Joyn Plus+ erhöht monatlichen Abopreis deutlich

Streamingdienst führt Download-Funktion ein

Glenn Riedmeier
Glenn Riedmeier – 16.04.2026, 12:27 Uhr

Joyn Plus+ erhöht monatlichen Abopreis deutlich – Streamingdienst führt Download-Funktion ein – Bild: Joyn Deutschland

So ziemlich alle Streamingdienste haben in den vergangenen Monaten an der Preisschraube gedreht und die Preise für die unterschiedlichen Abo-Modelle angehoben. Joyn, der Dienst von ProSiebenSat.1, hielt sich hingegen lange zurück und ließ den Preis für das kostenpflichtige Modell Joyn Plus+ unangetastet. Das änderte sich jetzt allerdings: Wer die Plus+-Variante fortan abonnieren möchte, muss einen höheren Monatspreis bezahlen – dafür wurden allerdings auch neue, lange vermisste Features eingebaut.

Wer ein monatliches Joyn Plus+-Abo neu abschließen möchte, muss ab sofort 8,99 Euro pro Monat bezahlen – das sind 2 Euro mehr als bisher. Wer hingegen bereits über ein Plus+-Abo verfügt, für den ändert sich zumindest vorerst nichts: Bestandskunden zahlen weiterhin den bisherigen Preis von 6,99 Euro. Alternativ können Neukunden allerdings auch ein Jahresabo abschließen und dadurch ebenfalls noch den vergünstigten Preis in Anspruch nehmen: Wer sich für zwölf Monate bindet, erhält Joyn Plus+ für 6,99 Euro im Monat.

Die neuen Features: Joyn Plus+ verfügt nun endlich auch über eine Download-Möglichkeit zum Offline-Konsum der Inhalte – etwas, das bei den meisten internationalen Streamingdiensten schon längst Standard ist. Konkret können bis zu zehn Inhalte auf Smartphones und Tablets heruntergeladen und 30 Tage lang offline konsumiert werden. Darüber hinaus gibt es fortan auch die sogenannte Instant-Restart-Funktion. Es besteht dadurch die Möglichkeit, bereits laufende Sendungen im linearen Live-Stream von vorne zu starten. Bislang ist dies noch nicht auf allen Endgeräten möglich, doch laut ProSiebenSat.1 soll die Funktion in den kommenden Wochen „sukzessive auf alle relevanten Plattformen und Betriebssysteme ausgerollt werden“.

Joyn Plus+ bietet im Vergleich zur kostenlosen Joyn-Variante Folgen aktueller Serien und Shows (z. B. „Wer stiehlt mir die Show?“) vor der linearen TV-Ausstrahlung an. Darüber hinaus gibt es weniger Werbeunterbrechungen und viele Inhalte werden in HD-Qualität angeboten (1920x1080 Pixel), während in der kostenfreien Version nur eine minderwertige Auflösung von 1024x576 Pixeln angeboten wird.

Die Preiserhöhung von Joyn Plus+ ist einerseits erwartbar gewesen, andererseits auch etwas überraschend. Denn allgemein fokussiert sich Joyn auf sein werbefreies Angebot und wird von ProSiebenSat.1 als „größter kostenloser Streamingdienst in Deutschland“ beworben. Dass es daneben auch ein kostenpflichtiges Modell gibt, rückte völlig in den Hintergrund und wird in der öffentlichen Kommunikation auch kaum noch erwähnt.

Damit verfolgt Joyn eine andere Strategie als Konkurrent RTL+, der verstärkt auf das kostenpflichtige Angebot (SVoD) setzt. Joyn geht es vor allem um Reichweite, während RTL+ vorrangig kontinuierlich zahlende Abonnenten gewinnen möchte. RTL+ bietet inzwischen eine Vielzahl an TV-Formaten an, die ausschließlich hinter der Bezahlschranke konsumierbar sind, darunter etwa auch die aktuellen Staffeln von „Let’s Dance“ und „Deutschland sucht den Superstar“.

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