Lori Loughlin: Urteilsverkündung im Bestechungs-Skandal noch in dieser Woche

    „Fuller House“-Schauspielerin vor möglicher Gefängnisstrafe

    Ralf Döbele – 18.08.2020, 11:25 Uhr

    Lori Loughlin in der „Coal Valley Saga“

    Für die wegen ihrer Beteiligung an einem beispiellosen Bestechungs-Skandal angeklagte Lori Loughlin rückt eine Gefängnisstrafe näher. Bereits im Mai hatte sich die aus „Fuller House“ und der „Coal Valley Saga“ bekannte Schauspielerin vor Gericht schuldig bekannt. Nun hat die Bundesanwaltschaft für Massachusetts in Boston beantragt, den im Zuge dessen mit Loughlins Anwälten ausgehandelten Deal rechtswirksam umzusetzen.

    Dies würde für Loughlin eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten und eine Strafzahlung von 150.000 US-Dollar bedeuten. Außerdem müsste sie 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Ihrem Ehemann, dem Modesigner Mossimo Giannulli, steht eine härtere Strafe bevor: fünf Monate Haft, eine Strafe von 250.000 US-Dollar und 250 Stunden gemeinnützige Arbeit. Die Urteilsverkündung ist für Freitag am United States District Court in Boston angesetzt.

    Die beiden Angeklagten würden ihre Gefängnisstrafe in unmittelbarem Anschluss daran antreten, allerdings nicht in Boston, sondern in einem Bundesgefängnis ihres Heimatstaats Kalifornien. Auch bei der im vergangenen Jahr wegen Betrugs verurteilten Felicity Huffman („Desperate Housewives“) wurde so verfahren. Huffman war ebenfalls in den Bestechungs-Skandal involviert und wurde im vergangenen Herbst verurteilt (fernsehserien.de berichtete).

    Da Lori Loughlin und Mossimo Giannulli allerdings zum ersten Mal wegen einer Straftat verurteilt würden, ist es nicht unwahrscheinlich, dass sie nicht ihre vollständigen Gefängnisstrafen absitzen müssen. Das Ehepaar könnte außerdem von den Auswirkungen der Corona-Pandemie profitieren, durch die das ohnehin überlastete Gefängniswesen in den USA besonders stark gebeutelt ist. So konnten bereits zahlreiche Verurteilte, die keiner Gewaltverbrechen schuldig sind, ihre Strafen im Hausarrest absitzen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu bremsen.

    Lori Loughlin stellte sich am 13. März 2019 den Ermittlungsbehörden, nachdem gegen sie Anklage erhoben worden war. Der Schauspielerin wurde gemeinsam mit rund 50 anderen Eltern, Trainern und Verwaltungsangestellten vorgeworfen, Teil eines ausgeklügelten Bestechungs-Netzwerks zu sein, dessen Ziel es war, den Kindern von Besserverdienern einen Studienplatz an Elite-Universitäten wie Yale und Georgetown zu verschaffen.

    Loughlin zahlte demnach gemeinsam mit ihrem Ehemann Mossimo Giannulli rund 500.000 US-Dollar Schmiergeld, damit ihre Töchter in das Ruder-Team der University of Southern California aufgenommen werden und so über ein entsprechendes Stipendium die begehrten Studienplätze erhalten – obwohl ihre Töchter den Sport nie ausgeübt hatten. US-Bundesbehörden konnten den Vermittler zwischen wohlhabenden Familien und bestechlichen Mitarbeitern in zulassungsrelevanten Positionen zur Mitarbeit bringen und so vor Anklageerhebung nach eigenen Angaben sehr viele belastende Beweise sammeln.

    Erwähnenswert ist, dass die jetzige Anklage dafür erfolgte, dass die Beteiligten die öffentlichen Telefon- und/oder Postdienste in betrügerischer Absicht genutzt haben. Die Anklage führen daher die Bundesbehörden, nicht die betroffenen Institutionen.

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