlossen. Damit wird das Tötungsdelikt zu einem klassischen Cold Case, also einem ungelösten Verbrechen, da bislang kein Täter ermittelt werden konnte. Die Programmplaner von Sat.1 reagieren auf diesen Umstand und ziehen die Doku kurzfristig auf kommenden Montag, den 26. Oktober um 20:15 Uhr vor. Weichen muss dafür eine neue Folge der Reportage-Reihe „Lebensretter hautnah – Wenn jede Sekunde zählt“.

    Journalist Christoph Lemmer rollt darin den Fall neu auf und bewertet die aktuellen Entwicklungen. Seit über zehn Jahren recherchierte er die tiefen Abgründe des Verschwindens von Peggy. Seine Ergebnisse haben sogar schon einmal dazu geführt, die Ermittlungen der Polizei völlig umzukrempeln. Zu Wort kommen soll auch Manuel S., der zuletzt als Tatverdächtiger galt.

    Der Fall Peggy Knobloch nahm immer wieder spektakuläre Wendungen und ging nicht zuletzt durch Ermittlungs-Pannen, falsche Verdächtigungen und ein skandalöses Fehlurteil in die Kriminalgeschichte ein: Über zehn Jahre lang saß ein geistig behinderter Mann als verurteilter Mörder unschuldig im Gefängnis. In der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ wurde der Fall am 3. Juni 2015 ebenfalls thematisiert, zu einem Durchbruch führte allerdings auch diese Ausstrahlung nicht.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Ich frage mich immer, (denn so eine kurzfristige Umprogrammierung kommt ja immer wieder mal vor) ob sich das wirklich lohnt! Ich verstehe, dass der Sender auf die aktuelle Entwicklung reagieren will, aber ob sich das in der Quote auszahlt, wenn es doch nicht in den Programmzeitschriften ausgedruckt ist???
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        Ich kann mir vorstellen, das es viele Zuschauer gibt wie mich. In der Regel schaue ich nach dem Einschalten im EPG nach was angeboten wird, so die ersten 20-30 Sender, meist ist dann schon das Eine oder Andere dabei. Programmzeitschriften kenne ich nur noch von meinen Eltern früher, denn sogar die haben keine mehr abboniert.
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        Gerade die jüngeren Leute schauen vermutlich eher im Internet und nicht in die klassische Programmzeitschrift.
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        Ah okay, danke Sveta und Kate.
        Ich kann mir das immer noch nicht so richtig vorstellen, aber das wird dann wohl wirklich so sein.
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        Ich merke es auch an mir.
        Früher hatte ich immer in Fernsehzeitschriften alles markiert, was mich interessieren könnte.
        Heute führe ich online einen Merkzettel.

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