Kontroverse „Bachelor“-Staffel: So ein Finale gab es noch nie

    Unerwarteter Ausgang der Kuppelshow mit dem unbeliebtesten „Bachelor“ aller Zeiten

    Glenn Riedmeier – 03.03.2020, 16:15 Uhr

    Wer erhält die letzte Rose von „Bachelor“ Sebastian Preuss?

    Bereits zum zehnten Mal schickte RTL Anfang des Jahres einen „Bachelor“ auf die Suche nach der Frau an seiner Seite – und es sollte eine äußerst umstrittene Staffel werden. Denn innerhalb kürzester Zeit avancierte Sebastian Preuss zum unbeliebtesten „Bachelor“ aller Zeiten. Am Mittwochabend (4. März) endet die kontroverse Staffel – und zwar mit einem Finale, dass es so noch nie gab.

    Anfangs buhlten 22 „kampfbereite Single-Damen von Augenoptikerin bis Zollbeamtin“ um die Gunst des 29 Jahre alten Profi-Kickboxers und Unternehmers Sebastian Preuss. Derzeit führt er einen Malerbetrieb mit drei Angestellten in München, doch Preuss verfügt über eine problematische Vergangenheit. So saß er bereits mit 18 Jahren für ein halbes Jahr wegen Körperverletzung in Untersuchungshaft. Im Jahr 2008 verprügelte er einen Mann mit einem lebendigen Schwan. Die Auswahl des „Bachelors“ sorgte deshalb schon im Vorfeld für Aufregung.

    Während der laufenden Staffel geriet Preuss aufgrund seines chauvinistischen Verhaltens und seiner altertümlichen Ansichten noch mehr in die Kritik. Er bedrängte die Frauen und wollte, dass sie ihn küssen. Kandidatinnen, die seinem Empfinden nach nicht schnell genug dazu bereit waren, schickte er kurzerhand nach Hause. Zudem reagierte er rasch angegriffen, sobald ein wenig Kritik an seiner Person geäußert wurde – während er selbst nicht mit fragwürdigen Äußerungen sparte. So musste sich RTL den Vorwurf gefallen lassen, einen sexistischen Menschen als „Bachelor“ besetzt zu haben, wodurch viele Zuschauer*innen den Spaß an der Sendung verloren haben und die Staffel boykottierten.

    Plötzlich wurde aus dem sonst üblichen heiteren Trash-TV-Vergnügen aus einer distanziert-ironischen Perspektive knallhartes Reality-TV mit Momenten, die so manche Zuschauer*in unangenehm an eigene Alltagserlebnisse erinnert haben dürfte. Selbst die dem Trash-TV nahezu grenzenlos zugeneigte Spiegel-Kolumnistin Anja Rützel bezeichnet die diesjährige „Bachelor“-Staffel aufgrund der „altpatriarchalen, kaum aushaltbar paschisierenden Art“ von Preuss als „gefährlich“ und „giftiger“ als „Germany’s Next Topmodel“. Dass der Bachelor die Kandidatinnen zum Küssen drängt, bezeichnet sie gar als „emotionale Erpressung“ mit einer „hochgefährlichen Botschaft“. Eine bemerkenswerte Solidarisierung mit Kandidatinnen dieses Trash-Formats, über die sich Rützel in der Vergangenheit selbst gerne amüsiert hat.

    Ab hier Spoiler zum Finale!

    Zu dieser verkorksten Staffel passt dann letztendlich auch der Ausgang. Die 22-jährige Studentin Diana aus Köln und und 28-jährige Model Wioleta aus Münster sind die letzten beiden Kandidatinnen, die es ins Finale geschafft haben. Wer von ihnen wird die letzte Rose erhalten? Die Antwort lautet: Keine von beiden! „Ich mag beide Mädchen sehr. Aber irgendwas fehlt mir. Ich weiß es nicht … “, gesteht Sebastian Preuss. „Ich bin offen, um mich zu verlieben. Aber ehrlich gesagt, habe ich mich bis jetzt noch nicht verliebt.“ Der Bachelor sei sich seiner Gefühle plötzlich überhaupt nicht mehr sicher. Ihm fehle der „Liebesfunke“.

    „Ich habe die Auswahl von 22 getroffen und jetzt stehen zwei Mädchen da. Die zwei besten von 22. Ich mag beide Mädchen sehr, aber irgendwas fehlt mir“, so Preuss. Er gibt also beiden Frauen einen Korb. Daniela und Wioleta steigen am Ende des Finales in eine Limousine und fahren unabhängig voneinander davon. Jede der zwei Frauen muss davon ausgegangen sein, dass sich Sebastian Preuss für die jeweils andere entschieden hat. Die Auflösung dürfte für beide Frauen eine große Überraschung sein. Der Bachelor steht am Ende alleine da – und alle gehen leer aus. Das gab es in der Geschichte des Formats noch nie.

    RTL zeigt das „Bachelor“-Finale am Mittwoch, 4. März, um 20:15 Uhr. Schon jetzt liegt es auf Abruf im Premium-Bereich von TVNOW. Eine Woche später strahlt RTL das „große Wiedersehen“ der Kandidaten aus. Es darf bezweifelt werden, ob Sebastian Preuss dort ein herzlicher Empfang bereitet wird.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1986) am melden

      Der Dreck kann weg! Am besten für immer Absetzen!
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