Mit 91 Jahren: Film-Ikone Brigitte Bardot verstorben

Ein Leben zwischen Mythos und Skandalen

Ralf Döbele
Ralf Döbele – 28.12.2025, 13:06 Uhr

Brigitte Bardot (1934⁠–⁠2025) – Bild: UFA Film/Screenshot
Brigitte Bardot (1934⁠–⁠2025)

Brigitte Bardot war über Jahrzehnte eine Projektionsfläche für Mythos, Skandal und Verführung – und am Ende eine der letzten großen Leinwandikonen des französischen Kinos. Nun ist sie im Alter von 91 Jahren gestorben, wie ihre Stiftung mitteilte. Frankreich verliert damit eine Schauspielerin, die früh zur Legende wurde und die ihr Bild als Star selbstbewusst formte, bevor sie sich radikal vom Filmgeschäft abwandte.

Bardot, 1934 in Paris geboren, begann als Model, bevor sie in den 1950er Jahren vor die Kamera trat. Ihren Durchbruch erlebte sie 1956 mit dem Film „ … und immer lockt das Weib“. Das Bild der jungen Frau mit blondem Haar, intensiven Augen und einer Präsenz, die sowohl Unschuld als auch Provokation transportierte, machte sie schlagartig weltberühmt. Der Film überschritt damals Grenzen, Szenen wurden zensiert, Bardot aber wurde zum globalen Symbol einer neuen Offenheit.

In den folgenden Jahren drehte sie mehr als 50 Filme, arbeitete mit Regisseuren wie Jean-Luc Godard, Louis Malle oder Henri-Georges Clouzot und prägte mit Produktionen wie „Die Verachtung“, „Die Wahrheit“ oder „Viva Maria!“ das europäische Autorenkino mit. Sie gehörte zu den meistfotografierten Frauen der Welt, wurde zu einer medial allgegenwärtigen Figur, die Glamour, Sinnlichkeit und Selbstbestimmung verkörperte.

Zugleich widersetzte sich Bardot ihrem bisherigen Bild als Filmstar immer stärker. Anfang der 1970er Jahre zog sie die Konsequenz. Sie stieg auf dem Höhepunkt ihrer Berühmtheit aus, kehrte dem Film den Rücken und zog sich nach Saint-Tropez zurück. Fortan widmete Bardot ihr Leben dem Tierschutz, gründete eine Stiftung, versteigerte persönlichen Besitz und nutzte ihre Popularität für andere Aufgaben.

Gleichzeitig wurde Bardot zur kontroversen politischen Figur. Immer wieder fiel sie mit rassistischen und menschenfeindlichen Aussagen auf, wetterte gegen Einwanderung, diffamierte Bevölkerungsgruppen und wurde dafür juristisch verurteilt. Ihre Nähe zu rechtsextremen Kreisen, ihre Radikalisierung in späteren Jahren und zahlreiche polarisierende Auftritte prägten das öffentliche Bild ebenso wie ihre einstige Filmkarriere. Bardot blieb damit bis zuletzt eine Persönlichkeit, an der sich Frankreich rieb.

Kommentare zu dieser Newsmeldung

  • (geb. 1963) am

    Eine der schönsten Frauen der Welt!
    Nun ist sie auch nicht mehr da.
    Immerhin lebt Catherine Deneuve noch...
    • (geb. 1967) am

      Von Frau Deneuve ist aber auch immer weniger zu sehen....
  • (geb. 1976) am

    Nebenbei - "Bardot blieb damit bis zuletzt eine Persönlichkeit, an der sich Frankreich rieb." dürfte bei ihr weitaus näher an der Realität gewesen sein, als man es zunächst ahnen mag.
    • (geb. 1976) am

      So sehr ich die junge BB in ihren frühen Filmen mag, so wenig trauere ich um die alte Rassistin.
      • (geb. 1963) am

        Darüber kann man sich sicherlich streiten...
      • am

        Ich dachte auch nur "Ding Dong"...
      • am

        Ja, worüber denn? Gerichtlich festgestellt und verurteilt!
      • (geb. 1969) am

        Danke Stefan, sehe ich genauso, nur weil man nicht zuschauen will, wie - wohlgemerkt von den eigenen westlichen Regierungen und Medien, nicht von den Leuten, die kommen, die nehmen nur an, was sie antreffen (und wären dumm, wenn sie nicht mit vollen Händen zugreifen würden, wenn man es ihnen so nachwirft ohne Rücksicht auf die indigene Bevölkerung) - das eigene Land und die eigene Kultur ausverkauft wird. Zudem hat jeder meine höchste Hochachtung, der sich für Tiere einsetzt, da die selbst nicht für sich sprechen können, was Menschen als Entschuldigung nutzen, sie komplett zu entrechten.

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