„Lindenstraße“: So füllt die ARD die Lücke nach dem Serienende

    „Sportschau“ und „Bericht aus Berlin“ erhalten mehr Sendezeit

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 27.11.2019, 13:56 Uhr

    "Lindenstraße": So füllt die ARD die Lücke nach dem Serienende – "Sportschau" und "Bericht aus Berlin" erhalten mehr Sendezeit – Bild: GFF/WDR

    Das Ende der „Lindenstraße“ rückt immer näher. Die Dreharbeiten laufen noch bis Ende des Jahres, ausgestrahlt wird die finale 1758. Folge „Auf Wiedersehen“ am 29. März 2020. Unklar war bislang, wie die ARD künftig den Sendeplatz am Sonntagvorabend um 18.50 Uhr bestücken wird. Im Rahmen der heute Vormittag stattgefundenen Pressekonferenz verkündeten die Verantwortlichen die Pläne.

    Bereits bekannt war, dass es keinen Nachfolger in Gestalt einer neuen fiktionalen Serie geben würde – aus finanziellen Gründen, wie ARD-Programmdirektor Volker Herres im Sommer erklärte. Stattdessen wird das bestehende Sonntagsprogramm ausgedehnt. Konkret bedeutet dies: Der „Bericht aus Berlin“, der momentan um 18.30 Uhr zu sehen ist, wird auf 18.05 Uhr vorverlegt und beginnt nach einer fünfminütigen „Tagesschau“. Das Politmagazin wird von 20 auf 25 Minuten verlängert. Die fünf zusätzlichen Sendeminuten sollen etwa dafür genutzt werden, um ausführlichere Interviews zeigen zu können.

    Die aktuell um 18 Uhr gezeigte „Sportschau“ am Sonntag erhält künftig mehr Sendezeit und einen neuen Sendeplatz: Die bisher 30-minütige Sendung wird auf 50 Minuten verlängert und beginnt fortan um 18.30 Uhr. Die Aufstockung der Sendezeit um 20 Minuten wolle man dafür nutzen, um ausführlicher über Sportarten abseits des dominierenden Fußballs zu berichten. Zudem soll mehr Platz für Hintergrundberichte sein. Der anschließende „Weltspiegel“ behält seinen angestammten Sendeplatz um 19.20 Uhr.

    Ab April hält zudem Boulevard Einzug ins Sonntagsprogramm. Wie bereits zuvor angekündigt, ist „Brisant“ künftig sieben Tage die Woche zu sehen und wird sonntags um 17 Uhr zusätzlich auf Sendung sein.

    „Lindenstraße“-Fans können sich damit trösten, dass zahlreiche Requisiten, Kostüme und Kulissen als Museumsstücke erhalten bleiben (fernsehserien.de berichtete).

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Die Lindenstrasse ist für mich so die "Beamtenserie" der ganzen Serien, die auf ARD laufen. Die Darsteller überarbeiten sich da jedenfalls nicht bei einer knappen halben Stunde pro Woche und Folge, während z.B. Sturm der Liebe und Rote Rosen doch immerhin täglich fast eine Stunde bieten, natürlich auch nicht mit sonderlich geistreicherem Inhalt. Tja, Unterhaltung kommt ja bekanntlich von "unten halten", von daher können wir nur hoffen, dass ev. doch eines Tages "gescheitere" Sachen ausgestrahlt werden. Kult ist nicht gleich "gescheit", "lehrreich" oder gar "förderlich". Immerhin können sich die Lindenstrasse Fans nun noch rund 4 Monate auf das Ende geistig-moralisch vorbereiten.
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        @Andreas
        Ich verbinde mit dem Namen "Herres" den Bösewicht der Lindenstraße Olli Klatt!
        @Paula
        Die Zuschauerzahl ist nicht aus mangelndem Interesse gesunken, sondern auch mit der Zunahme der Angebote und Sender. Seit Hana Geißendörfer die Sache übernommen hat, wurden die Drehbücher immer schlechter und unglaubhafter. Viele Soap-Geschichten, die einfach in der Luft hängenblieben oder im Gegensatz zur Realität nach 2 Folgen gelöst wurden. Keine Einbindung mehr von Wahlen. Verschiebung auf ONE. Lange Sommerpausen, danach wird erzählt, was in diesen Wochen in der Straße geschehen ist - bis zur Amnesie aus heiterem Himmel.
        Am 5. 1. kommt nach einer Pause eine Folge, die gleichzeitig Weihnachten und Silvester erfaßt. Früher waren Weihnachten UND Sylvester aktive und meist interessante Folgen.
        Mir tut's leid, aber in der derzeitigen Qualität ist es im Gegensatz zu den ersten Jahrzehnten nur noch Soap.
        Jetzt bin ich gespannt, ob man Dressler am 8.12.2019 sterben läßt - dann wäre Ludwig Haas auf den Tag genau 34 Jahre dabei gewesen. Am 8.12.1985 hat er Klausi behandelt, der längst erwachsen noch seine Rolle spielt
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          @luckyVelden2000:


          Ich glaube, wir können froh sein, wenn die Herren von der ARD die letzte Folge nicht noch auf ONE verschieben, sei es nur, um uns Fans und die Produktion noch einmal so richtig zu ärgern. Zutrauen würde ich es ihnen.
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            eine wunderbare Idee.....
            Und nach den Erfahrungen der letzten Zeit könnte ich dieser Idee sogar noch einen draufsetzen: Statt der Lindenstr. gibts an diesem letzten Tag dann in der ARD eine Wiederholung einer Folge Traumschiff .... Wegen des wichtigen Anlasses ... 


            Daß es so kommen wird, wie wir inzwischen erfahren mußten, war jedoch schon seit einer Weile absehbar. Zu deutlich wurde, daß man die Lindenstr. nicht mehr schätzte. Sehr spontane, kurzfristige Verlegungen bis hin zu Ausfällen, keine Folge mehr an Feiertagen, wochenlange Ferien. Früher alles undenkbar. Wenn eines kam- dann die Lindenstraße. Zuverlässig wie die Tagesschau. 


            Man hat so die Leute, die schon gewohnheitsmäßig dabei waren (Stammzuschauer), systematisch entwöhnt. Da haben längst nicht alle mehr daran gedacht, wenn nach 6,7 oder 8 Wochen Sommerpause die Lindenstraße wieder kam. Und manch einer hat so manchen Sonntag um 18.50 den Fernseher angeschaltet und statt Lindenstr. vom Traumschiff über Bericht aus Berlin oder Sport manchen Schrott ungewollt über sich ergehen lassen (müssen). Und von so einigen Leuten weiß ich, daß die mit dem Hinweis auf ONE nichts anfangen konnten (habe ich das überhaupt? Welche Nummer muß ich denn dafür drücken ...). 


            Ok- 34 Jahre sind beachtlich. 
            Daß man aber letztlich die gestohlene Sendezeit nur für Sport verwendet, empfinde ich aber als absolute Frechheit und zugleich als Zeugnis geistiger Armut. Sicher wäre ein entsprechend verlängerter Weltspiegel zu anspruchsvoll gewesen. 


            Danke, liebe ARD; daß ihr auf diese nicht mißzuverstehende Weise zeigt, für wie blöd ihr eure Zuschauer (UND zugleich Finanziers!!) haltet! 
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          Die ARD macht vieles platt, was gut ist, zB Mord mit Aussicht. Das wurde zwar nicht direkt eingestellt, aber in der 3. Staffel wurden die Drehtage gekürzt, so daß die Darsteller nicht mehr hinter ihrer Arbeit stehen konnten. Pfarrer Braun ist auch so ein Beispiel, da war es genauso. OK, Otfried Fischer war auch krank, aber die Serie wollte die ARD schon vorher loswerden und die letzten Folgen waren nur noch widerwillig zu realisieren.
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          • (geb. 1963) am melden

            Ob es wohl eine Spielfilmlänge geben wird? Denn ich finde nach so langen Jahren hat die Serie ein würdevolles Ende verdient.
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              Also, ich werd diese Lindenstraße gewiss nicht vermissen. Meinetwegen können die Herren ARD Verantwortlichen ihre Sportschau auch auf 90 Minuten ausdehnen. Die Herren der Schöpfung freuen sich. Wie alle rumheulen wegen einer Weekly Soap... Kauft Euch die DVD Boxen und gut ist.. Gibt doch wahrlich größere Probleme... *augenroll*
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              • (geb. 1963) am melden

                Spoonman schrieb via tvforen.de am 27.11.2019, 20.37 Uhr:
                Spoonman
                Paula Tracy schrieb:
                -------------------------------------------------------
                > Es ist mir unbegreiflich, wie die ARD Serien wie
                > "In aller Freundschaft" (einschließlich aller
                > Ableger), "Rote Rosen" und "Sturm der Liebe"
                > finanzieren kann, aber kein Geld für die
                > Lindenstraße hat.

                Spoiler: Auch diese Serien werden irgendwann das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Und wahrscheinlich werden sie keine 34 Jahre durchhalten ;)


                Und ist auch ganz gut so alles übertrieben und total überholt.
                  hier antworten
                • (geb. 1952) am melden

                  Die ARD-Programme wiederholen seit Jahrzehnten sehr viele Folgen zigmal, und immer finden sich Zuschauer, warum nur ? Kult kann man nicht erklären, man kann ihn aber zerstören
                  • am melden

                    Richtig. Seit 2014 hat der Sender daran ja aktiv mit seiner Programmplanung gearbeitet. Erst haben sie die Möglichkeiten, Festlichkeiten (Weihnachten, Ostern, Pfingsten) darzustellen, weggenommen und dann auch noch die Wahlfolgen, obwohl die Lindenstraße mit ihrem Anspruch da hätte gesendet werden müssen. Dann haben sie die längeren Pausen eingeführt und diese Abschiebungen auf den Mini-Sender ONE. Ich kenne keine andere deutsche Serie, bei der sie so verfahren haben. Sprich, sie haben erstens der Serie wesentliche Möglichkeiten zum Ausdruck dessen genommen, wofür sie eigentlich steht und zweitens dem Zuschauer die Kontinutität genommen.



                    Es ist sehr schade, dass kein anderer Sender das Potential der Serie erkennt und ihr eine Chance gibt, was daraus zu machen. In einem anderen Programmrahmen mit mehr Kontinuität hätten sich die Zuschauerzahlen bestimmt wieder stabilisiert und der "Kult"-Charakter aufgewertet worden.
                  hier antworten
                • am via tvforen.demelden

                  Damit wird sich kein Fan trösten, das ist lächerlich.

                  Es ist mir unbegreiflich, wie die ARD Serien wie "In aller Freundschaft" (einschließlich aller Ableger), "Rote Rosen" und "Sturm der Liebe" finanzieren kann, aber kein Geld für die Lindenstraße hat. Da wird auch noch stolz verkündet, wenn es in die nächste Staffel geht oder der nächste Ableger von "In aller Freundschaft" produziert wird.

                  Ich hoffe, dass Herrn Herres die Absetzung der Lindenstraße nochmal gewaltig auf die Füße fällt. Mehr Sport am Sonntag? Halte ich für problematisch, wenn es kein Fußball ist und wird, soweit ich weiß, auch vom ZDF bedient. Hier hätte man dem Weltspiegel mehr Platz geben müssen. Aber was soll's, ich gucke Sonntags umd diese Zeit ganz sicher nicht mehr in die ARD rein.
                  • am via tvforen.demelden

                    Paula Tracy schrieb:
                    -------------------------------------------------------

                    > Es ist mir unbegreiflich, wie die ARD Serien wie
                    > "In aller Freundschaft" (einschließlich aller
                    > Ableger), "Rote Rosen" und "Sturm der Liebe"
                    > finanzieren kann, aber kein Geld für die
                    > Lindenstraße hat.

                    Naja, ich habe gerade keine Zeit das zu recherchieren, aber vermutlich haben die obigen Serien alle deutlich mehr Zuschauer, oder? Die Lindenstraße kostet halt viel Geld für immer weniger interessierte Zuschauer.
                  • am via tvforen.demelden

                    Naja die Absetzung hatte ja jetzt weniger einen finanziellen Hintergrund, sondern einen politischen. Die Lindenstraße hat nun mal wenig Freunde in der Chefetage der ARD, wenn man sich anguckt wer da alles z.B. im Aufsichtsrat sitzt ist eigentlich alles klar. Dass diese größtenteils älteren Herren nichts mit eher linksorientierten Inhalten anfangen können ist ja wohl logisch.
                    Die anderen Serien bleiben erhalten weil sie keinerlei politische Aussage haben, das ist nur ganz seichte Unterhaltung die keinem weh tut.
                  • am via tvforen.demelden

                    Paula Tracy schrieb:
                    -------------------------------------------------------
                    > Es ist mir unbegreiflich, wie die ARD Serien wie
                    > "In aller Freundschaft" (einschließlich aller
                    > Ableger), "Rote Rosen" und "Sturm der Liebe"
                    > finanzieren kann, aber kein Geld für die
                    > Lindenstraße hat.

                    Spoiler: Auch diese Serien werden irgendwann das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Und wahrscheinlich werden sie keine 34 Jahre durchhalten ;)
                • am melden

                  Egal, wie die "Lücke" gefüllt wird... alles wird besser sein als dieser Lindenstraße-Müll. Ich hoffe, daß auch in den Dritten nie mehr was davon gesendet wird. Allein bei der Melodie stellen sich bei mir die Nackenhaare auf.
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                  • am melden

                    Na, wenn das die große Innovation ist...



                    Es gibt wohl kaum einen ARD-Verantwortlichen, der den
                    öffentlich-rechtlichen Rundfunk so beschädigt hat wie Volker Herres. Die
                    Programmplanung strotzt vor Unflexibilität. Comedy nur donnerstags auf
                    die Nacht, Ein Umgang des Infoservices, als ob man meine, die würden
                    nicht von unseren Gebühren bezahlt werden, sondern wir müssten froh
                    sein, dass sie überhaupt einen antworten.

                    Und der Name Volker Herres
                    wird auf ewig in Verbindung gebracht werden mit der Absetzung der
                    Lindenstraße nach fast 35 Jahren. Seine Begründung dafür lässt doch
                    stark auf seine beruflichen Wertevorstellungen schließen. Angeblich zu
                    wenige Zuschauer (Quotengeilheit) und angeblich zu hohe Kosten (Geiz).
                    Beides sind keine Werte, die eigentlich etwas mit dem
                    öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu tun haben sollten bzw. auf welche man besonders stolz sein kann.

                    Und das Attribut
                    sparsam kann man leider auch nicht wirklich anerkennen, sonst würde
                    nicht so viel Kohle für die Xte neue Krimivariante oder das überschätzte
                    Babylon Berlin rausgehauen werden.

                    Seit Herr Herres die ARD
                    repräsentiert, steht sie in der öffentlichen Wahrnehmung eher für
                    Bürokratismus und Selbstbeschäftigung als für Kreativität und
                    Zuschauerbindung.
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