Vor weit über einem Jahr hatte Netflix die Produktion eines Films nach Inspiration des Vereins „Jugend rettet“ angekündigt, der sich mit Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer beschäftigt. Nun gibt es beim Streaminganbieter einen Termin für den Film, der den Titel „23 000 Leben“ erhalten hat: Am 17. Juli wird er veröffentlicht. Zuvor hat er seine feierliche Weltpremiere im Rahmen des Filmfest München (26. Juni bis 5. Juli; der Termin der Premiere wurde noch nicht konkret bestätigt).
Während der Flüchtlingskrise waren im Jahr 2016 Nachrichten über Menschen, die bei der Flucht von Afrika aus über das Mittelmeer nach Europa ertranken, an der Tagesordnung. Mit der NGO „Jugend rettet“ hatten sich junge Menschen in Berlin zusammengeschlossen, die durch ein Crowdfunding den Erwerb und Umbau des 50 Jahre alten Fischereischiffs Iuventa finanzierten. Mit dem brachen sie ins Mittelmeer auf, um gezielt Menschen aus lebensbedrohlichen Notlagen zu retten. Vor allem das von Flüchtlingen oft angesteuerte Italien wollte die unorganisierten Flüchtlingsmassen abschrecken beziehungsweise zum Versuch einer geregelten Einreise in andere europäische Länder über eine Landroute lenken. Daher erhob man 2017 Anklage wegen „Beihilfe zur illegalen Einwanderung“ und konfiszierte das Schiff.
Das macht bereits deutlich, dass die Mission der Iuventa , die als gemeinsame Hilfe gegen die Not und unnötigen Tod begonnen hatte, auf ein überraschendes Verständnis von Recht und Gerechtigkeit traf. Der Filmtitel „23 000 Leben“ hingegen steht für die ungeheure Wirkung ihrer Arbeit.
Markus Goller fungierte als Regisseur und inszenierte ein Drehbuch, das Oliver Ziegenbalg in Zusammenarbeit mit Michele Cinque erstellt hat. Für die Produktion zeichneten die Produzenten Christopher Zwickler mit Flute Film sowie Markus Goller und Oliver Ziegenbalg mit ihrer Sunnysideup Filmproduktion verantwortlich. Creative Producer ist Michele Cinque mit Lazy Film aus Italien.